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Aktueller Online-Flyer vom 23. September 2018  

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Kommentar
Sozialpsychologische Gedanken
Zur Umformatierung Europas
Von Barbara Hug

Heute können wir mit einiger Bestimmtheit sagen, dass die einheitliche Mediendeckung in Sachen Migration in Europa von Beginn an von der NATO orchestriert war. Man lese bei Voltairenet.org nach. Die Nato und die sie beherrschenden Gremien hätten diesen Flüchtlingsansturm vorbereitet wie gewünscht, so Thierry Meyssan. Mit der Zeit erkannte man, dass die US Regierung und milliardenschwere Privatstiftungen den Plan der Masseneinwanderung nach Europa gefasst hatten. Unmut wurde laut. Ungarn z.B. bestand auf einem normalen rechtsstaatlichen Verfahren für Flüchtlinge und wurde schwer beschimpft. Polen schob den Riegel vor. Auch Polen erhielt heftige Ohrfeigen.

Fragen und damit tiefer eindringen in die Problematik, lohnt sich. Antworten gibt es diverse, wie z.B. die "Islamisierung" Europas, oder der Bevölkerungsaustausch durch Vermischung seien beabsichtigt. Eine Umformatierung Europas durch Auflösung der Nationalstaaten, wurde vorausgesagt. Das mag alles zutreffen, genügt es aber als Analyse des gesamten Vorgangs?

Die sozialpsychologische Komponente soll hier beleuchtet werden. Seit dem ersten Flüchtlingsansturm wurde medial und politisch eine emotionale Fixierung erzeugt. Die Tendenz, wie das Kaninchen gebannt auf die Schlange zu starren, wurde bekräftigt durch angstauslösende Vorfälle, die - neben großen Terrorakten - im Lebensalltag der Bevölkerung, auch in ländlichen Gebieten, geschahen. Angst und Unsicherheit griffen um sich, Unmut, Ärger, Empörung, Unverständnis, heftigste Emotionen also. Den vermeintlichen Sündenbock fand man in den muslimischen Migranten und der Politik, die diese hereingebeten hatte, in unsere Heimat. Die Muslime seien das Problem, die Flüchtlinge seien das Problem, Deutschland und Europa würde untergehen...

Sozialpsychologisch klappte diese Programmierung fast perfekt. Eine Spaltung der Bevölkerungsmeinung wurde erreicht, Zündstoff gab’s bald genug. Der Blick ist starr gerichtet auf diese Sündenböcke. Fast fixiert, möchte man meinen. Warum schickte man die Menschen aus Afrika, Syrien, Afghanistan... nach Europa? Warum wurde ISIS quasi dazu eingeladen?

Eine vorläufige Hypothese könnte die Diskussion über Migranten aus den engen vorgegebenen Thesen herausführen. In Umfragen steht der Faktor Sicherheit an erster Stelle. Eine Regierung verspricht also, die Sicherheit hochzufahren, wie es jüngst in Bayern geschah. Die Sicherheit ist gefährdet, wir sorgen dafür, dass es besser kommt. Regierungs- und Wahlversprechen. Im Banne der Sicherheitsbedenken, genährt durch tatsächliche Vorkommnisse, tritt jede weitergehende Überlegung über das, was eigentlich läuft, in den Hintergrund. Vorgänge wie die Kölner Silvesternacht werden ungenügend aufgeklärt. Amis Amri bleibt eine Rätselfigur.

Die sozialpsychologische Programmierung auf das Flüchtlingsproblem ist fast vollständig gelungen. Es gibt Bewegungen wie z.B. die Identitären, die dieses Problem als einziges politisches Anliegen auf ihrer Agenda haben. Auch bei der AfD steht es im Mittelpunkt. Wahlerfolge zeugen davon, dass man weiter in diese gleiche Kerbe schlagen kann.

Wenn die USA ISIS finanziert haben, sind es auch die USA, die ISIS nach Deutschland "importiert" haben wollten. Was wollen die USA damit in Europa?

Swiss Propaganda Research hatte nachgeforscht, warum die negative Mediendeckung von Trump so flächenübergreifend ist. Trump ist nicht der gewünschte Präsident der nationalen Eliten der USA. Man fand heraus, dass er nicht Mitglied im Council on Foreign Relations ist. Der CFR hat die Medien in der Hand. Trump steht geostrategisch auf einem anderen Standpunkt und zieht sich den Zorn des CFR auch deshalb zu. Isolationistisch wird er genannt. Man will kein Amerika first. Man will Hegemon bleiben, auch geopolitisch.

Doch wenn die USA wirtschaftlich zusammenbrechen, und schwere Unruhen nicht mehr zu vermeiden sind, hat dies negative Auswirkungen auf die anderen Großmächte wie Russland und die europäischen Staaten. Daher muss der Ruin Amerikas vermieden werden. Wird Trump ihn verhindern?

Das kann durch wirtschaftliche Konzepte versucht werden. Was die Steuersenkungen betrifft, scheint dies kurzfristig zu funktionieren. Wirtschaftsreformen radikaler durchzuführen, setzt ein härteres Regime voraus. Aufruhr muss vermieden werden. Will man eine beinharte Ausbeutungs- und Sozialpolitik in Europa einführen? Soll der soziale Ausgleich auf ein Minimum reduziert werden? Privatisierung ist auf der Agenda. Die linke Gewerkschaft IG Metall solle etwa durch braun gefärbte Agenten gespalten werden, wie kürzlich der Deutschlandfunk berichtete.

Wenn Trump nicht gestützt wird durch die nationalen Eliten der USA, durch wen oder für wen handelt er dann? Stellen wir uns diese Frage, versuchen wir sie zu beantworten, dann werden wir die auf der Agenda für Europa stehende Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung besser erfassen und eventuell Präventivmassnahmen treffen können.


Dr. Barbara Hug ist Psychologin und lebt in der Schweiz.


Online-Flyer Nr. 644  vom 24.01.2018

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