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Aktueller Online-Flyer vom 31. März 2020  

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Filmclips
Ist die Rundfunkfreiheit bedroht?
Von Peter Kleinert und Johannes Flütsch



Eingriffe ins Programm, noch nicht auf die Internetseite wie jetzt aktuell beim WDR - auf Druck von Politikern oder Konzernen - gab es in den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern auch schon in den 70er Jahren. Als diese Zensurmaßnahmen auch außerhalb der Anstalten bekannt wurden, gründeten vor allem Fernsehzuschauer aus Bürgerinitiativen, die bislang in den VorOrt-Sendungen des WDR life und unzensiert zu Wort gekommen waren, die Initiative "Rettet die Rundfunkfreiheit im WDR!" In ihren Veranstaltungen wurden verschiedene Möglichkeiten des Protestes diskutiert, u.a. die eines Gebührenzahler-Streiks.

Durch diese Entwicklung und die Kündigung des gewerkschaftlich aktiven Fernsehredakteurs Ludwig Brundiers, der zur Redaktion der selbstkritischen Sendereihe "Glashaus - Fernsehen intern" gehört hatte, ebenfalls beunruhigt, lud der DGB-Bundesvorstand im April 1978 zu einem medienpolitischen Kongreß nach Bonn ein. Der Einladung folgten, neben zahlreichen Gewerkschaftern, auch die für das Fernsehen Verantwortlichen, wie WDR-Intendant Friedrich Wilhelm Freiherr von Sell (siehe Bild), der als Vorgänger von Fritz Pleitgen in den 70er Jahren durchaus Selbstbewusstsein gegenüber Vertretern der Landesregierung zeigte.

Johannes Flütsch und Peter Kleinert erhielten von WDR-Redakteur Ludwig Metzger den Auftrag, über diesen Kongreß, die Bürgerinitiativen und über Erfahrungen von Filmemachern wie Klaus Wildenhahn und Peter Nestler, die in der Vergangenheit von Zensurmaßnahmen betroffen waren, einen Dokumentarfilm zu machen. Die Frage im Titel "Ist die Rundfunkfreiheit bedroht?" beantworteten Fernsehdirektor Heinz Werner Hübner, Chefredakteur Theo M. Loch und sein Stellvertreter Klaus Hinrich Casdorff nach Sichtung des fertigen Films im Schneideraum mit einem eindeutigen "Ja!" - indem sie ihn am Tag vor der geplanten Sendung aus dem Programm kippten. Diese Programmzensur brachte dem Film auch in der überregionalen Presse weitaus mehr Öffentlichkeit, als wenn er gesendet worden wäre. Siehe auch NRhZ Nr. 24.

Ein Film von Johannes Flütsch und Peter Kleinert,
Auftraggeber: WDR,
Redaktion Ludwig Metzger,
43 Minuten, 1978


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Online-Flyer Nr. 55  vom 31. März 2020



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