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Aktueller Online-Flyer vom 17. November 2018  

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Globales
Zu den Diskussionen über den Entwicklungsweg Chinas
China heute
Von Brigitte Queck

Notwendig finde ich, dass die bei Linken und teilweise auch bei Kommunisten schon seit langem diskutierte Frage „Geht China wirklich auf dem Weg des Sozialismus voran?“ in den Mittelpunkt der Diskussion gestellt wird. Seit 1978 gelten in China vier Grundprinzipien, nach denen gehandelt wird: Festhalten am sozialistischem Entwicklungsweg, Festhalten an der Diktatur des Proletariats, Festhalten an der führenden Rolle der Kommunistischen Partei Chinas und Festhalten am Marxismus-Leninismus.

1989 haben die USA versucht, China als erstes sozialistisches Land wieder in den Kapitalismus zu „überführen“. Dieser Versuch, der als Studentenputsch in die Geschichte des Landes eingegangen ist, ist fehlgeschlagen. Fortan konzentrierten sich die USA auf Europa und speziell die Sowjetunion.

1. China und seine Kommunistische Partei haben nie behauptet, dass sie bereits gegenwärtig eine sozialistische Gesellschaft haben.

2. China ist ein Land auf dem Wege zum Sozialismus noch in der Anfangsetappe, die auch noch einen Anteil an privaten Produktionsmitteln und kapitalistischen Produktivkräften hat.

3. China beschreitet aufgrund der oben aufgezeigten inneren (50% der Bevölkerung besteht noch aus Bauern!) und äußeren Umstände (es existiert kein sozialistisches Weltsystem mehr, aus dem China Kraft und Unterstützung bekommen könnte) einen besonderen Weg zum Sozialismus.

4. Die Kommunistische Partei Chinas erklärt, dass der traditionelle Sozialismus in China der aktuellen Lage nicht mehr gerecht wird, seine Grundprinzipien jedoch nach wie vor gültig sind.

5. Da sich China in der Anfangsphase des Sozialismus befindet, greift der chinesische Staat mit seiner führenden Kommunistischen Partei an der Spitze, bei großen Korruptionsfällen hart durch, was nicht einmal vor Politbüromitgliedern halt macht!

Statt also über China herzufallen bzw. China zu kritisieren, dass es einen anderen als den herkömmlichen Weg zum Sozialismus einschlägt, sollte man China danken, dass es zusammen mit seinem Bündnispartner Russland als einziges Land den US/NATO-Staaten auf ihrem wahnwitzigen Weg zur US-Weltherrschaft, der mit mehr Millionen Toten als im 1. und 2. Weltkrieg zusammen gepflastert ist, Paroli bietet!

Die BRICS- und Schanghai-Staaten sind nicht irgendwelche Staatenbündnisse, sondern Bündnisse, die den Weg des gemeinsamen, friedlichen Miteinanders von Staaten eingeschlagen haben. Auf ökonomischem Gebiet haben sie sich das Ziel gesetzt, den US-Dollar als Weltwährung abzulösen. Noch werden nämlich an der Börse Rohstoffe, Lebensmittel u.a. ausschließlich in US-Dollar gehandelt, der indes durch ständiges Neudrucken von US-Dollar-Noten durch die Federal Reserve-Bank völlig wertlos geworden ist.

Nur durch ihren Dollar Status als Weltwährung vermögen die USA ihre US/NATO-Kriege zu finanzieren. Allein das wäre für uns Kommunisten schon Grund genug, an der Seite von China und Russland zu stehen.


Quelle: Mitschrift des Vortrags von Rolf Berthold, gehalten am 10.5.2018 im ND-Gebäude, Franz-Mehring-Platz 1, Berlin. Rolf Berthold ist langjähriger Botschafter der DDR in China. Er beherrscht die chinesische Sprache in Wort und Schrift. Nach wie vor unterhält er enge Beziehungen zu Freunden in China. Ausführlicher unter muetter-gegen-den-krieg-berlin.de


Online-Flyer Nr. 659  vom 16.05.2018

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