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Aktueller Online-Flyer vom 07. Dezember 2021  

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Kommentar
Beispiele zivilen Ungehorsams lassen die Bürger Hoffnung schöpfen
Dum spiro spero – Solange ich atme, hoffe ich
Von Rudolf Hänsel

In letzter Zeit berichten freie Medien von immer mehr beispielhaften Aktivitäten zivilen Ungehorsams. „Ziviler Ungehorsam“ ist „gewaltfreie Notwehr“ und eine Form des politischen Kampfes im Sinne Mahatma Gandhis und Martin Luther Kings. Unter den Bürgerinnen und Bürgern keimt dadurch Hoffnung auf, die schlimmste Krise der modernen Geschichte zu überleben. Mit seinem Sinnspruch „Dum spiro spero“ bringt Cicero (106 bis 43 v.u.Z.) diese Hoffnung und die bange Frage vieler Bürger nach „Sein oder Nicht-Sein“ prägnant und prosaisch zum Ausdruck.

Die täglichen Horrormeldungen über staatliche Terrormaßnahmen und der bereits eingeschlagene Weg in einen neuen Faschismus hinterlassen bei Jung und Alt tiefe Spuren von Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Wer glaubt da noch an einen Gesundheitsschutz der Bevölkerung? Durch die Beispiele des zivilen Ungehorsams wird dieser allgegenwärtige Schrecken jedoch etwas abgemildert. Der vollständige Text von Ciceros Lebensweisheit kann die aufkeimende Hoffnung noch beflügeln. Im ursprünglichen Brief an seinen Freund Atticus schreibt er: „Dum spiro spero; dum spero amo; dum amo vivo.“ Das heißt: „Solange ich atme, hoffe ich; solange ich hoffe, liebe ich; solange ich liebe, lebe ich.“

Wie ein 80-Millionen-Volk ins Unglück gestürzt wurde

Da jeder wache Bürger die neuen Gewalt- und Terrormaßnahmen am eigenen Leib spürt, möchte ich sie hier nicht wiederholen. Stattdessen werde ich als „Nachgeborener“ das wiedergeben, was mir meine beiden Elternteile – Jahrgang 1913 und 1923 – als Zeitzeugen des Deutschen Faschismus erzählten und was ich darüber in der Nachkriegsliteratur gelesen habe. Beides hat sich unauslöschlich in mein Gedächtnis „eingebrannt“. Die Parallelen zur heutigen Entwicklung sind frappierend.

Meine Eltern erzählten mir, wie es zum “Dritten Reich“ gekommen ist: Sie haben mir von den Straßenschlachten erzählt und sprachen darüber, wie die „Blockwarts“ installiert worden sind, wie die Meinungsfreiheit unterdrückt, die Polizei instrumentalisiert und eine „SA“ und „SS“ geschaffen wurden. Gleichzeitig wurden die Menschen mit Falschinformationen überschwemmt. Dies war sehr perfide, weil nicht gelogen und auch nicht die Wahrheit gesagt wurde – es waren Halbwahrheiten. Wenn Menschen mit solchen Halbwahrheiten überschüttet werden, meinten meine Eltern, dann können sie nicht mehr unterscheiden, was Lüge und was Wahrheit ist. Und durch diese Agitation und Propaganda des „Dritten Reichs“ sei ein Hitler an die Macht gekommen und ein 80-Millionen-Volk ins Unglück gestürzt worden.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch zwei Romane erwähnen, die mir großen Eindruck machten und das bestätigten, was meine Eltern erzählten: Oskar Maria Grafs beklemmende Darstellung des aufkommenden Faschismus in der deutschen Provinz im Roman „Unruhe um einen Friedfertigen“ und Lions Feuchtwangers Buch „Erfolg“ aus der Romantrilogie „Der Wartesaal“. Diese drei Werke der deutschen Exilliteratur beschäftigen sich inhaltlich mit den Ereignissen zwischen den Kriegen von 1914 und 1939 und berichten vom „Wiedereinbruch der Barbarei in Deutschland und ihren zeitweiligen Sieg über die Vernunft“ (Feuchtwanger).

