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Aktueller Online-Flyer vom 21. Oktober 2017  

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Literatur
Nach Romain Rolland
Pierre und Luce
Von Roland Wanitschka

Was ist Liebe?
Wird sie von uns erfunden,
Ist sie eine Täuschung oder real?
Bleibt sie ein Leben lang,
Wenn nein, warum nicht,
Wenn ja, warum?
Ist sie nur ein Gefühl?
Ist sie ein Teil von uns?
Ist sie überall
Und zu jeder Zeit gleich,
Hat sie dabei
Die gleichen Möglichkeiten
Sich zu erleben?
Liebe ist mehr
Als ein Wort.
Sie ist Tun für das Leben
Und im Leben,
Sie will erlebt sein,
Erkämpft, wie das Leben selbst,
Jeden Tag neu,
Tagein, tagaus.
Manchen wird sie
Unmöglich gemacht.
Sie, Luce und Pierre
Trafen sich und auch nicht.
Zwischen ihnen lag die Barriere
Des Unterschieds
Zwischen arm und reich,
Und doch schienen sie sie
Überwunden zu haben,
Wenigstens für ihr kleines
Einsam zweisames Glück,
Für eine Sekunde des Hochgefühls,
Vernichtet im Bombenhagel
Des ersten großen Weltenbrandes,
Der über ihnen zusammenstürzenden Mauern
Der bürgerlichen Gesellschaft.
Sie fanden sich endgültig im Tod.
Zu Lebzeiten war es ihnen unmöglich gemacht
Sie und sich auszuprobieren,
Der Tod als die Negation der Liebe
Hat sie und ihre Liebe
Auf ewig unmenschlich vereinigt
In den Trümmern des Krieges.
Ja, diese Gesellschaft ist zu alt, sie muss untergehen,
So ihre letzten Worte.


Aus "Abgesang mit Ausblick" – Revolutionslyrik II, Verlag am Park, Berlin 2013

Online-Flyer Nr. 580  vom 21.09.2016

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