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Aktueller Online-Flyer vom 23. September 2019  

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Globales
Unterwanderte SZ taub und blind vor den realen existentiellen Problemen Europas
Zäsur in der Geschichte
Von Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait

Stefan Kornelius schwimmt in erbärmlicher Ratlosigkeit. Für einen Chef des außenpolitischen Ressorts zeigt er eine unentschuldbare Ahnungslosigkeit, wie sich Europa zukünftig verhalten sollte. Die Frage, wie die Zukunft für Deutschland und Europa aussehen soll, ist existentiell. Damit sollte sich Stefan Kornelius eigentlich befasst haben, aber gerade hier stellt sich seine Unprofessionalität und die der SZ-Redaktionen bloß. Ihre Unterwanderung und Infiltration machen sie taub und blind vor den realen existentiellen Problemen des Landes und Europas.

Fixiert auf US-Führerschaft Europas, die es nicht mehr gibt

Ohne Bildung in internationalen Beziehungen und die festgeschriebene Weltordnung ignorierend, bleibt der Chef des Ressorts Außenpolitik der Süddeutsche Zeitung fixiert auf eine US-Führerschaft Europas, die es nicht mehr gibt und die immer wieder seit dem letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhundert die Weltunordnung geschafft hat. Deshalb ist das so genannte amerikanische Jahrhundert (21. Jahrhundert) ein schrecklich blutiges Jahrhundert geworden mit zahlreichen Aggressionskriegen, Kollaboration mit und Unterstützung von Terroristen und Kampfgruppen aller Art, die im Nahen Osten, zuletzt in Syrien, wüten und morden. Dieser US-Schrecken hat eine lange Vorgeschichte, die überhaupt nichts mit dem heutigen Präsidenten Donald Trump zu tun hat.

Korea, Vietnam,... - wiederholte US-Schrecken und Grausamkeiten


Schon der Korea-Krieg (1953) war ein brutaler Bruch des Völkerrechts und ein grausamer Verstoß gegen die menschlichen Genfer-Konventionen mit inhumanen US-Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Der Vietnam-Krieg (1955-1975) wiederholte sie und setzte die US-Schrecken und Grausamkeiten fort.

US-Vasallengebiet Europa

Und Europa? In der Nachkriegszeit wurde Europa ein US-Vasallengebiet und blieb es bis heute. Zu den politisch infantilen Kreisen und Journalisten, die ohne Führerschaft nicht allein zu laufen wagen, gehört Stefan Kornelius, der nicht begreifen will oder kann, dass die Zeit des Führers vorbei ist. Er traut sich nicht, selbst ohne Vorgaben zu denken, von Selbstkritik ganz zu schweigen. Er gewöhnte sich daran, unter dem US-Diktat alles als bare Münze zu nehmen und für die Öffentlichkeit zu reproduzieren. Daher heute seine Frustration und Ahnungslosigkeit, da diese Zeit zum Glück endlich vorbei ist.

Neue internationale Verhältnisse sind seit langem entstanden, aber deutsche Redaktionen wollten sie aus Hochmut, Blindheit und Dummheit nicht wahrnehmen.

Nein. Der amtliche Präsident Donald Trump ist nicht verantwortlich für die Verrohung der Weltordnung, vielmehr aktuelle europäische Staatschefs, die mit zerstörerischen US-Kriegen und -Überfällen auf Länder und Völker kollaboriert haben.

USA als "Lösungs- und Ordnungsmacht in der Welt"?

Der starke Einfluss der USA in der Welt ist dadurch selbstverständlich verloren gegangen, was nicht verwunderlich ist. Warum erwartet Stefan Kornelius, dass die USA als „Lösungs- und Ordnungsmacht in der Welt“ auftritt? Sie sind es niemals gewesen, ganz im Gegenteil, und das ist nicht ihre Funktion. Auch keine andere Regierung irgendeines anderen Landes hat diese Funktion.

Dafür gilt die legale Verpflichtung aller Regierungen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, sich an das Völkerrecht zu halten, d.h. an die festgeschriebenen internationalen Regeln der Charta der Vereinten Nationen (UN). Auf dieser Grundlage ist die Weltordnung wiederherzustellen, wie die Präsidenten Frankreichs und Russlands vor kurzem bei ihrem Treffen in Bregançon am 19.8.2019 erkannten, um die Zivilisation zu retten. Nicht die USA sind aufgerufen, Weltpolitik zu gestalten, sondern die Völkerstaatengemeinschaft, die Vereinten Nationen. Die Ordnungsrichtlinien sind dort schon seit 1945 in Kraft gesetzt. Die Weltentfremdung und Schwäche der USA und der EU begann mit dem Verstoß gegen diese völkerrechtlichen Richtlinien. Deshalb kann man von einer Weltunordnung made in Amerika und in Europa schreiben. Aber Stefan Kornelius lässt Europa beiseite und sorgt sich um Donald Trump, allerdings ganz oberflächlich und ohne Kontext.

Nicht nur die US-Regierung von Donald Tump unterstützt das jüdische Apartheid-Regime von Benjamin Netanjahu, sondern auch Deutschland und EU, die nicht imstande sind, Sanktionen gegen Israel zu beschließen. Es ist wirklich ein Hohn, dass dieses aggressive Regime innerhalb der EU auch noch einen privilegierten Status einnimmt. Das gefährdet Europa und macht die EU unberechenbar. Darüber kein Wort von Kornelius, keine Kritik von anderen Redaktionsmitgliedern.

