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Aktueller Online-Flyer vom 29. Juli 2026  

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Aktuelles
Die Wende von 2027
Das Erwachen der Neutralen – Deutschland dem Kriegsstrudel entreissen
Fiktion von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann

Im Herbst 2026 schien der Zug bereits abgefahren. Deutschland drohte unaufhaltsam in den für 2029 angekündigten Kriegsstrudel gezogen zu werden. Friedrich Merz hatte als Kanzler die „Kriegstüchtigkeit“ Deutschlands zur Staatsräson erklärt – was in den Leitartikeln der großen Blätter hieß: mehr Waffen, mehr Bundeswehr im Baltikum, mehr Abhängigkeit von Washington und Brüssel. Die NATO-Narrative saßen tief: „Wer Frieden will, muss aufrüsten.“ NATO-hörige Teile von Friedensbewegung, Politik und Medien sprachen gebetsmühlenartig vom „völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Russlands.“ Viele in der Friedensbewegung hatten resigniert oder waren in Rituale abgedriftet, die kaum noch jemanden erreichten.

Doch in Köln, im kleinen Büro des Stadtverbands der Partei dieBasis, begann etwas anderes. Die AG Frieden, eine Handvoll unbequemer Querdenker – Journalisten, Ingenieure, Volks- und Betriebswirte – weigerte sich, das Narrativ zu schlucken und den Sog des Kriegsstrudels als Schicksal hinzunehmen. Sie luden ein zu einer unscheinbaren Veranstaltung: „Neutralität statt Vasallentum“. Kaum jemand rechnete mit mehr als dreißig Zuhörern. Es kamen über vierhundert.

Der Funke sprang über, weil sie nicht nur protestierten. Sie hatten eine Vision. Mit Hilfe der Neuen Rheinischen Zeitung NRhZ und der Quartalsschrift DAS KROKODIL veröffentlichten sie gut recherchierte, schnörkellose Analysen: Die Kosten der Militarisierung, die gebrochenen Versprechen nach 1990, die wirtschaftliche Selbstzerstörung durch Sanktionen und Energiepolitik. Die Arbeiterfotografie lieferte starke, ungeschönte Bilder von zerstörten Dörfern im Donbass und deutschen Industriebrachen – keine Propaganda, sondern Dokumente.

Die Kampagne für ein neutrales Deutschland brachte das Thema auf die Straße. Plötzlich hingen in vielen Städten Plakate: „Österreich, Schweiz, Irland – warum nicht wir?“ Junge Menschen aus dem Jugendbündnis Sahra Wagenknecht (JSW) und die „Aachener für eine menschliche Zukunft“ organisierten Flashmobs und Schulungen. Sogar die Freidenker schlossen sich an. Sie gingen nicht mit moralischem Zeigefinger auf die „NATO-Verfallenen“ zu, sondern mit Zahlen, historischen Fakten und der einfachen Frage: „Willst du wirklich, dass deutsche Soldaten wieder für fremde Interessen sterben?“

Persönlichkeiten wie die KROKODIL-Herausgeber Prof. Rudolph Bauer, Helene und Dr. Ansgar Klein, Hartmut Barth-Engelbart, Prof. Claudia von Werlhof, Anneliese Fikentscher, Andreas Neumann, der Schweizer Historiker und Friedensforscher Daniele Ganser, der Theologe Eugen Drewermann, der stellvertretende JSW-Bundesvorsitzende Viktor Kosan, NATO-kritische Kräfte aus BSW und AfD wie Sevim Dagdelen, Tino Chrupalla und dessen Berater Max Otte, die Herausgeber des Buchs „Deutschland neutral!“, Uli Gellermann, Arnulf Rating und Jens Fischer-Rodrian, gaben der Sache wichtige Impulse.

Langsam gewannen sie die Mitte der Friedensbewegung. Die, die bisher nur „nie wieder Krieg“ gerufen hatten, ohne konkreten Plan, sahen plötzlich eine realistische Alternative: bewaffnete Neutralität nach Schweizer oder österreichischem Vorbild, klare Verfassungsänderung, Austritt aus der kriegslüsternen NATO, Austritt aus der alles andere als demokratisch. aber militaristisch angelegten, NATO-hörigen EU, Kündigung des Truppenstationierungsvertrags und damit Verbannung von US- und NATO-Militär aus Europa. Die radikalen NATO-Befürworter in Medien und Politik wurden nicht „entlarvt“ durch Verschwörungstheorien, sondern durch ihre eigenen Widersprüche: Die immer gleichen Experten, die immer dieselben Think-Tanks zitierten, deren Finanzierung man inzwischen offen nachvollziehen konnte. Ihre Glaubwürdigkeit bröckelte, weil die Realität – Rezession, Energiekrise, Deindustrialisierung – lauter sprach als ihre Narrative.

