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Aktueller Online-Flyer vom 19. Oktober 2018  

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Krieg und Frieden
Wege aus dem Krieg in Afghanistan
Münchner Enttäuschung
Von Jürgen Heiducoff (Jilin / VR China)

Die Münchner Sicherheitskonferenz ist Geschichte. Es ging um weitere Aufrüstung und um den „gemeinsamen Willen", das eigene "militärische Gewicht auch tatsächlich einzusetzen" (Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen). Es gab keine konstruktiven Vorschläge zur Beendigung von andauernden Kriegen und Konflikten. Im Gegenteil, es wurden neue Feindbilder konstruiert, z.B. auch wieder Mal der Iran. Dabei könnte dieses Land u.a. einen Beitrag zur Stabilisierung der Lage in Afghanistan leisten. Sicher ist der andauernde Krieg in Afghanistan heute einer von vielen Waffengängen in der Welt. Und er ist, was die Vielschichtigkeit und Komplexität der Kontrahenten betrifft, dem Krieg in Syrien nachgeordnet. Aber auf Grund der Dimensionen der Anschläge der aufständischen Taliban in den letzten Wochen ist Afghanistan zurecht wieder in den Fokus der Weltöffentlichkeit gerückt.

16 Jahre Zerstörung, Bomben, Drohnen und Gewalt am Hindukusch und kein Ende

Man könnte nach über 16 Jahren „Krieg gegen den Terror“ auf eine gewisse Abnutzung und Müdigkeit hoffen. Aber die Brutalität der Kämpfe hat keineswegs abgenommen. Um den Krieg zu beenden und dem geschundenen Land und seinen Menschen eine friedliche Zukunft zu geben, bedarf es eines anderen Blickwinkels, einer anderen Perspektive als die ewig gestrige aus dem Westen. Was heute gefragt ist, ist eine völlig neue Philosophie statt nur eines anderen Managements. Erwartungen in dieser Hinsicht an die Münchner Sicherheitskonferenz sind enttäuscht worden.

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 erklärte Washington den „Krieg gegen den Terror“, der bis heute anhält. Als Hauptkriegsschauplatz wurde Afghanistan ausgewählt. Es ging damals um die Zerstörung von Ausbildungslagern für Terroristen und um die Entmachtung der staatlichen Strukturen der Taliban. Dieses Ziel ist zunächst durch einen massiven Luftkrieg unter Einsatz von strategischen Kampfflugzeugen der USA, dem die Taliban nichts entgegen zu setzen hatten, erreicht worden. Die Bodentruppen stellte die so genannte Nordallianz.

Die Talibanmilizen gingen in den Untergrund oder zogen sich in die Berge und nach Pakistan zurück. Es wurden mehr oder weniger US hörige Politiker auf allen Ebenen installiert. Später wurde der Präsident durch Scheinwahlen im Amt bestätigt. Westliche Truppen wurden zunächst nur nach  Kabul und in wenige andere Standorte verlegt.

Nachdem die NATO das Kommando über die International Security Forces ISAF übernommen hatte und die Schutztruppe landesweit stationiert wurde, begannen sich die Taliban neu zu formieren und den Widerstand zu führen. Es begann ein lang andauernder Abnutzungskrieg zwischen den Aufständischen und den ISAF-Truppen. Immer mehr afghanische Soldaten und Polizisten wurden durch ISAF-Soldaten ausgebildet und in den Kampf geschickt. Die Afghanische Nationalarmee (ANA) wurde aufgebaut. Kommandeure wurden auch aus den Reihen der Nordallianz rekrutiert. Es folgten Jahre des erbitterten Kampfes zwischen den Aufständischen und den ausländischen und afghanischen Truppen.

Heute, mehr als 16 Jahre danach, dauert dieser Krieg noch immer an und hat die kämpfende Truppe zumeist Afghanen und Amerikaner verändert und deren moralischen und ethischen Verfall bewirkt. Eine sittliche Verrohung in den Streitkräften und der Gesellschaft in Afghanistan und in den Vereinigten Staaten geht damit einher. 

