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Aktueller Online-Flyer vom 15. Dezember 2017  

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Glossen
Benedikt wollte nur die "Unvereinbarkeit von Gott und Gewalt beweisen"
"GOTT MIT UNS"
Von Peter Kleinert

"Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, daß er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten". - Mit diesem in seiner Vorlesung an der Regensburger Uni zitierten Satz, den der seiner Meinung nach "gelehrte byzantinische Kaiser Manuel II." einst gesagt haben soll, hat Benedikt XVI. am Ende seines Bayern-Besuchs Empörung in der islamischen Welt ausgelöst.
Regierungen wie die Ägyptens, der Türkei und des Libanon forderten eine Entschuldigung für diese "Verletzung der Gefühle der Muslime", pakistanische Demonstranten zündeten eine Benedikt-Puppe an, in Somalia wurde eine italienische Nonne umgebracht. - Er habe mit seiner Vorlesung "Glaube, Vernunft und Universität" am 12. September an seinem früheren Studienplatz "den Islam nicht beleidigen wollen", verkündete darauf am Sonntagabend Benedikt persönlich in seiner Sommerresidenz Castel Gandolfo. Das Zitat des byzantinischen Kaisers drücke "überhaupt nicht meine persönlichen Gedanken aus". Er hoffe, dass seine Erklärung dazu beitrage, "die Herzen zu besänftigen und die wahre Bedeutung meiner Äußerungen klar zu stellen". Die wahre Bedeutung von Benedikts Vortrag erläuterte den begriffstutzigen Muslims ein Vatikansprecher: Der Papst habe "die Unvereinbarkeit von Gott und Gewalt beweisen" wollen.
Zumindest beim Kölner Stadt-Anzeiger hatte er damit Erfolg: "Im Zwist um seine Regensburger Vorlesung entschuldigt sich der Papst zwar nicht; dazu besteht auch gar kein Anlass", predigte dort ein Markus Decker am Montag. .

Genau. Schon die Kreuzzüge des christlichen Abendlandes hatten nur ein Ziel: Sie sollten das "Heilige Land" aus der Gewalt der Ungläubigen befreien.

Gott mit uns
Foto: Wikipedia

Und "GOTT MIT UNS" können wir noch heute auf alten Koppelschlössern deutscher Soldaten lesen, die unter diesem Motto bis 1945 - zunächst unter preußischen Königen, dann unter deutschen Kaisern und schließlich unter Führung der Nazis - christlichen Frieden in alle Welt zu bringen versuchten. Vor dem vorerst letzten und größten Friedenszug 39/45 unterzeichneten - damit dieser von den Völkern auch richtig verstanden würde - Reichskanzler Adolf Hitler, Reichsminister des Auswärtigen Freiherr von Neurath und Reichsminister des Inneren Frick am 12. September 1933 das Gesetz zur Durchführung des Reichskonkordats.

PiusXII
Nuntius Pacelli kommt zur Konkordatsverhandlung nach Berlin
Foto: KAOS-Archiv


Das hatte in den Monaten davor im Auftrag von Pius XI. dessen Nuntius Eugenio Pacelli, später Pius XII., mit der deutschen Regierung ausgehandelt, und der Vatikan, seine deutschen Bischöfe und Priester taten danach - mit einigen Ausnahmen - alles, um den Kampf gegen die Schreckensherrschaft des Kommunismus zu unterstützen.

Vatikan wirbt für die NSDAP
Vatikan wirbt für die NSDAP
Foto: KAOS-Archiv


Von dem droht inzwischen kein Unheil mehr. "Fest steht aber auch", wissen heute STERN und andere Medien: "Fast alle Terroristen sind Muslime". Und deshalb sind seit der Regensburger Vorlesung von Benedikt XVI. - der diesen Namen im Gedenken an den "Friedenspapst" genannten Benedikt XV. wählte, weil der doch so erfolgreich den großen Friedenszug 14/18 herbei gebetet hatte - laut SPIEGEL online inzwischen 73 Prozent der Bundestagsabgeordneten und 58 Prozent der Bundesbürger für einen Einsatz deutscher Soldaten mit einem "robusten Mandat" vor der libanesischen Hisbollah-Küste. CSU- und SPD-Fraktion würden nun fast komplett und "kampflos in die Friedensmission" von Merkel, Steinmeier und Jung einsteigen, titelte der SPIEGEL im Hinblick auf die bevorstehende Abstimmung. Sogar die meisten Grünen haben sich bekehren lassen. Auch Stoiber soll nach dem Besuch von Benedikt seine Meinung geändert haben. Nur FDP und LINKS-Fraktion wollen weiter bei ihrem NEIN bleiben. Offenbar haben sie noch nicht begriffen, dass längst nicht mehr nur die Verteidigung der eigenen Küsten, sondern Friedenseinsätze weltweit anstehen. Warum haben wir denn die Bundesmarine inzwischen in "Deutsche Marine" umgetauft?

Online-Flyer Nr. 62  vom 19.09.2006

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