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Aktueller Online-Flyer vom 22. April 2024  

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Kommentar
Kommentar vom Hochblauen
Tod und Verderben: "Fest eingeplant"
Von Evelyn Hecht-Galinski

Wenn ein deutscher Finanzminister in die Ukraine reist, dann kann der deutsche Steuerzahler etwas erleben. Als FDP-Lindner am letzten Montag im Sonderzug in der Ukraine einfuhr, da wollte er in seinem 12-Stunden-Blitzbesuch „ein Zeichen setzen“ - in dem Land in dem auch „unsere Werte verteidigt“ werden. Tatsächlich: das ist ihm gelungen! Er hat ein Zeichen gesetzt und zwar für deutsche Bürger und Steuerzahler. Er tönte, die „Ukraine ist im Haushalt fest eingeplant“. Lindner versprach großkotzig (fremdes Geld gibt sich besonders leicht und großzügig aus) weitere Hilfe, militärisch, humanitär und finanziell. Schließlich ist die Ukraine für die kommenden Jahre im deutschen Bundeshaushalt fest eingeplant. Was für eine Planung, da ist ein Krieg im Gange, dessen Länge nicht absehbar, aber voraussichtlich noch sehr lange dauern wird und die Ukraine weder „Friedensbereit“ noch der Realität zugewandt. Wir aber, Deutschlands Regierung in allen Ampelfarben voll in Geberlaune und sich rühmend an zweiter Stelle der Geberländer zu stehen. Ja, im Kriegsgeschrei und Größenwahn sind deutsche Politiker ungeschlagen. Auch für die Lieferung der Taurus zeigen sie "Sympathie".

Nichts gelernt aus zwei verlorenen Weltkriegen?


Während im deutschen Bundeshaushalt für Kinder, Alte, Kranke und Arme gespart werden soll, wird die Ukraine aus dem deutschen Steuerzahler-Füllhorn bedient. So wird sich immer mehr von einem Großteil der Bevölkerung entfernt und der Unmut gefördert. Wen wundert es eigentlich noch, dass diese Ampel und SPD und Grüne immer mehr an Zustimmung verlieren. Es scheint, als ob – und man muss es nur immer wiederholen – nichts gelernt wurde aus zwei verlorenen Weltkriegen! Will man uns mit aller Dummheit einen Dritten Weltkrieg aussetzen und diesmal mit noch schlimmeren Aussichten?

Wenn also ein deutscher Finanzminister in der Ukraine tönt, wie: „diese Unterstützung sei nicht nur ein Anliegen der Mitmenschlichkeit und Solidarität“, sondern sie sei auch „in unserem ureigenen staatspolitischen Interesse“. Vollmundig tönte er weiter: „Schulter an Schulter“ und „es sei ein bedeutender Tag“. Was er damit wohl meinte, ein bedeutender Tag, weil er „endlich“ nach all seinen Kollegen die Ukraine besuchte oder weil er so großzügig deutsche Steuergelder verteilte? Es war für mich erschreckend, wie sorglos hier an deutschen Interessen vorbei deutsche Steuergelder verteilt werden. Während eines Krieges mit mehr als düsteren Aussichten für uns alle sitzt also ein deutscher Finanzminister mit ukrainischen Kollegen am Tisch und bei Pressekonferenzen und will mit einer Absichtserklärung „Grundlagen legen für den Wiederaufbau“, natürlich „auch für den Fall, dass der Krieg bald von der Ukraine gewonnen wird“.

Tatsächlich, die Hoffnung stirbt zuletzt und trägt das Schiff der Ahnungslosen und kann schneller absaufen als gedacht. Natürlich erwähnte Lindner auch die Korruption und dass mehr für deren Bekämpfung getan werden muss, damit man mehr Investoren gewinnen kann. Was für eine trügerische Hoffnung, während die Korruption blüht und die Ukraine von Korruptionsskandal zu Korruptionsskandal schlittert und auf der Transparency International Liste auf Platz 122 von 180 steht, hat die deutsche Bundesregierung schon 22 Milliarden Euro verschleudert.

Was für eine Geschichtsklitterung!

Vergessen wir Staatspräsident Selenskyj und seine mehr als unrühmliche Präsidialgeschichte doch bitte nicht. Dank der Aufdeckung der Pandora-Papers erfuhren wir, dass der „Kriegsheld Selenskyj“ zu den achtunddreißig korrupten Politikern gehörte, die Geld auf Offshore-Konten versteckt haben. Was ist aus dieser Information geworden? Nichts! Alles ist „vergeben und vergessen“, nichts darf und soll das strahlende Bild dieses „bettelnden-Krächzers“ trüben.

