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Aktueller Online-Flyer vom 13. November 2018  

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Kommentar
Kommentar vom Hochblauen
Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant
Von Evelyn Hecht-Galinski

Dieser Spruch von Heinrich Hoffmann von Fallersleben trifft den Nagel auf den Kopf und überdauert in seiner zeitlosen Genauigkeit alle Jahrhunderte. Werden wir demnächst in Deutschland erleben, dass man quasi per App oder Knopfdruck Denunzierung zum Volkssport werden lässt? Hatten wir das nicht schon einmal? Gerade in Deutschland hatte Petzen und Anschwärzen Konjunktur, als während der Nazizeit ein System von Spitzeln aufgebaut wurde, das nur ein Ziel hatte, nämlich "Volksfeinde" und versteckte Juden zu finden. Auch jüdische Greifer und, wie mir mein Vater aus seinen Erzählungen aus Auschwitz berichtete, waren jüdische Kapos gefürchtet. Jüdische Kollaborateure waren besonders gefürchtet, weil sie so "übertüchtig" waren. Als Hannah Arendt ihre These der Mitverantwortung jüdischer Kapos am Holocaust und der Mitverantwortung am Tod von sechs Millionen aufstellte, da war dieses Thema sofort umstritten, durfte nicht an diesem jüdische Trauma gerührt werden und wurde dieses Thema zum Tabu erklärt. Interessant ist, dass Hannah Arendt als eine der meist zitierten jüdischen Intellektuellen nicht zitiert wird, wenn es um dieses "heikle Thema" geht.

Schreckliches Déjà-vu: "Antisemitismus-Meldesystem"

Mich überkam ein schreckliches Déjà-vu bei dem Vorschlag des Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung Felix Klein, der plant, ein neues "Antisemitismus-Meldesystem" einzuführen. Ginge es nach ihm, würden damit künftig auch Fälle ohne direkte Gewalt registriert werden. So sollten alle Fälle in diesem neuen System namens MIRA (Melde-, Informations- und Rechenstelle gegen Antisemitismus) erfasst und bundesweit gesammelt werden. Um dann GEMEINSAM mit israelischen Behörden den Antisemitismus im Internet zu bekämpfen.

Ich war etwas verwirrt: "gemeinsam mit israelischen Behörden“ und auf deutschem Boden????? Wie kann das gehen? Gehört das zur immer stärker werdenden Israelisierung Deutschlands? Und das noch als Beauftragter der Bundesregierung? Ist das also der nächste Schritt – nach israelischen Wachmännern in jüdischen Einrichtungen in Deutschland? Sind wir demnächst immer mehr in der Hand israelischer – hier: rechtsgerichteter – Regierungen, im Zusammenspiel mit dem Antisemitismusbeauftragten und dem Kanzleramt? Ist das überhaupt noch mit unserem Grundgesetz zu vereinbaren?

Was ist der Unterschied zwischen dieser und der AfD-"Denunziations-Plattform? Es gibt keinen, denn sind sie sich nicht unheimlich ähnlich und wollen ihnen nicht genehme Informationen sammeln?

Wie sie sich ähneln, die Rechtsextremen von AfD und Jüdischem Apartheid-Staat!

Während es bei Klein Lehrer sind, die zum Spitzeln ermutigt werden sollen, will die AfD kritische Lehrer einschüchtern, die vermeintlich gegen das Neutralitätsgebot verstoßen. Wie sie sich ähneln, die Rechtsextremen der AfD und die Lobbyisten des rechtsextremen Jüdischen Apartheid-Staates!

Während die Ditib für ihre Nähe zur Türkei diffamiert wird, wird die Nähe jüdischer Organisationen und sogar des Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung nicht kritisiert und sogar gebilligt. So viel zu deutschen Doppelstandards, wenn es um Juden geht.

Geht es nicht vielmehr um die Denunzierung von Israel-Kritikern, um diese außer Gefecht zu setzen? Wenn also der Menüpunkt "Denunzieren" besonders begeistert angeklickt wird, dann haben wir genau den Punkt der Geschichte erreicht, den wir schon viel zu oft in Deutschland hatten. Von der Gestapo ging es fast nahtlos zu Stasi über und versetzte Deutschland in Angst und Schrecken. Wie einfach ist es heute geworden, per Handy eben einmal zu denunzieren. Wer weiß, wie viele Verfahren demnächst nicht etwa Antisemiten treffen werden, sondern verstärkt BDS-Unterstützer, Israel-Kritiker und so genannte "selbsthassende Juden". Wehret den Anfängen!

