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Lokales
„Ich will Polizistin werden“
„Körnerstraße 77“ – Folge 3
Von Gilan, Madlin und Shilan
Gilan: Ich heiße Gilan Aldonani und möchte Polizistin werden. Ich wollte deshalb fragen, wie es so ist als Polizistin, ob es schwer oder einfach ist, zum Beispiel die Diebe aufzuhalten?
Frau Schönborn: Es kommt immer darauf an, welche Diebe man hat. Es gibt Diebe, die klauen das erste Mal, die erschrecken sich noch ganz schön, wenn die Polizei kommt. Und dann gibt es Diebe, die das regelmäßig machen und es gibt noch schlimmere, die andere Leute verletzen, und die haben regelmäßig mit der Polizei zu tun und die haben dann oft wenig Respekt vor der Polizei. Die wissen, dass sie nach der Verhaftung kurz in die Zelle kommen, und irgendwann kommen sie da auch wieder raus. Für gewöhnlich gehen die auch nicht beim ersten Mal ins Gefängnis. Deswegen haben die nicht mehr viel Angst. Die sind dann auch böse und wehren sich, wenn die Polizei sie festnehmen möchte. Das ist dann nicht mehr so schön.

Gilan, Madlin und Shilan im Gespräch mit Frau Schönborn
Foto: Körnerstraße 77
Gilan: Das kann ich mir vorstellen. Wie sind sie darauf gekommen, Polizistin zu werden?
Frau Schönborn: Das ist eine gute Frage. Mein Papa ist zwar Polizist, aber ich habe nie gedacht, ich muss auch Polizistin werden. Ich habe die Realschule gemacht und wusste danach nicht, was ich werden will und bin dann aufs Gymnasium gewechselt und habe gedacht, gut, versuchst du mal das Abitur zu machen. Studieren willst du zwar nicht, aber Abitur ist besser als nichts. In der 11. Klasse mussten wir ein Praktikum machen, und ich habe gedacht, das machst du bei der Polizei. Ich kannte damals auch schon viele Polizisten und ich denke, das war wohl das Ausschlaggebende, weil die alle so nett waren, und ich sah, da sind auch ganz junge Leute dabei. Dadurch ist das gekommen.
Gilan: Haben Sie auch ein paar Tage frei oder müssen sie 24 Stunden hier arbeiten?
Frau Schönborn: Das geht ja nicht, man muss ja irgendwann auch mal schlafen. Wir sind vier Dienstgruppen und haben drei Schichten. Das heißt, immer drei Dienstgruppen müssen arbeiten und eine hat frei. Wir haben jetzt im Moment zum Beispiel Spätdienst. Der geht von 14 Uhr bis 22 Uhr. Das machen wir vier Tage, von Montag bis Donnerstag. Dann haben wir den Freitag frei. Den Samstag, Sonntag und Montag arbeiten wir dann im Frühdienst von 6 bis 14 Uhr. Und wenn das vorbei ist, haben wie den Dienstag wieder frei. Und dann fangen wir am Mittwoch um 22 Uhr mit der Nachtschicht an. Das sind sieben Stück. Das ist ganz schön hart.
Gilan: Und wie kann man Polizistin werden? Kommt man da einfach hierher und sagt, ich will Polizistin werden?
Frau Schönborn: Ganz so leicht ist das leider nicht mehr. Früher konnte man das mit einem ganz normalen Abschluss machen, von der Realschule oder Hauptschule. Mittlerweile gibt es nur noch die gehobene Laufbahn, das heißt, man kann nur zur Polizei, wenn man das Abitur oder das Fachabitur hat. Dann muss man sich bewerben. Da ruft man eine Nummer an und kriegt die Bewerbungsunterlagen zugeschickt. Da muss man auch ein ärztliches Attest von den Augen mitschicken, beweisen, dass man Schwimmen kann, lauter solche Sachen, dass man zum Beispiel das Seepferdchen hat. Dann kommt jemand zu einem nach Hause, das ist der Einstellungsberater, der spricht dann mit dir und deinen Eltern und erklärt, wie das alles geht. Dann wird man zu einem Test eingeladen, der ist in Münster, der geht zwei oder drei Tage. Da muss man Sport machen, zum Beispiel zwei Kilometer laufen. Und man muss rechnen können, ein Diktat wird gemacht. Dann muss man sich Sachen merken können, man kriegt Gesichter gezeigt und die Personalien dazu, Name, Vorname, Geburtsdatum, das muss man sich gut einprägen und nachher wieder angeben können. Wenn man den Test bestanden hat, dann beginnt die Ausbildung und die muss man natürlich bestehen.
