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Aktueller Online-Flyer vom 21. April 2021  

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Kommentar
Zum Gedenktag des US-NATO-Angriffskriegs 1999 ein waffenklirrendes Großmanöver nahe der russischen Grenze und rund um Serbien
"Defender Europe 21" – eine Drohung gegenüber Russland und Serbien?
Von Rudolf Hänsel

Einige Tage vor dem 24. März, dem Beginn des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs der US-NATO gegen die Bundesrepublik Jugoslawien im Jahr 1999 weisen die serbische „Prawda“ und die deutsche „Lausitzer Rundschau“ darauf hin, dass die US-Armee und die NATO begonnen haben, wieder die Waffen nahe der russischen Grenze und rund um Serbien klirren zu lassen (1). Eines der Ziele des Groß-Manövers „Defender Europe 21“ sei es, in Friedenszeiten eine Division von einem Ort in den USA “auf ein potentielles Schlachtfeld in Europa“ zu verlegen. Die militärischen Übungsplätze seien vor allem die NATO-Länder Rumänien und Bulgarien unter Einbezug der KFOR-Basis Camp Bondsteel. Das NATO-Mitglied Deutschland wird eine zentrale Drehscheibe bilden.

Anstatt sich bei den Opfern der 1999 begangenen Kriegsverbrechen und des mit Uranwaffen wissentlich und willentlich herbeiführten Völkermords zu entschuldigen und diese materiell zu entschädigen und medizinisch zu unterstützen, baut man erneut ein mörderisches Drohpotential gegen die beiden Bruderländer Russland und Serbien auf. Nachdem in diesem 78-Tage-Krieg die Wirtschaft und Infrastruktur Serbiens zu großen Teilen zerstört und ganze Landstriche durch den Einsatz hochgiftiger und radioaktiver Uranwaffen verseucht wurden, nahmen Jahre später multiple Krebserkrankungen, Missbildungen bei Neugeborenen und aggressive Leukämieerkrankungen bei Kindern sprunghaft zu.

Im Jahr 2020 kam es laut medizinischer Plattform „Izis“ zu Zehntausenden bösartigen Neuerkrankungen in Serbien. Doch aufgrund der Umwandlung vieler Hospitäler in reine „Corona-Ambulanzen“ kommen diese Krebs-Patienten erst im Endstadium zur dringend nötigen medizinischen Behandlung. Dort kann man ihnen dann nur noch eine unterstützende Therapie anbieten.

In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, was die serbische Regierung in den letzten Jahrzehnten unternahm, um den vom US-NATO-Krieg nachhaltig betroffenen Bürgerinnen und Bürgern beizustehen und die Mediziner, wissenschaftlichen Experten und Institutionen, die ihnen in ihrer Not aufopferungsvoll Hilfe leisten, zu unterstützen? Es ist zu hoffen, dass sich unabhängige internationale Experten umgehend des Themas annehmen.


Fußnote:

(1) https://www.lr-online.de/nachrichten/brandenburg/defender-europe-21-gross-manoever-der-usa-_-was-kommt-auf-die-lausitz-zu_-54880745.html; https://pravda.rs/2021/3/19/nato-i-amerika-zveckaju-oruzjem-oko-srbije-trajace-sve-do-leta/; www.pravda.rs, 19.03.2021: „Nato und Amerika lassen die Waffen klirren rund um Serbien“



English version:
On the commemoration day of the US-NATO war of aggression in 1999, a weapons clashing large-scale manoeuvre near the Russian border and around Serbia.
"Defender Europe 21" – a threat against Russia and Serbia?

By Dr. Rudolf Hänsel

A few days before 24 March, the beginning of the US-NATO war of aggression against the Federal Republic of Yugoslavia in 1999, which was contrary to international law, the Serbian "Pravda" and the German "Lausitzer Rundschau" point out that the US army and NATO have started to let the weapons clang again near the Russian border and around Serbia (1). One of the goals of the large-scale manoeuvre "Defender Europe 21" is to move a division from a location in the USA "to a potential battlefield in Europe" in peacetime. The military training sites are mainly the NATO countries Romania and Bulgaria, including the KFOR base Camp Bondsteel. NATO member Germany will form a central hub.

Instead of apologising to the victims of the war crimes committed in 1999 and of the genocide knowingly and willingly brought about with uranium weapons, and instead of compensating them materially and providing them with medical support, a murderous threat potential is once again being built up against the two brother countries Russia and Serbia. After the economy and infrastructure of Serbia were destroyed to a large extent in this 78-day war and whole swathes of land were contaminated by the use of highly toxic and radioactive uranium weapons, years later multiple cancers, deformities in newborns and aggressive leukaemia in children increased by leaps and bounds.

In 2020, according to the medical platform "Izis", there were tens of thousands of new malignant cases in Serbia. However, due to the transformation of many hospitals into pure "corona outpatient clinics", these cancer patients only come for urgently needed medical treatment in the final stage. There, they can then only be offered supportive therapy.

In this context, the question also arises as to what the Serbian government has done in the past decades to assist the citizens who have been permanently affected by the US-NATO war and to support the medical doctors, scientific experts and institutions who are sacrificially providing them with help in their time of need? It is hoped that independent international experts will take up the issue without delay.


Footnote:

(1) https://www.lr-online.de/nachrichten/brandenburg/defender-europe-21-gross-manoever-der-usa-_-was-kommt-auf-die-lausitz-zu_-54880745.html; https://pravda.rs/201/3/19/nato-i-amerika-zveckaju-oruzjem-oko-srbije-trajace-sve-do-leta/; www.pravda.rs, 19.03.2021: "Nato and America let weapons clang around Serbia"



Dr. Rudolf Hänsel ist Diplom-Psychologe und Erziehungswissenschaftler.
Dr. Rudolf Hänsel is a graduate psychologist and educationalist.




Online-Flyer Nr. 764  vom 24.03.2021

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