Schluss mit dem deutschen Auslandseinsatz in Afghanistan - Ausbildungs- und Beratereinsätze heizen Kriege an

Zur Zeit laufen in Afghanistan die Nato-Trainingsmission „Resolute Support“ (RS) und die Antiterroroperation. Die Bundeswehr ist an der Ausbildungs- und Beratermission RS beteiligt. Diese beschränkt sich auf die Vorbereitung und Auswertung der Operationen der Einheiten der ANA. Afghanische Soldaten werden ausgebildet sowie Kommandeure und Stäbe beraten. Die deutschen Ausbilder begleiten die afghanischen Soldaten aus Sicherheitsgründen nicht wie noch vor Jahren während der Gefechte. 

Die Bundeswehrsoldaten der Operation „Resolute Support“ halten sich in zwei großen Camps und vereinzelt im Kabuler Hauptquartier auf: dem Camp Marmor mit Flugplatz bei Mazar e Sharif und zeitweilig im Camp Pamir bei Kunduz. Der Transport von Personal zwischen den Camps erfolgt per Hubschrauber.

Die Bundeswehrsoldaten dürfen aus Sicherheitsgründen die Camps nicht mit Fahrzeugen verlassen. Patrouillen wie in der früheren ISAF-Mission, um Flagge zu zeigen, finden nicht statt. Im Prinzip haben die deutschen Soldaten nach ihrem jetzigen Afghanistan-Einsatz das Land nicht gesehen.

Wie soll Vertrauen zu den Afghanen wieder gewonnen werden, wenn man sich außerhalb der Hochsicherheits-Camps nicht begegnet? Die Bundeswehreinheiten handeln weitgehend ohne eigenes detailliertes Lagebild. Es ist nicht üblich, dass die nationalen Intelligence Cells permanent Informationen austauschen. Das Lagebild der Bundeswehr in Afghanistan basiert auf den wenig vertrauenswürdigen Informationen der Afghanen.

Ich halte es für richtig, dass die Sicherheit und der Schutz von Leib und Leben unserer Bundeswehrsoldaten über allem steht. Da dieses Herangehen aber die Effektivität ihres Auftrages  auf ein Minimum absenkt und ihrem Ansehen bei den Afghanen schadet, kann dieser Einsatz auch gleich unterbleiben. Zudem entsteht bei afghanischen Soldaten der Eindruck, die Deutschen müssen sich besser schützen, weil sie die wertvolleren Menschen sind. Also Schluss mit dem deutschen Auslandseinsatz in Afghanistan, solange sich die Lage nicht grundlegend ändert!

Er ist wie alle Ausbildungs- und Beratereinsätze kontraproduktiv. Durch die Unterstützung immer nur einer Kriegspartei tragen solche Einsätze zur Vertiefung der Konflikte bei und damit zum Anheizen des Krieges. Die Auszubildenden werden auf den Kampf und nicht auf die Deeskalation vorbereitet. Die Beratung höherer Kommandeure und Entscheidungsträger im Ministerialbereich anderer Länder  ist eine Aufgabe für Politiker und nicht für Generale oder Offiziere. Für uns Deutsche gilt das Primat der Politik gegenüber dem Militär.

Aus Menschen werden funktionierende Bestien generiert

Die Antiterroroperation stellt den aktiveren Teil des westlichen Engagements am Hindukusch dar. Dabei gehen US Spezialtruppen selbst aktiv gegen Aufständische vor. Aber auch afghanische Kommandosoldaten werden ausgebildet und im Kampf gegen Aufständische eingesetzt. Im Unterschied zu den Infanteristen der ANA werden sie als Elitesoldaten behandelt, besser ausgebildet, erzogen und bezahlt. Ihre Kampfmoral und ihr Siegeswille sind wesentlich höher und ihre Fluktuationsrate gering. Dennoch – ihre Ausbildung ist nicht nur hart, sondern wie die der US Spezialtruppen brutal – eben dem realen Gefecht angepasst. Es geht um die Frage: Töten oder getötet werden.

Die geheimen Kommandooperationen der Spezialtruppen werden mit äußerster Brutalität geführt. Killerlisten werden abgearbeitet. Niemand fragt, wie die einzelnen Personen auf diese Listen gelangt sind. Ja - Personen, Menschen werden fraglos liquidiert. Nach deutschem Rechtsverständnis handelt es sich um schuldlose Menschen solange ihnen keine Schuld nachgewiesen wurde. Aber die USA haben in Afghanistan ein anderes Rechtsverständnis. Das betrifft auch den Einsatz ihrer Kampfdrohnen.

