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Aktueller Online-Flyer vom 18. Oktober 2017  

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Kultur und Wissen
Es gibt keine RWE-Sonne und keinen Eon-Wind. Beide gehören allen.
Ohne Kampf gab es noch nie einen Fortschritt
Interview von „Muslim-Markt“ mit Franz Alt

Der pensionierte Fernsehjournalist Franz Alt (76), der 20 Jahre lang das ARD-Magazin "Report" moderierte, hat dem Internet-Magazin "Muslim-Markt“ ein lesenswertes Interview gegeben, das wir hier veröffentlichen. Es geht dabei u.a. um Fragen des kritischen Journalismus, Wachstum, Atomenergie, Energiewende sowie um die Notwendigkeit, das Neue Testament aber auch den Koran ins Aramäische rückzuübersetzen. Seit Jahren stellt er seine Homepage "Sonnenseite" ins Netz.





















Franz Alt
NRhZ-Archiv
"Muslim-Markt“: Sehr geehrter Herr Dr. Alt. Sie galten einstmals als äußerst kritischer Journalist im ARD, dessen Markenzeichen eine Art Querdenken war. Fehlt Ihnen diese Art von Querdenken in der aktuellen Medienlandschaft?

Dr. Alt: Im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen gibt es auch heute noch kritischen Journalismus und Querdenker. Allerdings haben die Programmverantwortlichen in der ARD die politischen Magazine leider so gekürzt, dass es weniger kritischen Journalismus gibt als früher. Bei so vielen Privatsendern, die wir heute haben, hat es der kritische und innovative Journalismus zusätzlich viel schwerer als das früher bei drei Programmen der Fall war.

Muslim-Markt: 1963 sind sie der CDU beigetreten und 1988 wieder ausgetreten, als die CDU nach Tschernobyl an der Kernenergie festhielt. Es hat danach ein viertel Jahrhundert gedauert und einer noch größeren Katastrophe als Tschernobyl bedurft, bis Sie Recht behalten sollten. Sind die Mechanismen von Gewinnmaximierung und unaufhörlichem Wachstumswahn mit Vernunft vereinbar?

Ich bin nicht grundsätzlich gegen Wachstum und Unternehmen brauchen Gewinne, um existieren zu können. Aber wir haben längst die Grenzen des Wachstums erreicht und zum Beispiel beim Verbrauch von fossiler Energie schon lange überschritten. Heute verbrauchen wir an einem Tag so viel Kohle, Gas und Öl wie die Natur in einer Million Tagen geschaffen hat. Das ist ein Verbrechen an künftigen Generationen. Deshalb heißt die immer wichtiger werdende Frage: W a s soll wachsen? Was ist der S i n n des Wachstums? Um rasch ins Solarzeitalter zu gelangen, müssen natürlich die Branchen der erneuerbaren Energien rasch wachsen und die Branchen der Energieeffizienz, aber Kohlekraft, Atomenergie, die Öl- und Gaswirtschaft müssen schrumpfen, ebenfalls rasch. Sonst erschlägt uns der Klimawandel mit seinen verheerenden Folgen. Die Bundeskanzlerin und der UN-Generalsekretär nennen die Klimafrage zurecht die „Überlebensfrage der Menschheit.“
Das heißt: Wir müssen viel dringlicher als bisher die Sinnfrage beim Wachstum stellen. Ähnliches gilt für die Gewinnmaximierung. Sinnlose Gewinnmaximierung hat zur Finanzkrise geführt. Heute regiert Geld die Welt. Aber die entscheidende Frage heißt jetzt: Wer regiert das Geld? Wir sind noch viel zu sehr in der Wachstumslogik und in der Wachstumsfalle gefangen. Die Fragen der Zukunft heißen aber: Wie organisieren wir Schrumpfung, wie qualitatives statt immer mehr quantitatives Wachstum? Die Politik muss endlich den Mut finden, ihren Wählern zu sagen, dass in einer begrenzten Welt nichts Materielles grenzenlos wachsen kann. Hingegen können wir im Geistigen, im Kulturellen, im Religiösen, im Psychischen unendlich wachsen. Aber genau hier sind wir noch immer infantil. Sonst sähe die Welt anders aus.
Die Bewahrung der Schöpfung lag ihnen stets aus Glaubensüberzeugung am Herzen. Nun leben wir inzwischen in einer Zeit, in der die Schere zwischen Reich und Arm größer ist als je zuvor, die meisten Kriege und Kriegsflüchtlinge existieren seit dem Zweiten Weltkrieg und die Notenbankpressen generieren in Rekordzeit Rekordsummen. Obwohl sehr viele Zusammenhänge diskutiert werden, scheint die Energieproblematik als Ursache für die Konflikte gar nicht zu existieren; höchstens als Nebenschauplatz (Gasproblem in der Ukraine). In wie weit kann ein ökologisches Umdenken in der Energiepolitik zum heutigen zum heutigen Frieden beitragen?

