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Lokales
Wieder eine Montagsdemonstration in Köln
Ganztagsstreik bei Allianz
Von Fred Schierlinge

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte mobilisiert und über 1.200 Mitarbeiter der Allianz-Versicherung aus Köln, Dortmund und Aachen waren dem Streikaufruf gefolgt. Ganztägiger Streik, Demonstration und Kundgebung standen am Montag auf dem Dienstplan.

Montagvormittag in Köln. Protestmarsch der Streikenden der Allianz-Niederlassungen Köln, Dortmund und Aachen vom Dom zum Heumarkt, dem Ort der Kundgebung. Die Reihe der Redner ist lang, Wiederholungen bleiben nicht aus. "Wir kämpfen für unsere Arbeitsplätze" nahezu unisono schallt dieser Satz aus den Mündern der Betriebsräte über den Platz.


Foto: Fred Schierlinge


"Druck machen" und "kämpfen" - das steht offenbar an, denn wie die Kölner Betriebsrätin Gabriele Burckhardt-Berg ausführt, hat "der Allianz-Vorstand nach wie vor kein Angebot vorgelegt". Die Forderung der Betriebsräte und von Verdi ist präzise: Sicherung der Standorte und keine betriebsbedingten Kündigungen vor 2012. Ganz entgegen der Konzernpläne, die vorsehen, die Niederlassungen bereits 2008 dicht zu machen.

"Kühl oder besser, kalt kalkulierendes Management führt zu keinem Erfolg", sagt der Kölner Wirtschaftsdezernent Norbert Walter-Borjans zu den Schließungsabsichten und findet es nicht richtig, "bei Rekordgewinnen von 4,5 Milliarden Euro Menschen zu entlassen". Stattdessen gehören die "Manager entlassen und nicht die Beschäftigten", ruft Wolfgang Uellenberg van Dawen, Kölner DGB-Vorsitzender, in die Menge und erntet Beifall. Uwe Foullong, Mitglied des Verdi-Bundesvorstandes, sattelt noch drauf und appelliert an den Allianz-Vorstand:  "Kehren sie zur Vernunft zurück", denn wenn ein Unternehmen hervorragende Gewinne macht, "ist es unverantwortlich und unmoralisch", einen Arbeitsplatzabbau in diesem Umfang durchführen zu wollen.


Foto: Fred Schierlinge


Lediglich die von Frank Fassin, Ver.di-NRW, am Ende der Kundgebung zitierte Stellungnahme des Allianz-Unternehmenssprechers Klaus Schmidtke zur Lage der NRW-Niederlassungen trübt das Bild dieser Montagsdemonstration. Denn Schmidtke soll gesagt haben, dass es keine Zukunft für die Arbeitsplätze in NRW gibt.

Online-Flyer Nr. 62  vom 19.09.2006

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