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Medien
Die NRW-Ausgabe der „taz“ erscheint nicht mehr
Schluss mit tazig
Von Fred Schierlinge

Trotz einer intensiven Rettungskampagne ließen sich die notwendigen 1.000 neuen Abonnenten in NRW nicht finden. Der Vorstand der Berliner Tageszeitung hat jetzt die Reißleine gezogen und beschlossen, die NRW-Ausgabe einzustellen. Für die 15-köpfige Redaktion der Bundeslandausgabe ein Schock. „Wir sind am Boden zerstört“, so lässt sich der Redaktionsleiter zitieren.  
Dabei war der Untergang der taz-nrw mit der Zusammenlegung der Kölner und der Ruhrredaktion vor zwei Jahren bereits vorprogrammiert.
Damals waren die beiden, bis dahin unabhängig von einander arbeitenden Redaktionen zusammengelegt worden, um die taz-nrw in den neu bezogenen Redaktionsräumen in Düsseldorf zu gestalten. Die Einstellung der Kölner Ausgabe der taz hatte in der Domstadt für reichlich Verdruss gesorgt und zu zahlreichen Abo-Kündigungen geführt. Selbst im Kölner Rathaus war trotz der kritischen und hinterfragenden Berichterstattungen verschiedentlich zu hören, dass die Einstellung der Kölner Ausgabe zu Gunsten einer NRW-Ausgabe die taz in ihrer regionalen Kompetenz schwächer und uninteressanter mache. Und dieses vor dem Hintergrund des Kölner Pressemonopols, so das Bedauern. Damals wollte die Kölner Redaktion der Obrigkeit trotzen, denn „immerhin herrschten – und herrschen – in der Domstadt noch feudalistische Verhältnisse, jedenfalls im Medienbereich: Der greise Pressezar Alfred Neven DuMont regierte mit eiserner Hand“, so beschrieb der langjährige taz-Autor und Redakteur Pascal Beucker, im Juni diesen Jahres die Kölner Lage in einem Beitrag zur Historie der taz-nrw. 


Schwarzer Tag für die Presselandschaft in NRW

Die Würfel sind gefallen 
Das ist Vergangenheit, denn die Würfel sind bereits gefallen. Der Vorstand der taz hat bereits am Montag (02.07.07) entschieden, einen Schlussstrich zu ziehen, und Ende August sollte die letzte NRW-Ausgabe erscheinen. Die NRW-Redaktion hatte einen weiteren Rettungsversuch des Projektes gestartet und den Vorschlag unterbreitet, die Frist bis zum September auszudehnen, um weitere Abonnenten zu werben. Darauf hatte sich das Berliner Mutterhaus nicht eingelassen. NRW-Redaktionsleiter Christian Schurian erklärte dazu: „Da diese Fristverlängerung jedoch abgelehnt wurde, habe man sich entschlossen, die Arbeit sofort einzustellen“. 

Sozialplan für Mitarbeiter

taz-Geschäftsführer Karl-Heinz-Ruch bestätigte, dass den 15 Mitarbeitern zum 31. August gekündigt werde und Verhandlungen über einen Sozialplan umgehend aufgenommen würden. „Unser finanzieller Atem hat einfach nicht gereicht“, so Ruch. Da nutzen offenbar auch keine Erinnerungen an die Zeit vor der Fusion der Ruhr- und Köln-Redaktion, wenn es im Rückblick auf zehn Jahre taz-Geschichte in Nordrhein-Westfalen heißt: „Ein Reprint der Neuen Rheinischen Zeitung gehörte zu den Einstandsgeschenken, über die sich die Kölner Redaktion der taz freuen durfte, als sie im Mai 2000 ihr Büro in der Pipinstraße bezog. Und irgendwie passte das ja auch: Schließlich hatte die Revolutionszeitung ebenfalls ,mit fast gar keinen Geldmitteln angefangen' (Friedrich Engels)...“. (PK)

Weiteres im taz nrw-blog

Online-Flyer Nr. 102  vom 04.07.2007

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