Deutschland hat mit der Energiewende zwischen 2000 und 2012 Fortschritte gemacht. Das deutsche Erneuerbare Energien-Gesetz haben über 70 Länder übernommen. Leider bremst es die Große Koalition gerade wieder aus. Das muss sich ändern. Hier liegen Millionen Arbeitsplätze der Zukunft und die großen Chancen für die Umwelt u n d für die Wirtschaft. Denn wer bei Umweltschutztechnologien die Nase vorn hat, macht auch gute und verantwortliche Geschäfte. Sie haben völlig recht: Die Zusammenhänge zwischen Kriegen um die fossilen Ressourcen und Frieden durch die Sonne werden viel zu wenig thematisiert. Das ist eine der zentralen politischen Fragen des 21. Jahrhunderts. Zum Beispiel: Die Irakkriege der beiden Busch-Präsidenten waren Kriege um Öl. Wenn im Irak nur Bananen wachsen würden, wäre dort kein einziger US-Soldat aufgetaucht. Um die Sonne kann es keine Kriege geben. Sie ist menschlichem Zugriff grundsätzlich entzogen. Das hat der liebe Gott oder Allah oder die Natur sehr gut gemacht. Die Sonne schickt uns 15.000 mal mehr Energie als alle Menschen jemals brauchen werden. Das macht sie umweltfreundlich, noch fünf Milliarden Jahre und preiswert, denn die Sonne schickt uns nie eine Rechnung. Aber die konventionellen und atomaren sind in wenigen Jahrzehnten zu Ende und bald unbezahlbar, weil immer knapper. Also: Die Lösung der Energiefrage steht am Himmel. Natürlich ist die Energiefrage die Frage auf Krieg oder Frieden – geht also weit über die Klimaproblematik hinaus.
Die Energiewirtschaft ist in Deutschland weitestgehend privatisiert. Ein Privatunternehmen wird im bestehenden kapitalistischen System zwangsläufig nach Gewinnmaximierung und Wachstum streben. Hingegen strebt eine ökologische Energiewirtschaft nach immer geringerem Ressourcenverbrauch und damit das Gegenteil von Wachstum. Ist eine längerfristig menschwürdige Energieversorgung überhaupt realisierbar bei einer privatisierten Energiewirtschaft?

Schon der bisherige Verlauf der Energiewende in Deutschland zeigt, dass sich die Eigentumsverhältnisse in der Energiewirtschaft komplett verändern und demokratisieren werden. Es gibt keine RWE-Sonne und keinen Eon-Wind. Wind und Sonne gehören allen. Hierzulande organisieren Millionen Bürgerinnen und Bürger die Energiewende. Die alten Energieversorger werden jetzt Dienstleister. Die bisherigen großen Vier schrumpfen ja bereits. Je mehr erneuerbare Energie desto mehr Arbeitsplätze bei kleinen und mittleren Betrieben im Bereich der Erneuerbaren. Die alten Versorger verlieren ganz rasch ihr früheres Geschäftsmodell.
Wir haben in Deutschland immerhin bereits knapp 30 % Ökostrom. Das ist gut für eine neue und mehr demokratische Energieversorgung der Zukunft. Die Träger und Treiber der künftigen Energiewirtschaft sind Hausbesitzer, Mittelständler, Handwerker, Energiegenossenschaften, Bauern und Stadtwerke. Das führt zu einer Stärkung der Demokratie, der Bürgergesellschaft und der Demokratisierung der Wirtschaft und zu weniger Monopolen und Oligopolen.