Gilan: Wenn jetzt ein Überfall ist, was geschieht dann, wer fährt da hin?
Frau Schönborn: Wir haben hier unsere Dienstgruppe, ein paar von ihnen hast du ja beim Durchgehen schon gesehen. Wir sind immer mit zwei Leuten in einem Auto und haben immer drei Autos mindestens auf der Straße. Die werden von unserer Leitstelle in Kalk im Polizeipräsidium laufend informiert. Da sitzen nur Leute am Funkgerät und empfangen die Anrufe der Bürger, die sich bei der Polizei melden. Wenn du die 110 anrufst, dann kommt der Anruf da oben an. Und wenn du am Telefon sagst, ich stehe hier im Supermarkt XY in Ehrenfeld, und hier wird gerade eine Frau von zwei Männern verprügelt, dann geht das da oben rein. Die gucken dann, in welchem Ortsteil das ist. Köln ist ja ganz schön groß, und da gibt es verschiedene Wachen, wir sind hier nur für Ehrenfeld, Bickendorf, Ossendorf und diesen ganzen Bereich zuständig. Wenn das in der Innenstadt wäre, ist wieder eine andere Wache zuständig. Unsere Leitstelle spricht dann die Fahrzeuge, die zur Wache gehören, an. Das geht natürlich alles über Funk.
Shilan: Ist es nicht schwer, wenn man jemanden verhaften muss, den man kennt?
Frau Schönborn: Ich persönlich finde es gut, wenn man als Polizistin nicht da wohnt, wo man arbeitet. Ich wohne nicht in Ehrenfeld. Und deshalb habe ich auch noch niemanden festnehmen müssen, den ich persönlich kenne.
Shilan: Haben Sie keine Angst, wenn Sie einen Täter schnappen sollen?
Frau Schönborn: Angst habe ich bisher noch keine gehabt. Wir haben auch schon mit Mördern zu tun gehabt, mit vielen verschiedenen Straftaten. Manche Kollegen müssen auch zu einem Verkehrsunfall, wo ein schwer angefahrenes Kind liegt, das habe ich zum Glück noch nicht erleben müssen. Man ist aufgeregt, ich hatte schon erlebt, dass mir die Knie etwas gingen, aber ich mache dann trotzdem das, was ich gelernt habe.
Shilan: Haben Sie keine Angst, dass sie erschossen werden?
Frau Schönborn: Ich bin nicht ganz so unförmig, wie ich im Moment aussehe. Wir tragen zu unserem Schutz schusssichere Westen. Das minimiert dieses Risiko. Die Weste wird mittlerweile dienstlich geliefert. Ich hatte vorher auch ein private. Da ist meine Oma durch die Familie gegangen und hat gesagt, liebe Leute, das Kind braucht eine Weste, gebt mal alle Geld – weil die halt auch nicht billig sind. Es ist ganz selten, dass eine Schusswaffe im Spiel ist. Meistens sind das Gaspistolen.
Madlin: Macht Ihnen der Beruf Spaß?
Frau Schönborn: Ja, ich möchte keinen anderen machen, ich wüsste auch keinen anderen, den ich lieber machen würde. Es gibt ja auch innerhalb der Polizei ganz unterschiedliche Sachen, die man machen kann. Im Moment mache ich Streifendienst. Da bin ich für die Bürger da, ich fahre Streife. Ich gehe auch schon mal hier über die Venloer Straße auf und ab. Hallo hier bin ich, fragt mich was.
Die „Körnerstraße 77“-Redaktion wüsste gern, was Euch an den Beiträgen aus dem Heft nicht gefällt und was Euch gefällt und was Ihr Euch für eine Kinder- und Jugendzeitschrift für Ehrenfeld wünscht. Adresse: Körner Str. 77 – 79, 50823 Köln, Tel: 0221-9521198 – 99, Fax: 0221-9521197, e-mail: koelnerappell@t-online.de, Homepage: www.koelnerappell.de
Spenden zur Unterstützung des Projekts an Kölner Appell, KontoNr. 7042000 bei der Bank für Sozialwirtschaft (BLZ 370 205 00)
Online-Flyer Nr. 79 vom 24.01.2007
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„Ich will Polizistin werden“
„Körnerstraße 77“ – Folge 3
Von Gilan, Madlin und Shilan
Gilan: Ich heiße Gilan Aldonani und möchte Polizistin werden. Ich wollte deshalb fragen, wie es so ist als Polizistin, ob es schwer oder einfach ist, zum Beispiel die Diebe aufzuhalten?
