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Aktueller Online-Flyer vom 20. August 2018  

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Globales
US-Vorstellungen - Münchener Sicherheitskonferenz 2018 – Deutsche Politiker dazu
Bundesrepublik: Cui bono Bundesrepublik?
Von Brigitte Queck

Am 6.2.2018 veröffentlichte die „Süddeutsche Zeitung“ einen längeren Beitrag des US-amerikanischen Politikwissenschaftlers und jetzigen Inhabers des Lehrstuhls für Internationale Beziehungen und Völkerrechtsordnung, der im Übrigen zu „Ehren“ des früheren US-Außenministers Kissinger geschaffen worden ist, an der Universität in Bonn, James D. Bindenagel (1). In seinem Beitrag „Neue Weltordnung“ mit dem Untertitel “Die USA haben ihre Führungsrolle abgegeben, nun muss Deutschland mehr Verantwortung tragen“ schreibt er: „Deutschland ist die größte Hoffnung, wenn es um die Verteidigung der liberalen Weltordnung geht – ob das Land die Führungsrolle übernehmen will oder nicht. Die globale Macht verschiebt sich gerade. Durch den wachsenden Nationalismus in China und Russland löst sich die internationale Ordnung auf.“ (Hört , hört! Fast jeder weiß doch, WER DIE INTERNATIONALE ORDNUNG DUCH BLUTIGE REGIMECHANGES SEIT JAHRZEHNTEN AUSGEHEBELT HAT, DIE USA!)

Um Deutschland in seine Vorwärtsstrategie einzubauen, führt Bindenagel einige „Fakten“ an:
  1. Eine Umfrage des US-amerikanischen Instituts Gallup habe ergeben, dass 41 % der Befragten eine globale Führungsrolle Deutschlands befürwortet hätten.

  2. Um der deutschen Bevölkerung, die noch kriegsunwillig ist, in ihren Argumenten zuvorzukommen, unterstreicht er im Hinblick auf die unrühmliche faschistische deutsche Vergangenheit, dass Deutschland „bis 1945 militaristisch war“ jetzt aber eher „pazifistisch“ und zu einer „Zivilmacht aufgestiegen sei, zu „Europas führender Demokratie“. Deshalb stellt er quasi die Frage“, ob „nach dieser historischen Vergangenheit jetzt die Balance zwischen Krieg und Frieden gefunden werden kann“.

    Lobend hebt er die Stimmen deutscher Politiker auf der Münchener Sicherheitskonferenzen FÜR EIN STÄRKERES MILITÄRISCHES ENGAGEMENT hervor.

    Er benennt dabei Gauck, Steinmeier, Merkel, aber auch den vor Kurzem noch amtierenden deutschen Außenminister Gabriel, der in München, wie von seinen „Herren“ befohlen, ebenfalls China, Russland und zusätzlich die Türkei und den Iran aufführte, die die “globale Ordnung…ins Rutschen geraten“ lassen.

  3. Gleichzeitig warnt Bindenagel die Nicht-Atlantiker in der deutschen Regierung vor „Alleingängen“. „Alles soll im Rahmen einer EU-Streitmacht (B. Queck: die ja auch in den Händen der USA liegt!) und im Rahmen der NATO geschehen“.

Damit Deutschland Europa führen kann, unterstreicht Bindenagel, „benötigt das Land eine mutige strategische Vision“. (2) Dass die deutschen Politiker sehr wohl verstanden haben, was der Partner von Übersee von ihnen erwartet, sekundiert sowohl die deutsche Verteidigungsministerin von der Leyen als auch der vormalige deutsche Außenminister Gabriel: „Die USA werden unser wichtigster globaler Partner bleiben.“ (3) “Dort, wo man nicht gemeinsam mit den Vereinigten Staaten operieren könne, benötige man die Machtprojektion der Europäischen Union“.

Da die US-Regierung aktuell eine Staatsverschuldung von 21 Billionen (US-Trillion) Dollar aufweist (4), hat die jetzige US-Regierung unter US-Präsident, D. Trump, wiederholt die Bündnispartner in der NATO, darunter die Bundesregierung, aufmerksam gemacht, dass sie NICHT LÄNGER GEWILLT SIND, WEITERHIN INNERHALB DER NATO SO HOHE VERTEIDIGUNGSAUSGABEN ZU TRAGEN. Deshalb müssten alle NATO-Länder bereit sein, 2 % ihres Bruttosozialproduktes für „Verteidigungsausgaben“ zu verwenden! (5) Auf Wunsch der USA soll das neue NATO-Hauptquartier in Deutschland entstehen, das „die Verlegung von NATO-Truppen und Material in Europa planen und führen“ kann. (6)

Wird man da nicht unwillkürlich daran erinnert, wie die USA vor den Kriegen im Nahen Osten via jordanischer Grenze die ISIS aufgebaut haben, um sie für US- Regimechanges zu nutzen und eigene Soldaten zu schützen? NUN ALSO SOLL DEUTSCHLAND ALS SPRUNGBRETT AUF DEM US-RITT NACH OSTEN - RUSSLAND UND CHINA - GENUTZT WERDEN, UM IHNEN IHRE ANGESTREBTE WELTHERRSCHAFT ZU SICHERN. Dabei wollen die USA ebenso wie im Nahen Osten, Kosten sparen und die eigenen Soldaten möglichst aus dem Kriegsgeschehen selbst heraushalten!


Fussnoten:

1 James D. Bindenagel ist US-amerikanischer Politikwissenschaftler. 1996 und 1997 leitete er als Geschäftsträger die US-Botschaft in Bonn. Bindenagel ist Mitglied zahlreicher einflussreicher Organisationen wie des American Jewish Committees in Berlin, des American Council on Germany und der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik. Zurzeit leitet er den Lehrstuhl für Internationale Beziehungen und Völkerrechtsordnung an der Universität in Bonn, der zu Ehren(!) des früheren US-Außenministers Kissinger geschaffen worden ist.

2 www.zeit-fragen.ch vom 13.2.2018, S. 1

3 https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Bulletin/2017/12/117-3-bmaa-forum.html

4 siehe Heinrich Wohlmeyer, österreichischer Industrie- und  Forschungsmanager und Verfasser zahlreicher handelspolitischer Artikel in www.zeit-fragen.ch vom 30.1.2018. S. 1: “Die Beherrschungsmechanismen im gegenwärtigen Finanzsystem sind so erdrückend geworden“

5 http://www.nachrichten.at/nachrichten/politik/aussenpolitik/Trump-NATO-Staaten-muessen-mehr-zahlen;art391,2577814

6 http://www.zeit.de/politik/ausland/2018-02/bundeswehr-nato-hauptquartier-kommandozentrum-deutschland


Siehe auch:

Ist es wieder so weit? Ex-US-Botschafter fordert
"Germans to the front!"
Von Wolfgang Effenberger
NRhZ 647 vom 14.02.2018
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24588

Online-Flyer Nr. 652  vom 28.03.2018

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