Versucht sich dieser Schmierendarsteller doch überall hereinzudrängen. Es ist erschreckend, wie diesem „Pseudo-Juden“ gehuldigt wird. Wird doch sein Judentum immer wieder benutzt als Feigenblatt für eine „saubere“ Ukraine. Inzwischen gibt es keine Nazis mehr in der Ukraine, Azow und unzählige andere Neo-Nazi Organisationen sind heute voll integriert in westliche und präsidiale Gunst. Es scheint, als ob die Geschichte völlig umgeschrieben wurde. Jetzt kämpft die „westliche Ukraine“ gegen russische Nazis und auch für unsere Freiheit! Was für eine Geschichtsklitterung.

Gibt es doch keine TV- oder Radiodiskussionen mehr, die auch die russische Seite zumindest berücksichtigten und Putin als das darstellt, was er ist: ein Politiker, der klar und rational denkt und handelt. Inzwischen ist dank propagandistischer Lesart, auch der Maidan-Putsch kein Putsch mehr, sondern eine „freie demokratische“ Willensäußerung.

Wie wollen wir eine Zukunft mit unserem Nachbarn Russland gestalten?

Während Selenskyj nicht nur demokratische Gepflogenheiten mit Füßen tritt, und die Ukraine versucht, alles Russische auszumerzen, russische Straßennamen in ukrainische Kollaborateur-Nazinamen geändert werden und weltweit versucht wird, Russland und Russen zu verbannen, werden Russland und Putin dämonisiert. (1) Ich weiß, wenn ich solche Sätze schreibe, dann grenzt das inzwischen an Hochverrat. Aber ich frage mich, wie wollen wir eine Zukunft mit unserem Nachbarn Russland gestalten? Ist das nicht eine brennende Frage, die uns als Deutsche besonders betrifft?

Wie können wir noch einem deutschen SPD-Kanzler vertrauen, der mit seinem ewigen Grinsen verkündet, wie gut Deutschland dasteht, keine Widerrede mehr zulässt und seine Bürger beschimpft. Wollen wir uns von doktrinären und mit Verboten politisierenden Grünen weiter vorschreiben lassen, wie wir zu leben haben, und unsere Zukunft weiter unter US-Hegemonie gestalten lassen. Sind nicht längst die Karten neu gemischt und die Welt geteilt?

Was für eine Zukunft , wenn deutsche Zeitungen schon die Lieferungen von F-16-Kampfjets als wichtigen Schritt und langfristige Lösung sehen, die Ukraine nach EU-Beitritt in das europäische Verteidigungssystem zu integrieren und dann die F-16-Kampfpiloten die Außengrenzen zu Russland schützen sollen. Dazu noch das 4 Milliarden schwere israelische „Arrow 3“-Luftverteidigungssystem, das Deutschland „dank-US-Genehmigung“ im „jüdischen Staat“ kauft und das von 2025 an einsatzfähig sein wird und Deutschland und Europa vor Angriffen aus Russland schützen soll.

Durch westliche „Werte-Propagandapolitik“ ruiniert

Wenn es auf diesem Weg weiter geht, dann gibt es eine Klima-Katastrophe, in der wir nicht nur die Erde als Feind haben, sondern dank westlich US-geführter Kalte-Kriegs und Kriegspolitik nur noch von Feinden umgeben sind. Ist das wirklich unser Ziel? Mit dieser Art der verlogenen westlichen „Werte-Propagandapolitik“, Regime-Change sind wir ruiniert. Ohne Russland und China an der Seite und voll in US-Hand, werden wir in eine teure und mehr als ungewisse Zukunft schlittern.


Fußnoten:

(1) https://www.wsws.org/en/articles/2023/03/08/wdtz-m08.html


Evelyn Hecht-Galinski, Tochter des ehemaligen Zentralratsvorsitzenden der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, ist Publizistin und Autorin. Ihre Kommentare für die NRhZ schreibt sie regelmäßig vom “Hochblauen”, dem 1165 m hohen “Hausberg” im Badischen, wo sie mit ihrem Ehemann Benjamin Hecht lebt. (http://sicht-vom-hochblauen.de/) 2012 kam ihr Buch “Das elfte Gebot: Israel darf alles” heraus. Erschienen im tz-Verlag, ISBN 978-3940456-51-9 (print), Preis 17,89 Euro. Am 28. September 2014 wurde sie von der NRhZ mit dem vierten “Kölner Karls-Preis für engagierte Literatur und Publizistik” ausgezeichnet.

Online-Flyer Nr. 817  vom 23.08.2023

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