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Aktueller Online-Flyer vom 23. August 2017  

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DGB demonstriert für Aufwertung sozialer und erzieherischer Berufe
MehrWert für die, die ihn schaffen
Von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann

Der DGB hatte zu Demonstrationen in Dresden, Hannover, Nürnberg und Köln aufgerufen: Mehr als 26.000 Menschen kamen nach Gewerkschaftsangaben. Das Motto: „Richtig gut! Aufwerten jetzt!“ Ziel ist zu erreichen, dass die Arbeit von Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst aufgewertet wird. „Die Arbeit am Menschen muss aufgewertet werden.“ Dabei gehe es auch um gerechte Bezahlung in typischen Frauenberufen, sagt Andreas Meyer-Lauber, Vorsitzender des DGB NRW. Diese Forderung in einer Phase, in der die Verhandlungen zwischen den kommunalen Arbeitgebern und den Gewerkschaften ohne Ergebnis sind und beide Seiten daraufhin die Schlichtung vereinbart haben, zu bekräftigen, war das Anliegen. „Wer so viele Kinder managt, verdient ein Managergehalt“, „Wir sind Gold wert“, „Bildung ist MehrWert“, war zu lesen. Die Fotogalerie dokumentiert die mit ca. 15.000 Teilnehmern größte der vier Demonstrationen – in Köln.


Demonstration über den Rhein – „Wir sind es wert.“
Alle Fotos: arbeiterfotografie.com


Demonstration über den Rhein – „Richtig gut! Aufwerten jetzt!“


Demonstration über den Rhein – „Ohne uns kommt ihr nicht weit – Sozialarbeit“


Das Motto der Demonstration: „Richtig gut! Aufwerten jetzt!“


Demonstration über den Rhein – Erzieher sind es heute wert…“


Demonstration über den Rhein – Start-Transparent „Richtig was wert.“


Demonstration über den Rhein – „Frühkindliche Bildung muss mehr wert sein!“


Demonstration über den Rhein – „Professionelle Bezirkssozialarbeit: Ohne uns gibt’s wieder nur Fürsorge!


Demonstration über den Rhein – „Wir sind Gold wert – Aufwerten“


Demonstration über den Rhein – „Wer so viele Kinder managt, verdient ein Managergehalt!“


Ausschnitt aus dem Bühnentransparent


Demonstration über den Rhein – „Wir leisten mehr als Wickeln, Vorlesen, Basteln…“


Demonstration über den Rhein – „Vom Glauben alleine werden auch wir nicht satt – Aufwertung jetzt“


Andreas Kossiski (Regionsgeschäftsführer DGB Köln-Bonn)


Demonstration über den Rhein – „KITAs der Stadt Völklingen“


Kundgebung auf dem Heumarkt


Achim Meerkamp (ver.di-Vorstandsmitglied)


Kundgebung auf dem Heumarkt


Kundgebung auf dem Heumarkt


Kundgebung auf dem Heumarkt


Kundgebung auf dem Heumarkt – „Soziale Arbeit ist Gold wert“


Andreas Kossiski (Regionsgeschäftsführer DGB Köln-Bonn) und Andreas Meyer-Lauber (Vorsitzender des DGB NRW)


Kundgebung auf dem Heumarkt – „Stehen Sie ständig mit einem Bein im Knast?“


Kundgebung auf dem Heumarkt


Kundgebung auf dem Heumarkt – „Sehen Sie tagtäglich: Elend Verzweiflung, Gewalt?“


Kundgebung auf dem Heumarkt


Kundgebung auf dem Heumarkt – „Können Sie nachts nicht schlafen, weil Sie an ein misshandeltes Baby denken müssen?“


Kundgebung auf dem Heumarkt – „Im Gleichgewicht? Zu viel Auslandseinsätze, Rettungsschirme, Bankensanierung, Managergehälter. Zu wenig Betreuung und Pflege, Erziehung und Bildung, Gesundheitswesen, Gehälter für soziale Berufe“


Kundgebung auf dem Heumarkt – „Wer in Kindertageseinrichtungen nichts mehr zu lachen hat, dem fehlt das Lächeln für die Kinder“


