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Lokales
Wie wird man Journalistin?
„Körnerstraße 77“ – Folge 19
Von Madlin, Martin und Philip

„Ende August 2006 fing alles mit einem kleinen Plakat an, mit dem wir für die Zeitungs-AG im Viertel geworben haben. Darin stand, dass wir eine Zeitschrift von und für Kinder und Jugendliche in Ehrenfeld machen wollen – über alles, was Kinder und Jugendliche interessiert“, hieß es im Editorial der ersten Ausgabe von „Körnerstrasse 77“. Interviews und Artikel der ersten beiden Heft waren so ideenreich, interessant und spannend, dass wir daraus eine fünfzehnteilige Serie gemacht haben, damit sie auch andere Kölner Kinder und Jugendliche kennen lernen können. Inzwischen gibt es die dritte Ausgabe der „Körnerstrasse 77“ – also auch eine Fortsetzung der Serie in der NRhZ. Die Redaktion.

Madlin im Gespräch mit Philip
Madlin im Gespräch mit Philip

Madlin: Schönen guten Tag Philip, ich wollte Sie fragen, wieso haben Sie sich dafür entschieden Journalist zu werden? Haben Ihre Freunde Sie überredet oder Ihre Eltern? Oder haben Sie es selber entschieden?

Philip: Ich habe es selber entschieden. Eigentlich wollte ich Musiker werden, aber dann habe ich beschlossen, Journalist zu werden, weil es ein guter Beruf ist. Weil man als Journalist jeden Tag neue Themen bearbeitet und jeden Tag neue Sachen lernt. Man trifft auch auf neue Menschen, und das fand ich gut. Deshalb wollte ich Journalist werden. weil man sehr neugierig sein muss. Man muss viele Fragen stellen und mit jeder Frage, die man stellt, lernt man dazu. Deshalb habe ich beschlossen Journalist zu werden und habe mich dann an einer Journalistenschule beworben.

Madlin: Also als Sie dachten, ich will jetzt Journalist werden und wo Sie das erste Mal anfingen, hatten Sie Ideen oder fehlten Ihnen irgendwann die Ideen?

Philip: Doch, Ideen für Artikel habe ich schon immer gehabt. Aber manchmal hat man keine Ideen, das ist dann blöd, dann muss man sehr lange nachdenken und dann ist das auch sehr anstrengend. Viele Journalisten sagen, dass das das Schwierigste an diesen Beruf ist, dass man ständig neue Themen finden muss und immer neue Artikeln schreiben muss. Aber es ist auch gleichzeitig schön, wenn man die Idee hat, dann ist es prima, dann kann man begeistert an diesem Thema arbeiten.

Madlin: Für welche Zeitungen arbeiten Sie? Arbeiten Sie für den Kölner Stadt-Anzeiger, den Express oder die BILD?

Philip: Also im Moment arbeite ich für zwei Zeitungen in Berlin, einmal die Berliner Zeitung und den Tagesspiegel. Ich arbeite auch für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die erscheint in Frankfurt, aber am allermeisten arbeite ich momentan für „NEON“, das ist das Jugendmagazin des „STERN“.

Körnerstraße 77 - Madlin
Madlin verkauft die Körnerstraße 77
Fotos:
Körnerstraße 77

Madlin: Also müssen Sie auch manchmal verreisen?

Philip: Ja zum Beispiel am Freitag. Am Freitag fahre ich nach Warnemünde. Das ist an der Ostsee.

Madlin: Warum?

Philip: Weil wir gerade eine Geschichte machen für dieses „NEON“-Magazin über Helden. Einen Held treffen wir dann in Warnemünde. Er ist Rettungsschwimmer und hat im vergangenen Jahr bei zwei Rettungseinsätzen insgesamt acht Menschen das Leben gerettet. Das war wohl sehr gefährlich, weil die Wellen ungeheuer hoch waren. Den treffen wir zusammen mit unserem Fotographen – der macht die Fotos und ich mache ein Interview.

Madlin: Ist es schwierig Journalist zu werden?

