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Aktueller Online-Flyer vom 23. Juli 2024  

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Kommentar
Das warnende Beispiel der kanadischen Regierung unter Premier Trudeau
Von der „stillen“ zur „offenen Diktatur“
Von Rudolf Hänsel

Niemand wird die Fortschritte der zivilisatorischen Entwicklung bestreiten; doch das Problem der Gewalttätigkeit ist von der Menschheit nicht gelöst worden. Hinsichtlich der Bändigung der Gewalt scheinen wir uns noch ganz am Anfang der Humanisierung zu befinden. Die maßlose und die gemäßigte Brutalität – historische Faktoren ersten Ranges – prägen unserem Zeitalter nach wie vor ihren Stempel auf. Eine Epidemie der Machtgier und Brutalität in Politik und Wirtschaft führt immer wieder zu Katastrophen wie Krieg und Terror, die Millionen von Menschen dahinraffen wie die Pest des Mittelalters. Nicht nur die Ereignisse der vergangenen 120 Jahre mit zwei Weltkriegen und unzähligen weiteren Kriegen, sondern auch die Vorkommnisse der beiden letzten Jahre im Zusammenhang mit der von der Weltgesundheitsorganisation WHO ausgerufenen Corona-Pandemie haben uns einen gründlichen Anschauungsunterricht über die geschichtliche Bedeutung der Macht und der Gewalttätigkeit gegeben. Ein neueres warnendes Beispiel ist der gesellschaftliche Umbruch, der sich vor unser aller Augen in Kanada unter Premier Trudeau ereignet: aus einer Demokratie oder „stillen Diktatur“ wird in kürzester Zeit die Herrschaftsform einer „offenen Diktatur“. Und das deshalb, weil die Bürger oder Untertanen der Regierung nicht mehr blind gehorchen, ihre Freiheit einfordern und ihr individuelles und kollektives Recht auf Widerstand gegen die Tyrannei wahrnehmen.

Keinem die Macht übergeben!

Seit wir Kenntnisse über den Menschen haben, wissen wir, dass der Mensch stets nach einem besseren Leben strebt, nach Frieden und Freiheit. Im Vordergrund steht der Friede: kein Krieg, keine Gewalt. Und so lange der Bürger schweigt, sich von der Obrigkeit alles gefallen lässt, die Steuern zahlt und zur richtigen Zeit ins Militär einrückt, haben wir die so genannte Demokratie – in gewisser Weise die stille Diktatur.

Sobald der Bürger aber seine Ängstlichkeit abwirft und den Kadavergehorsam aufgibt, das heißt, den Regierenden nicht mehr blindlings gehorcht, sondern den Mut aufbringt, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen und auf seinen gesunden Menschenverstand zu vertrauen und dann auch noch seine Freiheitsrechte einfordert und gegen jegliche Unterwerfung und Tyrannei aufbegehrt, wird aus der stillen Diktatur oder Demokratie ohne jede Hemmung ganz schnell eine offene Diktatur oder Tyrannei – wie das Beispiel Kanada zeigt.

Wer bisher Probleme damit hatte, dass Leo N. Tolstoj bereits vor über 100 Jahren die regierenden Politiker unter anderem als „die grausamsten“ Menschen bezeichnete, die häufig herrschen, den wird das Beispiel Trudeau oder auch der Umgang der australischen Regierung mit dem Tennisstar Novak Djokovic eines Besseren belehren. Auch stellt sich die Frage, wo der weltweite Aufschrei der regierenden Politiker anderer Demokratien und ihre Distanzierung vom brutalen Vorgehen der kanadischen Regierung gegen ihre Bürger bleibt? Oder will man es sich mit dem Kollegen Justin Trudeau – wie viele andere westliche Politiker ein Zögling von Klaus Schwabs Davoser Kaderschmiede – nicht verderben?

Das Problem beginnt damit, dass freie Bürger anderen Menschen die Macht über ihr Leben geben. So werden in der westlichen Welt alle vier bis fünf Jahre korrupte Politiker in hohe Regierungsämter gewählt und die Bürger schauen zu ihnen auf wie Kinder zu respektablen Autoritäten. Doch die Politiker verbinden mit dieser Zuschreibung umgehend Herrschaftsansprüche, schaffen ein Verhältnis der Über- und Unterordnung und setzen gegenüber den Bürgern ihren Willen durch – präziser gesagt: den Willen oder die Anweisungen ihrer Auftraggeber, einer finsteren globalen Finanz-„Elite“.

