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Kommentar
Kommentar vom Hochblauen
Deutschland nur noch eine traurige Satire?
Von Evelyn Hecht-Galinski

Leider ist es keine Satire, dass Muslim-Hass und Islamophobie in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind. Mit Schmähgedichten und Beleidigungen lässt sich keine Satire machen. Nach der Veröffentlichung einer eigentlich harmlosen, aber dennoch gelungenen Karikatur in einer dänischen Zeitung verlangt das Netanjahu-Regime ihre Entfernung und eine Entschuldigung. Dass aber seinerzeit die Mohammed-Karikaturen oder die Charlie Hebdo-Geschmacklosigkeiten noch mit Solidarisierungsbotschaften versehen wurden, und immer wieder Anti-Islam-Cartoons und "Hetz-Kunst" als „Meinungsfreiheit“ durchgeht, offenbaren die doppelten Standards, die wir nicht mehr durchgehen lassen sollten.


Karikatur aus einer dänischen Zeitung
A CARTOON ISRAEL DOES NOT WANT YOU TO SEE, March 4, 2018 at 09:22 (Cartoons, DesertPeace Exclusive, Israel, Palestine)
REPOST THIS …. MAKE IT GO VIRAL! After a Danish paper published this caricature, the Israeli ambassador to Denmark condemned it, asked for it to be removed, and requested an apology from the paper. So now people on FB are posting it to make it go viral. Yallah. (1)

Islamhasser und Israelfreunde sind eine unheilige Allianz eingegangen, die zu den Auswüchsen führen, mit denen wir es jetzt zu tun haben. Während die Israel-Lobby und deutsche Medien einen Pakt eingegangen sind, der uns in eine mehr als gefährliche Entwicklung treibt, die es zu bekämpfen gilt.

Während uns täglich Artikel und Interviews vorgesetzt werden, die vor den Gefahren des “muslimischen Antisemitismus“ warnen, wird das das wirkliche Problem im heutigen Deutschland schamhaft verschwiegen oder klein geredet.

Tatsächlich beteiligen sich inzwischen so gut wie alle Medien an dieser bedauerlichen Propaganda. Michael Wolffsohn, Bernard Henry Levy, um nur zwei von unzähligen besonders fleißigen dieser gefährlichen Vertreter hervorzuheben, versuchen mit aller Gewalt den Anti-Muslim-Hass in die Mitte der Gesellschaft zu bringen. Dass ihnen das auch immer besser gelingt, ist ein trauriges Phänomen, das auf fruchtbaren AfD-Boden fällt.

Während tatsächlich der Antisemitismus immer schwächer wird, die Israel-Kritik allerdings zunimmt, wobei dabei versucht wird, diesen als Antisemitismus zu verunglimpfen, wird der tatsächliche Muslim- und Islam-Hass immer stärker.

Soeben gab das Innenministerium bekannt, dass täglich drei Angriffe auf Muslime verzeichnet werden, und im ganzen vergangenen Jahr waren es mindestens 950 Anschläge mit 33 Verletzten. Gegen muslimische Flüchtlinge waren es sogar doppelt so viele. Allerdings übertrifft die traurige Wirklichkeit diese Statistik bei weitem.

Während Anschläge gegenüber Muslimen und Moscheen in der Öffentlichkeit wenig Aufmerksamkeit finden, schafft es die Israel-Lobby durch gezielte konzentrierte mediale Ablenkungsaktion, jeden Vorfall szenisch eindrucksvoll zu inszenieren.

In unserem Land, wo ein Mitglied einer im Bundestag vertretenen Partei (AfD) deutsch-türkische Bürger als "Kameltreiber und "Kümmelhändler" beleidigt, und in dem man Themen wie "Burka-Verbot" oder "Kopftucherlass" als wichtiger erachtet, als über die Zustände im "Jüdischen Staat" zu diskutieren, mit dem wir dank der deutschen Regierung unter Merkel in Treue fester "Staatsräson" verbunden sind, mit welchen Konsequenzen auch immer, muss endlich ein Ruck durch die Gesellschaft gehen: wir wollen keine "Israelisierung" Deutschlands.

Der "Jüdische Staat", der immer neue Gesetze plant, um seinen Anspruch auf Judaisierung durchzusetzen, und sogar nicht davor zurückschreckt, muslimische Friedhöfe auf geraubtem palästinensischen Land zu zerstören und täglich mörderische Besatzungsverbrechen begeht, und diese illegale Besatzung und Judaisierung als Staatsräson zelebriert, kann nicht als Vorbild gelten.

