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Aktueller Online-Flyer vom 26. Oktober 2021  

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Kommentar
Der notwendige Kampf des persönlichen Gewissens gegen die Masse
Die psychologische Wirkung totalitärer Systeme – und wie wir uns davor schützen können
Von Rudolf Hänsel

In den letzten 17 Monaten konnte jeder wache Bürger die leuchtende "Flammenschrift an der Wand" sehen und erkennen, dass sich der Westen auf dem Weg in den Totalitarismus befindet. Unter dem Slogan der "Neuen Normalität" und dem fadenscheinigen Vorwand, mit rigorosen Corona-Maßnahmen die Volksgesundheit schützen zu wollen, wird eine totalitäre Gesellschaft geschaffen. Die Initiatoren und Vollstrecker dieses Prozesses scheinen bereits Überlegungen anzustellen, Hochrisikopersonen in Internierungslager – so genannte "Green Zone" Concentration Camps – zu transportieren, wo sie für lange Zeiträume abgesondert werden sollen (1). Bisherige Formen von Totalitarismus, wie wir sie aus der Geschichte kennen, entstanden auf ähnliche Weise: Bestimmte Freiheiten werden beschnitten oder beseitigt, die Liebe zur Freiheit wird aus den menschlichen Herzen ausgerottet und mit zunehmendem Terror verschwindet der Raum für freiheitliches Handeln. So lauten die Untersuchungsergebnisse der deutsch-amerikanischen Totalitarismus-Forscherin Hannah Arendt (2). Damit diesem totalitären Prozess Einhalt geboten werden kann und die Individualität der Bürger sowie deren zwischenmenschliche Beziehungen nicht zerstört werden, braucht es den "Kampf des persönlichen Gewissens gegen die Masse". Wie dieser persönliche Kampf aussehen kann, das beschrieb der französische Literatur-Nobelpreisträger und Kriegsgegner Romain Rolland ein Jahr nach Beginn des Großen Krieges in seinem Roman "Clerambault. Geschichte eines freien Gewissens im Krieg." (3) Im Prolog zum Roman schreibt Rolland: „KEINE IRDISCHE Rechtfertigung entschuldigt das Kapitulieren der Vernunft vor der öffentlichen Meinung.“

Auf der Straße in den Totalitarismus

Der US-amerikanische Schriftsteller C.J. Hopkins prangert in einem neueren Artikel die totalitären Corona-Maßnahmen scharf an und sieht den Westen auf der Straße in den Totalitarismus. In der englischen Originalfassung „The Road to Totalitarianism“ wählte Hopkins zur Bekräftigung seiner These und als mögliche „Endstation“ dieses Weges das allgemein bekannte Foto der Eisenbahn-Schienenstränge aus, die in das Konzentrationslager von Auschwitz führten (4). Der Himmel bewahre! Der Artikel beginnt mit einer Klarstellung:

„Die Menschen können sich einreden, dass sie nicht gesehen haben, wohin sich die Dinge in den letzten 17 Monaten entwickelt haben, aber sie haben es gesehen. Sie haben alle Zeichen auf dem Weg gesehen. Die Schilder waren alle in großen, fetten Buchstaben geschrieben, einige davon in beängstigend aussehender germanischer Schrift. Sie lasen: DAS IST DIE STRASSE IN DEN TOTALITARISMUS“ (5)

Er schließt mit der Aufforderung: „Entscheiden Sie sich für eine Seite…jetzt…oder es wird eine Seite für Sie gewählt.“

Die Entstehung eines totalitären Prozesses par excellence

Auch der französische Psychotherapeut und Professor für klinische Psychologie an der Universität Gent, Mattias Desmet, fürchtet das Entstehen einer totalitären Gesellschaft. In einem Interview mit dem Titel „Die entstehende totalitäre Dystopie“ sagt er:

„Es gibt eine unheilvolle Verbindung zwischen der Entstehung dieser Art von absolutistischer Wissenschaft und dem Prozess der Manipulation und Totalisierung der Gesellschaft. In ihrem Buch “Die Ursprünge des Totalitarismus“ beschreibt die deutsch-amerikanische politische Denkerin Hannah Arendt auf brillante Weise, wie dieser Prozess unter anderem in Nazi-Deutschland ablief. So greifen aufstrebende totalitäre Regime typischerweise auf einen ‚wissenschaftlichen‘ Diskurs zurück. Sie zeigen eine große Vorliebe für Zahlen und Statistiken, die schnell zu reiner Propaganda verkommen, gekennzeichnet durch eine radikale ‚Missachtung der Fakten‘. (…) Hannah Arendt beschreibt, wie diese Wissenschaftler fragwürdige wissenschaftliche Referenzen verkündeten, und sie verwendet das Wort ‚Scharlatane‘, um dies zu unterstreichen.“ (6)

