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Aktueller Online-Flyer vom 18. Oktober 2017  

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Globales
Zur 3. Auflage des Buches "Kriegswaffe Planet Erde" von Rosalie Bertell
Gegen die Zerstörung von Mutter Erde
Von Claudia von Werlhof

Seit 2015 weht ein anderer Wind. Nach Jahren der Lähmung kommt Bewegung auf. Wir merkten es etwa an den Verkaufszahlen, die plötzlich anzogen. Die 2. Auflage ist längst vergriffen. Mit der daher nun erfolgenden 3. Auflage von Rosalie Bertell´s „Kriegswaffe Planet Erde“ sind insgesamt 10.000 Exemplare gedruckt worden. Das ist für eines der wichtigsten Bücher des 21. Jahrhunderts, wie ich es nenne, zwar gar nichts. Aber es ist angesichts des Themas und seiner andauernden offiziellen und medialen Verschweigung, ja seiner bisherigen Verleugnung sogar in den meisten sozialen Bewegungen, eine Menge. Es gab jedoch nur wenige Rezensionen oder andere Formen öffentlicher Aufmerksamkeit für dieses Buch, Reaktionen aus der Wissenschaft unterblieben unseres Wissens nach ganz. Dabei war Rosalie Bertell eine international angesehene Naturwissenschaftlerin, mit neun Ehrendoktortiteln und unter anderen dem Alternativen Nobelpreis ausgestattet.

Wir suchen dringend nach jemandem, der/die ihre Nachfolge antritt. Denn es sind nach ihrem Tod 2012 weiterhin viele merkwürdige Dinge „am Himmel und auf Erden“ geschehen, und es fehlt an Bestandsaufnahmen und Antworten, wie sie sie gesucht und gegeben hätte. Wie weit ich als Nicht-Naturwissenschaftlerin selber gekommen bin, ist auf der Website der für Rosalie Bertell 2010 gegründeten „Planetaren Bewegung für Mutter Erde“, www.pbme-online.org, zu sehen. Zuletzt ist dies im Quer-Denken-tv-Interview „Von der Waffe zum Wrack – der Missbrauch der Erde als Mega-Maschine“ sowie im Aufsatz „La destrucción de la Madre Tierra como último y máximo crímen de la civilización patriarcal“ (Die Zerstörung von Mutter Erde als letztes und größtes Verbrechen der patriarchalen Zivilisation), dokumentiert, der in Lateinamerika verbreitet wird und noch nicht auf Deutsch existiert.

Für ein Bewusstsein über Leben und Leiden unseres Planeten

Was mir aber in den Debatten wie im Schweigen über dieses Buch besonders aufgefallen ist, hat mit den Schwierigkeiten zu tun, ein „planetares Bewusstsein“ zu haben oder zu entwickeln, also ein Bewusstsein über Leben und Leiden unseres Planeten, wie es Rosalie hatte. Genau da scheiden sich die Geister. Denn Rosalie hat unsere schöne Erde geliebt. Die meisten Leute heute tun das nicht. Sie wissen und fühlen nichts von der Erde, oder sie scheint sie sogar zu stören.

Wir sind froh, dass wir inzwischen auch die letzten beiden Interviews von Rosalie Bertell übersetzen konnten, die sie 2010 in Bonn anlässlich des 30. Jahrestages des „Alternativen Nobelpreises“ gegeben hatte, aber nicht in die Öffentlichkeit gekommen waren. Nun sind sie in der 3. Auflage im Teil IV unter den neuen Beiträgen von 2010-2011 abgedruckt.

Bertell´s Buch hält stand. Es gibt Antworten auch auf Debatten, die neu oder heftiger als bisher entbrannt sind. Dazu gehört insbesondere die Diskussion zum sog. „Klimawandel“, der angeblich aufgrund des CO2-Ausstosses der zivilen Industrie zustande kommt, und als „globale Klimaerwärmung“ immer mehr zu einem der wichtigsten Themen der Politik einer versuchten Verringerung des CO2-Ausstosses geworden ist. Dies war auch bei der bisher letzten Klimakonferenz COP21 in Paris Ende 2015 der Fall, wo als Ziel vereinbart wurde, die Erderwärmung auf 1,5-2,0 Grad zu begrenzen. Allerdings wurde nicht gesagt, wie das erreicht werden kann oder soll. Nach Bertell haben die Veränderungen in der Atmosphäre und am Boden jedoch ganz andere Gründe. Sie sind die Folgen des sog. Geo-Engineering, von „Plasmawaffen“ und „Wetterkriegen“, die schon seit vielen Jahrzehnten, insbesondere nach den Erfindungen des Physikers Nikola Tesla zum Umgang mit Elektromagnetischen Wellen entwickelt und angewendet werden, allerdings im Geheimen, denn sie sind ein militärisches Projekt.

