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Aktueller Online-Flyer vom 04. Februar 2023  

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Aktuelles
Aus der Quartalsschrift DAS KROKODIL, Ausgabe 43
Mit drei großen Märchen ins Neue Jahr?
Von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann

Von mindestens drei großen Märchen wird zurzeit unser Denken geprägt. Das tut gut, denn Märchen sind in der Regel so aufgebaut, dass wir uns in ihnen mit dem Guten identifizieren können. Nichts vermittelt ein angenehmeres Gefühl, als sich auf der Seite des Guten zu wähnen – auf der Seite derer, die den "bösen" Putin, sein Russland und die "Putin-Versteher" bekämpfen – auf der Seite derer, die Corona und die "Corona-Leugner" bekämpfen – auf der Seite derer, die den so genannten Klimawandel und die "Klima-Leugner" bekämpfen. Das Gute in diesen Märchen hat großartige Namen. Es heißt NATO, Great Reset und Green New Deal.

Klima

Beginnen wir mit dem Klima-Märchen. Eine Armee von Menschen wird gebraucht, die für die "Rettung" des Klimas kämpft. "Wir werden versuchen, Millionen von Menschen, Amerikanern und Menschen in anderen Teilen der Welt zu erreichen, um eine Armee von Menschen zu mobilisieren, die jetzt Maßnahmen gegen den Klimawandel fordern werden, die ausreichen, um die Herausforderung zu bewältigen." So wird der ehemalige US-Außenminister des Drohnenmörders und Kriegsweltmeisters Obama, John Kerry, in der New York Times zitiert. Er gehört zu denen, die 2019 den "World War Zero" ausgerufen haben – einen Weltkrieg mit der Fiktion, die CO2-Emissionen auf Null zu reduzieren. Es geht um den Übergang in ein neues globales Erdzeitalter der 3. Industriellen Revolution, die das Zeitalter der fossilen Rohstoffe als Energiegrundlage ablöst. Es geht um die Rettung des Kapitalismus – getarnt als Rettung des Klimas – mit dem Instrumentarium des "Green New Deal" mit seinen Wurzeln beim Club of Rome. Dazu brauchen wir die Armee von Menschen, die für das Gute kämpft.

"In Berlin stoppen Unterstützer:innen der 'Letzten Generation' den Autoverkehr und damit den fossilen Alltag, der uns in die Klimakatastrophe treibt", lesen wir in einer Pressemitteilung der "Letzten Generation" – ein Bündnis so genannter Klima-Aktivisten. Eine "Mutter von vier Kindern" sitzt auf der Straße und sagt: "Wir sind mitten in der Klimakatastrophe angekommen." Carla Rochel, Pressesprecherin der "Letzten Generation", erklärt: "In Lützerath entscheidet sich unsere Bundesrepublik für oder gegen ausreichenden Klimaschutz." Die Armada der NGOs ist zur Stelle. Zu denen, die die Zufahrtsstraße nach Lützerath blockieren, gehören Luisa Neubauer und Pauline Brünger von Fridays For Future, Christoph Bautz, Geschäftsführender Vorstand der Soros-nahen Organisation Campact, Olaf Bandt, BUND-Vorsitzender und Martin Kaiser Bundesvorsitzender von Greenpeace. Das Weltwirtschaftsforum in Davos 2023 steht vor der Tür. Luisa Neubauer wird – selbstverständlich – dabei sein. Das Presse- und Media-Team von "Lützerath lebt" bezeichnet Lützerath als "Klimadorf" und erklärt: "An diesem Punkt der Klimakatastrophe müssen wir mit Braunkohleverstromung aufhören, um eine Welt zu erhalten, in der alle gut leben könnten." Die "Letzte Generation" lässt uns wissen: "Wir, die wir heute am Leben sind, sind die Letzten, die den unumkehrbaren Kollaps des Klimas noch verhindern können." Verschwiegen wird, dass es eigentlich heißen müsste: Wir sind die Letzten, die den Kollaps des Kapitalismus zu verhindern suchen.

