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Aktueller Online-Flyer vom 19. Oktober 2017  

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Krieg und Frieden
Regisseur Oliver Stone und US-Friedensbewegung loben Putins Syrien-Strategie
Gegen den amerikanischen Militarismus
Von Peter Kleinert

Der dreimal mit einem Oscar ausgezeichnete Hollywood-Regisseur Oliver Stone (69) hat in einem Interview mit der liberalen spanischen Zeitung „El Mundo”- die Syrien-Strategie von Wladimir Putin gelobt. Er hege die Hoffnung, dass der russische Präsident der syrischen Armee im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat "neues Leben einhauchen" werde. Damit steht er auf der Seite der US- Friedens- und Anti-Atom-Bewegung.

Der Hollywood-Regisseur sagte in seinem Interview für „El Mundo“, es sei richtig, dass der russische Präsident in Syrien in Aktion getreten sei. Zudem äußerte der Amerikaner die Hoffnung, dass Putin der syrischen Armee im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) wieder zu alter Stärke verhelfen werde und stellte sich damit klar gegen die von den übl(ich)en Medien und Politikern verbreiteten "Informationen" und Meinungen. 

Stone stellte fest, dass der Kalte Krieg nie zu Ende gegangen sei. Weil Michail Gorbatschow "kapitulierte”, hätten George Bush Sen. und Bill Clinton "den amerikanischen Militarismus” weiterführen" können. Die US-Präsidenten hätten die Osterweiterung der NATO vorangetrieben und dafür weitere Waffen entwickelt. 

Die US-Regierung habe damals "Glück gehabt“: In den 1990er Jahren habe "der freundlichste der Präsidenten Russlands” – Boris Jelzin – am Ruder gestanden, der "die Pforten Russlands für den eroberungssüchtigen Kapitalismus öffnete", so Stone. Er betonte, das wäre das Ende für Russland gewesen. Damals verhielt sich der Westen sehr freundlich. Dennoch würden die US-Präsidenten Russland unterschätzen, so Stone in dem Interview. Die USA hätten das Land in die Enge getrieben. Russland habe sich in ein Land zu verwandeln begonnen, "das allen Grund hatte, vor den USA Angst zu haben“.

Man könne Putin vieles vorwerfen, aber er habe begonnen, das Land zu verändern: In 15 Jahren sei Russland zu einem starken Land und ein Gegengewicht zu Amerika geworden, so der Regisseur und fügte hinzu, dass beispielsweise der IS eine Folge des Krieges im Irak sei. Ihm zufolge haben die USA die Region destabilisiert. Sie hätten sich in eine Macht verwandelt, die Chaos stifte. 

Russland schütze nun seinen alten Verbündeten Syrien in der Region. Die USA forderten hingegen den Rücktritt des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, indem sie ihn als „neuen Hitler” brandmarkten. 

Aktueller Offener Brief des US-Friedensrates

Aus einem umfangreichen Offenen Brief des US-Friedensrates an die Friedens- und Anti-Atom-Bewegung vom Oktober wird deutlich, dass Oliver Stone mit seiner Haltung nicht allein steht: 

"Wir sind uns bewusst, dass unsere Welt an einem kritischen Punkt angekommen ist: es besteht die Gefahr einer militärischen, möglicherweise nuklearen Konfrontation zwischen der NATO, ausgetragen von den USA und Russland. Die Streitkräfte der beiden nuklearen Supermächte stehen sich wieder einander gegenüber, diesmal vor allem in der Ukraine und in Syrien. Und die Spannungen nehmen täglich zu.

In gewisser Weise kann man sagen, dass ein Weltkrieg bereits jetzt stattfindet. Derzeit bombardieren die Regierungen von 15 Ländern in Syrien. Dazu gehören sieben verbündete NATO-Staaten: USA, Großbritannien, Frankreich, Türkei, Kanada, Belgien und die Niederlande. Außerdem auch Nicht-NATO-Verbündete der USA: Israel, Katar, Vereinigte Arabische Emirate, Saudi-Arabien, Jordanien, Bahrain und Australien; und schließlich jetzt auch Russland.

An den westlichen Grenzen Russlands, wird ein anderer gefährlicher Krieg geführt. Die NATO baut ihre militärischen Kräfte in den Anrainerstaaten Russlands aus. Alle Regierungen der Nachbarländer Russlands erlauben es den NATO- und US-Streitkräften auf ihrem Hoheitsgebiet zu operieren, dort wo die NATO jetzt nur Kilometer von russischen Grossstädten entfernt bedrohliche Militärmanöver abhält. Dies verursacht zunehmend Spannung für die russische Regierung, so wie es das gleiche für die US-Regierung sein würde, wenn russische Streitkräfte an der US-mexikanischen und der Grenze zwischen den USA und Kanada stationiert wären, und diese Militärs ein paar Meilen von US-amerikanischen Grosstädten entfernt militärische Übungen abhalten würden.

In einer oder beiden dieser Konfliktlagen kann es leicht zu einer direkten Konfrontation zwischen den USA und ihren NATO-Verbündeten auf der einen und Russland auf der anderen Seite kommen; eine Konfrontation, die das Potenzial der Eskalation zu einem Atomkrieg mit verheerenden Folgen hat. 

