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Aktueller Online-Flyer vom 24. Oktober 2017  

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Krieg und Frieden
Dokumentation eines Projekts für Frieden, Völkerverständigung und Menschenrecht
Die Kölner Klagemauer muss leben (77)
Von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann

Walter Herrmann ist tot, doch seine Idee ist lebendiger denn je. „Eines Tages werden wir in der Sonne sitzen und miteinander reden. Wir werden laut aussprechen dürfen, was wir denken, und merken, dass wir füreinander sein müssen... Irgendwann, wenn die Liebe den Hass besiegt hat und es den Krieg nicht mehr gibt.“ „Weise Seelen an leisen Seilen eilen durch Schneisen aus Eis und Eisen. Es ist so weit, es ist soweit, es schneit Licht ins Gesicht“ „Ich bin auch ein Palästinenser. Das ist voll traurig, wenn einer zuguckt. Bitte unternehmt was, Leute!“ „Ich war hier vor zwei Jahren, und die Klagemauer ist noch hier. Ich hoffe, sie wird hier für immer sein.“ So steht es auf vier der zahllosen Klagemauer-Karten. Es begann vor 26 Jahren, im Januar 1991, mit dem so genannten Golfkrieg, als die USA den Irak überfielen. Das war Auslöser für das Projekt für Frieden, Völkerverständigung und Menschenrecht. Initiator Walter Herrmann – 1998 mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet – hat im Kampf gegen Krieg und Ungerechtigkeit nie aufgegeben. Doch seit Januar 2016 war Walter Herrmann gesundheitlich angeschlagen. Sein Platz vor dem Kölner Dom blieb seitdem leer. Die ständigen heimtückischen Attacken gegen seine Friedensarbeit – besonders die aus seinem engeren Umfeld – hatten ihm zugesetzt. Es herrscht Krieg. Kräfte des Friedens sollen kaputt gemacht werden. Doch die Kölner Klagemauer muss weiter leben.


Die Passanten am Dom sind aufgefordert, Ihre eigene Friedensbotschaft auf einer Karte der Klagemauer zu hinterlassen. So ist ein interaktives Friedenskunstwerk von Weltrang entstanden.

Um dem Klagemauer-Projekt eine zusätzliche Wirkung zu geben, dokumentieren wir im wöchentlichen Rhythmus – beginnend einen Tag nach Walter Herrmanns 77. Geburtstag am 26. Januar 2016 – die von Passanten geschriebenen Karten-Botschaften. In den Folgen 1 bis 18 stand das Thema Palästina im Mittelpunkt. Ab Teil 19 und hier jetzt in Teil 77 sind Karten aus einem breiteren Themenspektrum zusammengestellt:


901. Eines Tages werden wir in der Sonne sitzen und miteinander reden. Wir werden laut aussprechen dürfen, was wir denken, und merken, dass wir füreinander sein müssen. Wir werden in den Himmel empor blicken und in den Wolken die Freiheit sehen. In den Blättern der Bäume den Frieden erkennen. Nachts zu den Sternen blicken und die Endlosigkeit spüren. Irgendwann, wenn die Liebe den Hass besiegt hat und es den Krieg nicht mehr gibt.


902. Weise Seelen an leisen Seilen eilen durch Schneisen aus Eis und Eisen. Es ist so weit, es ist soweit, es schneit Licht ins Gesicht


903. Am Anfang der Welt schuf Gott Geschöpfe von jeder Form, Gestalt und Art. Darunter waren auch weiße Menschen, aber das so verrückte und närrischen Gestalten, dass Gott sich ihrer schämte und wünschte, sie lieber nicht geschaffen zu haben. Doch sie waren nun einmal da, und umbringen wollte er sie auch nicht gerne.


904. Eine Gesellschaft ist so human, wie sie mit ihren Frauen umgeht


905. Helmut Kohl: Vizeweltmeister im Waffenexport


906. Kinder verstehen alles, nur auf eine andere Weise! Jeder Mensch ist etwas wert, egal ob er behindert ist! Jeder!


907. Pfui über Bischöfe, die Sozialkürzungen befürworten!


908. Liebe aus dem Neuseeland des grünen Friedens


909. Möge Allah mit euch sein! Befreit Palästina


910. Ich bin auch ein Palästinenser. Das ist voll traurig, wenn einer zuguckt. Bitte unternehmt was, Leute!


911. Wir können noch solange klagen. Wir Obdachlosen haben doch nichts zu sagen


912. Ich war hier vor zwei Jahren, und die Klagemauer ist noch hier. Ich hoffe, sie wird hier für immer sein.


Copyright der Karten-Reproduktionen: Förderkreis Kölner Klagemauer für Frieden e.V.

Ihr könnt uns und das Klagemauer-Projekt unterstützen, indem Ihr fremdsprachige Kartentexte ins deutsche übersetzt und uns die Übersetzungen unter Angabe der Kartennummer zukommen lasst (an arbeiterfotografie@t-online.de)



Siehe auch:

Dokumentation der vorangegangenen Woche (76):
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=23976

Online-Flyer Nr. 622  vom 19.07.2017

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