Netz von Spitzeln des "Jüdischen Staates" unter dem Dach der Bundesregierung?

Wie viele bezahlte und freiwillige Denunzianten werden sich demnächst tummeln? Schließlich hat Deutschland eine Tradition im "Petzen". Wie wird die neue Denunziations-Behörde dann heißen? Tür und Tor werden geöffnet, um missliebige Personen anzuschwärzen. Gibt es demnächst ein Netz von Spitzeln des "Jüdischen Staates" unter dem Dach der Bundesregierung in Deutschland? Wollte nicht schon einmal der "Auschwitzminister" Maas ein Facebook-Netzwerk mit aufbauen lassen, unter Führung der Bertelsmann-Tochter ARVATO und Facebook "säubern" lassen, mit Hilfe der ehemaligen "IM Victoria" Annetta Kahane? (1)

Wer weiß genau, wie viele linke Gruppen vom israelischen militärischen Geheimdienst seit 2010 überwacht werden? Diese Überwachung gilt besonders BDS-Aktivisten sowie Organisationen und wird mit dem Kampf gegen den erfundenen Begriff der "Delegitimierung Israels" geführt. Diese Sprachformel dient wie die ausgeklügelte "Märchenphrase" vom "Existenzrecht" nur dazu, Kritiker und Menschenrechts-Aktivisten zu diffamieren und einzuschüchtern. Diese weltweit agierende Spionage-Abteilung des Geheimdienstes wird mit vielen Millionen US-Dollar unterstützt und immer mächtiger.

Jeder wird zum Täter, sowohl derjenige, der noch das Wort „Besatzung“ im Zusammenhang mit Israel ausspricht, oder wer sich für das illegal besetzte palästinensische Volk einsetzt. Alles Antisemiten! Blinder philosemitischer Übereifer ist zur deutschen Tagespolitik und Staatsräson geworden und hat inzwischen Züge einer Paranoia angenommen.

Der Spiegel berichtete Ende Oktober über den "gefühlten" Juden Wolfgang Seibert, ein vorbestrafter Betrüger und Hochstapler, der sich zwar als Jude "fühlte", aber in Wirklichkeit keiner war und trotzdem seit 2003 das Amt des Gemeindevorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Pinneberg inne hatte. Es scheint, dass dieses erschreckende deutsche Phänomen eines "gefühlten" Juden, im Gegensatz zu den „richtigen“, jedoch Israel kritisierenden Juden wohl gelitten und geschätzt werden und einen großen Stellenwert haben, der trotz Lug und Trug in Ordnung geht und akzeptiert wird, Hauptsache sie stehen zum jüdischen Establishment und zum "Jüdischen Staat". Wenn es demnächst schon reicht, sich in eine "jüdische Identität“ zu flüchten, um damit unangreifbar zu sein, dann läuft etwas ganz falsch in Deutschland. Es gab schon mehrere ähnliche Fälle wie die von Seibert, aber dieser war besonders eklatant. Es ist den Spiegel-Redakteuren zu danken, dass sie diesen Hochstapler und mehr als "unkoscheren" Vorbestraften zu Fall brachten, der noch bis zum Schluss von jüdischer Seite geschützt wurde, bis er sich zum Rücktritt entschloss. Es wirft ein mehr als dunkles Licht auf die offizielle jüdische Gemeinschaft, die schon so viele Skandale hatte, und vertuschte. Alles soll unter den Teppich gekehrt werden, um bloß keinen Antisemitismus zu erzeugen. Aber für diesen sorgt schon der "Jüdische Staat" selber mit seinen Verbrechen, die auch durch Ablenkungsmanöver nicht ungeschehen werden. (2)(3)

Menschenrechte seit Jahrzehnten vom rassistischen jüdischen Apartheidstaat ignoriert

Wie kann man die Nakba, die Vertreibung von mehr als 700.000 Palästinensern, die Verweigerung ihrer legalen Rückkehr in ihre Heimat Palästina, ohne jede Entschädigung aufrechterhalten? UNO-Resolutionen, Genfer Konvention, Urteile des Internationalen Gerichtshofs, sowie Einhaltung des Völker- und der Menschenrechte werden seit Jahrzehnten von der rassistischen Ethnokratie "jüdischer Apartheidstaat", der von einer israelischen Militärdiktatur mit eiserner Hand regiert wird, ignoriert. Dank der immer größeren Verschmelzung zwischen dem Staat Israel und dem Judentum und jüdischen Gesetzen ist es mittlerweile gelungen, jede kritische Äußerung als antisemitisch zu diffamieren.

