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Aktueller Online-Flyer vom 27. Juni 2016  

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Filmclips
"Zensur, Gefängnis, Folter - Pressefreiheit in Israel"
Von Peter Kleinert und Michael Opperskalski



Nach Ausbruch der ersten Intifada wurde die kleine jüdisch/arabische Wochenzeitung "Derech Hanitzotz/Tariq Al Sharara" verboten, die Redaktionsräume wurden zerstört. Einige der JournalistInnen, Juden wie Araber, wurden zeitweise festgenommen, weil sie in dem viel beachteten Blatt die Forderungen der PLO und des Aufstands nach einem unabhängigen, gleichberechtigten palästinensischen Staat unterstützt und unzensiert über das inhumane Verhalten von Armee und Polizei gegenüber Palästinensern berichtet hatten.

Als Begleiter der KollegInnen, die ihre Arbeit kurz vor unserer Ankunft in Israel wieder aufnehmen durften, hatten wir die Möglichkeit, die Intifada, ihre Ursachen und Folgen sozusagen von Innen zu dokumentieren. Von Anfang an ließ die Armee uns spüren, daß wir als unabhängige Beobachter nicht allzu willkommen waren. Deshalb beginnt der Film mit einem Tränengasangriff auf unser Team. Wir hatten es gewagt, ohne Erlaubnis der Behörden, ein Flüchtlingsdorf zu besuchen, dessen Bewohner bereits mehrfach von der Armee terrorisiert worden waren.

Zurück in Köln, konnten wir einen 12 Minuten-Beitrag aus unserem Filmmaterial im WDR-Magazin ZAK senden. Daraufhin wurde Roni Ben Efrat, eine jüdische Kollegin von "Derech Hanitzotz", die als unsere Begleiterin und Interviewpartnerin offenbar den Zorn der Behörden besonders erregt hatte, verhaftet. Erst nach einem halben Jahr kam sie vor Gericht. Nicht zuletzt internationale Proteste erzwangen ihren Freispruch. Roni Ben Efrat macht heute zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen die Zeitschrift CHALLENGE.. Einer ihrer Kollegen hat heute einen Artikel zum aktuellen Zweifrontenkrieg in der NRhZ.

Die Interviews mit dem israelischen Knesseth-Abgeordneten und dem Rabbiner aus der Friedensbewegung, die wir in dieser NRhZ-Ausgabe aus unserem Film von 1988 vorstellen, zeigen, dass das Vorgehen der Armee gegen die Araber damals wie heute von der israelischen Friedensbewegung abgelehnt und scharf kritisiert wurde.

"Zensur, Gefängnis, Folter - Pressefreiheit - wie Israels Regierung sie sieht",
von Peter Kleinert und Michael Opperskalski,
KAOS Film- und Video-Team im Auftrag von WDR und IOJ,
12 und 59 Minuten, 1988.
Weitere Informationen unter www-kaos-archiv.de

Clip downloaden (mit Rechtsklick - "Ziel speichern unter...")

Online-Flyer Nr. 56  vom 27. Juni 2016



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