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Lokales
Streit gehört zum Leben
„Körnerstraße 77“ - Folge 9
Von Klaus, Madlin, Martin, Micha, Shilan und Steffi

Die erste Ausgabe der Körnerstraße 77
Foto: NRhZ-Archiv
Madlin: Zum Streit gehören immer zwei oder mehrere Kinder. Dabei
geht es zum Beispiel darum, wer ist schöner, wer ist weißer. Darüber
kann man sich streiten. Ich habeschon mehrere Male mit meiner
Schwester gestritten. Meine ganz große Schwester sagt immer, dass
wir uns nicht streiten sollen, aber wir machen trotzdem weiter.
Shilan: Die beiden sind eifersüchtig aufeinander. Die eine will das, dann
will die andere das auch und dann gibt’s Streit. Es gibt keinen Tag, an
dem sie sich nicht streiten. Und dann muss ich die Rolle der Mutter spielen
und dafür sorgen, dass sie sich wieder vertragen. Das ist meistens sehr
schwierig, sie zu versöhnen. Eine ist oft so beleidigt, dass sie nur sagt, ich
will das nicht, ich will das nicht. Sie benehmen sich dann wie kleine Kinder.
Madlin: Wenn die Martin Stiefel kaufen darf und ich keine habe und
meine Mutter mir auch keine kaufen kann, dann werde ich eifersüchtig.
Und wenn meine Mutter mir schönere Sachen als Martin kauft, dann
wird Martin eifersüchtig.
Klaus: Hast du auch andere Familien kennengelernt, wo sich die Kinder
auch so streiten?
Madlin: Ja, bei meinen Cousinen. Die eine ist ja so alt wie ich und die
hat so eine kleine Schwester und die will immer mit uns zusammen
sein und wir wollen das nicht, wir wollen auch mal allein sein. Dann
kommt die aber doch immer zu uns und nervt uns. Und bei Martin ist es
auch so, die wird auch eifersüchtig, weil ich mit meiner Cousine spiele.
Sie will auch mit der spielen, aber ich spiele mit der.
Shilan: Das Wichtigste ist, dass die ruhig sind, dass die lernen, miteinander
in Ruhe zu reden und nicht so durcheinander, sondern immer eine nach der anderen.
Das ist auch besser,weil man dann alles verstehen kann. Dann kann man auch einen Weg finden,
wie sie sich wieder versöhnen. Manchmal sind sie so beleidigt, dass sie gar nicht auf mich hören, aber manchmal hören sie doch und dann wird es wieder ruhig und die ganze
Sache wird vergessen.
Madlin: Manche Leute mögen einfach ihre Schwestern oder ihre Verwandten
nicht. Sie mögen sich einfach nicht und streiten. Wenn ich zum Beispiel siege und ich sie schlagen kann und sie mich nicht, dannist das gut für den, der gewinnt, man
fühlt sich dann besser. Für den anderen ist das traurig. Man braucht auch mal eine Pause. Man kann dochnicht immer mit der Familie sein. Wenn ich zum Beispiel jahrelang mit meinen Schwestern in einem Zimmerwäre, das wäre für mich eine Katastrophe. Man muss nicht immer
zusammenhalten, man braucht auch mal eine Pause, auch um nachzudenken, wieso ich mit meiner Schwester Streit habe.
Micha: Warum streitet ihr euch denn, vertragt ihr euch nicht manchmal?
Madlin: Früher hat mich die Martin gemocht, aber ich sie nicht. Sie hat
mir immer schöne Dinge gesagt, aber ich nicht, weil ich immer so sauer auf
die war, dass ich nie mehr mit der reden wollte, aber später habe ich dann
doch wieder mit der geredet.
Micha: Ich streite auch mit meinem Bruder, aber ich sage dem dann
nicht, ich rede nicht mehr mit dir. Ich sage das vielleicht, aber ich rede
dann doch.
Steffi: Madlin, warum bist du deiner Schwester Martin gestern auf dem
Spielplatz an den Hals gegangen beim Kickerspielen?
Madlin: Ich habe gestern mit meiner Schwester Martin gestritten, um Kicker
zu spielen. Ich, Stephanie und Martin habe Kicker gespielt. Dann
war da noch so ein Junge, der hat auch gespielt, dann kommen noch
zwei Jungen, die wollten auch spielen. Dann ist der eine Junge raus und die
neuen Jungen sind rein gekommen und dann mussten Stephanie, Martin
und ich jemanden rausschmeißen und wie konnten uns nicht entscheiden.
Martin hat gesagt, wir wählen aus und ich habe gesagt nein. Das
war auch ein bisschen meine Schuld. Ich habe den Kickerball weggeworfen.
Dann wollte ich gehen, dann hat mich Martin beschimpft. Die
dachte, ich habe es nicht gehört, aber ich habe es gehört und dann bin ich
auf die draufgegangen und habe sie geschlagen. Dann hat sie mich auch
geschlagen. Dann haben wir uns geschlagen.
Shilan: Es kann nicht immer harmonisch im Leben sein. Okay, man soll
nicht übertreiben beim Streiten, aber das Leben kann nicht nur aus Harmonie
bestehen, es besteht auch aus Streit.