Auf diesen wichtigen Punkt kann man nicht oft genug hinweisen, gerade auch in Deutschland, wo es momentan zu einer philosemitischen "Kippa"-Rallye kommt, die jeden Maßstab verloren hat. Wenn muslimische Mitbürger den Holocaust verinnerlichen müssen und zu KZ-Besuchen gezwungen werden sollen, dann läuft etwas ganz falsch und sollte verhindert werden. Wenn diese übersteigerte "Judenliebe" so peinliche und satirische Züge annimmt, dann sollten wir uns schnell besinnen und umdenken. Schließlich haben wir es inzwischen mit wirklichen Rechtsextremen, Antisemiten und Islamhassern zu tun, die eine konkrete Gefahr für die Demokratie darstellen. Auch dass gerade die AfD und ihre Anhänger sich so gern auf jüdische und israelische Seite stellen, weil sie Deutschland "muslimrein" halten wollen, sollte uns Angst machen. Keiner darf sich mehr verstecken hinter „Protest“ als Wahlgrund, denn nichts entschuldigt es, diese gefährlichen Zerstörer zu wählen! „Juden in der AfD“ ist doch nur ein trauriger Endpunkt einer völlig verfehlten israelischen Politik, die auch vom Zentralrat der Juden vertreten wird, um durch Warnungen vor angeblichem „muslimischen Antisemitismus“ von den jüdischen Besatzungsverbrechen abzulenken. Solange sich jüdische Organisationen weiter mit dem "Jüdischen Staat" solidarisieren und deutsche Politiker dem nacheifern, ist alle Hoffnung verloren.

Mit BDS gemeinsam für die Freiheit Palästinas

Wer im Angesicht von Unrecht schweigt und sich einschüchtern lässt, sich durch Verleumdungen und von einer jüdischen und christlich-zionistischen Macht einschüchtern lässt, die meint, das Monopol darauf zu haben, im Namen der Juden zu sprechen, der irrt. Es wird immer wichtiger, dass wir gemeinsam unsere wichtigste und wirksamste friedliche Waffe im Kampf für die Freiheit Palästinas einsetzen, nämlich die Unterstützung für die BDS-Kampagne "Boykott, Divestment, Sanktionen“, denn nichts macht uns stärker, und nur gemeinsam sind wir stark!

Vergessen wir nicht: im Schatten der Verleumder und von Verleumdungen blüht der echte Antisemitismus.

Durch die politische Instrumentalisierung des Holocaust und der Umkehr der Begriffe ist es dem „Jüdischen Staat" weltweit gelungen, Antisemitismus überall dort zu sehen, wo auch nur ansatzweise Israel kritisiert wird. Vom Konzentrationslager Gaza bis zur illegalen Besatzung Palästinas, der Dämonisierung des palästinensischen legitimen Widerstands als Terrorismus, ist es ihnen mittlerweile gelungen, sich im gemeinsamen "Anti-Terrorkampf" an die Seite der heuchlerischen Staatengemeinschaft zu stellen.

So bleibt nur, sich nicht vereinnahmen zu lassen von den philosemitischen Politikern, Medien und Verleumdern und sich nicht in deren Dienste zu begeben. Denn es bleibt dabei: "Der größte Lump im ganzen Land ist und bleibt der Denunziant".


Fußnoten:

1 http://sicht-vom-hochblauen.de/was-rassismus-ist-bestimmen-wir/
2 http://www.taz.de/Vorwuerfe-gegen-Vorsitzenden/!5544665/
3 http://www.spiegel.de/panorama/pinneberg-wolfgang-seibert-tritt-als-vorsitzender-der-juedischen-gemeinde-zurueck-a-1235446.html


Evelyn Hecht-Galinski, Tochter des ehemaligen Zentralratsvorsitzenden der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, ist Publizistin und Autorin. Ihre Kommentare für die NRhZ schreibt sie regelmäßig vom "Hochblauen", dem 1165 m hohen "Hausberg" im Badischen, wo sie mit ihrem Ehemann Benjamin Hecht lebt. (http://sicht-vom-hochblauen.de/) 2012 kam ihr Buch "Das elfte Gebot: Israel darf alles" heraus. Erschienen im tz-Verlag, ISBN 978-3940456-51-9 (print), Preis 17,89 Euro. Am 28. September 2014 wurde sie von der NRhZ mit dem vierten "Kölner Karls-Preis für engagierte Literatur und Publizistik" ausgezeichnet.

Online-Flyer Nr. 680  vom 31.10.2018

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