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Aktueller Online-Flyer vom 23. Oktober 2017  

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Globales
Seidenstraße verbindet China, Russland, Pakistan, Iran, Europa: ein Menschheitsprojekt
China: Straße des Friedens
Von Dietrich Schulze

Die „Neue Seidenstraße“ ist das größte Friedensprojekt der Menschheitsgeschichte mit 900 Milliarden Investitionen. Sie bedeutet gegenseitiges Handelsinteresse der Anrainerländer mit einer Eisenbahnroute und Groß-Containern - schneller als die traditionelle Seeroute. Der China-Kenner Peter Brödner hat das in seinem Vortrag 2016 [1] verdeutlicht: »Das bis zur Mitte des Jahrhunderts zu vollendende Projekt deckt 40 bis 60 Länder ab, in denen ca. 65 % der Weltbevölkerung leben.« Eine gute Grafik der Eisenbahn/Land/Seewege und ein schicker Container hier [2].


Chinesische Schrift lernen: Frieden - Friedensprojekt - Neue Seidenstraße

Hiesige Medien ablehnend

In den deutschen Medien wird die „Silk Road“ seit Jahren abfällig und ablehnend kommentiert. Kein Wunder: Der große Konkurrent aus Asien zeigt hier das Gegenteil der NATO-Kriegspolitik auf. Zivile Win-Win-Politik statt Regime Change mit militärischer Erpressung und Krieg. Diese von der EU kopierte US-Politik führt auch zur Steigerung der EU-Subventionen für Rüstungsforschung - bis 2020 eine halbe,  ab 2021 eine ganze Milliarde Euro pro Jahr. Mit den nationalen Anteilen dann eine EU-weite Rüstungsforschung und -entwicklung von 5,5 Milliarden Euro pro Jahr.

Hochschulen für Rüstungsforschung mißbraucht

Das ist ein enormer Schub für militärische statt zivile Forschungsprojekte. Die mit der Zivilklausel verfolgte Absicht, friedliche Forschung und Lehre zu fördern, wird damit weiter in den Hintergrund gedrängt. Die Studierenden kennen im Laufe der Zeit nichts anderes mehr als die Sicherheitsforschung – sprich Rüstungsforschung - und gewöhnen sich an diese Tarnung als etwas Selbstverständliches. Deswegen ist mein hier dokumentiertes Anliegen, internationale Friedensprojekte als Vorbild sichtbar zu machen. Es gibt eben doch etwas anders als Tarnen, Tricksen, Schießen.   

Hongkong: Kalter Kapitalismus

Die Medien hier überschlagen sich derzeit mit heftiger Kritik an China betreffend Hongkong. Den Vogel schoss der Autor Finn Mayer-Kuckuk in der Karlsruher Lokalpresse BNN am 29. Juni [3] ab. Er beschwert sich: »China habe bei der Übernahme der Stadt 1997 von Großbritannien das Versprechen gegeben „ein Land, zwei Systeme“ - ein zentralistischer Sozialismus auf dem Festland, freie Märkte und Demokratie in Hongkong. Kritiker sagen: geblieben ist nur ein immer kälterer Kapitalismus.« Ja zum Kuckuk, wo lebt der Autor? Hier bei uns herrscht ein immer kälterer Kapitalismus, der gerade mit dem Staatstrojaner aus der Demokratie in den Überwachungsstaat eingestiegen ist [4]. Mit Kalter-Kriegs-Politik ist die Bundeswehr vor die russische Grenze gerückt.

KuKa Augsburg mit Midea China

Die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China ist attraktiv, wie das Beispiel des Roboterherstellers KuKa in Augsburg mit 3500 Beschäftigten zeigt [5]. Der chinesische Haushaltsgerätehersteller hat KuKa aufgekauft zwecks gemeinsamer Projekte. KuKa bleibt dabei eine deutsche Firma. Der neue Eigner Midea hat den Erhalt der Arbeitsplätze zugesagt. Welche Zukunftsgarantie !

