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Aktueller Online-Flyer vom 11. August 2020  

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Kommentar
Mängel und Lücken bei der Diskussion zum Thema Corona-Virus bei Maybrit Illner
Das Leben ist das höchste Gut des Menschen – nicht die Freiheit
Von Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait

Die Maybrit Illner Sendung zeigte in der Diskussion gravierende Mängel und Lücken. Die Redaktion sollte die Sendung so vorbereiten, dass Teilnehmer nicht in technisch-wissenschaftliche Details abdriften, sondern einfach und sachlich über den jetzigen Coronavirus und seine Auswirkungen in der deutschen Bevölkerung sprechen. Praktizierende Ärzte wären zu befragen, aber sie glänzten durch Abwesenheit.

1. Das Virus ist nicht unbedingt tödlich. Die Personen mit Krankheiten, vor allem chronischen, stellen eine letale Risiko-Gruppe dar. Die meisten Todesfälle trifft auf Personen zu, die eigentlich an einer anderen Krankheit sterben, aber mit dem Corona-Virus infiziert sind und nicht die Abwehrkräfte einer gesunden Person haben; sie sterben mit Coronavirus, aber nicht unbedingt an Coronavirus. Diese medizinische Unterscheidung ist zu treffen, um keine unbegründeten Ängste in der Gesellschaft zu verbreiten. Todesfälle bei angesteckten jungen Menschen sind bisher die triste Ausnahme, möglicherweise damit zu erklären, dass sie als Raucher oder aufgrund der Arbeitsumgebung ein geschwächtes Gewebe der Atemwege und Lunge hatten oder ein geschwächstes Immunsystem.

2. Wie viele angesteckte Personen haben sich schon erholt? Diese wichtige Frage von Maybrit Illner wurde nicht beantwortet und sie hat darauf leider nicht bestanden.

3. Welche Symptome weisen auf die Infektion mit Coronavirus hin? Nur diejenigen Menschen, die solche Symptome haben, können den entsprechenden Test durch ihren Hausarzt verlangen. Die Ärzte sind die qualifizierten Fachleute, um den jeweiligen Test zu veranlassen. Nicht jedes Individuum, das glaubt, an Corona infiziert zu sein, weil es sich erkältet hat, sollte den Corona-Test telefonisch verlangen dürfen. Sinnvolle Anordnungen in dieser Sache sind notwendig. Darüber entstand bei Maybrit Illner keine Klarheit.

Die Symptome sind klar und präzis zu wissen: Trockenes Husten, Halsschmerz, Müdigkeit, starke Kopfschmerzen und zuletzt Fieber über 37,5 Grad Celsius, das als letztes erscheint. Jeder Mensch, der zwei dieser Symptome hat, muss sich sofort isolieren und kurieren, so wie eine Grippe zu kurieren ist. Der Virus attackiert den obersten Teil der Luftwege. Lungenentzündung sind extrem gravierende Fälle, nicht die Regel. Ein Lungenarzt kann die Lage und Gefährlichkeit des Virus viel besser erklären als Virologen oder Professoren, die sich nur wichtig machen, indem sie die Lage komplizierter darstellen, als sie wirklich ist. Die Zuschauer brauchen keine technischen Details. Sie brauchen pragmatische und vernünftige Hinweise, um die Infektion selbst zu vermeiden und sie im Fall von Ansteckung zu bewältigen.

Ungenügende oder fehlerhafte mediale Information kann unbegründete, ja unberechtigte Ängste in der Gesellschaft schaffen, was zu vermeiden ist. Seriosität und Verantwortung sind gefragt, vor allem beim Journalismus, um durch die sanitäre Krise zu kommen.

Zu Recht sagte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass diese Krise der größte Test, die größte Herausforderung für die Europäische Union sei. Der UN-Generalsekretär Antonio Guterres meldete eine weltweite Rezesion und rief die Regierungen der Weltstaatengemeinschaft auf, ein allgemeines universelles Notfallgrundeinkommen zu fixieren, um durch diese Notlage zu kommen. (Meldung 6.4.2020)

Ein gravierender Irrtum, ja ein Bewertungsfehler, ereignete sich in der Sendung bei Maybrit Illner, als eine Teilnehmerin sagte, die Freiheit sei das höchste Gut. Die Redaktion und jeder Wissenschaftler sollte wissen: Nicht die Freiheit, sondern das Leben ist das höchste Gut des Menschen, das höchste Rechtsgut in einem Rechtsstaat wie Deutschland! Gerade deshalb sind Freiheitseinschränkungen erforderlich und völlig legitim - wenn die Gesundheit des Menschen, nämlich das Leben gefährdet ist. Daher sind Polizisten auch autorisiert, gegen Verkehrssünder vorzugehen. Einige Staaten verhängen hohe Geldstrafen und sogar Gefängnis für solche unverantwortlichen, ja gewissenlose Leute.


Anmerkung: Die NRhZ-Herausgeber könnten sich der Auffassung, dass Freiheitseinschränkungen erforderlich und völlig legitim sind, anschließen, wenn es sich unzweifelhaft um eine hochgefährliche Seuche handelte, die es abzuwehren gelte. Es gibt allerdings schwerwiegende Hinweise, dass hier von global operierenden Kreisen ein übles Spiel getrieben wird.


Verfasst am 6.4.2020 unter Bezugnahme auf ZDF-Sendung “Maybrit Illner” vom 2.4.2020: "Testen, Tracken, Impfen – Wettlauf gegen die Zeit"


Luz María de Stéfano Zuloaga de Lenkait ist chilenische Rechtsanwältin und Diplomatin (a.D.). Sie war tätig im Außenministerium und wurde unter der Militärdiktatur aus dem Auswärtigen Dienst entlassen. In Deutschland hat sie sich öffentlich engagiert für den friedlichen Übergang der chilenischen Militärdiktatur zum freiheitlichen demokratischen Rechtsstaat, u.a. mit Erstellen von Gutachten für Mitglieder des Deutschen Bundestages und Pressearbeit, die Einheit beider deutschen Staaten als ein Akt der Souveränität in Selbstbestimmung der beiden UN-Mitglieder frei von fremden Truppen und Militärbündnissen, einen respektvollen rechtmäßigen Umgang mit dem vormaligen Staatsoberhaupt der Deutschen Demokratischen Republik Erich Honecker im vereinten Deutschland, für die deutsche Friedensbewegung, für bessere Kenntnis des Völkerrechts und seine Einhaltung, vor allem bei Politikern, ihren Mitarbeitern und in Redaktionen. Publikationen von ihr sind in chilenischen Tageszeitungen erschienen (El Mercurio, La Epoca), im südamerikanischen Magazin “Perfiles Liberales”, und im Internet, u.a. bei Attac, Portal Amerika 21, Palästina-Portal. Einige ihrer Gutachten (so zum Irak-Krieg 1991) befinden sich in der Bibliothek des Deutschen Bundestages.


Online-Flyer Nr. 741  vom 08.04.2020

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