Es geschieht angesichts dieser gefährlichen Situation, dass wir uns an unsere Freunde und Genossen in der Friedens- und Anti-Atombewegung wenden. Es scheint uns, dass viele unserer Verbündeten in der Bewegung diesen Gefahren wenig Aufmerksamkeit zollen, Ereignissen, die die gesamte Existenz der Menschheit bedrohen, auf globaler Ebene, und dass sich ihre Reaktionen darauf beschränken, dass sie gegen diese oder jene Handlung seitens dieser oder derjenigen anderen Seite protestieren. Im besten Fall stellen sie fest, dass die USA und Russland gleichermaßen schlecht sind, sie kritisieren beide Seiten gleichermaßen für die Erhöhung der Spannungen. Dies entspricht aus unserer Sicht, einer passiven, ahistorischen und vor allem ineffektiven Reaktion, etwas was die Dringlichkeit der bestehenden Bedrohung ignoriert. Darüber hinaus werden durch die gleichmäßig verteilten Schuldzuweisungen, die wirklichen Ursachen der Problematik verschleiert.

Aber die Wurzeln der gegenwärtigen Krise liegen viel tiefer als die jüngsten Konflikte in Syrien und der Ukraine. Alles geht zurück auf die Zerstörung der Sowjetunion im Jahr 1991 und den Wunsch der USA, als die einzige verbliebene Supermacht zu verbleiben, welche die ganze Welt einseitig dominiert. Diese Tatsache wird sehr unverblümt zum Ausdruck gebracht in einem Dokument der Neokonservativen, dass im September 2000 publiziert wurde. Ein Dokument mit dem Titel “Amerikas Verteidigung, Wiederaufbau: Strategie, Kräfte und Mittel für ein neues Jahrhundert”, ein Dokument auf dem die aktuelle US-Politik basiert. 

...Derzeit haben die Vereinigten Staaten keinen globalen Rivalen. Amerikas Strategie sollte darauf abzielen, diese vorteilhafte Position zu erhalten und zu erweitern, so wie weit wie möglich in die Zukunft hinein. Es gibt jedoch potentiel mächtige Staaten, die mit der aktuellen Situation unzufrieden sind und begierig darauf, diese zu verändern.

…Heute ist es die Aufgabe [der Militärs] …, den Aufstieg einer neuen Großmacht in diesem Wettbewerb abzuschrecken, die Schlüsselregionen Europa, Ostasien und dem Nahen Osten zu verteidigen; und die amerikanische Vormachtstellung zu bewahren …. Heute, kann diese Sicherheit nur auf der Ebene von Einzelfällen durchgesetzt werden, durch Abschreckung oder, wenn nötig, durch überzeugende Bezwingung von Feinden, in einer Weise, welche die amerikanischen Interessen und Prinzipien zu schützen vermag …. “ 

"….In Anbetracht der Tatsachen sind wir der Meinung, eine sich abzeichnende Katastrophe nicht verhindern zu können, ohne eine Bündelung aller Kräfte, verbunden mit dem nötigen Gefühl von Dringlichkeit, um in Worten und Handlungen das Folgende zu fordern: 

1. Die NATO-Streitkräfte müssen sofort aus den Anrainerstaaten Russlands abgezogen werden.

2. Alle ausländischen Truppen müssen Syrien unverzüglich verlassen, und die Souveränität und territoriale Integrität Syriens muss gewährleistet sein. 

3. Der syrische Konflikt kann nur durch politische Prozesse und diplomatische Verhandlungen zu einer Lösung gebracht werden. Die USA müssen ihre Politik der Voraussetzung “Assad muss gehen” fallenlassen und nicht länger diplomatische Gespräche blockieren. 

4. Verhandlungen müssen insbesonders die Regierung Syriens mit einschließen, als auch alle regionalen und globalen Mächte umfassen, die von dem Konflikt betroffen sind. 

5. Die Zukunft der syrischen Regierung muss vom syrischen Volk allein entschieden werden, frei von allen äußeren Einflüssen. 

6. Die US-Strategie einer globalen Vorherrschaft muss zu Gunsten einer Politik der friedlichen Koexistenz aller Länder aufgegeben werden, unter der Voraussetzung des Respekts für das Recht eines jeden Volkes auf Selbstbestimmung und Souveränität. 

7. Der Prozess der Abschaffung der NATO muss sofort beginnen. 

Wir appellieren an alle unsere Freunde und Genossen in der Friedens- und Anti-Atom-Bewegung, Hand in Hand mit uns zusammenzuwirken in einer demokratischen Koalition, um alle Angriffskriege zu beenden. Wir würden uns über alle kooperativen Reaktionen unserer Freunden und Genossen in der Bewegung freuen.(PK) 

US-Friedensrat am 10. Oktober 2015
Open Letter from the U.S. Peace Council To the Peace Movement

 

Den ersten Teil dieser Informationen haben wir übernommen von http://de.sputniknews.com/panorama/20151013/304914029.html#ixzz3oWei5wOD

 



Online-Flyer Nr. 533  vom 21.10.2015

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