Kundgebung auf dem Heumarkt – „Soziale Arbeit: ein Staatsschutz – wertvoll aber ungesehen!“


Andreas Kossiski (Regionsgeschäftsführer DGB Köln-Bonn)


Kundgebung auf dem Heumarkt – „Bildung ist MehrWert“

Wo bleibt der MehrWert, der durch Arbeit geschaffen wird? Wo bleibt der MehrWert, der durch Steigerung der Produktivität in der deutschen Industrie von 1950 bis 2011 um das mehr als 15fache gesteigert worden ist? Kommt er den Menschen, die ihn schaffen, zugute? Nein! Kommt er dem Staat zugute? Nein! Kommt er den Ländern zugute? Nein! Kommt er den Kommunen zugute, mit denen die Tarifverhandlungen mit der Forderung nach Aufwertung sozialer und erzieherischer Berufe geführt werden? Nein! Ist die Wochenarbeitszeit entsprechend gekürzt? Nein! Ist die Lebensarbeitszeit entsprechend reduziert? Nein! Ganz im Gegenteil. Sind die Einkommen der arbeitenden Bevölkerung entsprechend gestiegen? Nein!

Die Forderungen nach Aufwertung sozialer und erzieherischer Berufe sind richtig. Richtig aber wäre auch, die Umverteilung des Reichtums von Arm nach Reich generell zu stoppen. Dann wäre auch die Aufwertung sozialer und erzieherischer Berufe kein Problem.

Wo bleibt das Geld? Wo bleibt der MehrWert?

Im Rahmen der DGB-Kundgebung auf dem Heumarkt wurde darauf hingewiesen, dass hier das Haus gestanden hat, in dem die von Karl Marx geführte „Neue Rheinische Zeitung“ ihren Sitz hatte. Karl Marx hat Antworten auf die Frage, was mit dem Mehrwert geschieht.

In der „ersten Liga“ des Finanzkapitals – wie Werner Rügemer es nennt – spielen die so genannten Hedgefonds, gegenüber denen die herkömmlichen – geretteten – Banken nur kleine Fische sind. Die Hedgefonds haben ihren juristischen Sitz in den so genannten Finanzoasen und agieren weitab jeder Öffentlichkeit und weitab jeder Kontrolle. Die zehn größten haben seit ihrer Gründung für ihre Anleger 182 Milliarden US-Dollar Profit gemacht. Die Anlagen der global agierenden Hegdefonds sind von 1990 bis 2010 von 0 auf 1.600 Milliarden Dollar gewachsen.

Hochverrat? Ja, so könnte man es nennen!

Werner Rügemer: „Von 2008 bis 2010 verdreifachte sich das verwaltete Vermögen [des Hedgefonds Blackrock] des größten Vermögensverwalters der Welt auf 3,65 Billionen US-Dollar. Blackrock ist Miteigentümer Hunderter Banken und Konzerne. Blackrock ist zum Beispiel der größte Einzelaktionär der Deutschen Bank und der Deutschen Börse sowie Miteigentümer aller 30 Unternehmen, die im Deutschen Aktienindex DAX gelistet sind.“

In einer Diskussion mit Werner Rügemer fragte jemand, ob denn nicht die Politik mit der Verabschiedung von Gesetzen, die dem großen Kapital die Ausplünderung ganzer Staaten ermöglicht, den Straftatbestand des Hochverrats erfülle. Seine Antwort: ja, so könne man es nennen. „Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat. Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.“ So heißt es in Grundgesetz-Artikel 20. Nirgends ist davon die Rede, dass außerstaatliche Kapitalmächte den demokratischen und sozialen Charakter des Staates zerstören dürfen. Es scheint also ganz so, als würden die Staaten des Westens von Gangstern regiert, die im Auftrag von Super-Gangstern deren Verbrechen legalisieren und es zulassen, dass der Staat, den sie angeblich regieren, zerstört wird.

Wie ist es möglich, dass Parteien, die sich christlich, sozial oder grün nennen, dieses Spiel mitspielen? Das sollten wir als Gewerkschafter uns fragen und dann die Verantwortlichen derart unter Druck setzen, um den Hochverrat zu stoppen. (PK)

Online-Flyer Nr. 515  vom 17.06.2015

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Von Kostas Koufogiorgos
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