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Aktueller Online-Flyer vom 21. Februar 2017  

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Literatur
Ich bin Dein Bild Gesellschaft
AMARTOLI - Sünderin
Von Galatea Kazantzakis

In Smyrna hieß ich Melpo
Iro in Saloniki
In Volos Katinitsa irgendwann
Und jetzt in Vourla nennen sie mich Lela
Wo ist mein Platz?
Wer sind die Meinen?
Ich kenn sie nicht
Ich bin verflucht
denn Haus und Heim
sind mir die Bordelle

Auch die Jahre meiner Kindheit bitter
Trübe und verwischte Bilder
Meine Erinnerung ist eine leere Truhe
Das Heute ist schlimmer als das Gestern
Das Morgen schlimmer als das Heute
Küsse von sich ewig gleichen Mündern,
Beschimpfungen und Polizei,
die mich von da nach dorthin schiebt
Orgien ohne Freude, Streitereien bis zum Morgen,
Krankheit, Sygros-Klinik und die Spritze

Das verrottete Brett
eines gesunkenen Schiffes
Mein ganzes Leben
ist verloren
Aber aus meiner Hölle rufe ich Dir zu
„Ich bin Dein Bild Gesellschaft
Gleiche Dir!“


Überwiegend wörtliche Übersetzung aus dem Griechischen von Mischi Steinbrück - Das Gedicht bezieht sich vordergründig auf die „kleinasiatische Katastrophe“ 1922-23, als viele der vertriebenen Griechinnen sich nur durch Prostitution über Wasser halten konnten.

Galatea Kazantzakis, 1881–1962, erste Frau von Nikos Kazantzakis, linke Feministin, im Gefängnis während der Metaxa-Diktatur)


Online-Flyer Nr. 587  vom 09.11.2016

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