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Aktueller Online-Flyer vom 23. Oktober 2017  

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Arbeit und Soziales
Betrachtung anläßlich der Ereignisse in der Silvesternacht 2015/2016
Die Würde der Frau ist antastbar
Von Maria Mies

Was auf dem Vorplatz des Kölner Hauptbahnhofs in der Silvesternacht von 2015/2016 geschah, ist inzwischen weltbekannt. Alle Medien aus allen Ländern berichteten darüber. Selbst der arabische Sender Al Jazeera brachte Bilder und Berichte über die Gewalt, die jungen deutschen Frauen in dieser Nacht angetan wurde. In zahllosen Talkshows und Presseberichten befassen sich bis heute Politiker, Juristen, Psychologen, Kriminalwissenschaftler, Religionswissenschaftler und auch Feministinnen mit der Frage: Wie konnte es zu diesen Exzessen kommen? Wer waren die Täter? Über das Ausmaß der Gewalt gegen Frauen gab es stets wechselnde Angaben.


Frauenprotest "Cologne Womanwalk" am 17. Januar 2016 (Foto: arbeiterfotografie.com)

Zuerst hieß es, 1000 Männer mit arabischem Aussehen und aus nordafrikanischen Ländern hätten sich auf junge deutsche Frauen gestürzt und sie sexuell bedrängt. und gequält. Gruppen dieser Männer hätten meist einzelne Frauen so umzingelt, dass sie sich nicht hätten wehren können. Erst als einzelne Frauen Anzeigen gegen die unbekannten Täter erstatteten, fing die Polizei an, die Betroffenen zu zählen. Zuerst waren es nur 21 Anzeigen .Später waren es 60, dann über 300, die tatsächliche Zahl der Opfer war unbekannt. Inzwischen (am 5.4.2016) berichtete das ZDF, dass es in der Silvesternacht in Köln 1000 Übergriffe gegeben habe. Welcher Art diese „Übergriffe“ waren, wurde nicht konkret benannt. Darunter waren jedenfalls zwei Vergewaltigungen. Aber auch Begrapschen der Brüste, des Hintern, der Beine, die Finger in die Vagina stecken und ähnliche körperliche, „Übergriffe“ wurden von den Betroffenen genannt. Außerdem wurden die Frauen als Huren und Schlampen beschimpft, verhöhnt und in obszönster Weise beleidigt. Für diese direkte und indirekte Gewalt an Frauen gibt es offensichtlich keine rechtlich adäquaten Begriffe. Die Polizei spricht von „sexuellen Übergriffen“, „sexueller Nötigung“ oder „sexualisierter Gewalt im öffentlichen Raum“ Was ist das „sexualisierte Gewalt?“ Ist sie strafbar? Offensichtlich ist sie nicht strafbar, wenn sie im „privaten Raum“ geschieht. Viele Leute verharmlosen diese Gewalt gegen Frauen. Das gäbe es doch bei jeder Massenveranstaltung, z.B auf dem Münchener Oktoberfest, beim Karneval in Köln, bei Fußballspielen. Außerdem würden viele Frauen solche Übergriffe selbst provozieren.

Was war an Silvester anders in Köln? Die Brisanz dieser Gewalt liegt in der Tatsache, dass die Täter Araber, also Muslime waren. Damit ist für die meisten Leute schon klar, dass sie Flüchtlinge waren. Und alle Leute „wissen“ auch, dass der Islam frauenfeindlich ist. Außerdem konnten sich die Flüchtlinge auf die Willkommenskultur der Kanzlerin berufen.

