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Aktueller Online-Flyer vom 24. Oktober 2017  

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Inland
Aktion gegen geplante Mastanlage für 36.000 Schweine in Haßleben:
„Wir haben es satt!“
Von Peter Kleinert

Vor den Landtagswahlen in Brandenburg rufen das Aktionsbündnis Agrarwende Berlin-Brandenburg und die „Wir haben es satt!“-Bewegung zu einem Aktionstag im brandenburgischen Haßleben auf. Dort ist die Wiederinbetriebnahme einer Mastanlage aus DDR-Zeiten für mehr als 36.000 Schweine vorgesehen. In dem kleinen Ort in der Uckermark, 80 Kilometer nördlich von Berlin, sind am 29.6.2014 neben einer Demonstration ein agrarpolitischer Sonntagsspaziergang und ein Protest-Picknick geplant.
 
Im Jahr 1975 wurde in Haßleben eine Schweinemastanlage für 140 000 Schweine gebaut. Bis zu ihrer Schließung 1991 war sie zeitweise sogar mit bis zu 160 000 Tiere belegt. Der niederländische Investor Harry van Gennip möchte sie nun wieder in Betrieb nehmen. Geplant sind Mastplätze für 37 000 Schweine, die Landes-regierung Brandenburg hat sie im Juni 2013 genehmigt. Wegen der Widerspruchsverfahren, die von verschiedenen Verbänden eingereicht wurden hatte Investor van Gennip einen Eilantrag auf sofortigen Baube- ginn im Dezember 2013 zurück-gezogen.
Laut Jochen Fritz, Pressespre- cher des Bündnisses brächte die industrielle Intensiv-Tierhaltung in der Megamastanlage in Haßleben "fatale Folgen: zehntausendfaches Tierleid, katastrophale Auswirkungen auf Böden, Wälder und Gewässer sowie angrenzende Naturschutzgebiete in der Region, der für ihren nachhaltigen Tourismus ausgezeichneten Uckermark".
 
„Brandenburgs Landesregierung muss sich von dieser industriellen Tierhaltung distanzieren und gerade den niedersächsischen und niederländischen Investoren klar machen, dass wir sie hier in Brandenburg nicht haben wollen“, so Michael Wimmer, einer der Sprecher des Aktionsbündnisses Agrarwende Berlin-Brandenburg. „Für unsere aktuelle Volksinitiative „Stoppt Massentierhaltung“ haben wir in kürzester Zeit immerhin schon weit über 13.000 Unterschriften von Brandenburgern gesammelt – ein klares Zeichen, was die Bevölkerung will“, erklärt Wimmer.
 

Schweinemastanlage Haßleben aus DDR-Zeiten
Foto: Nicola Timm
Deutschland verzeichnete 2013 erstmals einen rückläufigen Fleisch-konsum. Damit führen weitere Megaställe nur zu einer Steigerung der Überschussproduktion in Europa, die zu einer Zunahme von Futter-mittelimporten aus den Ländern des globalen Südens führt. „Wir brauchen keine weiteren Megaställe, wie in Haßleben geplant, denn dadurch werden weltweit viele bäuerliche Betriebe in ihrer Existenz bedroht und der Regenwald zerstört“, betont Jochen Fritz.
 
Das Netzwerk „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ trifft sich schon am Samstag, dem 28.06., im nahegelegenen Templin zum deutschlandweiten Vernetzungstreffen. „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ vereint mittlerweile über 300 Bürgerinitiativen aus ganz Deutschland, die sich gegen Megaställe engagieren. In machen Orten konnten schon einige dieser Anlagen verhindert werden.
 
So läuft auch gegen die Genehmigung der Anlage in Haßleben derzeit ein
Widerspruchsverfahren. „Wir sind zuversichtlich, dass die Megamastanlage in Haßleben noch gestoppt werden kann, dafür ist es überhaupt nicht zu spät“, so Sybilla Keitel von der Bürgerinitiative „Kontra Industrieschwein Haßleben“, welche den Megastall seit über 10 Jahren verhindert und sich über die überregionale Unterstützung freut.
Ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis aus Umwelt- und Tierschutzverbänden, Bürgerinitiativen, Eine-Welt-Gruppen, Bauern und Bäuerinnen und viele mehr gehen in Haßleben für eine umwelt-, menschen- und tierfreundliche Agrarpolitik auf die Straße. Zur Demonstration rufen unter anderem auf: der BUND, der Deutsche Tierschutzbund, das Campact-Netzwerk, die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, die Albert
Schweitzer-Stiftung für unsere Mitwelt und Brot für die Welt. (PK)
 
Programm:
Samstag, 28. Juni 2014
11-17:30 Uhr Bundesweites Netzwerktreffen „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ der Bürgerinitiativen gegen Megaställe und Großschlachthöfe in Templin
18 Uhr Sommercamp in Templin
Sonntag, 29. Juni 2014
11 Uhr Gottesdienst, Kirche in Haßleben
13 Uhr Demonstration und Kundgebung in Haßleben
14 Uhr Agrarpolitischer Sonntagsspaziergang nach Kuhz
15 Uhr Protest-Picknick und Musik in Kuhz
Mehr Infos:
http://www.wir-haben-es-satt.de/start/aktion-hassleben/
 


Online-Flyer Nr. 461  vom 04.06.2014

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