Im weiteren Verlauf des Interviews ergänzt er:

„Der Totalitarismus ist so sehr auf totale Kontrolle ausgerichtet, dass er automatisch Misstrauen in der Bevölkerung erzeugt und die Menschen dazu bringt, sich gegenseitig zu bespitzeln und zu denunzieren. Die Menschen trauen sich nicht mehr, ihre Stimme gegen die Mehrheit zu erheben und können sich aufgrund der Beschränkungen nicht mehr so gut organisieren. Es ist nicht schwer, solche Phänomene in der heutigen Situation zu erkennen, zusätzlich zu den vielen anderen Merkmalen des entstehenden Totalitarismus.“ (7)

Auf die Frage des Interviewers, ob die Entdeckung eines Impfstoffs und die anschließende Impfkampagne die Angst der Bevölkerung lindern und das totalitäre Aufflackern beenden wird, antwortet Professor Desmet:

„Ein Impfstoff wird keinen Ausweg aus der derzeitigen Sackgasse bieten. Denn in Wahrheit ist diese Krise keine Gesundheitskrise, sondern eine tiefgreifende soziale und sogar kulturelle Krise. (…) Und die Blindheit, die die gesellschaftliche Konditionierung und Totalisierung mit sich bringt, wird denen die Schuld geben, die nicht mitmachen und/oder sich weigern, sich impfen zu lassen. Sie werden als Sündenböcke herhalten müssen. Es wird versucht werden, sie zum Schweigen zu bringen. Und wenn das gelingt, kommt der gefürchtete Wendepunkt im Prozess der Totalisierung: Erst wenn er die Opposition vollständig ausgeschaltet hat, zeigt der totalitäre Staat seine aggressivste Form. Er wird dann – um es mit Hannah Arendt zu sagen – zu einem Monster, das seine eigenen Kinder frisst. Mit anderen Worten: Das Schlimmste steht uns vielleicht noch bevor.“ (8)

Zunehmender Terror lässt den Raum für freiheitliches Handeln verschwinden


Wenn in Deutschland friedliche Demonstranten niedergeknüppelt werden wie am 1. August in Berlin, wenn in Australien das Militär für die strikte Einhaltung illegaler Corona-Maßnahmen eingesetzt wird, wenn in Frankreich Impfkritiker inhaftiert werden und in England, Italien und Griechenland die Gesellschaft in Geimpfte und Ungeimpfte gespalten wird und wenn bereits Überlegungen angestellt werden, Hochrisikopersonen in Internierungslager, so genannte „Green Zone“ Concentration Camps zu transportieren, wo sie für lange Zeiträume abgesondert werden sollen, dann grenzt das an staatlichen Terror.

Die Rolle des Terrors ist für die deutsch-amerikanische Totalitarismus-Forscherin Hannah Arendt (1906 – 1975) das entscheidende Merkmal eines totalitären Systems. Ihre Untersuchung „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ erschien 1951 in englischer Sprache unter dem Titel „The Origins of Totalitarianism“. Das folgende Zitat ist eine Warnung:

„Das Wesentliche der totalitären Herrschaft liegt also nicht darin, dass sie bestimmte Freiheiten beschneidet oder beseitigt, noch darin, dass sie die Liebe zur Freiheit aus den menschlichen Herzen ausrottet; sondern einzig darin, dass sie die Menschen, so wie sie sind, mit solcher Gewalt in das eiserne Band des Terrors schließt, dass der Raum des Handelns, und das allein ist die Wirklichkeit der Freiheit, verschwindet.“ (9)

Die Parallele zur heutigen gesellschaftlichen Entwicklung ist höchst alarmierend; doch viele Mitbürger wollen das Menetekel an der Wand (noch) nicht wahrhaben.

Bereits damals äußerte Hannah Arendt die Sorge, dass in Zukunft wiederum mit totalitären Gesellschaftsformen zu rechnen sei.

Der notwendige Kampf des persönlichen Gewissens gegen die Masse


Der Mensch besitzt nicht nur einen gesunden Verstand, er ist auch autonom. Autonomie ist der Zustand und das Lebensgefühl der Selbstbestimmung, Unabhängigkeit und Selbstverwaltung. Philosophisch gesehen ist sie die Fähigkeit, sich als Wesen der Freiheit zu sehen und aus dieser Freiheit heraus zu handeln. Damit ist sie auch die Kraft zum Nicht-Mitmachen (Adorno). Ausgestattet mit diesen besonderen Fähigkeiten übergibt der Mensch keinem anderen die Macht, über sein Leben und seine Zukunft zu entscheiden.