Der Bürger in der Westlichen Welt versteht sich in der Regel als guter Demokrat, der durch Realisierung von Freiheit und Menschenrechten zum Frieden in der Welt beiträgt. Der Energieverbrauch wird dabei völlig außen vor gelassen, denn würde z.B. jeder Inder und jeder Chinese auch nur halb so viel Energie verbrauchen, wie wir Deutsche es tun - und Deutsche sind noch sehr genügsam in der Westlichen Welt - dann wäre die Welt wohl kaum noch bewohnbar. Wie kann eine weltweite Energiegerechtigkeit etabliert werden, technisch wie in den Köpfen?

Die bisherigen Klimakonferenzen zeigen, dass die Entwicklungsländer und die Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien beim Klimaschutz nur mitmachen, wenn es mehr Klimagerechtigkeit gibt. Es ist keine gute Voraussetzung für eine bessere Welt, wenn ein US-Amerikaner 10mal mehr Energie als ein Inder verbraucht und ein Deutscher 20mal mehr als ein Afrikaner. Das heißt, wenn die Industrieländer beim Thema Klimaschutz nicht bessere Vorbilder werden als bisher, dann hinterlassen wir unseren Kindern keinen lebenswerten Planeten. Je rascher Deutschland oder die übrigen Industrieländer mit gutem Beispiel bei der Energiewende vorangehen, desto größer ist die Chance, dass auch die heute noch armen Länder uns folgen. Und da gibt es Fortschritte: Ich kenne Länder in Afrika, bei denen kann die Kilowattstunde Solarstrom bereits für 4 Cent produziert werden oder in Chile bereits für 3,8 Cent. Das ist weit preiswerter als die alte Energie. Viele Streitereien auf den UN-Klimakonferenzen haben bis jetzt für den internationalen Klimaschutz nichts bewirkt. Nur das gute Beispiel wird andere überzeugen. Durch die Energiewende haben wir erstmals in der Menschheitsgeschichte die Möglichkeit, den Hunger ins Museum der Geschichte zu stellen. Wenn wir weltweit die solare Energiewende organisieren, gibt es auf der ganzen Welt umweltverträglichen ökonomischen Aufschwung. Und erst dann kann sich auch die Wirtschaft in den noch armen Ländern entwickeln. Solare Energie ist die Voraussetzung für Wohlstand in der ganzen Welt. Deutschland ist erneuerbar, Europa ist erneuerbar, die Welt ist erneuerbar.

Ihre Schilderung klingt wie eine ihre Energie ohne Unterscheidung allen Menschen ausschüttende Sonne als Sinnbild für Gottes Gnade für alle; man müsse nur zugreifen. Doch was lässt Sie hoffnungsvoll sein, dass die Vernunft über die Gier siegt, wenn heute in Japan wieder Atomkraftwerke an das Netz gehen sollen und in Deutschland weder eine Lösung für einige zehntausend Jahre Lagerung existiert noch Elektroautos ernsthaft verkauft werden?