Wir erleben gerade massiv, wie Fremdenhass und Islamophobie im Internet dazu dient, vor einer angeblichen „Selbstaufgabe der Deutschen und Europas“ und vor "Überfremdung" zu warnen, und es wird immer wichtiger, sich dagegen zu stellen.

Keine Solidarität mit dem "Jüdischen Staat", der Linke und Rechte vereint im Hass gegen Muslime. Das Phänomen der großen Begeisterung dieser linken und rechten Querfront-Allianz rechter Islamfeinde treibt mich schon seit längerem um, und mich erinnert diese gefährliche Entwicklung immer stärker an frühere braune Zeiten.

Wenn heute also Muslime zu den neuen Juden werden, dann sollten alle Alarmglocken schrillen, denn auch in der Weimarer Republik begann die Entwicklung schleichend.

Ich erinnere mich nur allzu gut daran, dass 1992 nach dem Tod meines Vaters Heinz Galinski ein berüchtigter Neo-Nazi unter dem Sold des Verfassungsschutzes einen Schweinekopf über das Tor der Erfurter Gemeinde schmiss mit dem Satz: "Endlich ist das Schwein Galinski tot". Heute hat sich der ganze Hass auf die Muslime verlagert, und heute werden Schweineköpfe an einer Moschee abgelegt. Wenn sich also solche Islam- und Muslim-Hasser verbünden, dann sollten wir die geistigen-medialen Brandstifter isolieren!


Hierzu mein Februar-Kommentar für Daily Sabah: Deutschland nur noch eine traurige Satire? (2)

Man glaubt es kaum, da gab es einmal ein Schmähgedicht eines selbsternannten Satirikers, der im großen Maße von intellektuellen Kreisen in Deutschland bejubelt wurde, weil er es wagte, den selbstbeschwörten „Dämonen" Erdogan, mit Schimpfwörtern der schlimmsten Art zu diffamieren. Es ging eine unglaubliche mediale Solidarität mit diesem „Satiriker" durchs Land - abgesehen von ein paar aufrechten, echten Satirikern und Kabarettisten, die sich weigerten, mit dieser Art von „Satire" konform zu gehen.

Das „Neo Magazin Royale" - alles andere als königlich - hat sich mit dieser Art von Satire völlig diskreditiert. Als die deutsche Bundesregierung damals ein Ermittlungsverfahren zugelassen hatte, dass wenig später eingestellt wurde, ging ein Raunen durch das Land: wie konnte sie nur? Einen Satiriker so im Regen stehen zu lassen, der doch nur „harmlose" Satire verbreitet.

Glücklicherweise geht das zivilrechtliche Verfahren bis heute weiter. Allerdings fühlt sich der Satiriker in der „Erdogan-Affäre" im Stich gelassen. Tatsächlich ist es keine Erdogan-, sondern eine „Böhmermann-Affäre". Denn dieses bewusst verletzende Gedicht überschreitet den Anstand und das Recht auf Menschenwürde, was jedem Menschen, auch dem türkischen Präsidenten, zugestanden werden sollte.

Und wenn sich Böhmermann nun sogar als Kämpfer für die Meinungsfreiheit berufen will und dies zugleich Erdogan abspricht, dann ist das erträgliche Maß längst überschritten.

Stellen wir uns doch einmal vor, dasselbe Gedicht hätte Böhmermann über den israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu verfasst oder über den Präsidenten des Zentralrats der Juden. Sofort hätte Böhmermann wegen antisemitischer Volksverhetzung vor Gericht gestanden und einen „kurzen Prozess" bekommen.

Die Steigerung erlebten wir allerdings letzte Woche, als nach einem Eklat auf der Kunstmesse in Karlsruhe, ein Bild von Präsident Erdogan mit einer Banane im Hinterleib auf Druck von empörten türkischen Bürgern entfernt werden musste. Da frage ich mich allerdings, warum erst auf Druck von türkischen Bürgern und „Erdogan-Unterstützern"? Muss man Erdogan-Unterstützer sein, um solche widerlichen Geschmacklosigkeiten nicht mehr als Kunst zu akzeptieren? Wäre es nicht die Pflicht von „normalen" art-Karlsruhe Besuchern gewesen, darauf zu drängen, dass so ein Bild nichts auf einer Kunstmesse zu suchen hat? Auch hier berief sich der „Künstler" Baumgärtel auf Kunst und Meinungsfreiheit.