Meldungen über Aktionen zivilen Ungehorsams lassen Hoffnung aufkommen

Auch in einem zweiten „Nürnberger Prozess“ werden sich korrupte Politiker wegen begangener Verbrechen gegen die Menschheit nicht auf den Gehorsam gegenüber so genannten „Führern“ berufen können. Sie haben mit ihrem Verhalten die gegenwärtige Politik gefördert und mit realisiert. Nach Auffassung von Hannah Arendt ist das Wort „Gehorsam“ in der Politik Erwachsener nur ein anderes Wort für „Zustimmung“ und „Unterstützung“.

Die Antwort auf politische Entscheidungen, die das individuelle und gesellschaftliche Leben der Bürger immer mehr einschränken, die Liebe zur Freiheit aus den menschlichen Herzen ausrottet und die Menschen mit Gewalt in ein eisernes Band des Terrors schließt, sodass der Raum des Handelns verschwindet, ist nicht Gehorsam, sondern ziviler Ungehorsam. Während die Zivilcourage unter den demokratischen Tugenden an der Spitze rangiert, steht die Bereitschaft, zivilen Ungehorsam zu leisten, im Verdacht, den Rechtsfrieden zu stören und die Fundamente der freiheitlichen Demokratie zu untergraben.

Da die „stille“ Diktatur der Demokratie aber in vielen Staaten in eine „offene“ Diktatur „umgewandelt“ wurde, ist ziviler Ungehorsam das Gebot der Stunde. Und in der Tat berichten die freien Medien über immer eindrucksvollere Beispiele zivilen Ungehorsams weltweit, obwohl Vorgesetzte wie auch Arbeitnehmer aus allen Berufsgruppen durch ihr Handeln vorübergehende soziale und finanzielle Einbußen hinnehmen müssen.

So verabschiedeten vor kurzem beide Kammern des Parlaments von Florida ein Gesetz, das auch die Impfpflicht verbietet. Sie setzen damit wie die Mehrheit der US-Bundesstaaten auf Vernunft und Einhaltung von Freiheits- und Grundrechten. Damit handeln sie eindeutig gegen die Administration des US-amerikanischen Präsidenten.

Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens nehmen ihre mediale „Hinrichtung“ in Kauf und beharren auf ihrem Recht der körperlichen Unversehrtheit. Immer mehr Ärzte verweigern wegen der viele unkalkulierbaren Nebenwirkungen mutig die Covid-19-Impfung ihrer Patienten und bekommen Berufsverbot. Ehemals verantwortliche Direktoren großer Pharmaunternehmen verlassen aus ethischen Gründen die Firma und klären seitdem die Bevölkerung auf.

Mutige Bürger aus aller Herren Länder lassen sich durch angekündigte Repressionen von Regierungen und Arbeitgebern nicht beeindrucken, nehmen ihr Recht auf gewaltfreie Notwehr in Anspruch und gehen auf die Straße. Diese Liste von Beispielen zivilen Ungehorsams ließe sich noch lange fortsetzen. Bitte, lieber Bürgerinnen und Bürger, machen sie sich in den freien Medien kundig. Jedes einzelne Beispiel macht Hoffnung und wird Nachahmer finden.

Schlussendlich darf man gespannt sein, welche Seite sich in diesem unerklärten Krieg gegen die Zivilgesellschaften und diesem ungleichen Kampf durchsetzen wird – geht es doch um die existentielle Frage: „Sein oder Nichtsein“.



English version:
Examples of civil disobedience give citizens hope
Dum spiro spero – As Long As I breathe, I Hope

By Dr. Rudolf Hänsel

Recently, free media have been reporting more and more exemplary activities of civil disobedience. "Civil disobedience" is "non-violent self-defence" and a form of political struggle in the sense of Mahatma Gandhi and Martin Luther King. It gives rise to hope among citizens to survive the worst crisis in modern history. With his motto "Dum spiro spero", Cicero (106 to 43 BCE) expresses this hope and the anxious question of many citizens about "To Be or Not to Be" succinctly and prosaically.