Der Aufklärer Immanuel Kant (1724-1804) stufte den gesunden Menschenverstand im Alltag als nützlicher ein als wissenschaftliche Erkenntnisse. Fu?r den erfolgreichen Gebrauch des gesunden Menschenverstands stellt er drei Maximen auf:
  1. „Selbstdenken“
  2. „An der Stelle jedes andern denken“
  3. „Jederzeit mit sich selbst einstimmig denken“ (10)
Ähnlich sieht es der französische Schriftsteller, Literatur-Nobelpreisträger und Pazifist Romain Rolland (1866-1944). In seinem Antikriegs-Roman „Clerambault. Geschichte eines freien Gewissens im Krieg“, den er bereits im August 1915 in der Schweiz konzipierte, richtete er zunächst einige Worte an den Leser. Wache Zeitgenossen werden sie sicher nachempfinden können. Er bringt darin seine Gefühlslage in der schwierigen Zeit des bereits wütenden Krieges zum Ausdruck.

„Dieses Werk ist kein Roman, sondern das Bekenntnis einer freien Seele inmitten der Qual, die Geschichte ihrer Irrungen, Ängste und Kämpfe. (…) Ich wollte in diesem Werke das innere Labyrinth schildern, das eine schwache, unentschiedene, erregbare und verführbare, aber doch aufrichtige und in ihrem Wahrheitswillen leidenschaftliche Natur langsam vorwärtstastend durchirrt.“ (11)

Die Einleitung zu seinem Buch schrieb Rolland im März 1917:

„Gegenstand des Buches ist nicht der Krieg, obzwar er es überschattet. Sein wirkliches Thema ist das Versinken der Einzelseele im Abgrund der Massenseele. Ein für die Zukunft der Menschheit viel entscheidenderes Phänomen als die vorübergehende Oberherrschaft einer oder der anderen Nation.

Freie Seelen, stark Charaktere – das tut heute der Welt am meisten not! Auf den verschiedensten Wegen – (…) – kehren wir zur Form des Herdenlebens zurück. Nur langsam hat sich der Mensch dem heißen Lehm der Erde entrungen. Nun scheint es, als ob seine tausendjährige Anstrengung erschöpft sei, und er lässt sich wieder in das Weiche zurücksinken. Die Massenseele schluckt ihn auf, der entnervende Atem der Tiefe reißt ihn mit sich…Auf darum! Rafft euch zusammen, ihr, die ihr glaubt, dass der Kreislauf noch nicht erfüllt sei! Wagt es, euch von der Herde abzusondern, die euch fortzieht.

Jeder Mensch muss, so er ein wahrer Mensch ist, lernen, allein innerhalb aller zu stehen, allein für alle zu denken – wenn es not tut, sogar auch gegen alle! Aufrichtig denken heißt für alle denken, selbst wenn man gegen alle denkt. Die Menschheit bedarf derer, die ihr aus Liebe Schach bieten und sich gegen sie auflehnen, wenn es not tut! Nicht indem ihr der Menschheit zuliebe euer Gewissen und eure Gedanken fälscht, dient ihr der Menschheit, sondern indem ihr ihre Unantastbarkeit gegen gesellschaftlichen Missbrauch verteidigt; (...).“ (12)


Fussnoten:

(1) https://www.cdc.gov/coronavirus/2019-ncov/global-covid-19/shielding-approach-humanitarian.html
(2) Arenth, Hannah (1995, 4. Auflage). Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft. Antisemitismus, Imperialismus, Totalitarismus. München
(3) Rolland, Romain (1988). Clerambault. Geschichte eines freien Gewissens im Krieg. Reinbek bei Hamburg
(4) https://cjhopkins.substack.com/p/the-road-to-totalitarianism
(5) https://www.freiewelt.net/nachricht/cj-hopkins-der-westen-ist-auf-der-strasse-in-den-totalitarismus-10085880/
(6) https://blog.bastian-barucker.de/die-entstehende-totalitaere-dystopie-interview-mit-professor-mattias-desmet/
(7) A. a. O.
(8) A. a. O.
(9) https://de.wikipedia.org/wiki/Totalitarismus
(10) de.wikipedia.org. Stichwort „Gesunder Menschenverstand“
(11) Rolland, Romain (1988) Clerambault. Geschichte eines freien Gewissens im Krieg. Reinbek bei Hamburg, S. 9
(12) A. a. O., S .11ff.