Übrigens hatte Baumgärtel dieses Erdogan-Schmähbild in Solidarität mit Jan Böhmermann und vor zwei Jahren angefertigt und es „Türkischer Diktator" getauft. Schon damals hatte er für dieses Machwerk Kritik und Drohungen von wütenden türkischen Bürgern bekommen und stand danach eine Weile unter Polizeischutz - auf Kosten deutscher Steuerzahler versteht sich. Da ist auch die Frage zu stellen, was mit „Erdogan-Anhänger" überhaupt gemeint ist - kann man sich nicht auch als Außenstehender gegen so ein „Kunstwerk" aussprechen?

Hätte es Baumgärtel gewagt, Netanjahu eine Banane in den Hintern zu stecken und das Bild dann „Diktator Netanjahu" genannt, was hätte es für ein Aufschrei durch die Republik gegeben – wahrscheinlich hätte dann der Antisemitismus-Prozess des Jahres stattgefunden. Aber da die ganze Sache „nur" einen türkischen Präsidenten und einen Muslim betrifft, sieht der Fall ganz anders aus. Alles ist erlaubt.

Doppelstandart in der Israel-Frage

Gab es einmal eine „freiheitlich-demokratische" Grundordnung, eine gewisse Orientierung, die in Deutschland Konsens schien, so scheint dieser Begriff in der Realität nur noch ein Trümmerhaufen zu sein. Spätestens seitdem es möglich ist, in Deutschland eine massive Hass-Stimmung gegen den Islam und die Muslime aufzubauen - als Ablenkung von eigenem politischen Versagen - sind alle Schleusen des Hasses geöffnet. Wir leben in einem Land, wo muslimische Einwanderer und Flüchtlinge unter Generalverdacht gestellt werden, den Antisemitismus mit der „Muttermilch" eingeflößt bekommen zu haben - und sich unserer deutschen „Leitkultur" anschließen müssen - inklusive der Pflicht, Israels Existenz anzuerkennen und den Holocaust zu verinnerlichen.

Während gegen Ditib wegen ihrer Nähe zum türkischen Staat Druck ausgeübt wird, bleiben jüdische Organisationen wie der Zentralrat der Juden (zumal noch Körperschaft des öffentlichen Rechts) unberührt. Und das, obwohl sie sich offen solidarisch zum „Jüdischen Staat" bekennen; die Verbindungen zu Israel nicht leugnen und sich zugleich als politisches Sprachrohr der israelischen Regierung betätigen. Während jüdische Organisationen einen Freibrief genießen und alles Kritische unter den Tisch fällt, werden muslimische Verbände und Organisationen feindselig betrachtet.

Mit solchen unsinnigen Forderungen schafft man ein Klima, in dem mehr als fragwürdige anti-muslimische Hetz-Seiten, wie „Tichys Einblick" oder „PI" gedeihen. Deutschland ist das Land, wo die AfD- und Pegida-Anhänger „aufblühen" können, die türkischstämmige Bürger als „Kümmelhändler" und „Kameltreiber" beschimpft werden, die sich in ihre „Lehmhütten" scheren sollen. Auch wollen manche die Integrationsbeauftragte Aydan Özoguz in ihre Heimat nach Anatolien abschieben - obwohl Frau Özo?uz in Deutschland geboren wurde und sie einen deutschen Pass besitzt. Özoguz merkte zu Recht an, dass anstatt immer wieder über „Leitkultur" debattieren zu müssen, man einen Gesellschaftsvertrag mit den gemeinsamen Werten des Grundgesetzes als Fundament setzen sollte.

Noch bedenklicher allerdings scheint mir die Entwicklung, dass sich die etablierten Parteien immer mehr als AfD-Klone betätigen, um nach Wählerstimmen zu jagen. Tatsächlich ist es allerdings so, dass sich immer mehr Wähler davon abgestoßen fühlen - nur deshalb war es möglich, dass so eine rechtsextreme Partei in den Bundestag einziehen konnte. Die Angriffe der AfD begrenzen sich jedoch im großen Maße auf den Islam- und Erdogan-Hass - während sie zugleich immer wieder betont, an der Seite der Juden und Israel zu stehen.

Während linke Medien in das gleiche Anti-Erdogan-Horn blasen und die AfD mit Erdogan vergleichen, scheint mir dieser Vergleich mehr als unangebracht. Schließlich ist es gerade der „Jüdische Staat", der Verbindungen und Bewunderer in den rechtspopulistischen Parteien in Europa hat. Der gemeinsame Hass auf den Islam scheint zusammenzuschweißen.