Parallel zu den Bodenoperationen und Drohneneinsätzen führt die US-Air-Force-Bomben- und Raketenangriffe aus – in den letzten Wochen mit erhöhter Intensität. Der US-Präsident hat erst kürzlich die Einsatzregeln für Boden- und Luftoperationen gelockert und damit den Kommandeuren mehr Handlungsfreiheit gegeben.

Auch der afghanische Präsident Ghani gewährt im Unterschied zu seinem Vorgänger den US Militärs für ihre Operationen in „seinem“ Land freie Hand. Das wird ihm das Restvertrauen der Bevölkerung kosten. Die Härte des Kampfes fordert eine ebenso harte und brutale Ausbildung. Es ist Drill bis zum Automatismus, bis zur Entmenschlichung. Durch diesen Drill wird den Auszubildenden der menschliche Kern entrissen. Alle Aufmerksamkeit soll im Kampf auf das Töten des Feindes und damit auf das eigene Überleben gerichtet sein. Verrohung ist die Folge. Das Verhalten wird auf primitivste Instinkte reduziert. Mitleid oder menschliches Mitgefühl werden weitgehend ausgeschaltet. Kurzum – aus Menschen werden funktionierende Bestien generiert.

Die betroffenen Kämpfer sind dem Schicksal ausgeliefert, Opfer und Täter zugleich zu sein. Nach ihrer Rekrutierung für diesen „Job“ gibt es kein Zurück mehr. Im Kampf über Moral und Ethik nachzudenken wäre für jeden einzelnen von ihnen reiner Selbstmord. Da geht es ums Überleben. Die Schuld des einzelnen an diesem Unheil ist sekundäre. Die primäre Schuld und Verantwortung tragen die Politiker, die Mütter und Väter der Mandate, die den Handlungen und Operationen zugrunde liegen. Doch beide Kategorien von Schuldigen werden nicht zur Rechenschaft gezogen. Das will das Gesetz nicht. Viele der Soldaten, die diesen Drill und den Kampf durch machten, sind anschließend nicht mehr gesellschaftsfähig. Es ist sehr schwierig, die anerzogenen Aggressionen abzubauen.

Gegenwärtig ist eine Art militärisches Gleichgewicht, eine Pattsituation eingetreten. Keine der Seiten vermag die andere militärisch besiegen zu können. Legt man die anfänglichen politischen Ziele der Afghanistan-Mission den Betrachtungen zugrunde, also Aufbau rechtsstaatlicher Strukturen und Schaffung einer Zivilgesellschaft, dann hat der Westen verloren. Ein für allemal. Einen zweiten Versuch gibt es nicht. Alle Investitionen und Opfer waren umsonst.

Verrohung auch der Aufständischen

Ein Ende des Krieges deutet sich nicht an. Niemand vermag eine seriöse Perspektive zu geben. Zu vielschichtig ist die Gemengelage des verfahrenen Konfliktes am Hindukusch. Die Taliban und die anderen im rechtsfreien Raum der Weiten Afghanistans verankerten Terrorgruppen wie der Islamische Staat, die Islamische Bewegung Usbekistans, Kräfte der Bewegung zur Befreiung Ostturkestans (Chinesische Provinz Jinjiang) und andere verfügen über keine einheitlichen Organisationsstrukturen. Zum Teil bekämpfen sie sich gegenseitig, wenn ihre Interessenfelder kollidieren.

Motive, Organisationsstrukturen und Logistik der Aufständischen sind weitgehend nicht aufgeklärt. Fanatismus und Brutalität ihres Vorgehens bei Anschlägen gegen zivile Ziele zeugen nach unserem Empfinden von einem Verfall der Sitten. Bekennererklärungen nach Terroranschlägen kommen i.d.R. nur von den Taliban. Was haben die verschiedenen Gruppen der bewaffneten Opposition gemeinsam? Sie alle erheben eine Forderung: den Abzug aller ausländischen Truppen aus Afghanistan. Daran ist ihre Verhandlungsbereitschaft geknüpft. Es sind in der Regel nur die Taliban, die sich periodisch zu Verhandlungen bereit erklären. Aktuell liegt wieder ein solches Angebot vor. (1) Auch andere Staaten (Katar, Russland, Kasachstan, China u.a.) versuchten sich als Vermittler zwischen den kämpfenden Seiten. Leider haben derartige Bemühungen bisher nicht zum Erfolg geführt. Es ist ein weiter Weg bis zur Versöhnung.

