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Aktueller Online-Flyer vom 17. Oktober 2017  

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Globales
1897-2017: 120 Jahre Zionismus und kein Ende
Im Gedenken an die leidvollen Jahre Palästinas
Von Irene Eckert

„Hundert Jahre Balfour-Deklaration, 70 Jahre UNO-Resolution für einen jüdischen Staat, 50 Jahre Sechstagekrieg – für Israel und die jüdische Welt ist 2017 ein ganz besonderes Jahr. Da drohte ausgerechnet das Jubiläum ein wenig in Vergessenheit zu geraten, das am Anfang dieser historischen Ereignisse steht: der Erste Zionistenkongress, der vor 120 Jahren in Basel stattfand.“ So lapidar, so parteiisch blickt die Jüdische Allgemeine Zeitung auf Ereignisse von unermesslich leidvoller Tragweite. (1)


Theodor Herzl: Der Judenstaat - Versuch einer modernen Lösung der Judenfrage, 1896

Auch Deutsche Templer feiern (!) ein fast rundes Jubiläum. Sie waren sogar schon 1871, zu Beginn des Wilhelminischen Reiches nach Palästina gekommen (2) und „wollten im damaligen Osmanischen Reichsgebiet die «echten christlichen Werte» zurück ins Heilige Land bringen. Mit deutschem Fleiß und moderner technischer Ausrüstung bauten sie an mehreren Orten landwirtschaftliche Siedlungen auf, unter anderem in Haifa, Jerusalem und Bethlehem in Galiläa. Es heißt, ihre Methoden hätten später auch den jüdischen Zionisten als Vorbild gedient.“ (3)

„Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Raum“

Der frühe Zionismus mit der Vision Palästina zu besiedeln, beginnt bald darauf um 1880 und trägt den Namen des Wiener Journalisten Theodor Herzl. Mit seinem gleichnamigen Buch „Der Judenstaat“ erfand er das spätere israelische Staatsgebilde, das 1948 schließlich auf fremder Erde formell konstituiert wurde. Der im Alter von 44 Jahren unvermittelt früh verstorbene Wiener Journalist ortete dort - im Herrschaftsraum der Osmanen - „ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Raum“ (4). Er leitete mit dieser präfaschistischen Losung und mit Rückendeckung der Rothschilds den 1. Baseler Zionistenkongress. Von hier aus nahm das Unheil für die palästinensische Bevölkerung seinen Lauf. Die Betroffenen sollten der für sie daraus erwachsenen Katastrophe den arabischen Namen 'Al Naqba' geben.

Gier nach Öl, Balfour-Deklaration: „Jüdische Heimstätte“

Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts kam mit der Gier nach Öl und 'Neuland' der Erste Weltkrieg. Die Kolonialmächte England und Frankreich lagen im Konflikt mit dem Wilhelminischen Deutschland und mit dem diesem verbündeten Osmanenreich. Einflusssicherung über den Nahen Osten war damals wie heute eine Angelegenheit von höchster geostrategischer Bedeutung. Am 2. November 1917, kurz nach Beginn der Oktober-Revolution, sandte der britische Außenminister Sir Arthur Balfour einen Brief an den Oberhaus-Abgeordneten Baron Walter Rothschild. Das Brief-Dokument ging als Balfour Erklärung in die Geschichte ein und hatte weit reichende Konsequenzen (5). Hiermit erklärte sich Großbritannien einverstanden mit dem 1897 festgelegten Ziel des Zionismus, in Palästina eine „nationale Heimstätte“ des jüdischen Volkes zu errichten. Dabei sollten die Rechte bestehender nicht-jüdischer Gemeinschaften vorgeblich gewahrt bleiben. Die einheimischen Araber wurden noch gegen die Türken gebraucht. Die britische Regierung unter Lloyd George versprach sich von der Zusage an die zionistische Bewegung Vorteile in der Mobilisierung zusätzlicher Ressourcen während des Krieges und auch langfristig strategischen Gewinn.