Wie ist es möglich, dass das Volk der „Dichter und Denker" - nur 73 Jahre nach Auschwitz - schon wieder eine Religionsgemeinschaft auszugrenzen und zu diffamieren versucht?

Guter Journalist – wertloser Journalist

Es ist unverständlich, wieso sich Deutschland einerseits so stark für inhaftierte Journalisten einsetzt, die dem eigenen Paradigma dienen – und sich andererseits für das Schicksal anderer nicht schert. Dabei gäbe es doch jede Menge Journalisten in Haft, auch und gerade in Palästina, für die es sich lohnen würde, sich einzusetzen.

So ist aber die Frage zu stellen, welches Interesse die Merkel Regierung verfolgt, wenn sie sich so sehr für einen der umstrittensten Journalisten in Deutschland einsetzt. Auffällig schien mir gerade der besondere Eifer, mit dem Deniz Yücel, der „Springernde-Welt"-Kolumnist aus der Haft geholt wurde. Lag es am Wahlkampf oder lag es an der Tatsache, dass deutsche Politiker mit der „Springer-Presse" eng verbunden sind - weil diese sie „hoch" oder „runter" schreiben kann?

Deniz Yücel begann seine Karriere mit geschmacklosen, ja beleidigende Kolumnen für die „taz" und schrieb den Deutschen auch schon mal das Recht auf Israel-Kritik ab. Er wollte im Jargon des Welt Kollegen H.M. Broder den Holocaust, Israel und Deutsche bearbeiten und hat sich letztlich als „Super Bio Deutscher" hochgeschrieben. Allerdings musste die „taz" einmal 20.000 Euro für Yücel bezahlen, als „Schmerzensgeld" für den unerträglichen Sarrazin, den er einen erneuten Schlaganfall gewünscht hatte. So einen geschmacklosen „Springer-Satiriker" brauchen wir nicht! Auch seine Tätigkeit für das mehr als berüchtigte „Antideutschen"-Blatt „jungle world", das mich auch schon mal persönlich beleidigte und einen mehr als fragwürdigen Jargon pflegt, zeigt doch, dass Yücel vor nichts zurückschreckt, wenn es um Herabsetzung und aggressive Beleidigung geht. Yücel, Böhmermann und Baumgärtel, die sich so sehr auf Meinungsfreiheit berufen, schrecken nicht davor zurück, diese zu missbrauchen.

Es ist gut, dass Deniz Yücel frei ist und ich wünsche allen Journalisten, die in Haft sitzen, die Freiheit. Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass Yücel das Wort „Satire" schamlos missbraucht hat und sich nahtlos in die Böhmermann- und Baumgärtel-Reihe der Geschmacklosigkeiten einreiht.

Warum also gerade dieser Yücel? Weil er ein Springer-Korrespondent ist und die Medien-Macht in der Politik seit jeher übergroß ist. Das sehen wir beinahe täglich, wenn sich deutsche Politiker über die Springer-Presse melden. Gerade die Nähe führender Politiker, wie auch die der Kanzlerin Merkel, zum Springer-Konzern, wirft Fragen auf. Dieser Konzern hat schon viel Unglück über Deutschland gebracht und ist mit seiner einseitigen philosemitischen Israel-Liebe unglaubwürdig - ebenso unglaubwürdig wie große Teile der deutschen Politik.

Israel will keinen Frieden

Da möchte ich auch explizit die Türkei und Präsident Erdogan erwähnen, die sofort nach dem völkerrechtswidrigen Beschluss von US-Präsident Trump, Jerusalem als Hauptstadt des „Jüdischen Staates" anzuerkennen und die US-Botschaft am 14. Mai (dem „Geburtstag" des „Jüdischen Staates") dorthin zu verlegen, diese unglaubliche Provokation verurteilten. Israel und die USA zerstören dadurch die Grundlage für den Frieden in Nahost.

Für mich allerdings hat es diese vermeintliche Grundlage für Frieden nie wirklich gegeben, da sie von den zionistischen Besatzern nie gewollt war. Sie kannten sowohl vor als auch nach der Staatsgründung 1948 nur Vertreibung und Enteignung der Palästinenser und die Judaisierung als Staatsräson. So betitelte ich auch mein 2012 erschienenes Buch „Das elfte Gebot, Israel darf alles". Worin ich ausdrücklich betone, dass Israel alles will, nur keinen Frieden. Ich hoffe sehr, dass sich die Türkei, als einzig aktives Nato-Mitglied in dieser Sache, weiterhin für die Freiheit Palästinas einsetzt.