Eine Darstellung wie die folgende von F. William Engdahl soll nicht zur Kenntnis genommen werden: "Mit der Kampagne 'Reduzierung der Erderwärmung' soll aber nur die eigentliche Absicht – die Errichtung einer neuen totalitären Weltwirtschaftsordnung – kaschiert werden... Als sich um die Jahrtausendwende ein neuer von der Sonne verursachter Erwärmungszyklus ankündigte, erfanden Al Gore [US-Vizepräsident unter Bill Clinton] und andere die Mär vom angsterregenden 'Klimawandel', der heute 'Erderwärmung' heißt. Die Angst davor wurde so systematisch geschürt, dass heute jeder plötzliche Wetterwechsel, jeder Hurrikan oder jeder Schneesturm als Beweis dafür angeführt wird, dass die Klimagötter uns sündige Menschen für die von uns verschuldeten CO2-Emissionen bestrafen würden. Die Begründung dafür, dass wir auf die Verbrennung von Kohlenwasserstoffen verzichten... sollen, ist die Behauptung, CO2 sei ein Treibhausgas... Dabei wird übersehen, dass die CO2-Emissionen... überhaupt nicht in höhere Schichten der Erdatmosphäre aufsteigen können... Das spezifische Gewicht von CO2 ist... etwa 1,5 mal höher als das von Luft."

Es ist auch ein gutes Gefühl, gegen solche so genannten "Klimaleugner" zu Felde ziehen zu können – zumal wenn das mit der Power einer Organisation wie Correctiv geschieht – einer finanziellen Power, die aus potenten Finanzquellen fließt – z.B. der "Open Society Foundation" des US-Milliardärs George Soros, der Big-Data-Konzerne wie Google, Facebook und Twitter, die das Grundrecht auf Meinungsfreiheit durch systematisches Ausmerzen kritischer Stimmen mit Füßen treten, und sogar der von "Freedom House" aus dem unmittelbaren Umfeld der US-Regierung. Im Kampf des großen Kapitals um sein Überleben kann es nicht geduldet werden, wenn "Klimaleugner" in Erwägung ziehen, dass die Sonnenaktivitäten wesentlichen Einfluss auf das Klima haben oder dass der Mensch zwar nicht per CO2 aber mittels Geoengineering Wetter und Klima beeinflusst – z.B. das Abschmelzen der Arktis infolge des Geheimvertrags zwischen Sowjetunion und USA von 1974. "Es versteht sich von selbst, dass das Militär auch nicht im Zusammenhang mit Klima- und Wettermanipulationen erwähnt wird, geschweige denn als Erfinder des Geoengineering und seiner weltweiten Anwendung. Denn das ist ja weiterhin DAS Tabuthema...", schreibt Prof. Claudia von Werlhof, der enorme Schwierigkeiten entstanden sind, als sie es gewagt hat, in Betracht zu ziehen, dass das verheerende Erdbeben in Haiti im Jahr 2010 künstlich erzeugt worden sein könnte.

Corona

Ähnlich wie der Begriff "Klima-Leugner" findet sich der Begriff "Corona-Leugner" in der aktuellen Märchenwelt. Das sind geniale Wortschöpfungen, die gekonnt eine Nähe zu Holocaust-Leugnern suggerieren. Es macht richtig Spass, sich auf diese Weise über diejenigen zu erheben, die das Klima- wie auch das Corona-Geschehen scharfsinnig unter die Lupe nehmen. Damit wären wir bei Märchen Nummer zwei, in dem es um die Bekämpfung einer Pandemie geht, und damit beim so genannten "Great Reset", wie er vom Frontmann des ganz großen Kapitals, des Spitzenmanns des Weltwirtschaftsforums in seinem Buch "Covid 19: The Great Reset" verkündet wird. Es ist ein besonderes Gefühl, sich von den schönen Worten des Märchenerzählers Klaus Schwab leiten zu lassen. Nichts ist schöner, als die Zielvorstellungen des großen Kapitals mit seinen wohl klingenden Worten vermittelt zu bekommen.