Ich stimme Ihnen zu: In allen Religionen ist die Sonne ein göttliches Symbol. Gott: Die Sonne hinter der Sonne. So sah das Jesus und auch Mohamed. Hoffnungsvoll stimmt mich, dass immer mehr Menschen und Gesellschaften weltweit auf erneuerbare Energie umsteigen und dass das Solarzeitalter nicht aufzuhalten sein wird. Leider geht das nicht von heute auf morgen. Aber jeder Wechsel und jeder Wandel braucht Zeit. Geduld ist eine ökologische Tugend. Auch das Benzinauto ist ein Auslaufmodell. In 20 Jahren werden wir fast alle wie selbstverständlich elektrisch fahren. Ich mache das schon heute – mit der Bahn. Seit fünf Jahren habe ich kein Auto mehr. Autofahren ist also heilbar. In der Bahn bin ich etwa einhundertmal sicherer als im Auto. Und umweltfreundlicher sowieso. Für junge Leute bedeutet das Auto schon heute weit weniger Prestige als das Internet. Es wird sich in den nächsten Jahren sehr vieles zum Positiven verändern. In Japan will die Regierung zwar wieder Atomkraft, aber die Bevölkerung hat dies bisher verhindert. Die Kraft der Schwachen wird immer stärker.

Die Sonne könnte auch Basis sein für "Gute Geschäfte - Humane Marktwirtschaft als Ausweg aus der Krise", wie ihr 2009 geschriebenes Buch heißt. Allerdings basieren die weniger guten Geschäfte ja nicht nur auf der Energiepolitik, sondern auch auf einer Zins- und Zinsenszinswirtschaft, die im exponentiellen Wachstum im totalen Widerspruch zur Natur steht. Müssen neben Ihren gegenüber der Wirtschaft aktuell sehr versöhnlich klingenden Aussagen nicht auch gewisse "revolutionäre" Gedanken Ihrer Jugend aufgefrischt werden?

Alle Religionen fordern eine zinslose Geldwirtschaft. Aber das blieb bisher eine Utopie. Doch jetzt hat uns die aktuelle Finanzkrise überraschenderweise eine beinahe zinslose Geldwirtschaft beschert. Wer hätte das noch vor zwei Jahren für möglich gehalten? Was die Religionen aus ethischen und solidarischen Gründen über Jahrhunderte vergeblich gefordert haben, hat jetzt eine verfehlte Finanzpolitik plötzlich ermöglicht. Das ist eine der vielen Ironien der Geschichte. Ich weiß natürlich, dass das nur eine vorübergehende „Lösung“ ist. Eine gerechtere Welt wird nur möglich, wenn Millionen Menschen sich das alte System nicht mehr bieten lassen. Aber dafür brauchen wir weltweit demokratischere Strukturen und freie Gesellschaften. Diese müssen erkämpft werden. Der arabische Frühling hat gezeigt, dass sich die Dinge ändern können – trotz der jetzigen Rückschläge. Die historische Erfahrung zeigt, dass sich Diktaturen immer eine Zeit lang halten können, aber nie für immer. Menschen wollen auf der ganzen Welt mehr Freiheit und mehr Selbstbestimmung. Das wird nie aufhören. Aber dafür müssen wir kämpfen. Ohne Kampf gab es noch nie einen Fortschritt. Das war so beim Kampf für die Gleichberechtigung der Frauen und bei der Abschaffung der Kinderarbeit sowie der Sklaverei.

Grundlage Ihrer Gedanken wie auch Kraftquelle für Ihr Engagement war immer Ihr Glaube an den Gott der Liebe und Ihre Vorstellung eines ewigen Lebens. Allerdings ist dieser Glaube - einmal abgesehen von der Minderheit der bekennenden Juden, Christen und Muslime im Land - kaum noch verbreitet im Volk oder im Bundestag. Wie aber kann man in einer Gesellschaft, in der der Glaube an die eigene Ewigkeit schwindet, Verantwortung für die nächsten Jahrhunderte einfordern?

Die wirklich religiösen Menschen waren immer eine Minderheit und trotzdem gab es Fortschritt. Eine kleine Rechnung: Wenn ein Mensch nur einen weiteren Menschen überzeugt, dann sind es schon zwei. Wenn diese zwei im nächsten Jahr je wieder einen weiteren überzeugen, sind es schon vier, nach zwei Jahren acht, nach drei Jahren 16 … nach 10 Jahren 1.024, nach 20 Jahren eine Million und nach 30 Jahren eine Milliarde. Das reicht zur Verbesserung der Welt. Hoffen wider alle Hoffnung lehrten uns Buddha, Jesus, Mohamed oder auch Mahatma Gandhi. Die wirklich großen Menschheitsführer haben es uns vorgemacht.

