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Aktueller Online-Flyer vom 11. Juni 2026  

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Medien
Verhandlungen bei der Frankfurter Rundschau vor dem Scheitern
Arbeitskampf wegen Neven DuMont?
Von Peter Kleinert

Am Dienstag, 5. Dezember, fand in Neu-Isenburg in der Kantine der Frankfurter Rundschau eine gut besuchte gemeinsame Betriebsversammlung statt. Die Kahlschlagpläne der Geschäftsführung unter dem neuen Mehrheitseigentümer, dem Kölner Monopolverleger Alfred Neven DuMont, standen unter heftigem Kritikfeuer.


Besonders empört waren viele MitarbeiterInnen über die Weigerung, das Thema Altersteilzeit und zeitlich begrenzte Arbeitszeitverkürzung auch nur anzusprechen, um Kündigungen zu vermeiden. Obwohl noch sehr großer Gesprächsbedarf bestand, sollten schon nach 150 Minuten Betriebsversammlung die ersten Busse nach Frankfurt starten, um die Arbeit der Redaktion für die Rundschau Deutschland-Ausgabe zu sichern. Der Antrag, die Betriebsversammlung am nächsten Tag fortzusetzen, wurde von den Anwesenden per Handzeichen begrüßt und akzeptiert. Doch sofort drohten Vertreter der Geschäftsleitung dem Betriebsrat mit einer "gerichtlichen einstweiligen Verfügung", sollte dieser auf dem Fortsetzungs-Termin am Mittwoch bestehen. Auf einer anschließenden BR-Sitzung einigten sich die BR-Mitglieder nach Abwägung der Lage auf eine Fortsetzung der gemeinsamen Betriebsversammlung für Dienstag, 12.Dezember, in Neu-Isenburg.

Inzwischen überschlagen sich die Ereignisse in der Frankfurter Rundschau von Tag zu Tag. Deshalb sollten am Montag, 11. Dezember, eine Betriebsratsitzung und gleichzeitig eine Vertrauensleute-Vollversammlung in Frankfurt stattfinden, um über die weitere Marschrichtung und die Fortsetzung der Betriebsversammlung am Dienstag in Neu-Isenburg zu beschließen. Die ver.di Vertrauensleute bilden auf Betriebsebene die
Tarifkommission für die Gewerkschaft. Der Betriebsrat sollte darüber beschließen, wie mit dem erklärten Scheitern der Sozialplan-Gespräche, die noch gar nicht stattfanden, weiter umgegangen werden könne, und auch darüber, was sofort eingeleitet werden müsse, um  Schaden für die Belegschaft abzuwenden.

Geschäftsführer Karlheinz Kroke versuchte inzwischen Tatsachen zu schaffen
und damit einzelne Mitarbeiter und auch Betriebsratmitglieder unter Druck zu
bringen. Er ließ über den Evangelischen Pressedienst Informationen in
den Medien verbreiten, die von vielen KollegInnen als "einseitig bis falsch"
bezeichnet werden. In beiden Betriebsteilen der Frankfurter Rundschau kursieren Gerüchte auf Grund der Mitteilungen Krokes, dass es schon ein festgelegtes Szenario über Personen und Termine geben könnte. Deshalb werde eine Einigungsstelle eingerichtet, die noch vor Weihnachten eine Entscheidung treffen solle.

Geht es nach dem Willen des neuen Mehrheitseigners, Alfred Neven DuMont, dann sollen von den ursprünglich 1650 Beschäftigten im Jahr 2001 im Jahr 2008 noch etwa 550 beim Druck- und Verlagshaus Frankfurt/Main übrig sein bleiben.

Selbst innerhalb der FR-Geschäftsführung scheint es wegen des weiteren Vorgehens Widersprüche zu geben. Verantwortliche "alte FR-ler" aus der mittleren Führungsebene in Verlag, Technik und Druckerei befürchten tiefe Risse zwischen Führung und Mannschaft des Hauses. Einige Kenner aus dieser Riege sagten voraus, dass es in dieser Woche noch zu Arbeitskampfmaßnahmen kommen könne, weil die "Feuerleger aus Köln" zu weit gegangen sind. Dass diese Vermutungen nicht völlig aus der Luft gegriffen sind, untermauert eine Rundmail die seit Samstag im Betrieb verteilt wird und die die KollegInnen auffordert, sich "auf erste Kampfmaßnahmen" vorzubereiten.

Im Club Voltaire bereitet die "Gewerkschaftslinke Rhein-Main - Unterstützerkreis für die Kolleginnen und Kollegen bei der Frankfurter Rundschau" für Freitag, 15. Dezember, 19.30 Uhr, eine Solidaritätsveranstaltung vor. Thema: "Was wird aus der FR und den Kolleginnen und Kollegen?"



Online-Flyer Nr. 74  vom 12.12.2006

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