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Aktueller Online-Flyer vom 16. Dezember 2017  

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Filmclips
Karlheinz Deschner - Ein Porträt des Kirchenkritikers
Von Peter Kleinert



Karlheinz DeschnerKarlheinz Deschner, 1924 in Bamberg geboren, im Krieg Soldat, studierte Theologie, Philosophie, Literaturwissenschaft und Geschichte. Sein erster Nachkriegsroman "Die Nacht steht um mein Haus" (1956) erregte Aufsehen. Sein erster Band Literaturkritik "Kitsch, Konvention und Kunst" (1957) war ein Skandal.


Seit 1958 erschienen seine entlarvenden und provozierenden Geschichtswerke und Essays zur Religions- und Kirchenkritik. Einer Umfrage "Was halten Sie vom Christentum?" folgte "Abermals krähte der Hahn". 1970 begann Deschner mit seiner auf zehn Bände geplanten "Kriminalgeschichte des Christentums", von der zu seinem 70. Geburtstag Band IV erschien. Während der Filmarbeit mit ihm vor zehn Jahren sagte er uns: "Ich werde solange leben, bis der zehnte Band druckfertig ist." Für das Jahr 2004, kündigte sein Rowohlt-Lektor Hermann Gieselbusch (mit Deschner hier im Bild) Band VIII an, und Deschner arbeitete damals, kurz vor seinem 80sten Geburtstag an Band IX. 

1992 bis 1994 veröffentlichten wir mit Karlheinz Deschner in dem von uns gegründeten unabhängigen Fernsehfenster KANAL 4 "Das Wort am Sonntag" - zwölf Fernsehessays zur Politik der Päpste im 20. Jahrhundert unter dem Serientitel "Mit Gott und den Faschisten". Anläßlich seines 70. Geburtstags gratulierte ihm unser KAOS Film- und Video-Team mit der Sendung "Ketzerverbrennung" in "Z" 11/94, dem KANAL 4-"Magazin für Politik, Kunst und Satire". Den hier in Teil 2 vorliegenden langen Dokumentarfilm (94 Minuten) finanzierte uns sein Freund und Sponsor Herbert Steffen. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen hatte "kein Interesse"...

Karlheinz Deschner starb am Morgen des 8. April 2014 nach langer Krankheit im Klinikum seiner Heimatstadt Haßfurt. In einem Nachruf von Dr. Michael Schmidt-Salomon, Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung, den die NRhZ am 16. April veröffentlichte (http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=20221) kann man in den ersten Zeilen lesen: "Karlheinz Deschner ist tot. Der größte Kirchenkritiker aller Zeiten starb im Alter von 89 Jahren. "Aufklärung ist Ärgernis, wer die Welt erhellt, macht ihren Dreck deutlicher." Mit diesem Aphorismus formulierte Karlheinz Deschner das eigene Lebensmotto. Denn Deschner war die Personifikation des aufklärerischen Ärgernisses, ein Stachel im Fleisch der Zeit, an dem sich die Diskussion immer wieder entzünden musste…."

Für vergangenen Samstag, 31. Mai, 16:00 Uhr, hatte der Deutsche Freidenker-Verband, Landesverband Nordrhein-Westfalen, zu einer Gedenkveranstaltung für Karlheinz Deschner in das Kölner Zentrum, Bayenstraße 11, 50678 Köln eingeladen. Dort kam Deschner in unserer TV-Kurzfilmserie "Das Wort am Sonntag: Mit Gott und den Faschisten", die wir 1992/93 aufgenommen und bei KANAL 4 gesendet hatten, selbst zu Wort. In dieser Serie befasste sich der Kirchenkritiker mit der Politik der Päpste im 20. Jahrhundert. Er behandelte folgende Themen: Der erste Weltkrieg - Mussolini – Die Lateranverträge – Das Ermächtigungsgesetz – Die Annexion Österreichs – Das Konkordat – Der Krieg gegen Abessinien - Franco – Hitlers Lobsinger - Tschechoslowakei, Polen, Norwegen - Sowjetunion - Jugoslawien damals wie heute.
Für sein literarisches und aufklärerisches Werk erhielt Karlheinz Deschner u.a. den Arno Schmidt-Preis (1988), den alternativen Büchner-Preis (1993) und - als erster Deutscher - den International Humanist Award (1993).

Der "Fränkische Tag" hingegen berichtete anläßlich der Uraufführung unseres dokumentarischen Porträts in Deschners Geburtsstadt Bamberg: "Der Versuch, den Menschen hinter dem Schriftsteller Deschner darzustellen, gefiel dem Bamberger Publikum. Eine Dame: "Mich hat der Mann Deschner interessiert. Mich hat interessiert, ob er als Kirchenkritiker sich selbst als religiös empfindet." Zufriedenheit auch beim Besitzer des Residenz-Kinos Klaus Löffler. Das Interesse an Deschner hatte etwa 80 Besucher in das Programm-Kino geführt."

Gerhard Henschel schrieb in KONKRET: "In ihrem Filmporträt zeigen Marianne Tralau und Peter Kleinert den stillen Privatdetektiv Deschner, der dem Feindbild seiner eifernden Kontrahenten keineswegs entspricht, und abergläubische Herder-Autoren, die sich bei dem Versuch, den unabweisbaren Indizien etwas entgegenzusetzen, um Kopf und Bäffchen reden."

Autoren/Regie:
Peter Kleinert und Marianne Tralau
Kamera:
Tom Kaiser
Clemens Seiz
Ton:
Lars Klietsch
Dorothee Plaß
Stephan Thonett
Schnitt:
Peter Kleinert
Grafik:
Astrid Vandekerkhove
Musik:
Paul Hindemith
Produktionsleitung:
Astrid Vandekerkhove
Produktion:
KAOS Film- und Video-Team Köln

Nach Teil 2 dieses Dokumentarfilms sind Teil 3 und 4 in den nächsten NRhZ-Ausgaben sehen.
Und noch ein Hinweis: Weil die vier Teile dieses Porträts von Karlheinz Deschner jeweils mehr als 20 Minuten lang sind, müssen Sie beim Aufladen ein bisschen Geduldig sein. Je nach Computer kann das bis zum Start ein paar Minuten dauern....
(PK)



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Online-Flyer Nr. 461  vom 16. Dezember 2017



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