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Lokales
Pazifismus war für die Neven DuMonts schon früher „unmoralisch“
Zwischenruf
Von Peter Kleinert

„Rückkehr zum Fundamentalismus“ wirft die Schlagzeile des Kölner Stadt-Anzeiger-Leitartikels dem jüngsten Sonderparteitag der Grünen vor. Wohin der DuMont-Verlag mit seiner Unterstützung deutscher Kriegspolitik zurückgekehrt ist, können Sie im folgenden Zwischenruf lesen. 
Karikatur: Kostas

„Der ‚neue Pazifismus’ ist letztlich unmoralisch und populistisch. Unmoralisch, da die Tendenz zum ‚Raus aus Afghanistan’ die Bevölkerung den Taliban vollends ausliefert. Hauptsache, das grüne Gewissen ist wieder rein. Und populistisch, da sich die Grünen, von Umfragen geleitet, aus der Verantwortung stehlen würden, um als ‚Anti-Kriegs-Partei’ in die nächsten Wahlkämpfe zu ziehen“, empört sich Leitartikler Thomas Geisen in der online-Ausgabe des Kölner Stadt-Anzeiger vom 16. September über das klare Nein der grünen Basis auf dem Sonderparteitag vom Wochenende.
 
Total vergessen hat Geisen offenbar, dass er selbst noch am 10. November 2006 in einem Interview mit dem Parlamentarischen Geschäftsführer und Kölner Bundestagsabgeordneten der Grünen, Volker Beck, „das Nein der Grünen zu einer Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes“ durchaus lobend erwähnt hat. Ob die von jedem Krieg profitierende deutsche

Kein Pazifist – Kurt Neven DuMont
Quelle: NRhZ-Archiv
Rüstungsindustrie die KStA-Redaktion durch eine Intervention bei deren Verleger Alfred Neven DuMont oder seinem Sohn Konstantin inzwischen erfolgreich auf Vordermann gebracht hat? Schwer gefallen sein dürfte ihr das ja nicht, erhielt doch Neven DuMonts Vater Kurt für seine Unterstützung der Nazi-Kriege durch die „Kölnische Zeitung“ von Hitlers Reichspropagandaminister das Kriegsverdienstkreuz Erster Klasse mit Schwertern verliehen.  
 


Abgefärbt hat diese Tradition inzwischen offenbar aber auch auf die vom DuMont-Verlag übernommene Kölnische Rundschau, deren Leitartikler der Grünen Basis jetzt vorhält, sie wollte ja eigentlich nur „denen da oben“ mal zeigen, „wo der grüne Hammer hängt“. Dafür sei sie bereit gewesen, „offenkundigen Unfug zu beschließen“. KR-Redakteur Wallet wird vielleicht nicht wissen, dass der Großvater seines Herausgebers Helmut Heinen, Reinhold Heinen, - im Gegensatz zum NSDAP-Mitglied und Nazi-Unterstützer Kurt Neven DuMont - ein erklärter Nazi- und Kriegsgegner war und deshalb 1941 von der Gestapo verhaftet und für vier Jahre im KZ Sachsenhausen eingesperrt wurde. Dafür erhielt er schon 1946 von der Besatzungsbehörde eine Lizenz für die Rundschau, während Kurt Neven DuMont die erst 1949 vom Kölner Bundeskanzler Konrad Adenauer bekam. (PK)

Online-Flyer Nr. 113  vom 19.09.2007

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