Frau Schönborn: Es kommt immer darauf an, welche Diebe man hat. Es gibt Diebe, die klauen das erste Mal, die erschrecken sich noch ganz schön, wenn die Polizei kommt. Und dann gibt es Diebe, die das regelmäßig machen und es gibt noch schlimmere, die andere Leute verletzen, und die haben regelmäßig mit der Polizei zu tun und die haben dann oft wenig Respekt vor der Polizei. Die wissen, dass sie nach der Verhaftung kurz in die Zelle kommen, und irgendwann kommen sie da auch wieder raus. Für gewöhnlich gehen die auch nicht beim ersten Mal ins Gefängnis. Deswegen haben die nicht mehr viel Angst. Die sind dann auch böse und wehren sich, wenn die Polizei sie festnehmen möchte. Das ist dann nicht mehr so schön.

Gilan, Madlin und Shilan im Gespräch mit Frau Schönborn
Foto: Körnerstraße 77
Gilan: Das kann ich mir vorstellen. Wie sind sie darauf gekommen, Polizistin zu werden?
Frau Schönborn: Das ist eine gute Frage. Mein Papa ist zwar Polizist, aber ich habe nie gedacht, ich muss auch Polizistin werden. Ich habe die Realschule gemacht und wusste danach nicht, was ich werden will und bin dann aufs Gymnasium gewechselt und habe gedacht, gut, versuchst du mal das Abitur zu machen. Studieren willst du zwar nicht, aber Abitur ist besser als nichts. In der 11. Klasse mussten wir ein Praktikum machen, und ich habe gedacht, das machst du bei der Polizei. Ich kannte damals auch schon viele Polizisten und ich denke, das war wohl das Ausschlaggebende, weil die alle so nett waren, und ich sah, da sind auch ganz junge Leute dabei. Dadurch ist das gekommen.
Gilan: Haben Sie auch ein paar Tage frei oder müssen sie 24 Stunden hier arbeiten?
Frau Schönborn: Das geht ja nicht, man muss ja irgendwann auch mal schlafen. Wir sind vier Dienstgruppen und haben drei Schichten. Das heißt, immer drei Dienstgruppen müssen arbeiten und eine hat frei. Wir haben jetzt im Moment zum Beispiel Spätdienst. Der geht von 14 Uhr bis 22 Uhr. Das machen wir vier Tage, von Montag bis Donnerstag. Dann haben wir den Freitag frei. Den Samstag, Sonntag und Montag arbeiten wir dann im Frühdienst von 6 bis 14 Uhr. Und wenn das vorbei ist, haben wie den Dienstag wieder frei. Und dann fangen wir am Mittwoch um 22 Uhr mit der Nachtschicht an. Das sind sieben Stück. Das ist ganz schön hart.
Gilan: Und wie kann man Polizistin werden? Kommt man da einfach hierher und sagt, ich will Polizistin werden?
Frau Schönborn: Ganz so leicht ist das leider nicht mehr. Früher konnte man das mit einem ganz normalen Abschluss machen, von der Realschule oder Hauptschule. Mittlerweile gibt es nur noch die gehobene Laufbahn, das heißt, man kann nur zur Polizei, wenn man das Abitur oder das Fachabitur hat. Dann muss man sich bewerben. Da ruft man eine Nummer an und kriegt die Bewerbungsunterlagen zugeschickt. Da muss man auch ein ärztliches Attest von den Augen mitschicken, beweisen, dass man Schwimmen kann, lauter solche Sachen, dass man zum Beispiel das Seepferdchen hat. Dann kommt jemand zu einem nach Hause, das ist der Einstellungsberater, der spricht dann mit dir und deinen Eltern und erklärt, wie das alles geht. Dann wird man zu einem Test eingeladen, der ist in Münster, der geht zwei oder drei Tage. Da muss man Sport machen, zum Beispiel zwei Kilometer laufen. Und man muss rechnen können, ein Diktat wird gemacht. Dann muss man sich Sachen merken können, man kriegt Gesichter gezeigt und die Personalien dazu, Name, Vorname, Geburtsdatum, das muss man sich gut einprägen und nachher wieder angeben können. Wenn man den Test bestanden hat, dann beginnt die Ausbildung und die muss man natürlich bestehen.
