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Aktueller Online-Flyer vom 14. Dezember 2017  

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Literatur
Sommernacht
Am Strand von Datca
Von Gisela Segieth

In einer lauen Sommernacht,
da hab ich mich einst aufgemacht.
Ich lief nach draußen an den Strand,
wo ich mich setzte in den Sand.
 















 


Foto: Gisela Segieth
 

Und als ich dort gesessen hab,
da kam ein Pferd zu mir im Trab.
Es hat sich gleich dazu gesellt,
als hätt' ich es zu mir bestellt.
 
Es sprach mich an: „Was machst du hier?"
Ich sagte ihm: „Ich kam zu dir,
um mich mit dir zu unterhalten...“
Da tat es seine Hufe falten.
 
Gemeinsam saßen wir am Strand,
blickten zusammen in den weißen Sand,
da kam zu uns ein Fisch geschwommen
und meinte „Ich hab Euch vernommen...“
 
Wir sah'n ihn an und fanden´s nett,
als er uns fragte: „Habt´s kein Bett?
Was macht ihr denn hier in der Nacht?",
haben wir ihn laut ausgelacht.
 
Doch daraufhin spritzt er uns nass.
Das Pferd, es wurde leichenblass.
Es meinte: „Ich bin wasserscheu,
oh Schreck, das ist mir wirklich neu..."
 
Ich selbst genoss den feuchten Gruß
und gab dem Pferd sogleich 'nen Kuss.
Da wurde aus dem Pferdchen hier,
ein Mensch wie ich, nein, grad wie wir.
 
Erschrocken wich ich schnell zurück,
doch es sah mich an, voller Glück,
und sagte „Du hast mir gegeben,
zurück mein längst verlornes Leben..."
 
"Jetzt werd ich nie mehr von dir gehen,
nein, zu dir halten, du wirst sehen,
und dich begleiten Tag und Nacht...“
Oh Schreck, was hab ich nur gemacht?
 
Was wird mein Partner dazu sagen,
wenn ich in Zukunft an allen Tagen
ein Pferde zur Begleitung hab?
Nein, so was es noch niemals gab.
 
„Ich muss zurück“, sagt' ich sodann;
ob es nicht mit mir kommen kann,
wollt dieses Pferd tatsächlich wissen.
Doch "NEIN" schrie darauf mein Gewissen.
 
Das Pferd wurd' traurig, weinte laut,
davon war ich gar nicht erbaut.
So blieb mir keine andre Wahl,
ich nahm es mit, mir war´s ne Qual.
 
Doch kaum war ich mit ihm zuhaus,
da fiel ich aus dem Bett heraus.
Ich merkte, es war nur ein Traum,
wie froh ich war, beschreibt sich kaum.
 
Beim nächsten Mal, da werd' ich fliegen,
ganz sicher hoch, mit vielen Ziegen.
Und was ich dabei dann erleb',
ich Euch danach zum Besten geb'. (PK)
 
© Gisela Segieth
 


Online-Flyer Nr. 466  vom 09.07.2014

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