Der jahrzehntelang für Weltbank und WHO tätige Peter Koenig kommt in diesem Märchen nicht vor, denn der beschreibt die Situation in Zusammenhang mit dem Corona-Geschehen wie folgt: "Wir befinden uns bereits im Dritten Weltkrieg. Ein edlerer Begriff ist 'The Great Reset' – die wortgewaltige Beschreibung des Weltwirtschaftsforums (WEF) für eine verwüstete Weltwirtschaft, unzählige Pleiten und Arbeitslosigkeit, großes Elend, Hunger, Tod durch Verhungern, Krankheit und Selbstmord. Hunderte von Millionen Menschen sind bereits von diesem 'Kollateralschaden' des 'Covid-19'-Angst-Propaganda-Biokrieges betroffen, den eine mafiöse Elite von Multi-Multi-Milliardären uns – uns, den Menschen – aufgezwungen hat." Wir befinden uns erst am Beginn "des Krieges, der nach dem Plan des Reset das gesamte Jahrzehnt 2020-2030 dauern soll. Die Agenda soll bis 2030 abgeschlossen sein. Sie wird auch UN-Agenda 2030 genannt. Der 'Great Reset' hat drei Hauptziele, die alle gleich wichtig sind: massive Entvölkerung, Umschichtung aller Vermögenswerte nach 'oben' und eine komplette digitalisierte Kontrolle..."

Das Corona-Märchen beginnt am 11. März 2020, als von der WHO, der vom ganz großen Geld abhängigen Weltgesundheitsorganisation, auf der Basis einer geschickt manipulierten Definition eine Pandemie ausgerufen worden ist. Das Märchen sieht vor, dass es die Guten sind, die die Pandemie mit allen Mitteln bekämpfen, koste es was es wolle. Spätestens am Ende des Jahres 2022 zeigt sich, was alles aus diesem großen Märchen ferngehalten wird. Dies sind genau die Vorgänge, die Peter Koenig als Ziele des "Great Reset" aufführt. Dazu gehört insbesondere der sich immer klarer zeigende Aspekt der Entvölkerung – Tod durch Lockdown, Tod durch "Impfung" und besonders der per "Impfung" hervorgerufene Geburtenrückgang. Paul Craig Roberts, stellvertretender Finanzminister unter US-Präsident Reagan, formuliert es mit noch schärferen Worten als Peter Koenig. Er sieht in der Verabreichung des Covid-"Impfstoffs" den absichtlichen Versuch eines weltweiten Völkermords. "Noch nie gab es nach einer Impfung so viele Todesfälle wie heute. Noch nie zuvor sind so viele Kinder, junge Erwachsene, Sportler im besten Alter und Entertainer nach einer Impfung aus unbekannter Ursache gestorben", schreibt er. Und weiter: "Die Täter dieses Massenmords sind sich sicher, dass ihr Verbrechen zu groß ist, um als solches erkannt zu werden."

Der "Neue Krefelder Appell", der im November 2021 von Mitgliedern der Kampagne "NATO raus – raus aus der NATO" veröffentlicht worden ist, formuliert es – insbesondere auf die "Impf"-Kampagne Bezug nehmend – wie folgt: "Die Machthaber dieser Welt führen Kriege auch an neuen, andersartigen Fronten. Unter dem Deckmantel der Pandemie-Bekämpfung wird das Leben von Milliarden Menschen gefährdet..." Die Holocaust-Überlebende und Pharma-Kritikerin Vera Sharav warnt: "Der Great Reset ist der Masterplan, so wie Hitler einen Masterplan hatte." Nicht das Virus sei das Problem, "es ist die Eugenik" – also die Pläne zur Reduktion und besseren Kontrollierbarkeit der Weltbevölkerung. Solche Stimmen dürfen in unserem großartigen Märchen nicht vorkommen. Das Gute wird siegen. Unser Planet wird gerettet. "Die Ausrottung von Menschen ist zum Mittel geworden, um den Planeten zu retten", schreibt Paul Craig Roberts.