Gegen das Verschweigen des militärischen Geoengineering


Neuerdings treten aber immer mehr Geoingenieure bei immer häufigeren internationalen Konferenzen auf, um Methoden des zivilen „wissenschaftlichen“ Geoengineering für den umgekehrten Zweck, nämlich die dadurch angeblich mögliche „Rettung“ des Planeten zu propagieren. Dabei gilt der Einsatz solcher Methoden als nun zu diskutierendes und schon jetzt großzügig – etwa von Bill Gates – finanziertes, auch kommerziell zu nutzendes, großtechnologisches Zukunftsprojekt des 21. Jahrhunderts, dessen militärische Vergangenheit und kriegsrelevante Gegenwart jedoch gleichzeitig hartnäckig verschwiegen, ja geleugnet werden! Es ist klar, dass es solche Methoden sind, welche die Ziele von Paris erreichbar machen sollen – selbst wenn die Ursachen für das Dilemma damit gerade nicht bekämpft, sondern im Gegenteil auch noch befördert werden! So wird von Star-Geo-Ingenieur David Keith von der Universität Harvard ein Projekt zur Kühlung des Planeten empfohlen, das allerdings fürchterliche Folgen haben könnte, wie er selbst zugibt: die Besprühung der Erde mit Schwefelsäure – so, als ob ein global wirksamer Vulkanausbruch stattgefunden hätte! Wir haben zu einer Kampagne gegen dieses nicht zu verantwortende Experimente aufgerufen.

Die Versprühung von Schadstoffen in der Atmosphäre - das sog. Solar Radiation Management, SRM - ist ohnehin eines der Hauptthemen der Kritiker des Geo-Engineering, die feststellen, dass diese Methode nicht etwa nur für die Zukunft erwogen, sondern seit 2-3 Jahrzehnten weltweit – und geheim! - bereits im Einsatz ist. Mit der europäischen Aktivistengruppe „Skyguards“ haben wir inzwischen erreicht, dass sich das Europaparlament mit diesem Thema offiziell befassen wird müssen. Es geht um die Stoffe, die versprüht werden, die Gründe, warum dies geschieht sowie die Folgen, die – insbesondere in den USA, wo schon länger gesprüht wird – bereits einzutreten begonnen haben. In einigen betroffenen Regionen, wie z.B. Shasta in Kalifornien, ist inzwischen das pflanzliche, tierische und menschliche Leben praktisch zum Erliegen gekommen. Dennoch wird nach wie vor von offizieller Seite behauptet, eine Besprühung mit Giftstoffen wie u.a. Aluminium, Strontium und Barium, die längst nachgewiesen sind, fände nicht statt. Auch die Wissenschaft lässt sich auf das Thema nicht ein. Kürzlich wurde sogar verhindert, dass entsprechende Ergebnisse – wie die von Dr. Marvin Herndon – veröffentlicht wurden.

Die 3. Auflage erscheint mit einem neuen Beitrag von Mathias Weiß über die schon lange Geschichte des Geo-Engineering, der anstelle des Beitrages von RA Dominik Storr erscheint. Auch Clive Hamilton wollte nicht mehr dabei sein. An seinem Platz erscheinen die letzten beiden Interviews mit Rosalie.

Es gibt sehr viel zu tun

Rosalie Bertell hatte mich zu ihrer Stellvertreterin im Deutsch-sprachigen Raum ernannt, um ihr Werk im Sinne ihrer und meiner Kritik der modernen Zivilisation als ein die Welt gefährdendes kapitalistisch-patriarchales Kriegssystem zu vertreten. Mein Begriff der „Militäralchemie“, der die Interessen des Militärisch-Industriellen-Komplexes dabei charakterisiert, hat sie begeistert. Denn er erklärt, warum die Zerstörung des Planeten paradoxerweise als eine „Verbesserung“ auf dem Weg zu seiner intendierten Kontrolle und Verwandlung in eine „handhabbare“ Waffe für neuartige Kriege und generell in eine Art von „Megamaschine“ gilt.

Ich bin bemüht, ihrem Vertrauen zu entsprechen und ihr geistiges Erbe mit Unterstützung durch ihren Konvent der “Grauen Nonnen vom Heiligen Herzen“ in den USA und das von ihr gegründete IICPH, Internationales Institut der Sorge um die Öffentliche Gesundheit, im kanadischen Toronto, weiterzutragen.

Dabei ist mir inzwischen eines klar geworden: Dieses Buch über die tatsächlich laufende Zerstörung unseres Planeten, ein Faktum, das als solches in der Geschichte zum ersten Mal auftritt, nachdem es technisch möglich geworden ist, muss eine Antwort hervorbringen. Sie hätte darin zu bestehen, dass unsere Perspektive von nun an die Seiten wechselt, also nicht mehr von unseren humanen und gesellschaftlichen Belangen ausgeht, sondern denen unserer Mutter Erde. Denn sie hat uns das Versprechen gegeben, uns das Leben zu ermöglichen, und zwar ein gutes. Und wir haben erneut damit zu antworten, dass wir auch umgekehrt dafür sorgen, dass ihr Leben und das auf ihr von uns bewahrt, gegen Zerstörung beschützt und – wo nötig – wieder geheilt wird. Es gibt sehr viel zu tun.




Rosalie Bertell: Kriegswaffe Planet Erde
Einleitung von Claudia von Werlhof, Nachwort von Werner Altnickel, Vorwort von Vandana Shiva, Anmerkungen von Dominik Storr
J.K.Fischer-Verlag, 3. Auflage, 2016, 572 Seiten, 22,95 EUR

Online-Flyer Nr. 593  vom 21.12.2016

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