Online-Flyer Nr. 85 vom 07.03.2007
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Streit gehört zum Leben
„Körnerstraße 77“ - Folge 9
Von Klaus, Madlin, Martin, Micha, Shilan und Steffi

Die erste Ausgabe der Körnerstraße 77
Foto: NRhZ-Archiv
Madlin: Zum Streit gehören immer zwei oder mehrere Kinder. Dabei
geht es zum Beispiel darum, wer ist schöner, wer ist weißer. Darüber
kann man sich streiten. Ich habeschon mehrere Male mit meiner
Schwester gestritten. Meine ganz große Schwester sagt immer, dass
wir uns nicht streiten sollen, aber wir machen trotzdem weiter.
Shilan: Die beiden sind eifersüchtig aufeinander. Die eine will das, dann
will die andere das auch und dann gibt’s Streit. Es gibt keinen Tag, an
dem sie sich nicht streiten. Und dann muss ich die Rolle der Mutter spielen
und dafür sorgen, dass sie sich wieder vertragen. Das ist meistens sehr
schwierig, sie zu versöhnen. Eine ist oft so beleidigt, dass sie nur sagt, ich
will das nicht, ich will das nicht. Sie benehmen sich dann wie kleine Kinder.
Madlin: Wenn die Martin Stiefel kaufen darf und ich keine habe und
meine Mutter mir auch keine kaufen kann, dann werde ich eifersüchtig.
Und wenn meine Mutter mir schönere Sachen als Martin kauft, dann
wird Martin eifersüchtig.
Klaus: Hast du auch andere Familien kennengelernt, wo sich die Kinder
auch so streiten?
Madlin: Ja, bei meinen Cousinen. Die eine ist ja so alt wie ich und die
hat so eine kleine Schwester und die will immer mit uns zusammen
sein und wir wollen das nicht, wir wollen auch mal allein sein. Dann
kommt die aber doch immer zu uns und nervt uns. Und bei Martin ist es
auch so, die wird auch eifersüchtig, weil ich mit meiner Cousine spiele.
Sie will auch mit der spielen, aber ich spiele mit der.
Shilan: Das Wichtigste ist, dass die ruhig sind, dass die lernen, miteinander
in Ruhe zu reden und nicht so durcheinander, sondern immer eine nach der anderen.
Das ist auch besser,weil man dann alles verstehen kann. Dann kann man auch einen Weg finden,
wie sie sich wieder versöhnen. Manchmal sind sie so beleidigt, dass sie gar nicht auf mich hören, aber manchmal hören sie doch und dann wird es wieder ruhig und die ganze
Sache wird vergessen.
Madlin: Manche Leute mögen einfach ihre Schwestern oder ihre Verwandten
nicht. Sie mögen sich einfach nicht und streiten. Wenn ich zum Beispiel siege und ich sie schlagen kann und sie mich nicht, dannist das gut für den, der gewinnt, man
fühlt sich dann besser. Für den anderen ist das traurig. Man braucht auch mal eine Pause. Man kann dochnicht immer mit der Familie sein. Wenn ich zum Beispiel jahrelang mit meinen Schwestern in einem Zimmerwäre, das wäre für mich eine Katastrophe. Man muss nicht immer
zusammenhalten, man braucht auch mal eine Pause, auch um nachzudenken, wieso ich mit meiner Schwester Streit habe.
Micha: Warum streitet ihr euch denn, vertragt ihr euch nicht manchmal?
Madlin: Früher hat mich die Martin gemocht, aber ich sie nicht. Sie hat
mir immer schöne Dinge gesagt, aber ich nicht, weil ich immer so sauer auf
die war, dass ich nie mehr mit der reden wollte, aber später habe ich dann
doch wieder mit der geredet.
Micha: Ich streite auch mit meinem Bruder, aber ich sage dem dann
nicht, ich rede nicht mehr mit dir. Ich sage das vielleicht, aber ich rede
dann doch.
Steffi: Madlin, warum bist du deiner Schwester Martin gestern auf dem
Spielplatz an den Hals gegangen beim Kickerspielen?
Madlin: Ich habe gestern mit meiner Schwester Martin gestritten, um Kicker
zu spielen. Ich, Stephanie und Martin habe Kicker gespielt. Dann
war da noch so ein Junge, der hat auch gespielt, dann kommen noch
zwei Jungen, die wollten auch spielen. Dann ist der eine Junge raus und die
neuen Jungen sind rein gekommen und dann mussten Stephanie, Martin
und ich jemanden rausschmeißen und wie konnten uns nicht entscheiden.
Martin hat gesagt, wir wählen aus und ich habe gesagt nein. Das
war auch ein bisschen meine Schuld. Ich habe den Kickerball weggeworfen.
Dann wollte ich gehen, dann hat mich Martin beschimpft. Die
dachte, ich habe es nicht gehört, aber ich habe es gehört und dann bin ich
auf die draufgegangen und habe sie geschlagen. Dann hat sie mich auch
geschlagen. Dann haben wir uns geschlagen.
Shilan: Es kann nicht immer harmonisch im Leben sein. Okay, man soll
nicht übertreiben beim Streiten, aber das Leben kann nicht nur aus Harmonie
bestehen, es besteht auch aus Streit.
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