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Aktueller Online-Flyer vom 19. Oktober 2017  

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Medien
Eine lockere Folge von Leserbriefen und Kommentaren
Hajos Einwürfe
Von Hajo Kahlke

Die Neue Rheinische Zeitung versteht sich im Verbund mit der Vierteljahresschrift DAS KROKODIL als ein Forum, das zum Nachdenken anregen, eingefahrene, verkrustete Denkstrukturen aufbrechen bzw. der bewusst lancierten Desorientierung des Denkapparats - besonders der Linken - entgegenwirken will. Hajos kurze Texte sollen dazu ihren Beitrag leisten. Die Neue Rheinische Zeitung bringt deshalb in loser Folge von ihm verfasste Leserbriefe und Kommentare, die bei den Angeschriebenen nur selten das Licht der Öffentlichkeit erblicken.


Kräftevergeudung und Ablenkung vom wirklichen Gegner

Ausgehend vom vertrauten Schema produktmäßiger Typen-Bezeichnung gehört für viele denkfaule Linke der G20-Gipfel zur gleichen Produktreihe wie auch der G7-Gipfel. Ein völliger Trugschluss natürlich - auch wenn die von Dietmar Koschmieder geführte junge Welt diesen Trugschluss eifrigst propagiert. Denn G7 bündelt die Kräfte des Imperialismus und des Krieges, bei G20 hingegen stehen sich diese Kräfte und ihre globalen Widersacher gegenüber. Der Protest gegen G20 ist daher genauso unsinnig wie ein Protest etwa gegen die UNO, in der ja ebenfalls das imperialistische Übel, aber eben auch seine Negation, vertreten ist. Ein solch unsinniger Protest ist nicht nur Kräftevergeudung, sondern vor allem Ablenkung vom wirklichen Gegner, dem im eigenen Land & Lager stehenden Hauptfeind: NATO und EU!

Leserbrief zu «Start in die Protestwoche», von Andre Scheer und Georg Hoppe, junge Welt vom 3.7.2017



Werbe-Motto "Zeitung für Malocher anstatt für Millionäre" nicht sehr ernst gemeint

Aber ja, ein bisschen Spass muss sein: da bescheinigt doch das junge-Welt-Feuilleton der notorischen Millionär-Sachwalterin Merkel «die Übernahme aller vernünftigen Programm-Punkte konkurrierender Parteien», und befürwortet solchermaßen eine ausnahmslos Malocher-feindliche Politik als zu wesentlichen Teilen vernünftig. Deutlicher kann die von Dietmar Koschmieder geführte junge Welt es kaum machen, dass ihre Werbe-Motto von wegen Zeitung für Malocher, anstatt für Millionäre, nicht sehr ernst gemeint ist.

Leserbrief zu «Kanzlerkratie. BVerfG, übernehmen Sie», von Dusan Deak, junge Welt vom 1.7.2017



Rechtspopulisten die Vereinnahmung der sozialen Frage sehr leicht gemacht
 
Und die auf Minderheiten fixierte Linke macht den Rechtspopulisten diese Vereinnahmung der sozialen Frage teilweise sehr leicht. So etwa auch die junge Welt, wenn sie entgegen ihrem (geradezu populistischen, nämlich das durchschnittliche gemeine Volk der «Malocher» ansprechenden) Werbeslogan sich dann vor allem für die Belange von ausgesprochenen Nicht- bzw. Anti-«Malochern» engagiert, seien es nun U-Bahn-Bettler, seien es nun afrikanische Drogen-Kleindealer.

Leserbrief zu «Den Linken das Wasser abgraben - Rechtspopulisten vereinnahmen zusehends die soziale Frage», Buchbesprechung von Ekkehard Lieberam, junge Welt vom 19.6.2017


Merkels Wadenbeißer

Natürlich ist die Äußerung der polnischen Ministerpräsidentin Sydlo, Auschwitz zeige, wohin es führe, wenn ein Staat den Schutz seiner Bürger vernachlässige, unsinnig. Aber inwiefern ist sie denn deshalb eine «Hitlerversteherin»? Was soll diese absurde Diffamierung? Nur weil Sydlo - wie die meisten Polen und auch generell die Osteuropäer – Migrationsgesellschaft & Multikulti ablehnt? Als ob es dem Hitler-Faschismus denn um das Dichtmachen – und nicht vielmehr um das Durchbrechen – von Grenzen gegangen wäre! Nein, die Unbotmäßigkeit Sydlos gegenüber der deutschen Oberkommandierenden, welche auch den Polen (zunächst einmal eher symbolisch) M&M aufzwingen will, ist Sand im Getriebe des imperialistischen EU-Projekts und daher begrüßenswert. Die junge Welt aber macht hier Merkels Wadenbeißer.

Leserbrief zu «Hitlerversteherin», von Reinhard Lauerbach, junge Welt vom 16.6.2017


Ex-Terroristen im Kosovo vorn

Es stimmt natürlich, dass nach den Wahlen zum Kosovo-Parlament der skiptarischen Separatisten dort «Nationalisten» vorne liegen. Das ist aber fast eine Null-Aussage, da jene skiptarischen Parteien, die nicht vorne liegen, sondern nur an zweiter und dritter Stelle, gleichermaßen Parteien von skiptarischen «Nationalisten» sind. Was notabene überhaupt nicht schlimm ist. Warum sollen die Skiptaren in Kosovo und Metochien sich nicht primär national definieren? Schlimm jedoch ist die spezifische Art dieses skiptarischen Nationalismus, d.h. sein antiserbischer Chauvinismus und insbesondere sein Ethno-Terror, der die wenigen trotz alledem in KuM verbliebenen Serben nur in Ghettos und Enklaven einigermaßen sicher leben lässt. Die wichtigste Wegbereiterin und schlimmste Form dieses skiptarischen Ethno-Terrors ist sicherlich die UCK gewesen. Ihre Protagonisten haben nun relativ am meisten Stimmen gewonnen. Warum kann die junge Welt also dann nicht klar schreiben «Ex-Terroristen im Kosovo vorn»?

Leserbrief zu «Nationalisten im Kosovo vorn», von Roland Zschaechner, junge Welt vom 14.6.2017

Online-Flyer Nr. 620  vom 05.07.2017

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