Lange vor dem geschichtlichen Auftritt der Nazis also wurde mittels der diplomatischen Epistel die Gründung eines Judenstaates anvisiert, einer 'Zufluchtstätte' für Juden. Die Vertreibung der jüdischen Bevölkerung aus Europa, die als migrationswillige Flüchtlinge das in Frage kommende Land beglücken sollten, hatte noch nicht in großem Umfang eingesetzt. Wohl aber schuf die Eroberung von Be’er Scheva unter dem britischen General Edmund Allenby  am 31. Oktober 1917 Fakten vor Ort. Die Landnahme Palästinas durch britische Truppen hatte eingesetzt und sollte bis Dezember vollendet sein.

Auch waren die Rotschilds in Palästina rührig und eifrig dabei Eigentumstitel zu erwerben. Aufgabe des aus Russland stammenden Chemikers und Sprengstoffexperten (6) Chaim Weizman, Freund des Hauses Rothschild, war es, den Briten ihr Interesse an der zionistischen Bewegung schmackhaft zu machen. Das dafür noch erforderliche Land hofften die Engländer den Türken nach dem absehbaren, vollständigen Sieg abzuluchsen. Mit der jüdische Kolonisierung Palästinas würde ein Pfahl ins Fleisch der arabischen Nation getrieben, deren eigene nationale Bestrebungen geleugnet bzw. bekämpft wurden und zwar ungeachtet der britischen Beschwichtigungen und anti-osmanischen Allianzen, auf die die Kolonialisten zunächst noch angewiesen waren. Weizmann lockte im November 1917 wie schon vor ihm Theodor Herzl außerdem damit, dass der Zionismus als antirevolutionäres, antikommunistisches Bollwerk verwendungsfähig sei. (7) Die wichtigste Schützenhilfe, die die Zionisten dem britischen Imperialismus anboten, bestand also vorläufig in der Unterstützung der Gegenrevolution vor allem in Russland. Revolutionär gesinnte, arme Juden sollten massenhaft für die Emigration nach Palästina abgeworben werden.

Die falsche Vision Herzls machte ihn blind

Völlig von seiner Vision vom künftigen jüdischen Staat beherrscht, lässt sich Herzl so weit gehen, dass er eine Verschärfung der Verfolgungen herbeisehnt, damit das Volk für seine „große Idee“ reif werde: „Wir müßten noch tiefer hinuntersteigen, wir müßten noch tiefer fallen, noch mehr Beleidigungen ertragen, noch mehr geschlagen werden, verachtet, geplündert und mißhandelt werden als das heute mit uns geschieht, damit wir frei werden für die Idee,“ (8) so zitiert Eli Lobl den zionistischen Wiener „Visionär“.

Mit der für alle Betroffenen verhängnisvollen Vernichtungspolitik wurde mit Hilfe des Zionismus die Verschärfung des Antisemitismus eingeläutet und ein neokoloniales Siedlerprojekt aus der Taufe gehoben.

Neo-kolonialistische Siedlungspolitik Schritt II: UN-Teilungsplan

Ähnlich anmaßend wie der Brief des amtierenden Außenministers Balfour an den Banker Rothschild war allerdings 30 Jahre später der so genannte UN-Teilungsplan für das ehemalige Mandatsgebiet im November 1947. Die noch jungen „Vereinten Nationen“ verloren ihre Unschuld, als sie sich unter massivem Druck auf den völkerrechtswidrigen Ratschluss einigten, Palästina die Teilung anzuempfehlen. Der kleineren Menschengruppe zugewanderter jüdischer Siedler wurde der größte Teil des 'Heiligen Landes' zugesprochen. (9) Die Rechte der Mehrheitsbevölkerung wurden damit entschieden verletzt, denn 56,4 Prozent Palästinas wurde dem jüdischen Bevölkerungsteil anheim gestellt, inklusive Neueinwanderer also insgesamt 33 Prozent der Bevölkerung. Sie besaßen nur 5,6 Prozent des Gebietes. (10) Die bereits begonnene Enteignung und Vertreibung der Palästinenser wurde von nun an intensiviert und der völkerrechtlich legitime Widerstand gegen Entrechtung und Terror spiegelverkehrt nun als Terror stigmatisiert. (11) Das berüchtigtste Beispiel für die brutale Gewaltanwendung, die der Staatsgründung Israels im Mai 1948 vorausging, bleibt symbolträchtig das Blutbad zionistisch-terroristischer Banden von Deir Yassin mit der völligen Zerstörung des nahe Jerusalem gelegenen Dorfes am 9. April 1948. Der Leiter des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes besichtigte die Ruinen von Deir Yassin zwei Tage nach dem Massaker an der unbewaffneten Zivilbevölkerung. Er schätzte, dass 350 Einwohner, Männer, Frauen und Kinder ermordet worden waren. (12) Mitglieder der Terrorgruppen sollen 25 Leichen auf den Müllplatz des Dorfes geworfen haben. (13)