Gekommen um zu bleiben – je nach geopolitischem Bedarf

Die einflussreichen neokonservativen Kräfte in Washington stehen derartigen Initiativen distanziert gegenüber und haben weder ein Interesse am Truppenabzug, noch an der Beendigung des Krieges. Der andauernde Anti-Terrorkampf dient ihnen als Vorwand für die weitere Stationierung von eigenen und verbündeten Truppen. Washington möchte nicht den Fuß von der Schwelle zwischen Indien, China und Russland nehmen. 

Wozu brauchen die USA große Militärbasen und Flugplätze wie Kandahar und Bagram? Der Kampf gegen  Aufständische jedenfalls begründet deren kostspieligen Betrieb nicht. Die US Rüstungsindustrie wittert weitere gute Geschäfte, wenn Afghanistan nicht zur Ruhe kommt. Die Bestände in den Arsenalen sind verringert worden. Die Rüstungsindustrie kann produzieren, um sie wieder aufzufüllen. Neue Waffen und deren Wirkung sind auf dem Gefechtsfeld sowie in den Dörfern hinsichtlich ihrer Wirkung auf die Menschen erprobt worden. Wie auch in anderen Krisenregionen und Kriegsgebieten handeln die USA weiterhin nach den Grundsätzen:
  • Gekommen um zu bleiben – je nach geopolitischem Bedarf.
  • Nationale Absichten durch Multinationalität verschleiern.
  • Allheilmittel Gewalt, Bomben und Folter.
Es gibt, besonders unter den Aufständischen die Hoffnung, die Afghanen könnten nach dem Abzug aller ausländischen Kräfte ihre Probleme in einem Versöhnungsprozess ohne äußere Hilfe lösen. Doch dies scheint illusorisch zu sein. Die Infrastruktur, die Wirtschaft und staatliche Organisationen sind weitgehend zerstört. Viele Verantwortungsträger auf allen Ebenen sind in einem Netzwerk gegenseitiger Abhängigkeit, Erpressbarkeit und Korruption gefangen. Das Bildungssystem und Gesundheitswesen liegen am Boden. Die Menschen, insbesondere die jungen, haben keine oder eine mangelhafte Ausbildung. Viele sind chronisch krank und traumatisiert. Sie haben nur gelernt zu kämpfen und zu zerstören. Es bedarf einer längeren Periode und äußerer finanzieller und wirtschaftlicher Unterstützung, um eine nachhaltige Normalisierung einzuleiten.

Die USA und die NATO haben versprochen, Afghanistan auch nach dem Abzug der ISAF-Kampftruppen 2014 nicht im Stich zu lassen. Aber was bedeutet schon das Wort von Staaten und Organisationen, die bisher zwar viel Geld, aber wenig Entwicklungshilfe investiert haben. Die Mehrzahl der Afghanen haben das Vertrauen zum Westen verloren. Dessen Hilfe beschränkte sich auf den Aufbau von Gewaltstrukturen. Die Provincial Reconstruction Teams (PRT) der ISAF im ganzen Land waren Festungen der Besatzung und Missionierung. Viele Jahre ist von ihnen vor allem Misstrauen und Gewalt ausgegangen.                                            

Der Wiederaufbau ziviler Strukturen und Institutionen ist hauptsächlich Nichtregierungsorganisationen überlassen worden, die allerdings damit völlig überlastet waren.