Der unmittelbare Zusammenhang zwischen sexueller Gewalt gegen (deutsche) Frauen, Gewalt in den Kriegen in Syrien und Irak und der neue Jihaad der muslimischen Gotteskrieger für einen rein muslimischen Staat ist die Ursache für die Flüchtlingsströme nach Europa, speziell nach Deutschland. All das und mehr erhellte blitzartig, wie die Silvesterraketen, nicht nur den Nachthimmel über Köln, sondern über Deutschland. Was wird aus unserem Wohlstand? Wie soll die Politik reagieren? Wohin mit den Flüchtlingen? Was wird aus Europa? Plötzlich wurde sichtbar, dass alle diese zunächst getrennt geglaubten Fragen zusammenhängen. Die sexuelle Gewalt gegen junge deutsche Frauen in der Silvesternacht in Köln, ausgeübt von jungen arabischen Männern, hat alle diese Ängste auf einen Punkt gebracht: Die Fremden bedrohen „unsere“ Frauen. Nichts ist mehr geeignet, einen Sturm der emotionalen Entrüstung, des Hasses und der Fremdenfeindlichkeit auszulösen als ein Angriff auf „unsere“ Frauen. Plötzlich war die Silvesterstimmung vorbei. Plötzlich war alles anders geworden.

Plötzlich verstanden die Leute die Welt nicht mehr. In allen Nachrichtensendungen und Talkshows, im Fernsehen wie in anderen Medien war die Silvesternacht in Köln ein Hauptthema. Bis heute wird versucht, das Geschehen zu beschreiben, zu erklären und nach Ursachen und Lösungen zu suchen. Die Silvesternacht in Köln ist ein Thema, dass alle Gemüter emotional so aufheizt, dass ein nüchterner Diskurs nicht mehr möglich ist. (1)

Das Thema wird uns noch lange beschäftigen. Die Fragen, die zuerst gestellt wurden, betrafen die Polizei. Warum waren nicht genügend Polizisten auf dem Bahnhofsvorplatz? Warum griffen sie nicht ein? Warum gab es keine Festnahmen der Täter? Warum gab es keine genauen Berichte über die Täter und ihre Verbrechen? Warum gab es keine klare Stellungnahme des Polizeipräsidenten von Köln? Im Fernsehen gab es fast täglich Talkshows zu der Kölner Silvesternacht. Da kamen dann vor allem Politiker, Kriminalwissenschaftler, Juristen, Journalisten, Psychologen, und auch manchmal Vertreter islamischer Verbände zu Wort. Meist saß da auch noch eine junge „Betroffene“ in der Runde. Sie sollte schildern, was ihr in jener Nacht konkret widerfahren war.

Mir fiel auf, dass weder sie, noch die anderen Teilnehmer an den Talkrunden klare Begriffe für das Geschehen in der Silvesternacht hatten. Das konkrete Geschehen wird durch allgemeine, abstrakte Begriffe so vernebelt und verallgemeinert, dass niemand sich etwas Genaues darunter vorstellen kann. „Sexuelle Übergriffe“ – das kann alles sein von einer Umzingelung, Vergewaltigung bis „den Finger in die Vagina einer Dame stecken“, sie betatschen, begrapschen, sie gegen ihren Willen küssen, zerkratzen, beißen oder sie als Fotze, als Hure beschimpfen, d.h. auch, sie in jeder Hinsicht psychisch verletzen, demütigen, erniedrigen, ihrer Würde berauben: etwas was Frauen schwerer verkraften können als körperliche Gewalt. Sexuelle Gewalt reicht von direkter Gewalt bis zu jeglicher Form struktureller und indirekter Gewalt. Zu dieser strukturellen Gewalt gehört auch die Sprachlosigkeit der Opfer. Selbst die betroffenen Frauen in den Talkshows fanden keine Worte, um zu beschreiben, was die Männer konkret mit ihnen gemacht hatten. Die Wahrheit ist aber konkret.

Trotz aller Meinungsunterschiede bezogen sich die Teilnehmer/Innen an diesen Runden immer wieder auf den ersten Artikel des deutschen Grundgesetzes:

Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Dies müsse auch für Muslime in unserem Land gelten. Doch stimmt dieser Satz auch für Frauen? Mir und vielen anderen Feministen ist seit Jahren klar, dass dieser Satz für Frauen nicht stimmt. Der Satz steht zwar im Grundgesetz, aber er gilt in der realen, sozialen Wirklichkeit Deutschlands nicht für Frauen. Dort gilt vielmehr:

Die Würde der Frau ist antastbar.