Wer ihre Homepage durchforstet stellt fest, dass sie weit über das Energiethema hinaus die Weltpolitik analysieren, wie z.B. mit Ihrer Buchbesprechung zu Michael Lüders Buch "
Wer den Wind sät. Was westliche Politik im Orient anrichtet". Der Orient hält die größten Reserven für fossile Energiequellen. Die Energieproblematik kann man mit Vernunft und Sonne lösen. Aber wie will man die Rohstoffproblematik für die chemische Industrie lösen?

Schon vor 15 Jahren habe ich mittelständische Chemieunternehmen kennengelernt, die zu 100% auf solare Chemie setzen. Das werden alle Chemieunternehmen lernen müssen, sonst verlieren sie ihr Geschäftsmodell. Über diesen Umstellungsprozess hat Joschka Fischer schon vor etwa 30 Jahren ein Buch geschrieben. Kohle, Gas und Öl sind nicht unendlich, sondern endlich. Aber die Sonne scheint noch fünf Milliarden Jahre, der Wind weht immer und Bioenergie wächst auch immer. Wir brauchen eine komplett neue Ressourcenpolitik. In den nächsten Jahrzehnten werden Unternehmer nur noch solche Produkte herstellen dürfen, die sie auch wieder recyceln können. Dann haben wir endlich eine Kreislaufwirtschaft. Eine heutige Solarzelle können sie bereits fünfmal recyceln. Das heißt, sie funktioniert bis zu 200 Jahren. Auf diesem Weg müssen wir weiter forschen und weiter gehen.

Welche Schwerpunkte setzen sie für Ihr Engagement Ihrer nächsten Zukunft?

Nachdem ich mich bald 30 Jahre mit der Energiewende beschäftigt habe und darüber weltweit mehr als 3.000 Vorträge hielt, ist mir klar: Die Technik allein wird uns nicht retten. Entscheidend ist die Ethik. Das heißt: Haben wir noch Verantwortung für Kinder und Enkel? Mein nächstes kleines Buch publiziere ich im Mai diesen Jahres zusammen mit dem Dalai Lama – in allen Weltsprachen gleichzeitig. Er ist der erste Religionsführer der Welt, der deutlich macht, dass Ethik wichtiger ist als die klassischen Religionen, in deren Namen schreckliches Unrecht geschah und geschieht. Das gilt für alle Religionen. Dieses kleine Buch wird in allen Weltsprachen erscheinen. Im Sommer erscheint von mir ein neues Jesus-Buch, in dem ich mich mit den Gewaltstellen im Neuen Testament beschäftige und aufzeige, dass es sich dabei allesamt um falsche Übersetzungen aus dem Griechischen handelt. Jesus sprach aramäisch und nicht griechisch. Interessant finde ich, dass sich zur selben Zeit bei mir Koranforscher melden, die mir sagen, dass es ähnliche Probleme bei den Gewaltstellen im Koran gibt. Ich verweise auf die Forschungsergebnisse des Koranforschers Christoph Luxenberg in seinem Buch „Die Syro-Aramäische Lesart des Koran“. Vielleicht das bedeutendste Buch, das je über den Koran geschrieben wurde. Schließlich war Aramäisch zwischen 200 vor Christus und 800 nach Christus die Hauptsprache im ganzen Nahen Osten. Teile des Koran müssen ebenso wie das Neue Testament ins Aramäische rückübersetzt werden – dann erhellen sich viele sogenannte dunkle Stellen, mit denen schrecklich viel Unheil angerichtet wurde. Der Islam und das Christentum haben viel Grund, an einer größeren Glaubwürdigkeit zu arbeiten. Das geht jedoch nicht ohne schmerzhaftes und ehrliches Umdenken. Nur die Wahrheit wird uns frei machen.

Herr Dr. Alt, wir danken für das Interview.
(PK)
 


Online-Flyer Nr. 505  vom 08.04.2015

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