Die eigentlichen Verursacher dieses und des nachfolgenden Terrors gehen bis heute straflos aus. Die Opfer der auf solche Weise forcierten Vertreibungs-, Besatzungs- und Neu-Besiedelungs-Politik tragen keine Schuld an ihrem Verhängnis. Sie waren unbeteiligt am Schicksal des jüdischen Volkes. Weder tragen sie die Verantwortung für die von britischen Imperialisten angestifteten Pogromen im zaristischen Russland, noch für die von der Weltgemeinschaft geduldeten Verbrechen der Nazis. Wie der britische Autor Alan Hart überzeugend darlegt, haben nicht nur die Nazis mit den zionistischen Führern kollaboriert. (14) Der schließlich bis zur physischen Vernichtung gesteigerte Antisemitismus war das Preisgeld, das die jüdische Bevölkerung zum Auswandern ins 'Biblische Land' „motivieren“ würde. Den jüdischen Opfern solch menschenverachtender Machtpolitik stehen jene des palästinensischen Volkes nicht nach. Das einst kulturstiftende Volk der Araber in Palästina ist nunmehr seit annähernd 100 Jahren einer erbarmungslosen, imperialistischen Politik der Landnahme und Herrschaftsausübung über den gesamten Nahen Ostens ausgesetzt. Das Leid der Palästinenser wird unterdessen medial kaum noch wahrgenommen und scheint sich heute im Schatten des allgemeinen Terrors täglich noch zu intensivieren.

NS-Verbrechen öffnen das Tor für weitere Verbrechen


Die Verbrechen an der jüdischstämmigen Bevölkerung Europas öffneten das Tor endlich weit für die vom imperialistischen Westen gewollte, forcierte Masseneinwanderung nach Palästina und dienten der schließlichen Gründung des Judenstaates. Vor diesem großen Unheil war das „heilig“ gesprochene Land keinesfalls das Land der Verheißung für moderne, westlich orientierte Bürger jüdischer Religionszugehörigkeit. Ihr Sehnsuchtsort nach Ausbruch der Massenverfolgung blieb vielmehr nach wie vor Amerika, das allerdings damals wie heute seine Tore weitgehend verschloss und auch andere – unter dem Einfluss zionistischer Führer dazu anhielt, es ihm gleich zu tun. (15) Die Vereinigten Staaten hatten nach dem II. Weltkrieg die Briten in ihrer Führungsrolle abgelöst – der Einfluss der Zionisten blieb ungebrochen.

