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Aktueller Online-Flyer vom 20. Oktober 2017  

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Literatur
Charlie Hebdo
Mein Herz trägt Trauer
Von Gisela Segieth

Traurig schaue ich hinüber,
was in Frankreich ist gescheh'n,
und mein Herz wird immer trüber,
denn ich kann es nicht versteh'n.













Sagt mal, sind wir hier auf Erden,
wirklich nur zu wenig gut?
Kann's denn niemals Frieden werden?
Nur weil Menschen haben Mut.

Was haben die Journalisten,
denn in Wirklichkeit getan?
Trauten sich nur auszumisten,
etwas, das doch alle sah'n.

Kann nur beten für sie heute,
Trauer und auch Wut im Herz,
denn es waren gute Leute,
drum bin ich hier voller Schmerz.

Doch, wenn einige nun glauben,
dass sei'n die Propheten schuld,
tut mir's fast den Atem rauben
und mir reißt gleich die Geduld.

Denn kein Glaube dieser Erde,
keine Bibel, kein Koran,
wollt', dass dies geschehen werde.
Kapiert es endlich, Mann oh Mann!

Wer im Glauben ist gefangen,
der fällt nicht darauf herein,
dass der Hass kann Macht erlangen,
denn er möchte friedlich sein.

Alles andre liebe Leute,
ist von Menschenhand gemacht,
dieses schreib' ich nicht nur heute,
doch nun geb' ich Ruhe sacht.

Denn ich will hier weiter beten,
für die Toten, die es gab,
und dass das, was Böse säten,
niemals eine Chance hab'.

Lasst uns all' die Hände reichen,
die wir sind in Lieb vereint,
denn nur dann kann's Böse weichen,
sonst bald jedes Herzlein weint.

Glaubt mir, wir sind alle Brüder,
auf dem weiten Erdengrund,
deshalb werdet nicht noch rüder,
und nun halte ich den Mund.



In tiefer Trauer nehme ich Abschied, von den Journalisten, wie auch von den toten Polizisten, die alle zusammen ihr Herzblut für ihre Arbeit gaben. Möge der Herr sie in ihre Obhut nehmen und hin führen zum ewigen Licht. Und möge der Herr ebenso ihren Angehörigen, Freunden und KollegInnen nun in diesen schweren Stunden beistehen. Darum bete ich in tiefer Trauer.

Möge das, was geschah, nicht dazu dienen, dass nun weiterer Hass - ganz gleich in welcher Richtung auch immer - geschürt wird, und aus Unverständnis und Irrglauben nun die Falschen der Mittäterschaft beschuldigt werden. Denn kein einziger tief im Glauben verwurzelter Moslem kann etwas für das, was geschah. Da in den Herzen jedes gläubigen Moslem genau so die Liebe wohnt wie in jedem Herz andersgläubiger Menschen. (PK)
 
 


Online-Flyer Nr. 493  vom 14.01.2015

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