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Aktueller Online-Flyer vom 13. Dezember 2017  

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Medien
Gedanken zur Glaubwürdigkeit der Medien
Fake News? Nicht in der Schweizer Presse?
Von Heinrich Frei

Der Verband «Schweizer Medien» schrieb in einem Inserat: «Fake News? Nicht in der Schweizer Presse. Unsere Redaktorinnen und Redaktoren analysieren das Zeitgeschehen, überprüfen Quellen, interpretieren Ereignisse, liefern Hintergründen helfen ihnen damit Ihre eigene Meinung zu bilden. Glaubwürdigkeit steht bei uns an erster Stelle – ohne Alternativen. Damit sie Lügen von Fakten unterscheiden können.»

Nachrichtenagenturen und Behörden informieren 1990: «Die Brutkastenlüge»

So weit so gut. Aber Redaktorinnen und Redaktoren sind auf Informationen von Nachrichtenagenturen oder Behörden angewiesen, die sie selber nicht überprüfen können. Die «Brutkastenlüge» wurde 1990 weltweit von den Medien als bare Münze übernommen, auch in der Schweiz. Diese Story wurde von einer US-PR-Agentur fabriziert. Eine «Krankenschwester» bezeugte damals unter Tränen sie hätte gesehen wie irakische Soldaten in Kuweit Frühgeburten aus den Brutkästen gerissen hätten. Mit dieser erfundenen Geschichte wurde die US-Öffentlichkeit auf den Krieg der USA gegen den Irak eingestimmt.


Screenshot aus dem Film «Die Brutkastenlüge 1990“ (1)(2)

2003: Die «Massenvernichtungswaffen des Iraks»

Auch die Massenvernichtungswaffen des Iraks waren Fake-News, von staatlichen Stellen der USA und von Großbritannien 2003 in Umlauf gebracht. Die «Massenvernichtungswaffen des Iraks» dienten dann als Rechtfertigung, den Irak erneut anzugreifen, was im Irak hunderttausenden Menschen das Leben gekostet hat, und im Irak bis heute ein Chaos hinterließ. (3)

2017, Blick am Abend: Gutes Klima auf dem Mars

Der «Blick am Abend» des Ringier-Konzerns informierte am 1. Juni 2017: «Gutes Klima auf dem Mars WASHINGTON - Der Mars besaß Millionen Jahre lang die nötigen Voraussetzungen für eine lebensfreundliche Umwelt. Das schließen Forscher aus neuen Bodenproben des Mars-Rover «Curiosity» der US-Raumfahrtbehörde Nasa.» «Curiosity» der US-Raumfahrtbehörde, ein Gefährt, das am 6. August 2012 auf dem Mars gelandet ist, nimmt «bekanntlich» auf dem Mars seit über 5 Jahren Bodenproben. (4)
 

Screenshot Website Nasa: Wenn wir auf die Website der Nasa gehen, sehen wir tatsächlich, dass «Curiosity» immer noch auch dem Mars herumkurvt.

«Opportunity“ fährt seit über 13 Jahren auf dem Mars herum

Seit dem 25. Januar 2004, seit über 13 Jahren, fährt auch der Mars-Explorer «Opportunity“ der NASA auf dem Mars herum und sendet Bilder und Messdaten zur Erde. Die Bilder und Daten werden über eine um den Mars kreisende Zwischenstation, über den Mars-Orbiter, zur Erde gesendet.

Wikipedia: «Der Rover besitzt über Solarpaneele aufladbare Batterien und wird zur Energieeinsparung nachts in einen Ruhezustand versetzt. Mit Hilfe seiner Antennen kann das Gerät Bilder und Messergebnisse entweder an die als Zwischenstationen zur Erde verwendeten umlaufenden Orbiter der NASA und der ESA oder direkt zur Erde senden sowie Befehle von dort empfangen. Wegen der relativ hohen Laufzeit der Signale von der Erde (je nach Planetenabstand bis zu 20 Minuten) muss der Rover mit seinen Bordcomputern in gewissem Umfang autonom agieren können“ (5)

Wie auf der Website der US-Weltraumbehörde NASA zu sehen ist, funktionierte der Rover am 23. Mai 2017 immer noch. (6)


Screenshot am 3. Juni 2017 der NASA-Website „Mars Exploration Rover, Opportunity: Traverse Map Archive“

«Opportunity» und «Curiosity» aussergewöhnliche Technik

Wie kommt es, dass diese Geräte - «Opportunity» seit 2004 und «Curiosity» seit 2012 - pannenfrei auf dem Mars herumfahren und die Lithium-Batterien immer noch intakt sind - trotz der grossen Temperaturschwankungen auf dem Mars? Auf dem Mars ist es oft eisig kalt (minus 63 Grad) und dann wieder heiss (plus 35 Grad). Wie halten das Lithium-Ionen-Batterien 13 Jahre lang aus? Wie können die kleinen Solarzellen all die Motoren der beiden Rover und den Bohrer antreiben? Wie können die Solarzellen dann noch die Energie liefern, um die Messergebisse des Explorers zu den Mars-Orbitern zu senden. Der Mars ist je nach dem Standort auf seiner Bahn zwischen 145 und 1042mal weiter von der Erde entfernt als der Mond. Der Autor Gerhard Wisnewski hat in seinen Jahrbüchern, «verheimlicht, vertuscht, vergessen» die Nasa-Mars-Forschung kritisch dokumentiert. (7)


Fussnoten:

(1) Film «Die Brutkastenlüge 1990
https://www.youtube.com/watch?v=EuDp5VM8QoQ
(2) http://de.wikipedia.org/wiki/Brutkastenl%C3%BCge
(3) https://de.wikipedia.org/wiki/Begr%C3%BCndung_des_Irakkriegs
(4) Curiosity Rover
https://www.nasa.gov/mission_pages/msl/index.html
(5) https://de.wikipedia.org/wiki/Opportunity
(6) Opportunity: Traverse Map Archive
http://mars.nasa.gov/mer/mission/tm-opportunity-all.html
(7) Zur Marsforschung der Nasa siehe auch Gerhard Wisnewski, «2016, verheimlicht, vertuscht, vergessen»

Online-Flyer Nr. 616  vom 07.06.2017

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