The daily horror reports about state terror measures and the path already taken towards a new fascism leave deep traces of despair and hopelessness in young and old. Who still believes in protecting the health of the population? However, the examples of civil disobedience somewhat mitigate this omnipresent horror. The full text of Cicero's Wisdom of Life can still inspire the budding hope. In the original letter to his friend Atticus, he writes: "Dum spiro spero; dum spero amo; dum amo vivo." That is, "As long as I breathe, I hope; as long as I hope, I love; as long as I love, I live."

How a nation of 80 million was plunged into misfortune

Since every awake citizen feels the new measures of violence and terror first hand, I will not repeat them here. Instead, as a "post-born" person, I will reproduce what my two parents – born in 1913 and 1923 – told me as contemporary witnesses of German fascism and what I have read about it in post-war literature. Both have been indelibly "burned" into my memory. The parallels to today's developments are striking.

My parents told me how the "Third Reich" came about: they told me about the street battles and talked about how the "Blockwarts" were installed, how freedom of expression was suppressed, the police instrumentalised and a "SA" and "SS" created. At the same time, people were flooded with misinformation. This was very perfidious because there were no lies or truths told – they were half-truths. When people are inundated with such half-truths, my parents said, they can no longer distinguish between what is a lie and what is the truth. And it was through this agitation and propaganda of the “Third Reich” that a Hitler had come to power and an 80-million-strong nation had been plunged into disaster.

In this context, I would also like to mention two novels that made a great impression on me and confirmed what my parents told me: Oskar Maria Graf's oppressive portrayal of the rising fascism in the German provinces in the novel "Unruhe um einen Friedfertigen" and Lions Feuchtwanger's book "Erfolg" from the novel trilogy "Der Wartesaal". These three works of German exile literature deal with the events between the wars of 1914 and 1939 in terms of content and report on the "re-emergence of barbarism in Germany and its temporary victory over reason" (Feuchtwanger).

Reports of actions of civil disobedience give rise to hope

Even in a second "Nuremberg Trial", corrupt politicians will not be able to plead obedience to so-called "leaders" for crimes committed against humanity. With their behaviour, they have promoted and helped to realise the current policy. According to Hannah Arendt, the word "obedience" in adult politics is just another word for "consent" and "support".

The answer to political decisions that increasingly restrict the individual and social lives of citizens, eradicate the love of freedom from human hearts, and forcibly lock people into an iron band of terror so that the space for action disappears, is not obedience but civil disobedience. While civil courage ranks at the top among democratic virtues, the willingness to engage in civil disobedience is suspected of disturbing the peace of law and undermining the foundations of liberal democracy.

But since the "silent" dictatorship of democracy has been "transformed" into an "open" dictatorship in many states, civil disobedience is the order of the day. And indeed, the free media are reporting ever more impressive examples of civil disobedience around the world, despite the fact that supervisors as well as workers from all professions are suffering temporary social and financial losses as a result of their actions.

For example, both chambers of the Florida legislature recently passed a law that also bans compulsory vaccination. Like the majority of US states, they are thus relying on reason and respect for civil and fundamental rights. In doing so, they are clearly acting against the administration of the US president.

Public figures accept their media "execution" and insist on their right to bodily integrity. More and more doctors are courageously refusing to vaccinate their patients against Covid-19 because of the many incalculable side effects and are being banned from practising. Formerly responsible directors of large pharmaceutical companies are leaving the company for ethical reasons and have since been educating the public.

Courageous citizens from all over the world are not impressed by announced repressions by governments and employers, claim their right to non-violent self-defence and take to the streets. This list of examples of civil disobedience could go on and on. Please, dear citizens, inform yourself in the free media. Every single example gives hope and will find imitators.

In the end, we can be curious to see which side will prevail in this undeclared war against civil societies and this unequal struggle – after all, it is about the existential question: "To Be or Not to Be".



Dr. Rudolf Hänsel ist Rektor a. D., Erziehungswissenschaftler und Diplom-Psychologe.
Dr Rudolf Hänsel is a retired rector, educationalist and qualified psychologist.



Online-Flyer Nr. 781  vom 24.11.2021

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