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Aktueller Online-Flyer vom 07. Oktober 2022  

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Lokales
Wieder Ehrenfelder Geisterzug: Keene Zoch is illejal - un Jecke suwiesu net“
Wat soll der Driss?
Von de ärch afgebützte Blattlüüs un dem kleine Pitter

Weil's letztes Jahr so schön war, gibt’s dieses Jahr wieder einen subversiven Ihrefelder Jeisterzoch, obwohl Ehrenfeld turnusmäßig gar nicht dran wäre. Es darf vermutet werden, daß Ähzebär & Co aus Gründen der Staatsräson einem zweiten Ihrefelder Jeisterzoch das Wasser abgraben wollen. Do laachen jo de Höhner! Mer fieren Fasteleer, wie, wann und wo wir wollen!!! Wann un wo jeht et loss? Klar: Am Neptunplatz, 17. Februar, genauer: Karnevalssamstag, um 19 Uhr.
Weil's einige vielleicht nicht wissen, hier noch mal ein kurzer Rückblick auf die Entstehung des Ihrefelder Jeisterzochs: Letztes Jahr sagten die Veranstalter des offiziellen Geisterzugs (Ähzebär & Co) wegen finanziellen Schwierigkeiten und übertriebenen Auflagen der Stadt den Geisterzug ab. Darauf organisierten in Ehrenfeld einige Jecken einen eigenen Ihrefelder Jeisterzoch. Um keinen Ärger mit der Bürokratie zu kriegen, verzichteten sie auf eine Anmeldung.

Jeisterzoch
Wie weit sind die Amis in Sachen Iran?

Der unangemeldete Karnevalszug versetzte die Obrigkeit offensichtlich dermaßen in Panik, daß sie Ähzebär & Co großzügig entgegenkamen, um dem Ihrefelder Jeisterzoch den Wind aus den Segeln zu nehmen. So staatstragend wie Ähzebär & Co sind, ließen sie sich vor den Karren der Obrigkeit spannen und warnten vor einer Teilnahme am Ihrefelder Jeisterzoch. Echt!!! Und die Schmier kündigte an, jegliche illegale Karnevalszüge sofort aufzulösen. Aber wo sind wir denn hier? Paderborn oder wat? In Kölle am Rhing werden jedenfalls keine Karnevalszüge aufgelöst! Da werden sie es eher schaffen, den Düsseldorfern das Kölschtrinken beizubringen. Schließlich gab es Geisterzüge in Kölle schon ab 1860, und die wurden erst anlässlich des ersten Weltkriegs verboten. So weit sind die Amis mit ihren Vorbereitungen zum Krieg gegen Iran ja wohl noch nicht???

Jeisterzoch
Keene Zoch is illejal - un Jecke suwiesu net

Das Motto des jaaanz offiziellen Kölner Karnevals lautet dieses Jahr: "Mir all sin Kölle." Wenn man dabei zumindest einen Hauch von fortschrittlichem Anspruch erkennen kann (schließlich sind da die MigrantInnen mit gemeint), ist das Motto von Ähzebär und Co nur noch doof:" Ming Ahl es Kölsche" (Meine Alte ist Kölnerin). Der Geisterzug war schließlich 1991 aus einer Antikriegsdemo anlässlich des wegen dem ersten Golfkrieg abgesagten Rosenmontagszugs entstanden und sollte dem etablierten Karneval eine unkommerzielle und fröhliche Alternative entgegensetzen. Mittlerweile ist er durchkommerzialisiert und wird u.a. von einer Brauerei, einer Pharmafirma (Danke für die Hochglanzpillen!) und sogar der Stadt gesponsert.

Ihrefelder Jeisterzoch 2006
Ihrefelder Jeisterzoch 2006
Fotos:indymedia


Am Schluß des Ihrefelder Zochs gibt’s ne nette Karnevalsparty mit Livemukke, wenn's klappt. Um's der Obrigkeit nicht zu leicht zu machen, verraten wir hier nicht, wo der Zug hingeht. Sprecht die üblichen Verdächtigen an oder wartet's ganz einfach ab. Daß die Schmier versuchen wird, den Ihrefelder Jeisterzoch aufzulösen, glauben wir nicht. Und wenn doch - umso besser. Der Schmier bei diesem Versuch zuzusehen, wird uns so viel Vergnügen bereiten, wie wir seit dem Pokalspiel des FC gegen Schalke nicht mehr hatten. Wir hören schon die Warnungen von Ähzebär & Co: Daß wir auf einem "illegalen Geisterzug" nicht versichert sind. Stimmt! Sind wir die anderen 364 Tage im Jahr aber auch nicht, wenn wir über die Straße gehen. Und damit konnten wir bis jetzt ganz gut leben.

Kommt alle!!! Wir freuen uns darauf, mit Euch wild, gefährlich und hemmunxlos Karneval zu feiern!!!

Kölle Alaaf!!!



Online-Flyer Nr. 82  vom 14.02.2007

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