Frischer Ostwind aus Peking & Russland

MDR hat am 23. Juni [6] einen interessanten Übersichtsbericht über das internationale Seidenstraßen-Forum im Mai in Peking gebracht. Ein bemerkenswertes Zitat vom Chefredakteur "Russia Today": »Wer Handel treibt, der führt keinen Krieg. Diese Trillionen sind auch eine Investition in die chinesische Vorstellung einer Welt nach Konfuzius. Das gewünschte Ideal darin sind Balance und Harmonie und nicht Eroberung und Diktat.« Süffisant in Richtung Westen fragt er: „Spüren Sie den Unterschied?“

Den Unterschied hatte der Autor zuvor aus seiner Sicht dargelegt. Und die Mainstream-Presse führt den imperialistischen Kampf gegen das Friedensprojekt „Neue Seidenstraße“ weiter.

FAZ-Medienkrieg China, Pakistan, Indien

Lassen wir den FAZ-Asien-Korrespondenten am 21. Mai [7] zu Wort kommen über Pakistan „Endlich kein Ladenhüter mehr“ und am Vortag in FAZ Print mit der Headline "Volksrepublik Pakistan".  Die bekannten Widersprüche zu Indien werden ausgewalzt. Zitat: »Ganz weit oben auf der China-Einkaufsliste steht Krisenland Pakistan – und fühlt sich geschmeichelt. Rivale Indien ist alarmiert.«

Da wird Indien als eine neue Chance für deutsche Geschäftsprojekte angesehen. Der Autor kann nicht umhin, als hier auf seine Geschichtsanalyse Nazi-Deutschland / Indien zu verweisen.

KIT-Atom-Transfer-Krimi mit Indien

Das war der Titel eines NRhZ-Artikels am 24.06.2015 [8] zusammen mit Prof. Wolfram Thiemann von der Uni Bremen. Es wird die Nazi-Gründung „Deutsch-Indische Gesellschaft“ mitsamt deren furchtbarer Nachkriegs-Geschichte mit Atom(waffen)Kooperation der Uni Karlsruhe mit Indien sowie den Uni-Ehrensenator und Altnazi Rudolf Greifeld nachgezeichnet, der Jahrzehnte lang die Verbindung zu indische Studierenden beeinflusste.

Zurück zur Straße des Friedens

„Aus der Geschichte lernen“ bedeutet deutsche Unterstützung zusammen mit Indien für die Seidenstraße. Gerade die Hochschulen können hier einen Friedensbeitrag leisten, indem sie Lehrstühle über die historische Bedeutung der Seidenstraße in Verbindung mit praktischer Verkehrspolitik für die internationale Verständigung einrichten. Das ist der Zweck der Zivilklausel und das sollte auch von der Zivilklausel-Bewegung als ureigenes Friedensprojekt aufgegriffen und den notwendigen Abwehrpflichten wie z.B. „Stopp Air Base Ramstein“ [9] hinzu gesellt werden. 


Quellen:

[1] http://www.stattweb.de/files/civil/Doku20161110pb.pdf
[2] http://derstandard.at/2000040866601
[3] http://www.stattweb.de/files/civil/Doku20170629bnn.pdf
[4] http://www.stattweb.de/files/civil/Doku20170623rr.pdf
[5] http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=22848
[6] http://www.mdr.de/heute-im-osten/russland-neue-seidenstrasse-100.html
[7] http://m.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/china-sichert-sich-mit-investitionen-in-pakistan-ab-15024107.html
[8] http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=21735
[9] http://www.stattweb.de/files/civil/Doku20170620pl.pdf


Über den Autor: Dr.-Ing. Dietrich Schulze (Jg. 1940) war nach 18-jähriger Forschungstätigkeit im Bereich der Hochenergie-Physik von 1984 bis 2005 Betriebsratsvorsitzender im Forschungszentrum Karlsruhe (jetzt KIT Campus Nord). 2008 gründete er mit anderen in Karlsruhe die Initiative gegen Militärforschung an Universitäten (WebDoku www.stattweb.de/files/DokuKITcivil.pdf). Er ist Beiratsmitglied von NatWiss und publizistisch tätig. Email dietrich.schulze@gmx.de

Online-Flyer Nr. 620  vom 05.07.2017

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