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Aktueller Online-Flyer vom 16. Oktober 2018  

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Globales
Warum verschweigen "linke" Stellungnahmen die Erpressungsversuche von IWF und Weltbank?
Der nächste Maidan in Nicaragua?
Von Hartmut Barth-Engelbart

Die links-alternativ-autonome Begeisterung für die “bunte Revolution” in Kiew gegen das oligarchische Regime Janukowitsch in der Ukraine war schier grenzenlos. Es setzte ein beachtlicher „Revolutions-Tourismus“ ein. Aktivisten strömten in die Ukraine. Sogar das Zentralorgan der linken „Longo-Mai“ Bewegung, das „ARCHIPEL“ war völlig maidanisiert. Gefördert wurde der Pilgerstrom von der Heinrich-Böll-Stiftung und Rebecca Harms gab in der Ukraine die Karikatur der Heiligen Johanna der Schlachthöfe und machte die Faschisten hoffähig. Im Wettstreit deutscher Stiftungen um die „Demokratisierung der Ukraine“ mischte sogar die Rosa-Luxemburg-Stiftung mit . Gewinner waren letztlich die US-Dienste und US-Stiftungen, die das Land NATOISIERTEN und die Ökonomie beherrschten. Nur als Beispiel genannt: den Energie-Sektor sicherte sich mit Obamas Hilfe Biden junior.

Die Linke war nicht in der Lage, die Sniperschüsse auf dem Maidan richtig einzuordnen, obwohl es Indizien en Masse dafür gab, dass sie aus der auslandsdienstlich geführten rechten Ecke kamen. Aber auch ohne diese zwingenden Indizien hätte die europäische Linke auf dem Hintergrund der strategischen Interessen des Westens und insbesondere der USA mit höchster Wahrscheinlichkeit die Herkunft der Schüsse schnell bestimmen können. Henry Kissinger hat nicht umsonst gesagt, der Kiewer Maidan sei die Generalprobe für den Roten Platz in Moskau.

Vorerst ging es aber um den gesicherten Vorstoß der NATO bis an die russische Grenze, die Vervollständigung des Sperrgürtels gegen die Russische Föderation nach Westen von Spitzbergen bis vorerst ans Schwarze Meer. Der soll aber weiter gehen bis zum Roten Meer und deshalb die Zerschlagung Iraks, der US-IS-kombinierte Überfall auf Syrien und der noch Wirtschaftskrieg gegen den Iran. Die militärische Besetzung und der andauernde Krieg in Afghanistan soll den Versuch Chinas aufhalten, mit der Neuen Seidenstraße über Afghanistan, Iran, Irak und Syrien bis ans Mittelmeer vorzudringen.

Man kann mit höchster Sicherheit davon ausgehen, dass es im Iran zu Aufständen, zu Versuchen „bunter Revolutionen“ kommen wird. Und mit ebenso hoher Sicherheit wird man ganze Regimenter von Exil-Iranern finden, die diese „bunten Revolutionen“ mit linken Argumenten begrüßen, propagieren. Es wird von medico international über amnesty, von diversen „kommunistischen“ oder kommunistischen europäischen oder iranischen Organisationen flammende Reden bei Solidaritätsdemonstrationen geben wie die von Milan Horacec, Jutta Ditfurth und anderen „linksalternativen“ zu Beginn der 1980er Jahre zur Unterstützung der Mudschaheddin in Afghanistan gegen die UdSSR-gestützte Regierung Nadschibulla. Breszinski hat damals schon gesagt, man würde aus Afghanistan das Vietnam für die UdSSR machen.

„Linke“ Stellungnahmen verschweigen Erpressungsversuche von IWF und Weltbank in Nicaragua

Und nun zum drohenden Maidan in Managua: Was zu viele „linke“ Stellungnahmen verschweigen, ist der Fakt, dass der IWF und die Weltbank Nicaraguas Regierung dazu erpresst haben, die Sozialversicherungsbeiträge zu erhöhen und die Renten zu kürzen. Das gleiche Programm, was die Troika in Griechenland unter lautstarkem Protest der „Linken“ diktiert hat und wobei Tzipras und die Syriza sich diesem Diktat gebeugt haben.

Viele dieser „linken“ Stellungnahmen verschweigen auch das Folgende: Nach ersten friedlichen Demonstrationen hat die sandinistische Regierung Ortega diese diktierten „Reformen“ wieder storniert. Trotzdem gingen die Demonstrationen nicht nur weiter, sie wurden radikalisiert und militarisiert. Finanziert und gelenkt durch die Organisation der Ex-US-Außenministerin Madeleine Albright, einer staatlich finanzierten Organisation zur “Förderung der Demokratie in Ländern der dritten Welt” oder wie wikipedia schreibt: Albright “ist Vorsitzende des Board of Directors des National Democratic Institute for International Affairs (NDI), einer den Demokraten nahestehenden, steuerfinanzierten Einrichtung zur Demokratieförderung in Entwicklungsländern mit Hauptsitz in Washington D.C”

Die „linken“ Stellungnahmen ignorieren nicht nur die Einschätzungen von über 100 linken lateinamerikanischen Organisationen, die die Aktionen als Contra-Akte bezeichnen. Sie ignorieren auch die Berichte der ANDEN, der Gewerkschaft der Lehrkräfte Nicaraguas, die systematisch bewaffnete Jagd auf ihre Kolleginnen und mindestens eine Erschießung meldete.

Die „linken“ Stellungnahmen ignorieren vollständig die geostrategische Lage Nicaraguas: Die USA können es nicht dulden, dass in ihrem Vorgarten sich eine Regierung nicht den Diktaten des IWF und der Weltbank unterwirft, mit denen Aufstände erreicht werden sollen, die die USA zum „Regime-Change“ instrumentalisieren können. Dass sie dafür mehr als ein paar Hundert Menschen über die Klinge springen lassen, haben die USA nicht nur in der jüngeren Geschichte sondern in allen überfallenen und zu Targets und “failed States” erklärten Ländern unter Beweis gestellt.

Die USA können es nicht zulassen, dass eine Mittelamerikanische Regierung seine Beziehungen zu China und Russland so vehement ausbaut, wie das die Regierung Ortega direkt vor der Haustüre der USA tut. Sie kann es nicht zulassen, dass sich eine Regierung mit solchen Beziehungen aus dem Zangengriff der USA befreit. Nach Brasilien und Ecuador, sollen jetzt Nicaragua und Venezuela folgen.

Venezuela: “Hilfsangebot” von Weltbank und IWF abgelehnt

Unglücklicher Weise (für die USA) hat Venezuelas Präsident - das Beispiel Nicaragua und Griechenland vor Augen – das “Hilfsangebot” der Weltbank und des IWF abgelehnt. Andernfalls hätte mancher „Linke“ spätestens in einigen Wochen angesichts militanter Hungerdemonstrationen in Caracas „linke“ Stellungnahmen zur Unterstützung einer bunten Revolution und des Maidan von Caracas gegen den „Diktator Maduro“ verbreiten können.

Online-Flyer Nr. 671  vom 29.08.2018

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Von Kostas Koufogiorgos
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