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Aktueller Online-Flyer vom 19. Oktober 2017  

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Medien
Eine lockere Folge von Leserbriefen und Kommentaren
Hajos Einwürfe
Von Hajo Kahlke

Die Neue Rheinische Zeitung versteht sich im Verbund mit der Vierteljahresschrift DAS KROKODIL als ein Forum, das zum Nachdenken anregen, eingefahrene, verkrustete Denkstrukturen aufbrechen bzw. der bewusst lancierten Desorientierung des Denkapparats - besonders der Linken - entgegenwirken will. Hajos kurze Texte sollen dazu ihren Beitrag leisten. Die Neue Rheinische Zeitung bringt deshalb in loser Folge von ihm verfasste Leserbriefe und Kommentare, die bei den Angeschriebenen nur selten das Licht der Öffentlichkeit erblicken.


G7 und die G20 gehören eben nicht zur gleichen Produktserie, im Gegenteil.

 
Während bei G7 die weltweiten Masters of War quasi unter sich, stehen sie bei G20 gerade auch ihren globalen Opponenten gegenüber, im Grunde nicht so viel anders als in der UNO. Während es nun aber niemanden in den Sinn kommen würde, in der UNO etwas prinzipiell Schlechtes zu sehen, lässt man sich bei G20 durchaus ein Feindbild von den «Mächtigen dieser Welt» andrehen. Nicht mehr zwischen Macht (die schlecht sein kann, aber nicht muss) und HERRschaft (die immer schlecht ist, da sie die KNECHTschaft anderer bedingt) in dieser Welt unterscheiden zu können, bezeugt die massenhafte politische Regression und Verwirrtheit unter den Linken. Ob bewusst gewollt oder nicht, der ganze G20-Hype diente letztlich dazu, diese Verwirrtheit noch zu verfestigen, und vom wirklich Wichtigen, dem Kampf gegen die HERRschenden dieser Welt, sprich die westliche Wertegemeinschaft, abzulenken. Auf dass diese gründlich desorientierte Linke, der die zentrale Veranstaltung der weltweiten Kriegstreiber in Deutschland, die Münchner «Sicherheitskonferenz», kaum mehr als ein Protest von 2000 Leuten wert ist, weiterhin in Hunderttausend-Stärke sich auf vergleichsweise unschädliche Sachen wie G20-Treffen stürze.

Ansonsten sei der ausführliche und hervorragende Text von Andreas Wehr «Wieso dieser Hass auf die G20», zu lesen in der Neuen Rheinischen Zeitung allen wärmstens ans Herz gelegt.


Zerstörung Jugoslawiens: Imperialismus ausgeblendet
 
Wenn die Rezensentin Müller wie auch der von ihr gepriesene Autor Jergovic für die Zerstörung Jugoslawiens 1990/91 pauschal den «Nationalismus» verantwortlich macht, so passt dies zwar zum mittlerweile antinationalen Diskurs der schon geraume Zeit supranational (als «Wertegemeinschaft» und «Europa») agierenden Herrschenden, greift aber in zweifacher Hinsicht zu kurz. Zum einen wird der enorm wichtige äußere Faktor für die Zerstörung Jugoslawiens, der 1990/91 geradezu omnipotent gewordene IMPERIALISMUS, schlicht ausgeblendet. Zum anderen aber muss die bei den Slowenen und Kroaten eingetretene Jugoslawien-Verdrossenheit in erster Linie als antinationaler Separatismus und Tribalimus begriffen werden. Jugoslawien krankte in diesem Sinne nicht an zuviel, sondern an zuwenig an jugoslawischem Nationalismus!
 
Ausgesprochen zynisch wird die Rezensentin Mueller indes, wenn sie dann schreibt, Jugoslawien sei sowohl als Monarchie als auch als sozialistischer Staat «gescheitert«. Seit wann , bitte schön, «scheitert» ein Land, wenn es von einem äusseren Aggressor besetzt wird, wie 1941 das Königreich Jugoslawien von unserer Wehrmacht? Gescheitert ist in den Folgejahren bis 1945 doch allenfalls die Monarchie, als deren Widerstandskräfte, die Tschetniks, gegenüber den kommunistischen Widerstandskräften Jugoslawiens, den Partisanen, zunehmend ins Hintertreffen gerieten.
 
Aber auch 1990/91 ist Jugoslawien nicht einfach «gescheitert», also quasi an sich selbst zugrunde gegangen: Ohne die imperialistische Einmischung hätte der slowenisch-kroatische Separatismus und Tribalismus keine Chance gehabt, das Land, dessen Bevölkerungsmehrheit es auch in dieser Krisensituation nach wie vor haben wollte, zu zerbrechen.

Leserbrief zu «Stimme der Besiegten», Rezension von Elfriede Müller zum Roman «Die unerhörte Geschichte meiner Familie» von Miljenko Jergovic, junge Welt vom 20.7.2017

Online-Flyer Nr. 623  vom 26.07.2017

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