Warum ist der Hass gegen Erdo?an so erfolgreich? Vielleicht weil sich an ihm und an der Türkei der ganze Hass auf die Muslime abgeladen werden kann, der sich momentan epidemisch ausbreitet? Wenn sich grüne Politiker wie Cem Özdemir auf Kosten von Erdogan und Putin profilieren wollen, aber zu Netanjahu schweigen - dann sind sie im hohen Maße unglaubwürdig. Gerade Linke und Grüne - aber auch CDU, SPD und FDP - fühlen sich dazu berufen, an vorderster Front gegen Erdogan und Putin zu agieren. Während sie auf der anderen Seite Solidarität mit Israel zelebrieren und dessen Angriffe als „Recht auf Selbstverteidigung" verteidigen, wollen sie der Türkei dieses Recht aberkennen. Ebenso die Mitgliedschaft in der EU, die immer wieder aus fadenscheinigen Gründen verschoben wird - und faktisch nie gewollt war und auch nie sein wird. Das ist mehr als bedauerlich, denn die Türkei gehört zu Europa und der Islam auch! Das sollte die christlich-jüdische „Wertegemeinschaft" endlich verinnerlichen - entgegen allen Widerständen.

Während unter dem Netanjahu-Regime schwarze Flüchtlinge als Eindringlinge abgeschoben werden sollen oder in Haft landen, hat die Türkei in vorbildlicher Form gezeigt, wie man Flüchtlinge aufnimmt und versorgt.

Während die Türkei ungerechter Weise für ihren Umgang mit Minderheiten gescholten wird, ist im „Jüdischen Staat" momentan eine „systematische Kampagne" gegen Kirchen und christliche Gemeinden im Gange. Diese protestieren gegen den israelischen Gesetzentwurf - ein diskriminierendes und rassistisches Gesetz, das die „guten" Beziehung zu christlichen Gemeinden mit Füßen tritt. Dadurch soll die staatliche Enteignung von deren Grundstücken ermöglicht werden, ebenso die Verhängung von städtischen Gebühren, und Steuern, die gegen den Status quo verstoßen, um so die christliche Präsens in Jerusalem zu schwächen.

Aus Protest gegen dieses Gesetz wird der christliche Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt, die Grabeskirche - die als heiligste christliche Stätte im Heiligen Land gilt - auf unbefristete Zeit geschlossen. Nach der Vertreibung der Muslime und den Querelen um den Haram al-Sharif folgt also nun die Vertreibung der Christen. Wie wird wohl die heuchlerische westliche Staatengemeinschaft auf diese neue Provokation reagieren?

Stellen wir uns einmal vor, die christlichen und jüdischen Glaubensgemeinschaften in der Türkei wären wegen ähnlichen gesetzlichen Maßnahmen - wie vom Besatzer-Regime Netanjahus in Jerusalem geplant - gezwungen worden, Kirchen oder Synagogen zu schließen. Wie sehr wären wohl die ganzen „Werteheuchler"- angefangen vom grünen Özdemir, bis hin zur gesamten deutschen Politik - darüber in Aufregung und würden über die Türkei herfallen? So aber, ist es „nur" der „Jüdische Staat" und der darf ja bekanntlich ALLES!

So bleibt Deutschland nur noch eine traurige Satire!


Fussnote:

1 https://desertpeace.wordpress.com/2018/03/04/a-cartoon-israel-does-not-want-you-to-see/
2 https://www.dailysabah.com/deutsch/meinung/2018/03/05/deutschland-nur-noch-eine-traurigesatire-von-evelyn-hecht-galinski

Evelyn Hecht-Galinski, Tochter des ehemaligen Zentralratsvorsitzenden der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, ist Publizistin und Autorin. Ihre Kommentare für die NRhZ schreibt sie regelmäßig vom "Hochblauen", dem 1165 m hohen "Hausberg" im Badischen, wo sie mit ihrem Ehemann Benjamin Hecht lebt. (http://sicht-vom-hochblauen.de/) 2012 kam ihr Buch "Das elfte Gebot: Israel darf alles" heraus. Erschienen im tz-Verlag, ISBN 978-3940456-51-9 (print), Preis 17,89 Euro. Am 28. September 2014 wurde sie von der NRhZ mit dem vierten "Kölner Karls-Preis für engagierte Literatur und Publizistik" ausgezeichnet.

Top-Foto:
Evelyn Hecht-Galinski (sicht-vom-hochblauen.de)


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