Gilan: Wenn jetzt ein Überfall ist, was geschieht dann, wer fährt da hin?
Frau Schönborn: Wir haben hier unsere Dienstgruppe, ein paar von ihnen hast du ja beim Durchgehen schon gesehen. Wir sind immer mit zwei Leuten in einem Auto und haben immer drei Autos mindestens auf der Straße. Die werden von unserer Leitstelle in Kalk im Polizeipräsidium laufend informiert. Da sitzen nur Leute am Funkgerät und empfangen die Anrufe der Bürger, die sich bei der Polizei melden. Wenn du die 110 anrufst, dann kommt der Anruf da oben an. Und wenn du am Telefon sagst, ich stehe hier im Supermarkt XY in Ehrenfeld, und hier wird gerade eine Frau von zwei Männern verprügelt, dann geht das da oben rein. Die gucken dann, in welchem Ortsteil das ist. Köln ist ja ganz schön groß, und da gibt es verschiedene Wachen, wir sind hier nur für Ehrenfeld, Bickendorf, Ossendorf und diesen ganzen Bereich zuständig. Wenn das in der Innenstadt wäre, ist wieder eine andere Wache zuständig. Unsere Leitstelle spricht dann die Fahrzeuge, die zur Wache gehören, an. Das geht natürlich alles über Funk.
Shilan: Ist es nicht schwer, wenn man jemanden verhaften muss, den man kennt?
Frau Schönborn: Ich persönlich finde es gut, wenn man als Polizistin nicht da wohnt, wo man arbeitet. Ich wohne nicht in Ehrenfeld. Und deshalb habe ich auch noch niemanden festnehmen müssen, den ich persönlich kenne.
Shilan: Haben Sie keine Angst, wenn Sie einen Täter schnappen sollen?
Frau Schönborn: Angst habe ich bisher noch keine gehabt. Wir haben auch schon mit Mördern zu tun gehabt, mit vielen verschiedenen Straftaten. Manche Kollegen müssen auch zu einem Verkehrsunfall, wo ein schwer angefahrenes Kind liegt, das habe ich zum Glück noch nicht erleben müssen. Man ist aufgeregt, ich hatte schon erlebt, dass mir die Knie etwas gingen, aber ich mache dann trotzdem das, was ich gelernt habe.
Shilan: Haben Sie keine Angst, dass sie erschossen werden?
Frau Schönborn: Ich bin nicht ganz so unförmig, wie ich im Moment aussehe. Wir tragen zu unserem Schutz schusssichere Westen. Das minimiert dieses Risiko. Die Weste wird mittlerweile dienstlich geliefert. Ich hatte vorher auch ein private. Da ist meine Oma durch die Familie gegangen und hat gesagt, liebe Leute, das Kind braucht eine Weste, gebt mal alle Geld – weil die halt auch nicht billig sind. Es ist ganz selten, dass eine Schusswaffe im Spiel ist. Meistens sind das Gaspistolen.
Madlin: Macht Ihnen der Beruf Spaß?
Frau Schönborn: Ja, ich möchte keinen anderen machen, ich wüsste auch keinen anderen, den ich lieber machen würde. Es gibt ja auch innerhalb der Polizei ganz unterschiedliche Sachen, die man machen kann. Im Moment mache ich Streifendienst. Da bin ich für die Bürger da, ich fahre Streife. Ich gehe auch schon mal hier über die Venloer Straße auf und ab. Hallo hier bin ich, fragt mich was.
Die „Körnerstraße 77“-Redaktion wüsste gern, was Euch an den Beiträgen aus dem Heft nicht gefällt und was Euch gefällt und was Ihr Euch für eine Kinder- und Jugendzeitschrift für Ehrenfeld wünscht. Adresse: Körner Str. 77 – 79, 50823 Köln, Tel: 0221-9521198 – 99, Fax: 0221-9521197, e-mail: koelnerappell@t-online.de, Homepage: www.koelnerappell.de
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