Der sechs Tage-Krieg, weitere Landnahme und verschärfte Repression

Während die Mehrheitsmedien weltweit die Sicht der Bewohner Israels auf die immer weitere Zuspitzung der humanitären Krise spiegeln, von der das palästinensische Volk heimgesucht wird, breitet sich mit dem Sechstagekrieg im Juni 1967 die illegale Landnahme des kleinen Davids krakenhaft weiter aus. Am Ende des von Israel präventiv begonnenen Krieges kontrolliert der jüdische Staat völkerrechtswidrig den Gazastreifen, die Sinai-Halbinsel, die Golan-Höhen, das Westjordanland und Ostjerusalem. „Der Ausgang des Krieges beeinflusst die Geopolitik der Region bis zum heutigen Tag“ heißt es bei Wikipedia. Seither überziehen immer neue israelische Kriege unter immer neuen Vorwänden und mit Hilfe schönfärberisch-zynischer Losungen, mittels völkerrechtswidriger Waffen geführt, die Region. Seit 1975 wurde der Libanon fast schon routinemäßig Opfer israelischer Aggression. Die überfallartigen Feldzüge wurden medial bestenfalls als Bürgerkrieg präsentiert und galten den dort Schutz suchenden Palästinensern. Sabra und Schatila (16) ist ein weiteres Symbol israelischer Grausamkeit im Bunde mit den Falangisten des Libanon. Im Sommer 2006 gab es allerdings erstmals einen „Krieg ohne Sieger zwischen Israel und der Hisbollah“ (17) so Jürgen Teichmann vom Deutschlandfunk in einer Reflexion 10 Jahre danach.  Ein weiterer Krieg sei aber nur eine Frage der Zeit, spekuliert der Journalist. Stattdessen müssen seither die mehrfach gebeutelten Bewohner des Gaza-Streifens immer wieder als Opfer herhalten. In jüngster Zeit griffen die Israelis wiederholt straflos Syrien an. (18) Diese Angriffe seitens der „einzigen Demokratie im Nahen Osten“ werden ähnlich wie die immer krasseren Bösartigkeiten gegen Gaza medial verschwiegen. Dem massiven Druck der Zionisten ist es sogar gelungen, die Rücknahme des Goldstone-UN-Berichts (19) über die kriegerischen Verheerungen „Operation Gegossenes Blei“ von 2008/09 in soweit zu erzwingen, dass nicht mehr über die dort aufgelisteten, überwiegend israelischen Verbrechen geredet wird. „Bei der israelischen Offensive im Gaza-Streifen zur Jahreswende 2008/2009 waren dem Bericht zufolge 1400 Palästinenser und 10 Israelis ums Leben gekommen.“ (20) Das bekannte sogar „Die Welt“. Stattdessen wird das seither noch verschärfte wirkliche Elend der Gefängnisinsassen von Gaza gebetsmühlenartig der Hamas zugeschrieben. Unterschlagen wird, dass diese als Ableger der Muslim-Bruderschaft, eine Kreation des Westens im Bunde mit den Zionisten war. Man zerschlug mit Hilfe der Islamisten den Widerstand der säkularen PLO. Zwar zitiert „MENA-Watch“ einen Medienbeitrag mit den Worten: „Niemand würde mit den Bewohnern Gazas tauschen, wegen der Armut dort, der Arbeitslosigkeit, der mangelnden Bewegungsfreiheit, der Kriege und einer Infrastruktur, die die Versorgung von Wasser, Strom und medizinischer Behandlung nicht gewährleistet“ und fährt fort „Gaza droht eine humanitäre Katastrophe mit verheerenden Folgen für die ganze Region.“ Aber wie üblich schlussfolgert man: „Hamas ist schuld an der Gaza-Blockade“ (21)

Man schlägt den Teufel mit Belzebub und setzt eine ganze Region in Brand, wie derzeit an der Ausweitung der Kriegszone über Irak, Libyen, Syrien, Yemen und versuchsweise gar den Iran ablesbar ist.

Es ist höchste Zeit, der Finanzierung der Islamofaschismus seitens Saudi Arabiens, Katars und USA und der Schützenhilfe, die dieser von seinem feindlichen Zwilling Israel erhält, ein Ende zu machen.

Es ist Zeit zu erkennen, in wessen Auftrag da gegen wen intrigiert wird.

Es ist Zeit, die unsinnige deutsche Scham (22) abzulegen und dagegen das Wesen des Imperialismus anzuprangern, der im Nahen Osten besonders grausam wütet.

Es ist an der Zeit die Zeichen zu erkennen: die Umschichtung von Allianzen, das Ende des Golf Kooperationsrates, das Fiasko des Saudi-Krieges gegen Jemen, der nahende Ausbruch der Türkei aus der NATO, die Festigung der Schanghai Kooperation und vor allem die greifbare Niederlage der Islamo-Terrors in Syrien.

