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Aktueller Online-Flyer vom 18. Oktober 2017  

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Glossen
Selbstdarsteller, Show-Master, Kopien und Schönlinge
Aber: Der Wähler ist der Sündenbock
Glosse von Mary Ann Christen-Meyer

Narzissten sind unbelehrbar. Den besten Beweis für diese bekannte These liefern - seit Bekanntgabe des "Wahldebakels" - die selbsternannten "Eliten" aller Parteien. Selbstkritik? Fehlanzeige! Schuldzuweisungen  in alle Richtungen! Rundumschläge, Beleidigungen, Diskriminierungen, Beschimpfungen! Wie gehabt. Grenzen gibt es keine. Hauen und Stechen sind "in"!

Hinter vorgehaltener Hand herrscht jedoch seltene Einigkeit: Der "dumme" Wähler trägt die Hauptschuld an dem so genannten Debakel. Die Dümmsten der Dummen sind dabei die "Rote-Socken-Befürworter". Diese Linksextremisten haben schließlich den klaren Wahlsieg einer der "etablierten" Parteien verhindert. Gott sei Dank, dass es einen Sündenbock gibt!

Aber: Ist der Wahlausgang tatsächlich ein Debakel? Nein! Spiegelt er nicht schlicht und ergreifend das Tollhaus Deutschland wider? Ja! Es gibt keine regierungsfähigen Volksvertreter mehr! Das, und nur das, ist die Aussage des Wahlergebnisses! Doch davon wollen unsere lieben Egomanen auf höchster Ebene nichts wissen.

Sehen wir doch einmal, wer sich zur Wahl gestellt hat:

Eine Marionette (Angie), die sich selbst und ihre Vergangenheit verleugnet, lediglich das ausführt, was "Mann" von ihr erwartet. Ein auf Maggie-Thatcher-Verschnitt, ein weiblicher Clown - künstlich gezüchtet, eine miserable Fälschung!

"Was Mann von ihr erwartet"
"Was Mann von ihr erwartet" - Leser-Einsendung an die Fotogalerie


Ein Selbstdarsteller (Gerd), der glaubt, die Wähler mit seiner anbiedernden Stammtisch-Verbrüderungsmentalität bezirzen zu können. Der sein Fähnchen nach dem Wind hängt, ein Mann ohne Charakter, ohne Überzeugung, gierend nach Macht - maßlos!

"Der Sheriff genießt"
"Der Sheriff genießt"
Foto: NRZ-Archiv



Ein neoliberaler Schönling (Guido), der mit seinem Schwulsein kokettiert, keine eigene Linie hat, der nur eins perfekt beherrscht: das Nachplappern der Parolen der Wirtschaftsbosse.  Geklont nach neoliberalen Einheitsmuster.

Ein Alt-68-er (Joschka), der - mal dicker, mal dünner - die Grundidee der Grünen längst hinter sich gelassen hat. Ein Mitläufer, immer schön der Macht hinterher. Ein Despot, der ständig seinen Süchten frönt - sie hin und her verlagert.

Die dilettantische Strauss-Kopie, der schöne Edmund! Beleidiger der Nation. Ein frustrierter Looser,  der nicht so kann, wie er gerne würde. Beschimpft jene, denen er sich eigentlich verbunden fühlen müsste - die Verlierer im Osten!

Schließlich die Top-Showmaster im Doppelpack - Gregor und Oskar! Beiden haftet etwas Anrüchiges an: Gysi, der Kommunist, der sich nur die Rosinen herauspickt. Oskar, der Aussteiger, und schließlich - viel schlimmer noch - der Fahnenflüchtige, der Fremdgänger.
Kann man sich auf derartige Kreaturen verlassen? 

So nimmt die Tragödie ihren Lauf: Große Koalition, Ampel- und Jamaika-Koalition,
Schwampel, Lähmung, Neuwahlen - Begriffe, die von Stund' an durch die Presse geistern. Ein Gespenst geht um in unserem Wohlstandsland. Ein Gespenst aus Ratlosigkeit, Frustration, blinder Wut, Hass, Schuldzuweisungen.

Wo ist da die alle und alles befreiende Lösung? Es gibt keine. Und: Es kann und wird auch keine geben. Selbstherrlichkeit und Großmannssucht machen jedes vernünftige und sinnvolle Vorgehen unmöglich! Solange Macht und Eigennutz weiterhin die Gehirne der Volksvertreter
be- und vernebeln, Selbstkritik verworfen und Realität verleugnet wird, Empathie ein Fremdwort bleibt - solange gibt es nur eine Fahrtrichtung: steil bergab - geradewegs in den Abgrund!

Online-Flyer Nr. 10  vom 21.09.2005

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