Philip: Die Frage lässt sich nicht leicht beantworten. Es ist zurzeit schwierig, weil sehr viele Leute Journalist werden wollen. Und weil sehr viele Leute Journalist werden wollen, ist die Zahl der Stellen nicht große genug. Daher gibt es eine große Konkurrenz zwischen allen, und alle versuchen so gut wie möglich zu werden. Wer in eine Zeitungsredaktion hineinkommen will, muss heute schon sehr gut sein, und das heißt, er muss auch eine sehr gute Ausbildung haben.

Madlin: Brauchten Sie Abitur?

Philip: Für die meisten Zeitungen ja, aber man kann auch als Journalist arbeiten ohne Abitur, ohne Studium; aber die meisten Journalisten haben ein Studium. Viele haben auch eine Journalistenschule besucht, was übrigens der beste Weg ist; da hat man die besten Chancen.

Madlin: Haben Sie Stress im Beruf oder macht es Ihnen Spaß?

Philip: Beides, ganz großer Spaß und ganz großer Stress. Viele Journalisten haben ganz viele Probleme mit dem Stress.

Madlin: Hat man Stress und Spaß gleichzeitig oder nacheinander?

Philip: Also stell Dir vor, Du arbeitest jetzt in einer Tageszeitung. Da sagt der Chefredakteur zu Dir: Du schreibst jetzt einen Artikel über das und das. Dann bekommst Du einen Platz in der Zeitung, und dann sitzt Du an Deinem Computer und dann schreibst Du den Artikel, und der muss fertig werden, der muss zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig werden. Und da kommt man öfters ganz schön ins Schwitzen, wenn man das fertig schreiben muss.

Madlin: Man muss also ganz schnell sein.

Philip: Ja, als Journalist muss man ganz schnell sein. Schnell, schnell.

Martin: Können Sie schnell schreiben am Computer?

Madlin: Um ganz schnell zu schreiben, braucht man ganz viel Übung.

Philip: Schnell zu schreiben lernt man während man Texte schreibt. Das klingt erstmal so, als sei es sehr schwierig, aber das ist nicht schwierig. Wenn man viele Artikel schreibt, wird man mit jedem Artikel besser.

Madlin: Haben Sie jetzt schon eine Idee, was für einen neuen Artikel Sie schreiben wollen?

Philip: Manchmal ist es so, dass einen eine Zeitung anruft und die haben selber die Idee gehabt. Heute zum Beispiel hat mich eine Redaktion angerufen, und die haben gesagt, wir haben eine Idee, schreib das bitte. Dann muss ich mir das nicht selber ausdenken. Dann frage ich noch, bis wann der Artikel fertig sein muss, und wie viel Geld zahlen die dafür.

Madlin: Passiert es auch, dass die Zeitung für Montag einen Artikel bestellt und ihn dann nicht nimmt?

Philip: So was kann auch passieren, dass die sagen: Nein, doch nicht, oder dass die sagen: Wir nehmen den Artikel irgendwann später in die Zeitung. Und dann wartet man und wartet man, bis der Artikel erscheint, und man ärgert sich, wenn er nicht erscheint. Das ist also nicht gut, wenn man außerhalb einer Redaktion ist. Wenn man innerhalb einer Redaktion ist, ist es nicht so ein Problem, denn da entscheidet man mit. Dann sagt man, jetzt kommt mein Artikel und dann kommt er. Dann hat man bessere Chancen. (PK)

Die „Körnerstraße 77“-Redaktion wüsste gern, was Euch an den Beiträgen aus dem Heft nicht gefällt und was Euch gefällt und was Ihr Euch für eine Kinder- und Jugendzeitschrift für Ehrenfeld wünscht.

Adresse: Körner Str. 77 – 79, 50823 Köln
Tel: 0221-9521198 – 99, Fax: 0221-9521197
E-mail: koelnerappell@t-online.de
Homepage: www.koelnerappell.de und www.internationaler-bund.de

Spenden zur Unterstützung des Projekts an Kölner Appell
    Konto-Nr. 7042000
    bei der Bank für Sozialwirtschaft (BLZ 370 205 00)


Online-Flyer Nr. 116  vom 10.10.2007

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