Das wurde mir und meinen Studentinnen im Sommersemester 1976 klar, als sie in Köln ein Haus für Frauen gründen wollten, die Schutz vor ihren gewalttätigen Männern suchten. Die Studentinnen fragten mich, wie sie vorgehen sollten. Ich sagte, sie sollten zum Sozialdezernenten der Stadt Köln gehen und dort ihr Anliegen vortragen. Als sie zurück kamen, berichteten sie, dass dieser Herr Körner ihnen gesagt hätte: „Das Problem gibt es in Köln nicht. Weisen Sie erst statistisch nach, dass es in Köln einen Bedarf für ein solches Schutzhaus gibt.“ Als die Studentinnen mir das erzählten, sagte ich: „Der Mann spinnt. Wir machen statt dessen eine Aktion.“ Die Studentinnen waren begeistert und fingen sofort an, eine öffentliche Aktion auf der Schildergasse vorzubereiten. Sie malten Plakate und machten eine Unterschriftenliste mit der Frage: „Kennen Sie Frauen in Köln, die von ihren Männern geprügelt werden? Wir wollen ein Haus gründen, wo Frauen, die von ihren Männern misshandelt werden, Schutz finden.“ Wir fragten Passantinnen und Passanten, ob sie Frauen kännten, die von ihren Männern geprügelt würden. Viele fingen sofort an, fürchterliche Geschichten über häusliche Gewalt von Männern zu erzählen. An diesem Nachmittag sammelten wir 2000 Unterschriften. Am nächsten Tag berichtete der Stadtanzeiger über unsere Aktion. Damit war das Problem der häuslichen Gewalt an Frauen in Köln öffentlich geworden. Obwohl es das „Frauenhaus“ noch gar nicht gab, meldeten sich sofort Frauen bei uns, die Schutz vor ihren Männern suchten. Das Problem, dass deutsche Männer ihre Frauen schlagen, vergewaltigen, misshandeln und ihre Würde in jeder erdenklichen Form konkret „antasten“, konnte nicht mehr geleugnet werden. Weil wir die Frauen, die bei uns Schutz suchten, nicht zurückschicken konnten, brachten wir sie zunächst privat bei uns und anderen Frauen unter. Aber das war natürlich keine Lösung.

Darum gründeten wir den Verein „Frauen Helfen Frauen e.V.“ (FHF) und konfrontierten die Stadt mit der Zahl der Frauen, die bei uns Schutz suchten. Schließlich musste die Stadt selbst eine Untersuchung über die Zahl der Frauen durchführen, die monatlich Schutz vor ihren Männern bei der Polizei suchten. Das Ergebnis: Monatlich suchten etwa hundert Frauen Schutz bei der Polizei vor ihren Männern. Aber die Polizei musste sie zurück schicken, denn häusliche Gewalt galt als Privatsache. Aber immerhin, konnte niemand mehr sagen: „Das Problem der häuslichen Gewalt gegen Frauen gibt es nicht in Köln.“ Dennoch tat die Stadt nichts, um ein solches Frauenhaus zur Verfügung zu stellen. Schließlich fanden wir selbst ein leeres Haus. Wir besetzten es und die Frauen zogen sofort mit ihren Kindern bei Nacht und Nebel in das Haus ein. Das Haus musste Tag und Nacht bewacht werden. Denn die Männer konnten irgendwann auftauchen und ihre Frau mit Gewalt zurückholen. Auch ich habe oft nachts Wache gehalten und morgens dann in der FH meine Vorlesungen.

Sobald die Frauen im Frauenhaus waren, hörten sie nicht mehr auf, über die Gewalt ihrer Männer zu reden, besonders nachts. Es waren unglaubliche Geschichten, die kaum zu ertragen waren. Ich sagte den Studentinnen: „Nehmt einen Kassettenrekorder und fragt jede Frau, ob sie bereit ist, ihre Leidensgeschichte zu erzählen. Schreibt dann diese Geschichten genau so auf, wie jede Frau sie erzählt hat und gebt sie ihr schriftlich in die Hand“. Das erwies sich für Frauen, die sich scheiden lassen wollten, später als sehr hilfreich.