Die Zeichen künden von einer Zeitenwende. Sie künden davon, dass die Strategie des Westens, der NATO-Staaten, des Bündnisses mit dem Zionismus versagt hat. Die immer brutaler werdende Gewaltspirale ist ein Zeichen der Schwäche, nicht etwa von Souveränität des Imperialismus. Die Gegenkräfte erstarken mit jedem Tag. Es gilt diese richtig zu orten und sich mit ihnen zu verbünden.

Solidarität mit dem tapferen Syrien, das unter Assads Führung dem Terror Widerstand leistet. Solidarität mit dem Russischen Volk und seiner staatsmännisch klugen Führung, Solidarität auch mit der Islamischen Republik Iran und seinem Verbündeten, der Hisbollah des Libanon. Sie alle sind Friedenskräfte. Sie alle unterstützen die Sache des Palästinensischen Volkes, das viele Freunde in der Welt hat. Diese unterstützen wiederum weltweit die BDS-Kampagne der palästinensischen Zivilgesellschaft zum Boykott von Siedlerprodukten ungeachtet aller Versuche dieses totzuschweigen oder gar zu kriminalisieren. Am Ende werden sie es sein und die Menschlichkeit und die Würde des Widerstands, die den Sieg davon tragen. Helfen wir ihnen dabei.


Fussnoten:

1 http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/28590

2 Wieder einmal, denn sie waren ja, wie wir aus Lessings Nathan wissen, an den ebenfalls für die Region unheilbringenden Kreuzzügen des Mittelalters schon engagiert beteiligt

3 http://www.mittelbayerische.de/kultur-nachrichten/deutsches-templerdorf-in-tel-aviv-wird-hip-21853-art832527.html

4 Es gäbe „Ein Land ohne Volk“, meinte Herzl, das Land der judischen Erzvater, dort wo einst der Salomonische Tempel gestanden haben soll. Mit der Bibel als ehernem Unterpfand warb er im Auftrag der Zionisten, es zu besiedeln und zu 'kultivieren', denn das Land warte nur darauf, „erlost“ zu werden. Das fragliche Land war aber bewohnt und durchaus kultiviert, hatte Städte und Dörfer, Terrassenfelder, Oliven- und Zitrushaine, Dattelpalmwalder, Weizen- und Zuckerrohrfelder. Es handelte sich um ein blühendes Land neben der Wuste. Es gab dort eine Bevölkerung mit alter Kultur. Christen, Muslime und Juden, die hier - im Gegensatz zu Europa - meist friedlich mit einander lebten. „Palästina ist schon bewohnt“ schrieb der Burgermeister Jerusalems an den diese Tatsache schlicht ignorierenden Theodor Herzl . Die einheimische Bevölkerung der Levante wurde aber nicht befragt, sondern in kolonialer Manier übergangen. Die jüdische Besiedlung nahm ihren Lauf. Immer scharfer wurde die unheilige Diskriminierung, Enteignung und schließlich ethnische Säuberung des 'Heiligen Landes '.

5 Zionismus und die Balfour-Deklaration
Als aktiver Zionist und enger Freund von Chaim Weizmann arbeitete Rothschild an der Formulierung einer Gründungserklärung für eine nationale Heimstätte der Juden in Palästina mit. Am 2. November 1917 schrieb der damalige britische Außenminister Arthur Balfour einen Brief mit der Anrede „Dear Lord Rothschild“, adressiert an Rothschilds Londoner Haus in 148 Piccadilly, in dem er die Balfour-Deklaration abfasste. Hierin erklärte sich die britische Regierung einverstanden, die zionistischen Bestrebungen zu unterstützen, in Palästina eine „nationale Heimstätte“ der Juden zu errichten. https://de.wikipedia.org/wiki/Lionel_Walter_Rothschild,_2._Baron_Rothschild