Neues Konzept nachhaltigen Aufbaues - Wechsel der Akteure und Methoden

Es bedarf eines völlig neuen Konzeptes nachhaltigen Aufbaues unter Beteiligung und mit Einbindung der Afghanen. Und es bedarf eines Wechsels der Akteure und der Methoden des Aufbaues. Sicher sollen die Vereinten Nationen die Federführung beibehalten, aber zu Hauptakteuren beim Aufbau Afghanistans sind vor allem seine Nachbarstaaten geeignet. Sie verstehen die Geschichte und Kultur der Region besser. Sie sind im Guten wie im Schlechten mit dem Land am Hindukusch verwoben. Und sie verfügen, wenn auch auf unterschiedlichem Niveau, über die erforderlichen Kapazitäten und Ressourcen für dieses Megaprojekt Afghanistan. Vor allem die Volksrepublik China dürfte sich künftig einen Namen machen, wenn es um die Befriedung und Konsolidierung des unruhigen Nachbarlandes geht. In Pakistan sind chinesische Investitionen und wirtschaftliches Engagement bereits bekannt. Alles geschieht im gegenseitigen Interesse.

Heute geht es in Afghanistan vor allem um den Aufbau ganzer Industriezweige, der dazugehörigen Infrastruktur und des sozialen Umfeldes. Kein einzelnes Großunternehmen, keiner der hoch verschuldeten Staaten des Westens kann einen solchen Investitionsbedarf decken. Dies vermögen nur staatliche Großinvestoren zu realisieren, die eigene langfristige, über Jahrzehnte andauernde strategische Interessen in Afghanistan haben. Nachhaltiger wirtschaftlicher Aufbau anstelle der mandatsabhängigen kurzfristigen Planung des Westens und statt einzelner Projekte der Entwicklungshilfe garantiert die dringend notwendige Schaffung einer selbst tragenden materiellen Basis einer modernen Wirtschaft. Dies setzt eine langfristige Investitionsbereitschaft mit allen Risiken voraus. Dazu ist kein privater Investor bereit und fähig. Chinesische Staatsunternehmen werden den Afghanen zeigen, wie durch industrielle Großprojekte langfristig Arbeitsplätze, Infrastruktur und soziale Perspektiven geschaffen werden. Davon zeugen chinesische Kupferbergbau- sowie Öl- und Gasvorhaben.

Afghanistan passt territorial bestens in das chinesische Jahrhundertprojekt der „Neuen Seidenstraße“. Es könnte einen Brückenpfeiler dieser strategischen Vision zwischen Ostasien und Europa bilden und davon profitieren. Eine absolute Win-Win-Situation für alle beteiligten Seiten.

Bereits vor sechs Jahren hatte ich dazu auf der Seite der Steirischen Friedensplattform meine Auffassung veröffentlicht. (2) Sie lässt sich in der Formel „Nachhaltiger Aufbau und Wechsel der Akteure“ zusammen fassen. Die USA, aber auch die EU werden bemüht sein, Widerstand zu leisten. Der wachsende Einfluss Chinas ist ihnen generell ein Dorn im Auge.

Die Zukunft wird zeigen, welches System den längeren Atem hat. Es bleibt beim Leser, auch beim linken Leser, die diffuse Angst, von China „einverleibt“ zu werden, zu überwinden. Die Zeiten haben sich geändert. Wenn bisher die Stärkeren die Schwächeren vereinnahmten, so sind es heute die Schnelleren, die die Langsamen dominieren. Ein Marktgesetz eben. Also – alles liegt an unserer Innovationsfähigkeit.


Fussnoten:

1 https://www.reuters.com/article/us-afghanistan-taliban/afghan-taliban-say-they-want-to-end-war-through-dialogue-idUSKCN1FY1Q9
2 http://www.friedensplattform.at/?p=2492#more-2492


Der Diplom-Militärwissenschaftler Jürgen Heiducoff war 40 Jahre im Militärdienst im In- und Ausland - als Offizier der Nationalen Volksarmee der DDR (NVA) und der Bundeswehr, Rüstungskontrollstabsoffizier beim Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr (ZVBw). 1995/96 fungierte er als Militärbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) im Tschetschenienkrieg. 2004/05 folgte ein Einsatz im Stab der "Kabul Multinational Brigade" der ISAF (international security assistance force). 2006 bis 2008 war er militärpolitischer Berater an der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Afghanistan, dann bis 2011 Leiter des Dezernats Nukleare Rüstungskontrolle im Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr ZVBw. Während seines dreijährigen Dienstes als Offizier der Bundeswehr in Afghanistan wurde er Zeuge unverhältnismäßiger militärischer Gewalt gegenüber Zivilisten.


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