Der Erfolg kam, weil sie nicht nur gegen etwas waren, sondern ein positives Ziel hatten: Deutschland als völkerrechtlich neutrales, souveränes Land, das Frieden stiftet statt ihn zu riskieren. Die Kampagne sammelte Millionen Unterschriften für ein Neutralitäts-Referendum. Die Bilder der Arbeiterfotografie und die satirischen, scharfen Texte des Krokodils gingen viral – nicht nur in der Echokammer, sondern bei Menschen, die bisher nur Tagesschau schauten.

International wirkte die deutsche Wende. Die Trump-Regierung, die 2025 bereits eine Sicherheitsstrategie ohne weitere NATO-Expansion angekündigt hatte, fand in einem neutralen Deutschland, das nicht mehr als williger Zahlmeister und Kanonenfutter-Lieferant funktionierte, einen verlässlicheren Partner als im vorherigen Vasallen. US-Politik wurde schrittweise von einseitigen, zionistischen Einflüssen befreit – durch offenen, souveränen Druck und die Stärkung amerikanischer Kräfte, die Frieden und echte „America First“-Politik wollten.

Der schwierigste Teil war Israel. Die Kampagne für Neutralität verband sich mit einer konsequenten, gewaltfreien weltweiten Boykott-Bewegung nach dem Vorbild des Anti-Apartheid-Kampfs gegen Südafrika. Sie richtete sich nicht gegen Juden, sondern gegen das völkermörderische Vorgehen Israels und dessen völkerrechtswidrige Besatzungspolitik und Siedlungsexpansion. Als immer mehr Länder – darunter ein neutrales Deutschland – klare Bedingungen stellten und Wirtschaftsbeziehungen an die Einhaltung des Völkerrechts knüpften, geriet die israelische Regierung unter enormen Druck. Reformkräfte im Land selbst gewannen Oberhand. Der „Apartheid-Charakter“ (wie ihn kritische israelische Stimmen selbst nannten) wurde zurückgedrängt. Kein Krieg, kein Terror – konsequenter, friedlicher Druck.

Im Sommer 2028 fiel die Entscheidung. Bei einer Volksabstimmung stimmte eine deutliche Mehrheit für die „Berliner Erklärung zur bewaffneten Neutralität“. BlackRock-Manager Merz wurde erst symbolisch und dann real entmachtet – nicht durch Gewalt, sondern durch das, was Demokratien am besten können sollten: durch die Mehrheit der Bürger, die ihre Interessen endlich wieder selbst definierten. Die Kriegstreiber im Westen verloren ihren wichtigsten Brückenkopf auf dem europäischen Kontinent.

Im Grundgesetz stand nun: „Von dem Willen beseelt, dem Frieden zu dienen, erklärt Deutschland seine immerwährende Neutralität als Grundlage für seine außen- und innenpolitische, demokratisch legitimierte Souveränität. Demgemäß wird Deutschland in aller Zukunft keinen militärischen Bündnissen angehören, sein Militär nur zur Landesverteidigung bereitstellen, kein Kriegsmaterial exportieren, fremde Kriegsparteien nicht finanzieren und militärische Stützpunkte fremder Staaten auf seinem Gebiet nicht zulassen. Deutschland nutzt seine immerwährende Neutralität für die Verhinderung und Lösung von Konflikten und steht als aktiver, Frieden stiftender Vermittler zur Verfügung.“

Deutschland wurde nicht „anti-amerikanisch“ oder „anti-westlich“. Es wurde einfach wieder ein normales, souveränes Land. Es vermittelte zwischen den Blöcken, baute Brücken nach Osten und Süden, investierte das eingesparte Militärbudget in Infrastruktur, Bildung und echte Energiewende. Die Friedensbewegung, die sich beinahe selbst zerlegt hätte, war geeint durch ein positives Ziel.

In der fiktiven Chronik von 2035 steht im Krokodil der Satz: „Es war nicht Heldentum. Es war nur der gesunde Menschenverstand, der endlich wieder lauter war als die Angst und die Narrative.“ Und Köln, die alte Rheinmetropole, durfte sich ein wenig darauf etwas einbilden – nicht als Zentrum der Revolution, sondern als Ort, an dem ganz normale Menschen anfingen, wieder selbst zu denken.

Online-Flyer Nr. 866  vom 29.07.2026

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