Putin

Eines unserer schönsten gegenwärtigen Märchen ist das von Putin und seinem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf die Ukraine, der am 24. Februar 2022 begonnen hat. Dieses Märchen ist auch deshalb so schön, weil sich fast alle einig sind – von der NATO über ihre Regierungen bis hin zu großen Teilen der Linken und der Friedensbewegung. Alle sprechen sie – fast wie im Chor – vom völkerrechtswidrigen Angriffskrieg. "Die NATO und die EU sind sich einig in der scharfen Verurteilung der russischen Aggression gegen die Ukraine", erklären die NATO-Außenminister am 4. März 2022. Erklärungen aus der "Friedensbewegung" dürfen dahinter nicht zurückstehen. So heißt es z.B. vonseiten führender Köpfe – der Initiative "Abrüsten statt Aufrüsten" und des International Peace Bureau: "Wir verurteilen die militärische Aggression Russlands gegen die Ukraine. Für Krieg gibt es keine Rechtfertigung." Diese märchenhafte Einmütigkeit lässt uns vor Freude fast erstarren. Die Äußerung aus der "Friedensbewegung" kommt bereits an dem Tag des russischen Eingreifens am 24. Februar 2022. Ja, es ist die reine Freude, wenn die "Friedensbewegung" der NATO, dem größten Friedensbündnis der Welt, zuvor kommt.

Da stören die Dissonanzen der so genannten Putin-Versteher ganz gewaltig. Der Artikel 51 der UN-Charta, der das "naturgegebene Recht" auf individuelle und kollektive Selbstverteidigung von Staaten garantiert, hat in diesem Märchen keinen Platz – auch dann nicht, wenn Russland und die an Russland angrenzenden, von Russland anerkannten Donbass-Republiken zuvor einen Freundschafts- und Beistandsvertrag abgeschlossen haben und die Vereinten Nationen ordnungsgemäß informiert worden sind. Geboten ist der Kampf gegen das Böse, das es zu ruinieren gilt, wie es die deutsche Außenministerin zu formulieren beliebt.

Neuer Krefelder Appell

Was in dieser wunderbaren Märchenwelt einen weiteren ärgerlichen Störfaktor darstellt, ist der Neue Krefelder Appell. Hinter ihm versammeln sich Menschen, die die verschiedenen Formen von Krieg in den Blick nehmen und die sich mit den Tag für Tag präsentierten Märchenerzählungen nicht abfinden wollen. Drei Kommentare von Unterzeichnern zeigen dies. Ein Maurer schreibt: "Die Angehörigen der Arbeiter- und Handwerkerklasse haben schon immer am meisten unter den ‘Spielen’ der so genannten Mächtigen gelitten. Seit Jahren muss ich mit ansehen und am eigenen Leib erfahren, wie unser erarbeiteter Wohlstand und unsere Lebensfreude für Zwecke abgesaugt werden, die nur wenigen Privilegierten nutzen. Das muss ein Ende haben!" Der Autor des Buches "Das Klima-Paradigma", Ernst-Peter Ruewald, nimmt in seinem Kommentar Stellung "gegen externe Kriege (mittels Feindbild und Dämonisierung) und interne Kriege (gegen die Bürger – angeblich wegen Pandemie, Klima – durch Immigrationspolitik, Kriminalisierung freier Meinungsäußerung, zunehmende Beschneidung von Grundrechten, etc.)" Ein Lebensmitteltechniker kommentiert den Appell mit folgenden Worten: "Schonungslose Analyse, kurz, verständlich für jedermann. Für die Menschen schwer zu schlucken." Hier kann der Appell unterzeichnet werden: PEACEappeal21.de. Doch Vorsicht: wer ihn unterzeichnet, schert aus der wundervollen Märchenwelt aus. Das ist kaum zu verantworten! Den Strategen der beschriebenen Kriege ist er zuwider. Die Märchen müssen ein gutes Ende finden. Die Kriege für das Klima, gegen Corona und gegen Putin müssen gewonnen werden.


Veröffentlichung aus der Quartalsschrift DAS KROKODIL, Ausgabe 43 (Dezember 2022) – Grundsatzschrift über die Freiheit des Denkens – bissig – streitbar – schön und wahr und (manchmal) satirisch.



Mehr dazu und wie es sich bestellen lässt, hier: http://www.das-krokodil.com/


Online-Flyer Nr. 805  vom 23.01.2023

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