6 Chaim Weizmann war Chemiker, Präsident der Zionistischen Weltorganisation, israelischer Politiker und zionistischer Führer sowie von 1948 bis 1952 erster israelischer Staatspräsident. Geb: 27. November 1874, Motal, Weißrussland

7 Alan Hart, Zionism The Real Enemy of The Jews, Volume I, Azlanta 2009, S. 90-93

8 in Sabri Geries/ Eli Lobel, Die Araber in Israel, Freiburg 1970 und er zitiert Herzl S.66

9 Nach mehrmaliger Verschiebung der Abstimmung in der Generalversammlung, weil es erkennbar an der nötigen 2/3 Mehrheit fehlte, wurde diese schließlich mit Hilfe von Erpressungsmethoden und Bestechung seitens der Zionistenführer schließlich ganz knapp erzielt. 33 Staaten stimmten für diese fatale 'Lösung', die bevölkerungsreichsten Staaten Indien und China stimmten im ersten Fall dagegen oder enthielten sich im letzteren. Gegen den Plan stimmten im einzelnen: (13): Afghanistan, Ägypten, Griechenland, Indien, Iran, Irak, Jemen, Kuba, Libanon, Pakistan, Saudi-Arabien, Syrien und die Türkei. Der Stimme für oder gegen den Plan enthielten sich (10): Argentinien, Äthiopien, Chile, El Salvador, Honduras, Jugoslawien, Kolumbien, Mexiko, die Republik China und das Vereinigte Königreich Thailand blieb der Abstimmung fern.

10 Alan Hart a.a. O. S. 243

11 DER SPIEGEL vom 11.10.1982 „Geschlagen, vertrieben, verraten über das Schicksal der Palästinenser (IV)“ SPIEGEL-Redakteur Siegfried Kogelfranz
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14350350.html

12 David Hirst "The Gun and the Olive Branch The Roots of Violence in The Middle East", London 1977

13 http://www.palaestina-portal.eu/texte/deir_yassin_massaker.htm
siehe auch Ilan Pappe, Die ethnischen Säuberungen Palästinas und Sabri Geries/ Eli Lobel, Die Araber in Israel, Freiburg 1970 S. 142 ff

14 Zionism – The Real Enemy of The Jews, Volume I ,The False Messiah by Alan Hart, Atlanta, GA, 2009, Clarity Press , bes. S. 162 ff

15 So etwa Kuba. Siehe dazu: Tobias Kriele, „Die Geschichte der St. Louis“ in 'Cuba Libre' 2/2017 oder auch Alan
Hart, a.a.O. S. 165-167, der dort ausführt, wie Präsident Roosevelt von den Zionisten daran gehindert wurde, seinen ursprünglichen Rettungsplan für die Juden Europas aufzugeben und auf ihre Linie einzuschwenken.

16 https://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_Sabra_und_Schatila

17 http://www.deutschlandfunk.de/zehn-jahre-nach-dem-libanon-krieg-ruhige-grenze.1773.de.html?dram:article_id=359839

18 https://www.rt.com/news/394026-israel-targets-syria-truck/

19 Bericht der Untersuchungskommission der Vereinten Nationen über den Gaza Konflikt deutsche Versionen herausgegeben von Abraham Melzer mit einem Vorwort von Stephane Hessel und einer Einführung von Ilan Pappe, Grundlage für die Übersetzung war die von den Vereinten Nationen veröffentlichte Version A/HRC/12/48 vom 25. Sept. 2009

20 https://www.welt.de/politik/ausland/article5105320/Israel-kritisiert-Annahme-des-Goldstone-Berichts.html

21 http://www.mena-watch.com/von-hermetischer-abriegelung-gazas-kann-keine-rede-sein/

22 Siehe dazu Aal Hart, aber auch insbesondere Mark Bravermann, Verhängnisvolle Scham - Israels Politik und das Schweigen der Christen, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2010


Erstveröffentlichung am 27. Juni 2017 bei "Arbeitskreis für Friedenspolitik"


Online-Flyer Nr. 620  vom 05.07.2017

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