China mit Respekt für andere ohne Versuch, sein ökonomisches Modell in anderen Ländern durchzusetzen

Der Aufstieg Chinas zu einer Weltmacht ist zu begrüßen. China stärkt die Hoffnung auf Wohlstand und Frieden für die ganze Welt. China ist keine aggressive Macht. Die chinesische Kultur übermittelt Respekt für den anderen mit Finesse und Höflichkeit. Von China kann man lernen, kultiviert respektvoll miteinander umzugehen. China hält sich an das Friedensgebot der UN-Charta und an die zivilisatorischen UN-Vorschriften, um einen Konflikt zu lösen. Im Gegensatz zu den USA versucht Peking nicht, sein ökonomisches Modell und politisches System in anderen Ländern durchzusetzen.

Neue Etappe mit Herrschaft des Rechts

Die Zäsur in der Geschichte als Ende "einer amerika-zentristischen Welt" ist mit Optimismus wahrzunehmen als ein Aufbruch in eine neue Etappe ohne Kriege, ohne Aggressionen, ohne Erpressung und ohne Einschüchterung, eine Etappe der Herrschaft des Rechts. Die Willkür der transatlantischen Macht ist zu Ende. Die Zeit für Selbstbestimmung bricht an und fordert Europa heraus, sich selbst zu finden und sich selbstsicher auf dem Boden des Völkerrechts zu behaupten.

Trumps vorrangige Sorge: US-Verschuldung und möglicher Wirtschaftskollaps

Was Donald Trump angeht, ist der US-Präsident selbstverständlich beschäftigt und besorgt, den wirtschaftlichen Kollaps seines Landes zu verhindern. Die wirtschaftliche Krise hat er von seinem Vorgänger geerbt. Unter Obama wuchs die US-Krise so weit an, dass der vormalige US-Präsident nicht einmal die Regierungsbeamten bezahlen konnte. US-Präsident Trump muss sich jetzt dieser alarmierenden US-Lage widmen. Daher die Zölle und andere Maßnahmen, die für Europäer sicherlich nicht passen, aber für das Befolgen von EU-Stimmungen und Interessen wurde US-Präsident Donald Trump nicht gewählt. Er ist für sein Land an erster Stelle verantwortlich. Die Verschwendung von Trilliarden US-Dollar in ständigen kriegerischen Militäreinsätzen im Ausland und in über 800 US-Militärstützpunkten rund um den Globus haben natürlich den US-Haushalt übermäßig strapaziert und eine ungeheure Verschuldung anwachsen lassen. Die John-Hopkins Universität hat diese extreme Lage vor langem schon prognostiziert und grundsätzlich angemahnt.

Gezielte, unnötige Konfrontation seit 1945 erst mit Sowjetunion, dann mit Russland

Seit 1945 erlebt die Öffentlichkeit eine gezielte, unnötige Konfrontation mit der Sowjetunion, dann mit Russland, eine verkehrte Welt unter dem Diktat des Westens, zuerst mittels des von den USA und ihren Vasallenregierungen konstruierten Kalten Krieg, dann das Trugbild eines aggressiven Russlands nach der kurzen Ära Gorbatschow/Jelzin. Diese verkehrte Realität ist jetzt endlich zu erkennen, gerade weil das US-Diktat der aufeinander folgenden US-Regierungen Clinton/Bush/Obama/Trump immer versucht hat, eine Friedensordnung in Europa, ja eine europäische Sicherheitsordnung zu verhindern, obwohl es eine rein europäische Angelegenheit ist.

Die Wende war längst erforderlich. NATO und andere Militärverschwendungen sind zu stoppen. Das ist im Interesse der USA , im Interesse Deutschlands und aller europäischen Staaten und Völker.

Gute Beziehungen mit den USA wie zu allen anderen Staaten der Welt

Gute Beziehungen mit den USA sind auf völkerrechtlicher Basis zu pflegen, konstruktiv und freundlich, wie zu allen anderen Staaten der Welt. Aber zuallererst muss sich Europa selbst gestalten. Einem anderen Staat die Schuld zuzuweisen für eigene Inkompetenz und Vernachlässigung ist reine Ablenkung von eigener Verantwortungslosigkeit und fahrlässigen Unterlassungen.


Verfasst am 25.08.2019 unter Bezugnahme auf den Leitartikel in Süddeutsche Zeitung (SZ) vom 24.8.2019: „USA – Macht der Willkür“ von Stefan Kornelius

Luz María de Stéfano Zuloaga de Lenkait ist chilenische Rechtsanwältin und Diplomatin (a.D.). Sie war tätig im Außenministerium und wurde unter der Militärdiktatur aus dem Auswärtigen Dienst entlassen. In Deutschland hat sie sich öffentlich engagiert für den friedlichen Übergang der chilenischen Militärdiktatur zum freiheitlichen demokratischen Rechtsstaat, u.a. mit Erstellen von Gutachten für Mitglieder des Deutschen Bundestages und Pressearbeit, die Einheit beider deutschen Staaten als ein Akt der Souveränität in Selbstbestimmung der beiden UN-Mitglieder frei von fremden Truppen und Militärbündnissen, einen respektvollen rechtmäßigen Umgang mit dem vormaligen Staatsoberhaupt der Deutschen Demokratischen Republik Erich Honecker im vereinten Deutschland, für die deutsche Friedensbewegung, für bessere Kenntnis des Völkerrechts und seine Einhaltung, vor allem bei Politikern, ihren Mitarbeitern und in Redaktionen. Publikationen von ihr sind in chilenischen Tageszeitungen erschienen (El Mercurio, La Epoca), im südamerikanischen Magazin “Perfiles Liberales”, und im Internet, u.a. bei Attac, Portal Amerika 21, Palästina-Portal. Einige ihrer Gutachten (so zum Irak-Krieg 1991) befinden sich in der Bibliothek des Deutschen Bundestages.


Online-Flyer Nr. 716  vom 28.08.2019

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