SUCHE
Unabhängige Nachrichten, Berichte & Meinungen
Druckversion
Lokales
Kölner Montagsdemonstranten bei der bundesweiten Großkundgebung in Berlin
"Gegen zunehmende Ausbeutung!"
Von Hans-Dieter Hey und Elmar Klevers

Hartz IV macht frei - frei von Geld
Eine Teilnehmerin macht, wie sie sagte, seit Beginn der Montagsdemonstrationen mit, denn sie "wollte etwas gegen den weiter stattfindenden Sozialraub und die zunehmende Erniedrigung der Menschen durch die Politik unternehmen". Sie ist der Meinung, dass die meisten immer noch nicht verstanden hätten, worum es im Lande geht. Ein Teilnehmer konnte seinen Zorn kaum zügeln. Mit deutlicher Verachtung gegenüber der herrschenden Politik wies er darauf hin, dass die "zunehmende Ausbeutung der Menschen ein Ende haben muss, indem sie sich zusammentun und endlich Widerstand leisten, so, wie es uns die Franzosen vorgemacht haben". Wer auch immer befragt wurde, die Themen ähnelten sich: Agenda 2010, Hartz IV, Gesundheits"reform" und die erste deutsche Kriegsbeteiligung nach dem 2. Weltkrieg sind die Triebfedern ihres politisch aktiven Handelns. Zwischen den Mitfahrenden konnte man eine große Solidarität feststellen, zugleich deutlich ihren wachsenden Zorn über die politischen Verhältnisse.

Unermüdlich im Widerstand gegen herrschende Verhältnisse
Berlin zwischen Demonstration und Wahlkampf
Der Bus erreichte um 11 Uhr den Sammelplatz Prenzlauer Berg. Dort fand eine gelungene Auftaktveranstaltung mit Begrüßung der einzelnen Städte statt. Hier und in zwei anderen Stadtteilen sammelten sich die Demonstranten. Um 12 Uhr setzten sich die Sternmarschierer in Bewegung in Richtung Alexander Platz. Es waren für unsere Verhältnisse starke Teil-Demonstrationen. Die Forderungen gegen den Sozialabbau, Hartz IV, Rentenklau, Gesundheitsreform, gegen die Regierung und vor allem gegen die Monopole und Konzerne, gegen die Ausbeutung durch Ein-Eurojobs und anderes wurden während des Weges, der letztendlich gegen 15 Uhr vor dem Brandenburger Tor endete, durch Sprechchöre und musikalische Beiträge als Botschaften an die erstaunten Berliner gebracht. Einige Berliner schlossen sich spontan dem Zug an. Man merkte, dass die Menschen am Straßenrand, die seit Wochen von Wahlkämpfern umworben wurden, durch die Aussagen der vielen Transparente, der Sprechchöre und der Musik- bzw. Gesangsbeiträge wieder auf die brennenden Fragen dieser Zeit aufmerksam wurden.

Verarmt durch Hartz IV
Vereinigung der Sternmärsche am Alexanderplatz
Ein besonderer Höhepunkt war das Zusammentreffen der drei Marschsäulen am Alex. Hier wurde deutlich, wie viele Teilnehmer es waren. Von dort aus zogen etwa 10 bis 12.000 Menschen in einer machtvollen Demonstration vom Alex, vorbei am Funkturm über Unter den Linden zum Brandenburger Tor. Zwischen 13 und 15 Uhr war die Innenstadt Berlins gut besucht und der Erfolg nicht schlecht. An Straßen, an denen sich durch unseren Demonstrationszug Fahrzeuge stauten, signalisierten Autofahrer mit ihren Hupen und durch Winken ihre Solidarität mit den Forderungen.
Schlusskundgebung erfolgreich - aber mit Provokation durch die Polizei
Die zahlreichen Rednerinnen und Redner bekannten sich in ihren Redebeiträgen zu den Zielen der Demonstranten. Hierbei konnte der Wahlkampf in Berlin nicht ganz herausgehalten werden. Die PDS, die WSAG und die Grauen (vormals Graue Panther) ließen durch ihre Redner die unterschiedlichen und zum Teil gegensätzlichen Standpunkte durchblicken. Schwerpunkte waren die antikapitalistische Einstellung, der Kampf gegen den Monopolkapitalismus und gegen den Sozialabbau, bei dem die Menschen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden, die Lügen der Regierung, dass Hartz IV Arbeitsplätze schaffe, die Missachtung des Grundgesetzes durch die Regierung und die Mehrheit im Bundestag, der zunehmende Druck auf die Arbeitslosen und Hartz II- und IV-Empfänger und deren infame Beschnüffelung und Verspottung als Sozialschmarotzer. Kritik am DGB und verschiedenen besonders "braven" Gewerkschaften wurde von mehreren Rednern geübt. Immer wieder wurde darauf hingewiesen, dass "wir das Volk sind". Die Solidarität mit den Streikenden verschiedener Betriebe wurde mehrfach bekundet. Zwischen den Reden gab es Liedbeiträge.