Dann organisierten wir Gruppengespräche, in denen die Frauen auch die Geschichten der anderen Frauen hören konnten. Die meisten Frauen erfuhren bei diesen Gruppengesprächen zum ersten Mal, dass ihre eigene Gewalterfahrung durch ihren Mann kein Einzelschicksal war, sondern das alle Frauen solche Erfahrungen gemacht hatten, wenn auch die Anlässe für die Gewalt ganz unterschiedlich waren. Außerdem erfuhren wir, dass manche Frauen bis zu dreißig Jahren bei ihren brutalen Männern geblieben waren. Die Frauen hatten keine Hemmungen in einem Kreis von Leidensgenossinnen über ihre Gewalterfahrungen zu reden. Sie stellten fest – wohl zum ersten Mal – dass ihre Geschichte kein Einzelschicksal war, für das sie sogar oft selbst verantwortlich gemacht wurden, sondern das so vieler Frauen in unserer Gesellschaft. Ich selbst war am meisten erstaunt, dass junge und alte Frauen öffentlich über die jeweiligen Gewaltmethoden ihrer Männer redeten. Ich werde nie vergessen, was eine sechzigjährige Frau sagte: „ Das Schlimmste ist ja nicht, dass er mich schlägt. Das Schlimmste ist, wenn er nachts aufsteht, sich über mich stellt und mir ins Gesicht pinkelt.“ Eine Achtzehnjährige sagte über ihren Freund: „Er bedroht mich immer mit einem Messer, wenn er Sex will. Tod oder Liebe.“ Uns wurde klar, dass Gewalt gegen Frauen nicht nur direkte körperliche Gewalt bedeutet, sondern ebenso die Beleidigungen und Demütigungen von Frauen aufgrund ihres Geschlechts und die Androhung von Gewalt. Das heißt, Frauen werden ebenso durch indirekte Gewalt den Männern gefügig gemacht. Alle erzählten von den Beschimpfungen und Demütigungen und den banalsten Anlässen für einen Gewaltausbruch ihrer Männer. Und alle sagten: „Ihr seid die ersten, denen wir das alles erzählen können.“

Uns allen gaben diese Gruppengespräche einen tiefen Einblick in den wahren Zustand unserer modernen, angeblich zivilisierten Gesellschaft. Später veröffentlichten wir einen Teil dieser Geschichten in dem Buch: „Nachrichten aus dem Ghetto Liebe“ (2). Ich war erstaunt, dass die Studentinnen diesen Titel gewählt hatten. Aber sie sagten: „Das ist der wahre Grund, warum wir Frauen Männergewalt so lange aushalten. Der Grund ist nicht nur die ökonomische Abhängigkeit der Frauen von ihren Männern, wie oft behauptet wird. Zu uns sind doch auch reichere Frauen gekommen. Der wahre Grund ist: Alle Frauen wollen geliebt werden. Dafür nehmen wir selbst Gewalt in Kauf. Das ist unser Ghetto.“

Unser Kampf um das erste Autonome Frauenhaus in Deutschland und die praktischen Erfahrungen, die wir dann mit den Frauen gemacht haben, haben uns mehr über die wahren Verhältnisse, vor allem die Geschlechterverhältnisse, in unseren modernen, demokratischen Gesellschaften gelehrt als ein langes theoretisches Studium.

Ich persönlich habe gelernt, dass die realen Verhältnisse einer Gesellschaft mit den herrschenden Methoden der Sozialforschung, nämlich Befragungen und Statistiken, nicht zu erfassen geschweige denn zu verändern sind. Erst wenn wir anfangen, untragbare, konkrete Verhältnisse praktisch zu verändern, können wir sie verstehen. Meine eigenen Erkenntnisse aus dieser Erfahrung habe ich 1978 in dem Aufsatz „Methodische Postulate zur Frauenforschung“ niedergeschrieben

Wir entwarfen allerdings eine Konzeption über die Notwendigkeit solcher Frauenhäuser in Deutschland, in der wir die Ziele von FHF formulierten und die Methoden beschrieben, die für eine solche Arbeit notwendig waren. Wir betonten die Verantwortung eines demokratischen Staates, dass er Gewalt gegen Frauen nicht zulassen dürfe. Die Stadt musste schließlich anerkennen, dass Frauen, die Schutz im Frauenhaus suchen, vor allem ökonomisch unterstützt werden müssen, durch Hilfe in besonderen Notlagen, Sozialhilfe und Wohngeld. Sie mussten nicht erst nachweisen, dass ihr Mann sie geprügelt hatte.