English version:
The Necessary Struggle of the Personal Conscience Against the Masses
The psychological effect of totalitarian systems – and how we can protect ourselves from them

By Dr. Rudolf Hänsel

In the last 17 months, every alert citizen could see the glowing 'flame writing on the wall' and realise that the West is on the road to totalitarianism. Under the slogan of 'New Normality' and the flimsy pretext of wanting to protect public health with rigorous Corona measures, a totalitarian society is being created. The initiators and enforcers of this process already seem to be considering transporting high-risk individuals to internment camps – so-called 'Green Zone' Concentration Camps – where they will be sequestered for long periods of time (1). Previous forms of totalitarianism, as we know them from history, arose in a similar way: Certain freedoms are curtailed or eliminated, the love of freedom is eradicated from human hearts, and as terror increases, the space for liberal action disappears. These are the findings of the German-American totalitarianism researcher Hannah Arendt (2). In order to put a stop to this totalitarian process and to prevent the individuality of citizens and their interpersonal relationships from being destroyed, the "struggle of the personal conscience against the masses" is needed. How this personal struggle can look like was described by the French Nobel Prize winner for literature and war opponent Romain Rolland one year after the beginning of the Great War in his novel "Clerambault. History of a Free Conscience in War." (3) In the prologue to the novel, Rolland writes: "NO IRDISH justification excuses the capitulation of reason to public opinion."

On the road to totalitarianism

In a recent article, the US writer C.J. Hopkins strongly denounces the totalitarian Corona measures and sees the West on the road to totalitarianism. In the original English version, "The Road to Totalitarianism", Hopkins chose the commonly known photograph of the railway tracks leading to the Auschwitz concentration camp to reinforce his thesis and as a possible "terminus" of this road (4). Heaven forbid! The article begins with a clarification:

"People can tell themselves that they have not seen where things have been heading in the last 17 months, but they have. They have seen all the signs along the way. The signs were all written in big, bold letters, some of them in scary-looking Germanic script. They read: THIS IS THE ROAD TO TOTALITARIANISM" (5).

He concludes with the request: "Choose a side...now...or a side will be chosen for you."

The emergence of a totalitarian process par excellence

The French psychotherapist and professor of clinical psychology at Ghent University, Mattias Desmet, also fears the emergence of a totalitarian society. In an interview entitled "The Emerging Totalitarian Dystopia", he said:

"There is an ominous connection between the emergence of this kind of absolutist science and the process of manipulation and totalisation of society. In her book "The Origins of Totalitarianism", the German-American political thinker Hannah Arendt brilliantly describes how this process took place in Nazi Germany, among other places. Thus, emerging totalitarian regimes typically resort to a 'scientific' discourse. They show a great predilection for figures and statistics, which quickly degenerate into pure propaganda, characterised by a radical 'disregard for facts'. (...) Hannah Arendt describes how these scientists promulgated questionable scientific credentials, and she uses the word 'charlatans' to emphasise this." (6)

Later in the interview he adds:

"Totalitarianism is so focused on total control that it automatically creates distrust in the population and makes people spy on each other and denounce each other. People no longer dare to raise their voices against the majority and cannot organise themselves as well because of the restrictions. It is not difficult to see such phenomena in today's situation, in addition to the many other features of emerging totalitarianism." (7)

When asked by the interviewer whether the discovery of a vaccine and the subsequent vaccination campaign will alleviate public fear and end the totalitarian flare-up, Professor Desmet replies:

"A vaccine will not provide a way out of the current impasse. Because the truth is that this crisis is not a health crisis, but a profound social and even cultural crisis. (...) And the blindness that social conditioning and totalisation brings will blame those who do not participate and/or refuse to be vaccinated. They will be made scapegoats. Attempts will be made to silence them. And if this succeeds, the dreaded turning point in the process of totalisation will come: only when it has completely eliminated the opposition will the totalitarian state show its most aggressive form. It then becomes – to use Hannah Arendt's words – a monster that eats its own children. In other words, the worst is perhaps yet to come." (8)

Increasing terror makes the space for liberal action disappear

When peaceful demonstrators are bludgeoned in Germany as they were in Berlin on 1 August, when the military is used in Australia for strict compliance with illegal Corona measures, when vaccination critics are imprisoned in France and society is divided into vaccinated and unvaccinated in England, Italy and Greece, and when consideration is already being given to transporting high-risk individuals to internment camps, so-called "Green Zone" Concentration Camps, where they are to be sequestered for long periods of time, this borders on state terror.