Gegen Demonstranten ausgebildeter Polizist
Fotos: Hans Dieter Hey
In der letzten Phase der Abschlusskundgebung griffen Polizisten wahllos einen Teilnehmer aus der Menge an und wollten den total verduzten Mann verhaften. Durch die Gegenwehr der umstehenden Teilnehmer konnte eine Eskalation verhindert werden. Das Ziel der Polizei war sicher, die bis dahin sehr friedlich verlaufene Demonstration durch diesen provokanten Ein- und Angriff zu kriminalisieren und zu zeigen, dass der "wahre Sinn" Randale und Chaos gewesen sei. Der Plan misslang.
Online-Flyer Nr. 62 vom 19.09.2006
Druckversion
Lokales
Kölner Montagsdemonstranten bei der bundesweiten Großkundgebung in Berlin
"Gegen zunehmende Ausbeutung!"
Von Hans-Dieter Hey und Elmar Klevers

Hartz IV macht frei - frei von Geld
Eine Teilnehmerin macht, wie sie sagte, seit Beginn der Montagsdemonstrationen mit, denn sie "wollte etwas gegen den weiter stattfindenden Sozialraub und die zunehmende Erniedrigung der Menschen durch die Politik unternehmen". Sie ist der Meinung, dass die meisten immer noch nicht verstanden hätten, worum es im Lande geht. Ein Teilnehmer konnte seinen Zorn kaum zügeln. Mit deutlicher Verachtung gegenüber der herrschenden Politik wies er darauf hin, dass die "zunehmende Ausbeutung der Menschen ein Ende haben muss, indem sie sich zusammentun und endlich Widerstand leisten, so, wie es uns die Franzosen vorgemacht haben". Wer auch immer befragt wurde, die Themen ähnelten sich: Agenda 2010, Hartz IV, Gesundheits"reform" und die erste deutsche Kriegsbeteiligung nach dem 2. Weltkrieg sind die Triebfedern ihres politisch aktiven Handelns. Zwischen den Mitfahrenden konnte man eine große Solidarität feststellen, zugleich deutlich ihren wachsenden Zorn über die politischen Verhältnisse.

Unermüdlich im Widerstand gegen herrschende Verhältnisse
Berlin zwischen Demonstration und Wahlkampf
Der Bus erreichte um 11 Uhr den Sammelplatz Prenzlauer Berg. Dort fand eine gelungene Auftaktveranstaltung mit Begrüßung der einzelnen Städte statt. Hier und in zwei anderen Stadtteilen sammelten sich die Demonstranten. Um 12 Uhr setzten sich die Sternmarschierer in Bewegung in Richtung Alexander Platz. Es waren für unsere Verhältnisse starke Teil-Demonstrationen. Die Forderungen gegen den Sozialabbau, Hartz IV, Rentenklau, Gesundheitsreform, gegen die Regierung und vor allem gegen die Monopole und Konzerne, gegen die Ausbeutung durch Ein-Eurojobs und anderes wurden während des Weges, der letztendlich gegen 15 Uhr vor dem Brandenburger Tor endete, durch Sprechchöre und musikalische Beiträge als Botschaften an die erstaunten Berliner gebracht. Einige Berliner schlossen sich spontan dem Zug an. Man merkte, dass die Menschen am Straßenrand, die seit Wochen von Wahlkämpfern umworben wurden, durch die Aussagen der vielen Transparente, der Sprechchöre und der Musik- bzw. Gesangsbeiträge wieder auf die brennenden Fragen dieser Zeit aufmerksam wurden.

Verarmt durch Hartz IV
Vereinigung der Sternmärsche am Alexanderplatz
Ein besonderer Höhepunkt war das Zusammentreffen der drei Marschsäulen am Alex. Hier wurde deutlich, wie viele Teilnehmer es waren. Von dort aus zogen etwa 10 bis 12.000 Menschen in einer machtvollen Demonstration vom Alex, vorbei am Funkturm über Unter den Linden zum Brandenburger Tor. Zwischen 13 und 15 Uhr war die Innenstadt Berlins gut besucht und der Erfolg nicht schlecht. An Straßen, an denen sich durch unseren Demonstrationszug Fahrzeuge stauten, signalisierten Autofahrer mit ihren Hupen und durch Winken ihre Solidarität mit den Forderungen.
Schlusskundgebung erfolgreich - aber mit Provokation durch die Polizei
Die zahlreichen Rednerinnen und Redner bekannten sich in ihren Redebeiträgen zu den Zielen der Demonstranten. Hierbei konnte der Wahlkampf in Berlin nicht ganz herausgehalten werden. Die PDS, die WSAG und die Grauen (vormals Graue Panther) ließen durch ihre Redner die unterschiedlichen und zum Teil gegensätzlichen Standpunkte durchblicken. Schwerpunkte waren die antikapitalistische Einstellung, der Kampf gegen den Monopolkapitalismus und gegen den Sozialabbau, bei dem die Menschen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden, die Lügen der Regierung, dass Hartz IV Arbeitsplätze schaffe, die Missachtung des Grundgesetzes durch die Regierung und die Mehrheit im Bundestag, der zunehmende Druck auf die Arbeitslosen und Hartz II- und IV-Empfänger und deren infame Beschnüffelung und Verspottung als Sozialschmarotzer. Kritik am DGB und verschiedenen besonders "braven" Gewerkschaften wurde von mehreren Rednern geübt. Immer wieder wurde darauf hingewiesen, dass "wir das Volk sind". Die Solidarität mit den Streikenden verschiedener Betriebe wurde mehrfach bekundet. Zwischen den Reden gab es Liedbeiträge.

Gegen Demonstranten ausgebildeter Polizist
Fotos: Hans Dieter Hey
In der letzten Phase der Abschlusskundgebung griffen Polizisten wahllos einen Teilnehmer aus der Menge an und wollten den total verduzten Mann verhaften. Durch die Gegenwehr der umstehenden Teilnehmer konnte eine Eskalation verhindert werden. Das Ziel der Polizei war sicher, die bis dahin sehr friedlich verlaufene Demonstration durch diesen provokanten Ein- und Angriff zu kriminalisieren und zu zeigen, dass der "wahre Sinn" Randale und Chaos gewesen sei. Der Plan misslang.
Online-Flyer Nr. 62 vom 19.09.2006
Druckversion
NEWS
KÖLNER KLAGEMAUER
FILMCLIP
FOTOGALERIE






