Hoffnungsschimmer nach Friedrich Schiller: „Nein, eine Grenze hat Tyrannenmacht!“

Der freie Mensch, der sich gemäß Naturrecht seiner Menschennatur bewusst ist und sich von keinem anderen Wesen unterjochen lässt, wird sein Recht auf Widerstand gegen die Tyrannei wahrnehmen. Das Naturrecht, das dem Menschen allein schon deshalb zusteht, weil er Mensch ist, sagt, dass es etwas gibt, was von Natur aus recht ist. Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sowie körperliche Unversehrtheit und Unantastbarkeit der menschlichen Würde müssen unveräußerliche Grundlage einer freiheitlichen Gesellschaftsordnung sein. Alle Bürger sind dazu aufgerufen, den „alten Urstand der Natur“ wiederherzustellen! (Friedrich Schiller in der Rütli-Szene seines letzten Dramas „Wilhelm Tell“)

Der Mensch, der aufsteht, hat nichts gegen den Machthaber. Der Mensch in der Revolte hat sich der Umgestaltung, der Änderung verschrieben. Er kämpft nur um eine gerechtere Ordnung, ein gerechteres Zusammenleben unter den Menschen. Er hat nichts gegen den Machthaber, er tut ihm nichts. Er kämpft nur um sein Recht, während die andere Seite – in der ganzen Geschichte – immer brutal ist, gemein. Nimmt er dieses individuelle und kollektive Recht auf Widerstand nicht in Anspruch, könnte das warnende Beispiel Kanadas in der westlichen Welt Schule machen.


English version:
The cautionary example of the Canadian government under Prime Minister Trudeau
From "Silent" to "Open Dictatorship"

By Dr. Rudolf Hänsel

No one will deny the progress of civilisational development; but the problem of violence has not been solved by mankind. With regard to the taming of violence, we seem to be still at the very beginning of humanisation. Immoderate and moderate brutality – historical factors of the first order – continue to leave their mark on our age. An epidemic of greed for power and brutality in politics and economics leads again and again to catastrophes such as war and terror, which sweep away millions of people like the plague of the Middle Ages.

Not only the events of the past 120 years with two world wars and countless other wars, but also the events of the last two years in connection with the Corona pandemic declared by the World Health Organisation (WHO) have given us a thorough visual lesson in the historical significance of power and violence.

A more recent warning example is the social upheaval taking place before our very eyes in Canada under Prime Minister Trudeau: a democracy or "silent dictatorship" is rapidly turning into an "open dictatorship". And this is because the citizens or subjects no longer blindly obey the government, demand their freedom and exercise their individual and collective right to resist tyranny.

Handing over power to no one!

Since we have knowledge of man, we know that man always strives for a better life, for peace and freedom. Peace is in the foreground: no war, no violence. And as long as the citizen remains silent, puts up with everything from the authorities, pays the taxes and joins the military at the right time, we have the so-called democracy – in a way, the silent dictatorship.

But as soon as the citizen throws off his timidity and abandons cadaver obedience, that is, no longer blindly obeys those in power, but has the courage to use his own intellect and trust in his common sense, and then also demands his rights of freedom and rebels against any subjugation and tyranny, the silent dictatorship or democracy without any inhibition very quickly becomes an open dictatorship or tyranny – as the example of Canada shows.

Anyone who had problems with the fact that Leo N. Tolstoy, more than 100 years ago, described ruling politicians as, among other things, "the cruellest" people who often rule, will be disabused of this notion by the example of Trudeau or the Australian government's treatment of tennis star Novak Djokovic. The question also arises as to where the worldwide outcry of the governing politicians of other democracies and their distancing from the brutal actions of the Canadian government against its citizens is? Or do they not want to spoil things with their colleague Justin Trudeau – like many other Western politicians a pupil of Klaus Schwab's Davos cadre?

The problem starts with free citizens giving other people power over their lives. Thus, in the Western world, corrupt politicians are elected to high government offices every four to five years and citizens look up to them like children to respectable authorities. But politicians immediately associate this ascription with claims to power, create a relationship of superiority and subordination and impose their will on citizens – more precisely, the will or instructions of their patrons, a sinister global financial "elite".

Glimmer of hope according to Friedrich Schiller: “No, a limit has tyrant power!”


The free human being who, according to natural law, is aware of his human nature and does not allow himself to be subjugated by any other being, will exercise his right to resist tyranny. Natural law, to which man is entitled simply because he is human, says that there is something that is right by nature. Liberty, equality and fraternity, as well as physical integrity and the inviolability of human dignity, must be the inalienable basis of a liberal social order. All citizens are called upon to restore the "ancient primordial state of nature"! (Friedrich Schiller in the Rütli scene of his last drama "Wilhelm Tell")

The man who stands up has nothing against the man in power. The man in revolt is dedicated to transformation, to change. He fights only for a more just order, a more just coexistence among people. He has nothing against the ruler, he does nothing to him. He only fights for his right, while the other side – throughout history – is always brutal, mean. If he does not make use of this individual and collective right to resist, Canada's cautionary example could set a precedent in the Western world.



Dr. Rudolf Hänsel ist Rektor a. D., Erziehungswissenschaftler und Diplom-Psychologe.
Dr Rudolf Hänsel is a retired headmaster, educationalist and graduate psychologist.




Online-Flyer Nr. 786  vom 25.02.2022

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