For the German-American totalitarianism researcher Hannah Arendt (1906 - 1975), the role of terror is the decisive characteristic of a totalitarian system. Her study "Elements and Origins of Total Rule" was published in English in 1951 under the title "The Origins of Totalitarianism". The following quotation is a warning:

"The essence of totalitarian rule, then, is not that it curtails or eliminates certain freedoms, nor that it eradicates the love of freedom from human hearts; but solely that it locks men, as they are, into the iron bond of terror with such violence that the space of action, and that alone is the reality of freedom, disappears." (9)

The parallel to today's social development is highly alarming; yet many fellow citizens do not (yet) want to acknowledge the writing on the wall.

Even back then, Hannah Arendt expressed the concern that totalitarian forms of society could again be expected in the future.

The necessary struggle of the personal conscience against the masses

Human beings not only possess a sound mind, they are also autonomous. Autonomy is the state and attitude towards life of self-determination, independence and self-government. Philosophically, it is the ability to see oneself as a being of freedom and to act out of this freedom. Thus it is also the power to not participate (Adorno). Equipped with these special abilities, man does not hand over the power to decide his life and future to anyone else.

The Enlightenment philosopher Immanuel Kant (1724-1804) rated common sense as more useful in everyday life than scientific knowledge. He sets out three maxims for the successful use of common sense:
  1. "Think for yourself"
  2. "Think in the place of everyone else".
  3. "Think in unison with oneself at all times" (10)
The French writer, Nobel Prize winner for literature and pacifist Romain Rolland (1866-1944) took a similar view. In his anti-war novel "Clerambault. Story of a Free Conscience in War", which he conceived in Switzerland as early as August 1915, he first addressed a few words to the reader. Alert contemporaries will certainly be able to relate to them. In it, he expresses his emotional state in the difficult time of the already raging war.

"This work is not a novel, but the confession of a free soul in the midst of agony, the story of its aberrations, fears and struggles. (...) I wanted to describe in this work the inner labyrinth through which a weak, undecided, excitable and seducible, yet sincere nature, passionate in its will to truth, slowly gropes its way forward." (11)

Rolland wrote the introduction to his book in March 1917:

"The subject of the book is not the war, although it overshadows it. Its real theme is the sinking of the individual soul into the abyss of the mass soul. A phenomenon much more decisive for the future of humanity than the temporary supremacy of one nation or another.

Free souls, strong characters – that is what the world needs most today! In the most diverse ways – (...) – we are returning to the form of herd life. Man has only slowly wrested himself from the hot clay of the earth. Now it seems as if his thousand years of effort are exhausted, and he lets himself sink back into the soft. The mass soul swallows him up, the enervating breath of the deep drags him along...Up therefore! Pull yourselves together, you who believe that the cycle is not yet fulfilled! Dare to separate yourselves from the herd that draws you away.

Every man, if he is a true man, must learn to stand alone within all, to think alone for all – if necessary, even against all! To think sincerely is to think for all, even if one thinks against all. Humanity needs those who offer it chess out of love and rebel against it when it is necessary! Not by falsifying your conscience and thoughts for the sake of humanity do you serve humanity, but by defending its sanctity against social abuse; (...)." (12)


Footnotes:

(1) https://www.cdc.gov/coronavirus/2019-ncov/global-covid-19/shielding-approach-humanitarian.html
(2) Arenth, Hannah (1995, 4th ed.). Elements and Origins of Total Rule. Anti-Semitism, Imperialism, Totalitarianism. Munich
(3) Rolland, Romain (1988). Clerambault. History of a free conscience in war. Reinbek near Hamburg
(4) https://cjhopkins.substack.com/p/the-road-to-totalitarianism
(5) https://www.freiewelt.net/nachricht/cj-hopkins-der-westen-ist-auf-der-strasse-in-den-totalitarismus-10085880/
(6) https://blog.bastian-barucker.de/die-entstehende-totalitaere-dystopie-interview-mit-professor-mattias-desmet/
(7) A. op. cit.
(8) A. op. cit.
(9) https://de.wikipedia.org/wiki/Totalitarismus
(10) en.wikipedia.org. Keyword "Common sense"
(11) Rolland, Romain (1988). Clerambault. History of a free conscience in war. Reinbek near Hamburg, p. 9
(12) A. op. cit., p. 11ff.



Dr. Rudolf Hänsel ist Diplom-Psychologe und Erziehungswissenschaftler.
Dr. Rudolf Hänsel is a qualified psychologist and educationalist.




Online-Flyer Nr. 775  vom 25.08.2021

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