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Aktueller Online-Flyer vom 21. Oktober 2017  

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Globales
Veranstaltung von Swisso Kalmo in Zürich
Für die Zukunft von Somalias Kindern
Von Heinrich Frei

Gibt es außer Bombenanschlägen in Mogadischu auch Positives aus Somalia zu berichten - aus diesem Land, das seit über 25 Jahren von einem Bürgerkrieg heimgesucht wird? Am Samstagnachmittag des 16. April 2016 informierte Swisso Kalmo an der Gartenhofstrasse 7 im Kreis 4, im Saal des Schweizerischen Friedensrates, über die Tätigkeit des Hilfswerkes Swisso Kalmo in Somalia, das seit über zwanzig Jahren trotz aller Widrigkeiten in Somalia tätig ist. Swisso Kalmo wird heute in Afrika vom somalischen Arzt Dr. Abdi Hersi geleitet.


Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ambulatoriums von Swisso Kalmo in der somalischen Stadt Merka (Fotos: Swisso Kalmo)

Seit Beginn des Bürgerkriegs 1991 gibt es in Somalia kein funktionierendes Gesundheitswesen mehr

Nur Scecdon Olad, der kürzlich drei Monate in Mogadischu lebte, berichtete über die vielfältige Tätigkeit von Swisso Kalmo in der somalischen Stadt Merka und in anderen Regionen Somalias. Swisso Kalmo arbeitet mit UNO-Organisationen, mit World Vision und dem Global Fund zusammen. Diese Organisationen finanzieren hauptsächlich Swisso Kalmo und stellen Medikamente zur Behandlung von Tuberkulose, Malaria und Aids zur Verfügung. Kranken und verunfallten Menschen in abgelegenen Gebieten wird versucht mit mobilen Sanitätsposten zu helfen. Moskito Netze werden armen Leuten unentgeltlich abgegeben, damit sie sich gegen Moskitomücken schützen können. Die medizinische Versorgung ist in Somalia nach wie vor sehr prekär: Seit 1991, dem Ausbruch des Bürgerkrieges, gibt es kein funktionierendes Gesundheitswesen mehr – pro 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner kommt eine Pflegekraft.


Mutter mit ihrem unterernährten Kind im Ambulatorium von Swisso Kalamo in Merka

In Somalia werden auch heute noch die meisten Mädchen beschnitten

Maryan Abdisalam sprach an der Veranstaltung von Swisso Kalmo über das leidige Thema Mädchenbeschneidung in Somalia und in der Schweiz. Als interkulturelle Übersetzerin ist sie in Spitälern oft mit jungen somalischen Frauen konfrontiert die neu in die Schweiz gekommen sind. Viele von ihnen wurden in ihrer Heimat beschnitten und haben seit dieser schrecklichen «Operation» mit großen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. In Somalia werden auch heute noch die meisten kleinen Mädchen beschnitten. Der Zweck dieses grausamen Eingriffes ist die Bewahrung der Keuschheit des Mädchens, wie Maryan Abdisalam erklärte. Obwohl schon vor 1991 der somalische Diktator Siad Barre und islamische Führungspersönlichkeiten die Mädchenbeschneidung verboten haben, ist dieser Aberglaube an diese Praktiken in Somalia noch weit verbreitet. Der Leiter von Swisso Kalmo in Somalia, der somalische Arzt Dr. Abdi Hersi, hat dies im letzten Jahr an einem Vortrag in Basel bei Medicus Mundi ausführlich dargelegt. (Siehe “Weibliche Genitalverstümmelung, FGM, Interview mit Dr. Abdi Hersi von Ruth Dällenbach”)

Ausbildung von Hebammen, Aufbau in Mogadischu

In der Region Galgadud werden seit dem letzten Herbst Hebammen unter Mitwirkung von Swisso Kalmo ausgebildet. Die Schweizer Stiftung Dreiklang in Basel half mit, diese Schule zu finanzieren. Die Ausbildung von Hebammen trägt hoffentlich dazu bei, die Anzahl der Beschneidungen von Mädchen einzudämmen.

Neben dem Bürgerkrieg in Somalia, der immer noch im Gange ist, gibt es auch positive Entwicklungen: Die Millionenstadt Mogadischu ist im Aufbau begriffen, trotz Anschlägen der Al Shabab Milizen. In Mogadischu gibt es mehrere private Universitäten, Schulen, Spitäler, und auch Lehrlinge werden ausgebildet. Viele gut ausgebildete somalische Emigranten sind in ihre Heimat zurückgekehrt und helfen beim Aufbau. Eine somalische Studentin wird im nächsten Jahr ihr Medizinstudium an einer Universität in Mogadischu abschließen. Sie erhält ein Stipendium einer Stiftung aus St. Gallen.


Weitere Informationen über Swisso Kalmo (inklusive Spendenkonto)
http://www.swisso-kalmo.ch

Online-Flyer Nr. 558  vom 20.04.2016

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