Wir hatten unseren Kampf um das Frauenhaus im Frühjahr 1976 begonnen und am Ende des Jahres haben wir es bezogen. Das „Autonome Frauenhaus Köln“ war das erste in der Bundesrepublik. Der Verein FHF existiert bis heute bundesweit. In vielen Städten Deutschlands wurden Frauenhäuser gegründet. In Köln gibt es inzwischen zwei Frauenhäuser, die stets überfüllt sind. Um ein drittes kämpft der Verein FHF. Das heißt: Die private Gewalt gegen Frauen hat in Köln nicht ab- sondern zugenommen. In diesem Jahr schauen wir auf vierzig Jahre Frauenhäuser in Deutschland zurück. Wer kann jetzt noch sagen, Unterwerfung und besonders Gewalt gegen Frauen sei vor allem ein Problem in muslimischen Gesellschaften?


Fussnoten:

1) S.B.Palmer: Die verminte Republik, Süddeutsche Zeitung: 16/17.Januar 2016
2) Frauenhaus Köln, Hrsg.: Nachrichten aus dem Ghetto Liebe. Verlag Jugend und Politik, Frankfurt 1980
3) Maria Mies: Methodische Postulate zur Frauenforschung – dargestellt am Beispiel der Gewalt gegen Frauen. In: BEITRÄGE ZUR FEMINISTISCHEN THEORIE UND PRAXIS, Erste Orientierungen, Nr. 1, S.41, Hrsg. Von: Sozialwissenschaftliche Forschung und Praxis für Frauen. Verlag Frauenoffensive München 1978


Top-Foto: Maria Mies (arbeiterfotografie.com)


Kommentare:

22.06.2016, 08:15, Regina:

Eben habe ich noch, bevor ich zur Arbeit fahre, Deinen Artikel zur Kölner Silvesternacht gelesen. Ich finde es sehr gut und wichtig, dass Du Dich zu dem Thema geäußert hast! Mir als Sozialarbeiterin begegnet das Thema der Frauenmißhandlugen der Silversternacht andauernd. Es wird sich sehr oft darauf bezogen, wenn es um das Thema Flüchtlinge geht. Es scheint fast so, als kommen diese sexuellen Übergriffe manchen Leuten gerade recht für ihre rassistischen Aussagen. Mir gefällt auch gut, dass Du in dem Artikel beschrieben hast, dass Dir aufgefallen ist, dass die Frauen in den Talkshows beim Beschreiben der Übergriffe unkonkret geblieben sind. Und dass Du geschrieben hast "Die Wahrheit ist konkret". Manchmal dachte ich schon, dass die Frauen, die in die Talkshows gegangen sind, gar nicht die wahren Opfer waren... Es ist wirklich sehr verwirrend. Auf jeden Fall ist Dein Beitrag ein sehr guter Beitrag zur Erhellung der Frage, dass Sexismus nicht nur eine Frage der Muslime ist! Ich erinnere mich noch an meinen Beitrag im Infobrief [gegen Konzernherrschaft und neoliberale Politik] nach dem 11. September 2001, wo ich schon sagte, dass es bei der offiziellen Berichterstattung über die Täter der Anschläge auf das World-Trade-Center immer wiederholt worden ist, dass die Täter Muslime seien. Bisher wurde die Religionszugehörigkeit bei Kriminellen und Verbrechern nicht zum Thema gemacht, aber nun soll diese Religionszugehörigkeit gleichgesetzt werden mit der "Zugehörigkeit zu den Bösen" – das erinnert doch schwer an die Zeiten des Nationalsoziallismus, nur dass es sich damals um das Judentum gehandelt hat, welches diffamiert werden sollte. Es gab damals auch üble Stereotypen wonach der "sexuell unersättliche Jude" es auf die "Schändung der deutschen Frau" abgesehen habe. Ich danke Dir für Deinen Beitrag!

Online-Flyer Nr. 567  vom 22.06.2016

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