NRhZ-Online - Neue Rheinische Zeitung - Logo
SUCHE
Suchergebnis anzeigen!
RESSORTS
SERVICE
Unabhängige Nachrichten, Berichte & Meinungen
Aktueller Online-Flyer vom 16. Oktober 2018  

zurück  
Druckversion

Medien
Eine lockere Folge von Leserbriefen und Kommentaren
Hajos Einwürfe
Von Hajo Kahlke

Es ist die Berichterstattung der jungen Welt über Erinnerungsveranstaltungen für den Südtiroler "Volkshelden" Andreas Hofer und die damit verbundene politische Verirrung; die fehlende Berichterstattung über die jüngste hetzerische Rhetorik von Amnesty International; und die nahezu pausenlose Propaganda für eine selektive Solidarität mit Afrin; denen "Hajos Einwürfe" diesmal gewidmet sind. Die Neue Rheinische Zeitung versteht sich im Verbund mit der Vierteljahresschrift DAS KROKODIL als ein Forum, das zum Nachdenken anregen, eingefahrene, verkrustete Denkstrukturen aufbrechen bzw. der bewusst lancierten Desorientierung des Denkapparats – besonders der Linken – entgegenwirken will. Hajos kurze Texte sollen dazu ihren Beitrag leisten. Die Neue Rheinische Zeitung bringt deshalb in loser Folge von ihm verfasste Leserbriefe und Kommentare, die bei den Angeschriebenen nur selten das Licht der Öffentlichkeit erblicken.


Politische Verirrung

Gerhard Feldbauer zeichnete sich früher durch sehr solide geschriebene Artikel aus. Jetzt aber patzt er, und behauptet, Tirol sei erstmals "in der Schlacht von Austerlitz" an Frankreich abgetreten worden, und nach Ende des Hofer'schen Aufstands dann ein zweites Mal an Frankreich. Tatsächlich erfolgte die erstmalige Abtretung Tirols, 1805 im Frieden von Preßburg/Bratislava, nicht an Frankreich, sondern an das Königreich Bayern! Und 1810 erhielt dann wiederum das Königreich Bayern den größten Teil Tirols zugesprochen - nur ein kleiner Teil ging an die illyrischen Provinzen Frankreichs und an Napoleons Königreich Italien. Zu diesem Fakten-Irrtum en detail gesellt sich im Artikel leider eine doch etwas grundsätzlichere politische Verirrung, wenn Feldbauer nämlich den Viktor Orban, der es doch wirklich wagt, den seinem Land von den EU-Granden verordneten Merkel'schen Migrationismus und Multikulturalismus radikal abzulehnen, dem Tenor der Mainstream-Medien entsprechend als "faschistoid" qualifiziert. Als ob es denn dem Faschismus typischer Weise darum gegangen wäre, eigene Grenzbefestigungen zu errichten - und nicht vielmehr darum, fremde niederzureißen.

Leserbrief zum Artikel "Dies hat der Anderl nicht verdient" von Gerhard Feldbauer, junge Welt vom 21.2.2018, Seite 7



Amnestys jüngste hetzerische Rhetorik

Für viele guten Menschen ist Amnesty International immer noch die Organisation mit dem Heiligenschein. Diese hat nun, von den Mainstream-Medien dankbar aufgegriffen, "hasserfüllte Rhetorik" von Politikern gerügt. Trumps Ansätze zur Migrationsbeschränkung etwa sind selbstverständlich ein "hasserfüllter Schritt", so Amnesty. Hier werden wohl auch viele aus der Linken, die seit langem Immigrationismus mit Internationalismus verwechseln, noch beifällig nicken. Stutzig machen aber sollte dann vielleicht doch , wen die "Menschenrechtsorganisation" bzw. ihr Chef Salil Shetty sonst noch so alles als "Führungsfiguren, die eine albtraumhafte Vision einer von Hass und Angst verblendeten Gesellschaft" propagierten, anprangerte. Nämlich lt. Rhein-Neckar-Zeitung vom 22.2.2018 "konkret die Staatschefs von Ägypten, Venezuela und der Philippinen, aber auch den russischen Präsidenten Wladimir Putin und den chinesischen Staatschef Xi Jinping". Bis auf Ägypten alles Länder, die entweder für den Imperialismus unsichere Kantonisten sind (Philippinen) oder aber klar in Opposition zu ihm stehen. Die junge Welt hat zu dieser jüngsten Amnesty-Hetze übrigens bislang nichts gebracht. Möglicherweise aufgrund ihrer notorischen Langsamkeit, möglicher Weise aber auch deshalb, weil es für sie unangenehm wäre, eine Organisation, die sich ja so sehr gegen Abschiebungen engagiert, dann doch irgendwie in ein schlechtes Licht stellen zu müssen.

Leserbrief an die "junge Welt", verfasst am 23.02.2017



Besser für die Afrin-Empathie

Nahezu pausenlos propagiert die junge Welt selektive Solidarität mit Afrin - während Syrien als ganzes ihr weitgehend wurscht ist. Auch ihr TV-Nachschlag zum "heute-Journal" vom 21.2.2018 erfolgt nun entsprechend dieser Linie. Da kritisiert man Merkel einzig deshalb, weil sie sich im Bundestag über den türkischen Angriff in Afrin ausschwieg. Das viel Wichtigere und Empörendere der Merkel-Rede, nämlich ihre Hetze gegen die syrische Regierung, zugunsten der in Ost-Ghuta mordenden Terrorbanden, wird nicht erwähnt. Und diese Afrin-Fixiertheit wird dann bis ins Detail durchgezogen: Dasselbe dpa-Foto, das in meiner lokalen Rhein-Neckar-Zeitung mit "In Afrin trauern Kurden um ihre getöteten Familienmitglieder, die im Zuge der Gefechte mit dem türkischen Militär ums Leben kamen" unterschrieben ist , illustriert auch den TV-Nachschlag der jungen Welt. Nur lässt man dort den Relativsatz bzw. die Information, dass es sich um betrauerte Gefechtstote handelt, lieber weg. Denn so klingt es besser für die Afrin-Empathie.

Leserbrief zum Artikel "Nachschlag: Mächtige Lügen" im junge-Welt-Feuilleton vom 23.2.2018, Seite 14 (zum ZDF-Heute-Journal vom 21.02.2018, 21.45 Uhr)

Online-Flyer Nr. 649  vom 28.02.2018

Druckversion     



Startseite           nach oben

KOSTARIKATUREN


Von Kostas Koufogiorgos
FOTOGALERIE