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Aktueller Online-Flyer vom 02. Dezember 2023  

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Literatur
Wie die USA Europa eroberten – zunächst vom 1. zum 2. Weltkrieg
Verhängnisvolle Freundschaft
Von Werner Rügemer

"Es ist gefährlich, Amerikas Feind zu sein. Aber Amerikas Freund zu sein, ist verhängnisvoll", so Henry Kissinger, langjähriger Berater von US-Präsidenten. So wurde die alliierte Sowjetunion sofort nach 1945 vom Freund zum Todfeind. Dies geschah auch der Volksrepublik China, die in den 1970er Jahren von Kissinger selbst umworben worden war. Die wichtigsten Unternehmen der nach 1945 umworbenen westeuropäischen Staaten wurden seit der Jahrtausendwende von US-Investoren aufgekauft, Staaten und abhängig Beschäftigte wurden verarmt, auch Regierungen werden überwacht - und die geschwächten Vasallen müssen seit Obama aufrüsten, beschleunigt durch den Stellvertreterkrieg in der Ukraine. In der EU trifft es den besten Freund Deutschland am härtesten.

Die Gene des US-Staates:
  • Der Staat baute nach der Gründung Sklavennutzung und Sklavenhandel aus und praktiziert seit dem Bürgerkrieg bis heute die geopolitics of modernized slave labor rund um den Globus.
  • Der Staat hat kein Außen- sondern nur ein Staatsministerium: Das "nationale Interesse" erstreckt sich tendenziell auf jede Person, Organisation, Regierung, jedes Unternehmen, jeden Staat der Erde.
  • Die US-Verfassung nennt nirgends die Demokratie. Der Anspruch der "einzigen Weltmacht" wird durch "God's own Country" und "In God we trust" legitimiert – verfassungswidrig.
  • Zusätzlich zu internationalen Organisationen wie Völkerbund, UNO, WTO, Internationaler Gerichtshof bauen die USA ihre eigenen "regelbasierten" Systeme auf. Wirtschaftliche und militärische Globalisierung bilden seit dem 19. Jahrhundert eine Einheit - nach 1945 im Zangengriff von Marshall-Plan und NATO, seit 1990 im Zangengriff der Ost-Erweiterung von NATO und EU, mit Militär- und Geheimdienstbasen auf allen Kontinenten und in annektierten Territorien.
Die Praxis zeigte sich zunächst mit der Durchdringung der Hinterhöfe Nordamerikas, Lateinamerikas und Asiens, dann mit der finanziellen Abhängigkeit der europäischen Verbündeten im Ersten Weltkrieg. Danach förderten die USA alle faschistischen Diktaturen: Mussolini, Franco, Metaxas, Salazar, Chiang Keishek - und Hitler: die Zerschlagung der Demokratie- und Arbeiterbewegungen war die Freude der US-Kapitalisten. Hollywood machte Wahlwerbung für Hitler, schon vor 1933. NS-Deutschland war der größte Abnehmer von einvernehmlich zensierten Hollywood-Filmen. US-Konzerne machten Hitlers Wehrmacht zum modernsten Militär der damaligen Welt, auch im Weltkrieg produzierten sie weiter für Hitler-Deutschland. Die US-geführte Bank for International Settlements (BIS/Schweiz) wusch NS-Raubgold aus den besetzten Staaten. 1945 praktizierten die USA den nuklearen Erstschlag. Diese Doktrin, zuletzt bekräftigt unter Präsident Obama, bedeutet: Der mögliche Schauplatz wäre Europa, wo die guten Freunde leben.

Manipulation: Die US-Kapitalisten und ihre Regierungen, Medien, Agenturen, Stiftungen sind Meister der Manipulation: So wurde 1947, mit der globalen militärischen Expansion auf allen Kontinenten, das US-War Department nach 158 Jahren in Defense Department umbenannt: Krieg und dessen Vorbereitung heißen seitdem „Verteidigung“.

Weltgesellschaft: Der Autor plädiert im Kontakt des sich kooperativ neu organisierenden „Restes“ der Weltgesellschaft für das ursprüngliche UN-Völkerrecht und die Universellen Menschenrechte einschließlich der Arbeits- und Sozialrechte. Auch die Loslösung Europas von den USA ist nur in Kooperation mit dem "Rest" der Welt möglich.

Quellen: Das Buch zieht v.a. US-Quellen heran, auch französische, die nie ins Deutsche übersetzt wurden. Die bundesdeutsche Historiker- und Medienzunft lebt von Legenden und Blindstellen.

Seit seinen Veröffentlichungen 1984 zu Akteuren und Praktiken des Silicon Valley gilt Werner Rügemer als bester Kenner des Innen- und Außenlebens der USA.


Werner Rügemer: Verhängnisvolle Freundschaft - Wie die USA Europa eroberten - Erste Stufe: Vom 1. zum 2. Weltkrieg



PapyRossa Verlag, Köln 2023, Paperback, 324 Seiten, 22,90 Euro

Mit Freedom, Democracy und Wohlstand präsentierte sich der aufsteigende US-Kapitalismus der Welt. Doch die Praktiken von »America First« mit Völkermord, Arbeitsausbeutung, kriegerischem Raub fremden Eigentums wurden nur modernisiert. Der Erste Weltkrieg wurde das erste große Globalgeschäft, Bündnispartner wurden abhängig. Nach dem Krieg investierten US-Konzerne in Westeuropa. Mussolini wurde mit Krediten überhäuft. US-Konzerne belieferten Franco und rüsteten die deutsche Wehrmacht für einen Krieg gegen »Russland« aus. Die US-geführte neue Zentralbank in der Schweiz wusch NS-Raubgold. Die Verfolgung der Juden wurde verdrängt. Mit dem Abwurf von zwei Atombomben auf die Zivilbevölkerung begannen neue Kriege gegen neue Feinde – unter systematischem Bruch des Völkerrechts.

Online-Flyer Nr. 815  vom 19.07.2023

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