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Aktueller Online-Flyer vom 19. Oktober 2017  

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Kommentar
Einspruch
AfD nicht in den Bundestag! Noch ist es Zeit, das zu verhindern!
Von Evelyn Hecht-Galinski

Endlich zeigt der „Gauleiter der AfD“ sein wahres Gesicht (1). War man von Alexander Gauland im braunen Sakko schon einiges gewöhnt an Entgleisungen, die alle entsorgt gehören - in die braune Mülltonne der Geschichte. Aber diese primitive Geschichtsklitterung, die Verherrlichung von Wehrmachtsoldaten, ist so unerträglich, dass es keinen Wähler mehr geben darf, der, wenn er diese rechtsradikale AfD wählt, als Protestwähler durchgeht. Tatsächlich ist die ganze Partei aufgebaut auf Islamophobie und Rassismus und spricht eine ganz bestimmte Klientel an, die früher bei der NPD oder den Republikanern zu finden war.

Besonders schlimm an der Sache ist, dass etablierte Parteien meinten in dasselbe Horn blasen zu müssen, um Wähler aus diesem Milieu zu gewinnen. Und noch schlimmer ist es, dass hier in meinem südbadischen Wahlkreis ein jüdischer Kandidat, Wolfgang Fuhl, ein ehemaliger Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Lörrach und führendes Mitglied des Oberrats der Juden in Baden, Spitzenkandidat der AfD ist! Dasselbe Phänomen haben wir allerdings, wenn gerade jüdische Wähler in den Niederlanden, Belgien oder Frankreich die Rechtsextremen Parteien wählen.

Allerdings muss man ganz klar feststellen, als Vorbild kann dabei der „Jüdische Staat“ gelten, indem Rechtsextreme, in einem Staatsterror Regime regieren, dass ganz offiziell ethnische Säuberung betreibt und eine „jüdische Verteidigungsarmee“ verklärt, die diese ethnischen Säuberungen und Völker und Menschenrechtsverbrechen begeht. Wen wundert es also, dass gerade diese rechtsextremen Parteien den „Jüdischen Staat“ unterstützen wollen. Da sind sie dann wieder im Einklang mit den etablierten Parteien. Diese AfD darf nicht in den Bundestag kommen, noch ist Zeit das zu verhindern. Hier ist der Verfassungsschutz gefragt!


Fussnote:

1 Gauland fordert Schlussstrich unter Nazi-Zeit: „Stolz sein auf Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen“
AfD-Spitzenkandidat Gauland fordert eine Neubewertung der Taten deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen. Deutsche hätten das Recht, auf deren Leistungen stolz zu sein. Die NS-Zeit beträfe die heutige Identität nicht mehr.
Reuters-Meldung im "Handelsblatt" am 14.09.2017
http://www.handelsblatt.com/my/politik/deutschland/bundestagswahl/alle-schlagzeilen/gauland-fordert-schlussstrich-unter-nazi-zeit-stolz-sein-auf-leistungen-deutscher-soldaten-in-zwei-weltkriegen/20332776.html


Evelyn Hecht-Galinski, Tochter des ehemaligen Zentralratsvorsitzenden der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, ist Publizistin und Autorin. Ihre Kommentare für die NRhZ schreibt sie regelmäßig vom "Hochblauen", dem 1165 m hohen "Hausberg" im Badischen, wo sie mit ihrem Ehemann Benjamin Hecht lebt. (http://sicht-vom-hochblauen.de/) 2012 kam ihr Buch "Das elfte Gebot: Israel darf alles" heraus. Erschienen im tz-Verlag, ISBN 978-3940456-51-9 (print), Preis 17,89 Euro. Am 28. September 2014 wurde sie von der NRhZ mit dem vierten "Kölner Karls-Preis für engagierte Literatur und Publizistik" ausgezeichnet.

Top-Foto:
Evelyn Hecht-Galinski (sicht-vom-hochblauen.de)



Siehe auch:

Partei-Dossier zur AfD
RT Deutsch, 24.08.2017
https://deutsch.rt.com/inland/56208-partei-dossier-zur-afd/

Online-Flyer Nr. 629  vom 20.09.2017

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